Verwertung von Laub aus der Straßenreinigung in biologischen Abfallbehandlungsanlagen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Annahme von Laub/Straßenkehricht in biologischen Abfallbehandlungsanlagen erlaubt. Falls die aus den Laubabfällen hergestellten Komposte oder Gärreste im Geltungsbereich der BioAbfV verwendet werden sollen, werden für das Eingangsmaterial zusätzliche Untersuchungen für Schadstoffe, die nicht in der BioAbfV geregelt sind, empfohlen (LfU-Merkblatt, Stand 2012).

Dabei ist unter anderem die Untersuchung des Gehalts an Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) gefordert. MKW sind Destillationsprodukte von Erdöl und Steinkohlenteer. Sie kommen aber auch in der belebten Natur in einer Vielzahl von ähnlichen Verbindungen und Gemischen in einer vergleichbaren, teilweise aber auch höheren Konzentration vor.

Als Grenzwerte für MKW werden die Zuordnungswerte des LAGA Merkblattes M20 herangezogen. Darin geht es um die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen bzw. Abfällen. Die festgelegten Zuordnungswerte (Z0, Z1.1, Z1.2, Z2) dienen der Einteilung in verschiedene Verwertungsklassen.

Für die Bewertung des MKW-Gehalts von Laub gilt der Z0-Wert des LAGA-Merkblattes M20. Unterschreitet der MKW-Gehalt den Zuordungswert Z0, kann das Material uneingeschränkt verwertet werden. Allerdings können die geforderten MKW-Werte im Laub nur selten eingehalten werden, da dort MKW natürlicherweise in hohen Mengen vorkommt. Eine entsprechende genaue Auswertung der Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob die enthaltenen MKW-Werte biogenen (natürlichen) oder anthropogenen (menschlichen) Ursprungs sind und somit der biologischen Verwertung zugeführt werden dürfen.

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