Kategorie-Archiv: Kompostierung

Bund will die Düngeverordnung lediglich moderat anpassen

Paragraphen_130Im Rahmen der geplanten Novellierung der Düngeverordnung will das Bundeslandwirtschaftsministerium das Gesetz nicht drastisch verschärfen, sondern einzelne Veränderungen in einer Detailanpassungen berücksichtigen.

Hintergrund
Die EU-Kommission ist der Auffassung, dass Deutschland die Ziele der EG-Nitratrichtlinien nur durch eine Verschärfungen der Düngeverordnung erfüllen kann. Für Deutschland gibt es bis 2013 eine befristete Ausnahmeregelung, die besagt, dass Betriebe auf intensiv genutzten Grünlandflächen mit einem hohen Nährstoffbedarf unter bestimmten Bedingungen statt 170 kg Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft bis zu 230 kg pro Hektar und Jahr ausbringen können.

Was soll sich ändern?
Grundlage für die notwendigen Anpassungen der Düngeverordnung soll der Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe sein, unter der Federführung des Thünen-Insituts.

Einige der wichtigsten Vorschläge daraus:

  • Die Dokumentation der Düngeplanung für Stickstoff und Phosphor soll verpflichtend werden.
  • Bei Überschreiten der maximalen Nährstoffsalden für Stickstoff und Phosphor soll künftig eine Beratungspflicht bestehen, im Wiederholungsfall oder bei hohen Überschreitungen drohen Sanktionen.
  • Die für Stickstoff aus tierischen Ausscheidungen geltende Ausbringungs-Obergrenze von 170 kg/ha soll auf alle organischen Düngemittel angewendet werden.
  • Geräte zur Düngerausbringung müssen technische Anforderung an die Verteil- und Dosiergenauigkeit erfüllen. Diese sollen ab 2020, bei Neuanschaffung von Geräten bereits ab 2015, gelten. Anforderungen an das Ausbringen von flüssigem Wirtschaftsdünger auf Ackerflächen soll ab 2020 und auf Grünflächen ab 2025 verpflichtend werden.
  • Das unverzügliche Einarbeiten von organischen Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff soll spätestens innerhalb 4 Stunden nach Beginn des Ausbringens abgeschlossen sein.
  • Die Abstandsregelung zu Gewässern soll präzisiert werden.

Quelle: BLW 1 / 4.1.2013

Bio- und Grünguterfassung in Deutschland

biotonne_130Die Getrenntsammlung von verwertbaren Abfällen war schon im alten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) verankert. Im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das am 01.06.2012 in Kraft trat, wird die getrennte Sammlung von Bioabfällen ab dem 01.01.2015 verpflichtend vorgeschrieben.

Vom Verband der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE) stammt dazu eine ausführliche Dokumentation. Darin wird die kommunal erfasste Menge an Bioabfällen in Bezug zur Einwohnerdichte in Kartenform darstellt (die Informationen zur Bioabfallerfassung stammen von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern). Für jedes Bundesland und die gesamte Bundesrepublik wurden die Daten getrennt für Biogut, Grüngut und die Summe aus Bio- und Grüngut abgebildet.

Das Ergebnis der umfassenden Dokumentation über den Stand der Bioabfallerfassung in Deutschland kann aufschlussreiche Informationen geben, sowohl im bundesweiten Vergleich als auch auf regionaler Ebene. So zeigte sich, dass benachbarte Kommunen unter gleichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedliche Erfolge bei der getrennten Erfassung von Bioabfällen zu verzeichnen haben. Ein Vergleich zwischen den Bundesländern lässt erkennen, dass die Getrenntsammlung von verwertbaren Abfällen, wie es bereits im alten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz als Pflicht verankert war, für Bioabfälle in sehr unterschiedlichem Maße umgesetzt wird.

Eine Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2009 zeigte bereits, dass sich im Hausmüll noch Bioabfälle in einer Größenordnung von rund 4,6 Millionen Tonnen pro Jahr befinden. Nach Schätzung des BMU/UBA könnte bei konsequenter Umsetzung der Vorgaben des neuen Kreislaufgesetzes diese Menge um ungefähr 2 Millionen Tonnen reduziert werden.

Direkter Link zur Studie im Handbuch des VHE

LfU-Info-Broschüre: Abfall – vermeiden – trennen – verwerten – beseitigen

LfU-Info-Broschüre: Abfall vermeiden, verwerten, trennenDas Informationsblatt „Abfall“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt einen Überblick über die Abfallwirtschaft und Abfälle im Allgemeinen bzw. Informationen bzgl. deren Vermeidung und Verwertung.

Abfall kann überall entstehen: im privaten Haushalt, in der Industrie, im öffentlichen Leben. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der modernen Abfallwirtschaft, die Entstehung von Abfall zu vermeiden, was z.B. durch eine Wiederverwendung von Papier und Verpackungen bis hin zu Elektroschrott und geeigneten Altgebäuden erreicht werden kann.

Verschiedenfarbige Abfalltonnen zur Abfalltrennung gehören in Deutschland heute zum Alltag. Dabei sollen die Stoffe möglichst sortenrein getrennt werden, um eine hochwertige Verwertung zu ermöglichen. Das Recycling von z.B. Papier, Glas, verschiedenen Kunststoffen, aber auch Bio- und Grüngutabfällen oder die Vergärung biologischer Stoffe trägt dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen.

Abfall vermeiden

Folglich wird der Bedarf an neuen Rohstoffen oder Energieträgern reduziert und somit die Umwelt weniger belastet. Was dann noch übrig bleibt und nicht verwertbar ist, wird als Restmüll beseitigt.

Direkter Link zur LfU-Info-Broschüre: Abfall

Kompostzugabe verändert die Schwermetallgehalte im Boden

Schwermetallgehalte im BodenDie Studie „Frachtenberechnung für Kompostanwendung“ des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. (Aachen) in Zusammenarbeit mit der ahu AG Wasser-Boden-Geomatik (Aachen) zeigt durch umfangreiche Berechnungen, dass sich die Schwermetallgehalte im Boden durch Zugabe von Kompost verändern.

Mit der Kompostdüngung werden nicht nur organisches Material und Nährstoffe auf die Böden ausgebracht, sondern auch große Mengen mineralische Substanz. Über die Zeit wird das organische Material größtenteils mineralisiert und die Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen. Die mineralische Substanz bleibt im Boden und trägt dauerhaft zum Bodenaufbau und somit zu einem größeren Oberbodenhorizont bei.

Diese Anreicherung von mineralischen Partikeln wird bisher bei der Berechnung von Schadstoffmengen im Boden nicht mit einkalkuliert. Bei über 50% Mineralpartikeln im Kompost hat dies aber einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Schadstoffmenge im Boden. So würde sich über einen Zeitraum von 100 Jahren bei regelmäßiger Kompostanwendung der Oberbodenhorizont um 3,6 cm erhöhen.

Die Beispielberechnung in der Studie zeigt, dass unter der Berücksichtigung des mineralischen Anteils im Kompost die Schadstoffanreicherung im Boden zum Teil deutlich geringer ist, verglichen mit den Konzentrationen der reinen Schadstofffrachtenberechnung. Insbesondere bei Böden mit hohem Schwermetallgehalt kann die Zugabe von Kompost sogar zu einer Abreicherung der Schwermetallkonzentrationen führen, da sich die Schadstoffe auf eine größere Bodenmenge verteilen.

Weiterführender Link zur Studie des VHE

Bayerns Entsorgungswirtschaft auf Spitzenposition

Bayerns Entsorgungswirtschaft ist wiederholt auf einem Erfolgskurs, der im nationalen und internationalen Umfeld kaum zu übertreffen ist. Dabei spielen Privatunternehmen* eine beträchtliche Rolle. *(mit einer Beteiligung von knapp 90 % und einer Verwertungsquote von nahezu 73 %).

Das legten die veröffentlichten Zahlen der Abfallbilanz 2011 dar, mit deren sich der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. zufrieden zeigte.

 

Quelle: Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V.

Beschäftigung im Biogassektor gestiegen

Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Umwelt stieg die Zahl der Beschäftigten im Bereich Biogas (Wartung, Betrieb, Bereitstellung) im Jahr 2011 von 15.500 auf 50.600 Personen an und liegt somit auf dem dritten Platz hinter den Wirtschaftsbereichen Photovoltaik (110.900) und Windenergie.

Alleine im letzten Jahr gingen 1300 Biogasanlagen ans deutsche Netz, was die Kapazität auf derzeit landesweit 7215 Anlagen erhöht und viele neue Arbeitsplätze schafft.

Quelle: BMU

Deutschland abgeschlagen!

Laut einem Bericht der EU-Kommision ist man in einem vereinten Europa noch weit von einer einheitlichen Regelung (bezüglich der Abfallbewirtschaftung) in den Mitgliedsstaaten entfernt.
Unterschiedliche Preise, ungleiche Einhaltungen von EU-Regeln sowie eine fehlende flächendeckende Umsetzung von Recycling sind die Folge.
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik bemerkte, dass noch zu viel Müll einfach deponiert, anstatt wiederaufbereitet werden würde. Es bleibt noch zu viel Potential ungenutzt und wird bei einer Deponierung für immer dem Stoffkreislauf entzogen. Einer solchen Tendenz muss aber schnellstmöglich Einhalt geboten werden. Ein sofortiges Umdenken ist diesbezüglich gefragt.

Selbst Deutschland musste sich in einem Bericht, der am 7. August 2012 erschien und der anhand von 18 Kriterien die Mitgliedsstaaten danach bewertete, wie sie mit ihrem kommunalen Müll verfahren, mit dem vierten Platz hinter Österreich, den Niederlanden und Dänemark geschlagen geben und verlor damit seine Spitzenposition. Es fehlt demnach nicht an Engagement, wohl aber an der tatsächlichen Umsetzung.

Die zehn Mitgliedsstaaten, die als Verlierer bezüglich ihrer Abfallverwertung aufgefallen sind, werden in Zukunft finanzielle Unterstützung erwarten können, um hinsichtlich ihrer Abfallbewirtschaftung umzudenken und in den Wettbewerb einsteigen zu können.

Würde das EU Abfallrecht vollständig umgesetzt, könnten sich dadurch rund 72 Milliarden Euro pro Jahr einsparen lassen und bis zum Jahr 2020 mit 400’000 neuen Arbeitsplätzen alleine in diesem Sektor gerechnet werden.

Quelle: http://www.euractiv.de/ressourcen-und-umwelt/artikel/abfall-report-muellprobleme-in- sued–und-osteuropa-                      006614

 

Der Kompost macht’s

Bioabfall aus Haushalt, Industrie, Handel und Gewerbe enthält wertvolle Nährstoffe und organische Substanzen, die nach geregelter Kompostierung oder Vergärung erneut als Dünger und Humus unbedenklich für Pflanzen und Böden eingesetzt werden können.

Der Anteil an organischem Material im Hausmüll wird auf 35 – 40 % geschätzt, was ein Gewicht von 100 kg pro Kopf in einem einzigen Jahr bedeutet. Daraus ergibt sich ein Potential von 12 – 15 Mio. Tonnen Bio- und Grünabfall jährlich – und das lediglich in Deutschland.

Europaweit rechnet man mit 100 – 150 Mio. Tonnen, Tendenz steigend. Diese gewaltigen Mengen könnten zu ca. 50 Millionen Tonnen Kompost verarbeitet werden und besonders in südlichen Gebieten mit salzigen Böden zu einer verbesserten Bewirtschaftung beitragen, um nur ein positives Beispiel zu nennen.

Durchaus erweist sich Kompost im Garten-und Landschaftsbau sowie im Hobbygarten als idealer Begleiter aufgrund seiner vielen positiven Auswirkung auf die Bodenstruktur, den Wasserhaushalt sowie die Bodenmikrobiologie und ist die beste Alternative oder Ergänzung zum teuren Mineraldünger, der die Gefahr einer schnellen Überdüngung mit sich bringt. Laut einer Bremer Studie wirkt sich regelmäßiges Düngen alleine mit Komposterde ertragssteigernd bei minimaler Arbeit und Kosten aus.

Quelle: Abschlussbericht 2008 zum Projekt Kompost-Anwendungsversuche Baden-Württemberg.

 

Pilotprojekt erfolgreich

Bioabfalltüten gehören nicht in den Biomüll (wir berichteten). Nun steht uns eine neue Studie zur Verfügung, in der sich die Berliner Stadtreinigung mit einem namhaften, weltweit führenden deutschen Chemieunternehmen zusammengeschlossen hat, um ein Markenprodukt des Unternehmens und dessen Auswirkung auf die Müllsortierung zu testen.

Laut Studie waren insgesamt 21.000 Berliner Haushalte an dem Projekt beteiligt. 80 % aller Teilnehmer zeigten sich mit den Tüten aufgrund hygienischer Bedingungen, verminderter Geruchsbildung und zurückgehenden Ungezieferbefall zufrieden.

Die Fehlwurfquoten sanken während der Testphase in den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Hellersdorf erheblich und die Menge an gesammelten Bioabfall stieg in einem Quartal um 10 % an, während im Vergleichszeitraum die Mengen an Biomüll in anderen Stadtteilen um 20 % sanken.

Selbst die Abbaubarkeit der Beutel während der Kompostierung stellte laut Studie kein Problem dar. Alle Beutel seien noch während der Kompostierzeit im Kompostwerk abgebaut worden, ohne die Qualität des Kompostes zu beeinträchtigen.

Die Zersetzung der Müllbeutel aus einem besonderen Gemisch findet laut Hersteller mit Hilfe von Mikroorganismen statt, die das Produkt zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umsetzen.

Das Projekt erwies sich laut der Berliner Stadtreinigung und dem Chemieunternehmen als Erfolg.

Noch kann aber kein generelles grünes Licht bezüglich der Entsorgung von Biomülltüten zusammen mit Bioabfall gegeben werden, da sich noch zu viele Produkte auf dem Markt befinden, die nur schwer abbaubar sind und meist sehr lange Zeit dazu benötigen. Eine bessere und kostengünstigere Alternative stellen immer noch Papiertüten oder normales Zeitungspapier dar.

Quelle: http://www.basf.com/group/pressemitteilungen/P-12-179,

Neue Ökobilanzstudie

Das Umweltbundesamt hat im Juli 2012 eine neue Ökobilanzstudie mit dem Titel „Optimierung der Verwertung organischer Abfälle“ veröffentlicht, worin verschiedene Entsorgungs- und Verwertungsverfahren hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Umwelt verglichen werden.
Neben den üblichen Recyclingverfahren wie Vergärung und Kompostierung werden auch Entsorgungen ohne Biomülltrennung, sowie Entsorgung von Biomüll in Verbrennungsanlagen behandelt.
Als Novum wird die Einbeziehung von Phosphaterz als endliche Ressource, sowie eine stärkere Berücksichtigung der Vorteilswirkungen der Kompostdüngung auf den Boden erwähnt.
Quelle: http://www.uba.de/uba-info-medien/4310.html (zum freien Download)