Kategorie-Archiv: Kompostierung

Mogelpackung Bioplastik – ökologisch und kompostierbar?!

Bioplastik_neuNachdem die Plastiktüte, gerechtfertigter Weise, in Verruf geraten ist, versuchen Supermärkte eine Alternative anzubieten. Die Bio-Plastiktüte ist in immer mehr Einkaufsläden zu finden. Es wird damit geworben, dass diese abbaubar bzw. sogar kompostierbar sei. Zur Diskussion steht auch, Bio-Plastiktüten für die Bioabfallsammlung einzusetzen, da sie bei der Kompostierung von Bioabfällen mitkompostiert werden können und nicht mehr aussortiert werden müssen.
Doch die Praxis zeigt, dass dieses System bei Weitem nicht das hält, was es verspricht.

Die Welt hat ein Problem. Plastikmüll verschmutzt die Meere und gelangt immer mehr in die Nahrungskette. Auf Grund dieser Tatsache ist die Plastiktüte gerechtfertigter Weise in Verruf geraten. Laut Statistik nutzt jeder Deutsche im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Jahr, wobei jede Tüte im Schnitt nur 25 Minuten lang Verwendung findet. Im europäischen Durchschnitt sind es 198 Tüten pro Kopf und Jahr. Ein riesiges Problem, wenn man bedenkt, das im Nordpazifik bereits eine Plastikmüllinsel von der Größe Mitteleuropas schwimmt.

Doch anstatt auf Plastiktüten einfach zu verzichten gibt es heutzutage in manchen Supermärkten die sogenannten „Bio-Plastiktüten“.

Diese bestehen meist aus thermoplastischer Stärke, welches aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird. Es wird damit geworben, dass diese „Bio“- Tüten verrotten und sogar kompostierbar seien. Was allerdings nur bedingt richtig ist. Die Kompostierung von solchen Tüten funktioniert nämlich nur bei 60 °C und 95 % Luftfeuchtigkeit über einen Zeitraum von 12 Wochen. Da diese Zeitspanne für moderne Kompostieranlagen deutlich zu lang ist, werden die Tüten dort wiederum aussortiert und verbrannt, da kein Endverbraucher Reste von Plastik (Bio oder nicht) in seinem Kompost haben will.
Im Hinblick auf die Herstellung der traditionellen Plastiktüten aus Erdöl und die mit der Erdölförderung entstehenden Umweltprobleme ist eine Abkehr von den traditionellen Plastiktüten für manchen immer noch verlockend.

Die Ökobilanz der Bio-Tüten sieht aber leider auch nicht besser aus.

Um die, für die Herstellung von Bioplastik, benötigten Pflanzen zu produzieren, müssen immense Flächen bewirtschaftet werden. Eventuelle Waldrodungen, um Ackerflächen zu erschaffen, sind dabei schon vorprogrammiert, wenn Unternehmer erst einmal das große Geschäft wittern. Zudem werden für die Herstellung von Bioplastik voraussichtlich Unmengen an genmanipulierten Pflanzen verwendet werden. Die daraus entstehenden Probleme können wissenschaftlich noch gar nicht abgeschätzt werden.

Nach Meinung der Deutschen Umwelthilfe ist die Ökobilanz der Biotüten sogar schlechter als die der normalen Plastiktüte.
Dementsprechend hilft nur, den Gebrauch von Plastiktüten deutlich zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.

Die Idee, Bioabfälle in Bio-Plastiktüten zu sammeln und alles zusammen (also Biomüll und Bio-Plastik) zu kompostieren, kann aus den oben genannten Gründen auch nicht funktionieren. Die kommende Verschärfung der DümV, die einen Maximalwert von 0,1 % für alle nicht abgebauten Kunststoffe in Bioabfällen vorsieht, zeigt klar, dass die Kompostierung von Bioplastik auch gesetzlich zu Problemen führt. Wenn das Bioplastik in den kurzen Rottezeiten der Kompostieranlagen nicht abgebaut wird, werden Grenzwerte überschritten.
Die FBK e.V. spricht sich gegen die Sammlung von Bioabfällen in Bioplastiktüten und deren gemeinsame Kompostierung aus.

Bundeslandwirtschaftsministerium kündigt Änderungen der DüMV an

Die aktuell geltende Fassung der DüMV soll in einigen Punkten geändert werden. Speziell in Bezug auf Kunststoffe wird es zu Anpassungen kommen.Eine wichtige Änderung wird der neue Grenzwert für den Gewichtsanteil an nicht abgebauten Kunststoffen.

Der momentane Grenzwert für Fremdstoffe über 2 mm Siebdurchgang liegt bei 0,5 Gew.-% in der Trockenmasse.
Die Änderung der DüMV sieht einen separaten Grenzwert für nicht abgebaute Kunststoffe vor, der 0,1 Gew.-% betragen soll. Darunter sollen alle Kunststoffe fallen, auch die eventuellen Reststoffe von kompostierbaren Bioplastiktüten.
Für alle weiteren Fremdstoffe wie Papier, Glas und Metall soll ein Summengrenzwert von 0,4 Gew.-% eingeführt werden.

Diese Änderungen sind nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welcher optische Anteil 0,5 Gew.-% Plastikfolie ausmachen kann.
Es bleibt zu bedenken, dass eventuell enthaltenes Hartplastik auch unter den 0,1 Gew.-% Grenzwert fallen würde und auf Grund des höheren Gewichts von Hartplastik eine Grenzwertüberschreitung eintreten könnte.
Welche Änderungen noch geplant sind können Sie im vorläufigen Entwurf der DüMV nachlesen.
Den Link dazu finden sie hier: Entwurf der DüMV

Auffrischung wichtiger Themen zur Kompostierung

Auf Grund der Wichtigkeit und zur Auffrischung des Kenntnisstandes wollen wir Sie zum Thema Bioabfälle und deren Behandlung und Verarbeitung informieren.

Begriff Bioabfälle aus der aktuellen Bioabfallverordnung (BioAbfV §2 Absatz 1):
Bioabfälle sind:
Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder aus Pilzmaterialien zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können, einschließlich Abfälle zur Verwertung mit hohem organischen Anteil tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder an Pilzmaterialien.“

 Bioabfälle sind nicht:
– „Bodenmaterial ohne wesentliche Anteile an Bioabfällen“,
– „Pflanzenreste, die auf forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen anfallen und auf         diesen Flächen verbleiben.“

Eine vollständige Liste an Bioabfällen finden Sie zusätzlich im Anhang der Bioabfallverordung (BioAbfV Anhang 1).

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt Ihnen dafür die BioAbfV im Internet zur Verfügung: http://www.gesetze-im-internet.de/bioabfv/

Hygienisierung des Kompostes:
Der Gesetzgeber schreibt vor (BioAbfV § 3 Absatz 1) :„Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer haben […] Bioabfälle vor der Aufbringung oder der Herstellung von Gemischen einer hygienisierenden Behandlung zuzuführen, welche die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet.“

Zur Sicherstellung der hygienischen Unbedenklichkeit führen Sie die kontinuierliche Temperaturüberwachung mittels Logger und Sonden durch.

Untersuchung der Kompostparameter:
Zusätzlich zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung ist auch die Überwachung der physikalischen und biologischen Kompostparameter wie Schwermetalle und organische Inhaltsstoffe von absoluter Wichtigkeit, um eine Aussage über die Güte des Kompostes machen zu können.

Laut BioAbfV ist der Bioabfallbehandler verpflichtet […]“Untersuchungen der behandelten Bioabfälle durchführen zu lassen auf:
1. Gehalte der Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink.
2. den pH-Wert, Salzgehalt, Gehalt organischer Substanz, Trockenrückstand und den Anteil an    Fremdstoffen und Steinen.“

Getrenntsammlung von Bioabfällen

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stellt Fragen an die Bundesregierung

Ab dem 1. Januar 2015 dürfen gemäß §11 Absatz 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) keine Bioabfälle mehr im Restabfall entsorgt werden. Ziele der Getrenntsammlung sind die Nutzung des organischen Materials zur Energiegewinnung durch Vergärung sowie die Gewinnung von Kompost.

Im Hinblick auf diese neue Gesetzesregelung stellte die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN am 1. Juli 2014 eine sog. „kleine Anfrage“ an die Bundesregierung, in der Fragen zur Umsetzung des Gesetztes formuliert werden.
Die komplette Anfrage finden Sie unter:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/020/1802044.pdf

Die Antworten auf die gestellten Fragen lieferte die Bundesregierung am 28. Juli 2014.
Insgesamt bekräftigte die Bundesregierung, dass sie die Getrenntsammlung und anschließende „hochwertige Verwertung“ von Bioabfällen aus Gründen des Umweltschutzes und der Ressourceneffizienz für „grundsätzlich notwendig“ erachtet.
Die kompletten Antworten auf die gestellten Fragen der Grünen-Fraktion finden Sie unter:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/022/1802214.pdf

Anwendungsmöglichkeiten für feuchte Biomasse gesucht

Mit einem neuen EU-Forschungsprojekt sollen innovative Anwendungsmöglichkeiten für den Abfallstrom „feuchte Biomasse” gefunden werden. Wie der Entsorgerverband bvse mitteilt, werden insgesamt acht Projektpartner aus vier EU-Ländern für die nächsten 30 Monate an dem im November gestarteten Projekt „NEWAPP“ arbeiten. Der Fokus liegt auf der Anwendung des HTC-Prozesses, mit dem feuchte Biomasse in kohleähnliche Produkte umgewandelt werden kann.

Unter den Teilnehmern sind Forschungseinrichtungen und Branchenexperten von Verbänden und Unternehmen. Die EUBIA (European Biomass Industry Association) mit Sitz in Brüssel koordiniert das Konsortium an dem auch der Spanische Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung (CSIC, Spain), die belgische Association of cities and regions for recycling and sustainable resource management (ACR+), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) die Technische Universität Dänemark sowie Ingelia S.L (Spanien), Terra Preta (TP, Deutschland) und das ttz Bremerhaven teilnehmen.

Nach Angaben der Projektgruppe fallen pro Jahr in der EU zwischen 120 und 140 Millionen Tonnen Bioabfälle an, beispielsweise feuchte landwirtschaftliche Rückstände und feuchte kommunale Abfälle wie Laub, Gras oder Nahrungsreste. 67% der Materialien werden verbrannt oder deponiert. Eine geringe Menge wird kompostiert, anaerob vergärt oder als Viehfutter genutzt. „Feuchte Biomasse ist in großen Mengen verfügbar, jedoch existieren kaum intelligente Verfahren für die Behandlung. Diese Materialien sind eine wertvolle Ressource und können in Produkte umgewandelt werden, die Vorteile für die Abfallbehandlung, die erneuerbaren Energien und die Industrie haben. Wir wollen deshalb eine Abkehr von der Deponierung dieser Materialien hin zu einer in ressourceneffizienten Verwertung”, erklärt Projektteilnehmer Andrea Salimbeni (EUBIA).

Nach Einschätzung von NEWAPP ist HTC (Hydrothermale Carbonisierung) ein kosten- und ressourceneffizientes sowie umweltfreundliches Verfahren, um Abfälle zu vermeiden und gleichzeitig Primärbrennstoffe zu ersetzen. Während des HTC-Prozesses wird Biomasse unter Anwesenheit von Wasser moderaten Temperaturen und Drücken ausgesetzt. Dabei entstehen zwei Hauptprodukte: ein kohleähnlicher Stoff (HTC Kohle) und eine nährstoffreiche Wasserlösung.

Zu Beginn der nächsten 2,5 Jahre wird NEWAPP nach bvse-Angaben die HTC-Anlage von Ingelia nutzen, um Versuche mit fünf verschiedenen Biomasseströmen zu fahren. Dann liegt der Fokus auf der Entwicklung eines neuen technischen Nutzungspfads für die Umwandlung von Bioabfällen in hochwertige Produkte. Die Gruppe wird erforschen, welche verschiedenen Produkte aus den ausgewählten Stoffströmen durch den HTC-Prozess gewonnen werden könne.

Das Projekt ist Teil des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union. Das Budget beläuft sich auf rund 2,58 Mio. Euro. Der Förderanteil beträgt rund 1,76 Mio. Euro.

Quelle: bvse

 

Verwertung von Laub aus der Straßenreinigung in biologischen Abfallbehandlungsanlagen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Annahme von Laub/Straßenkehricht in biologischen Abfallbehandlungsanlagen erlaubt. Falls die aus den Laubabfällen hergestellten Komposte oder Gärreste im Geltungsbereich der BioAbfV verwendet werden sollen, werden für das Eingangsmaterial zusätzliche Untersuchungen für Schadstoffe, die nicht in der BioAbfV geregelt sind, empfohlen (LfU-Merkblatt, Stand 2012).

Dabei ist unter anderem die Untersuchung des Gehalts an Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) gefordert. MKW sind Destillationsprodukte von Erdöl und Steinkohlenteer. Sie kommen aber auch in der belebten Natur in einer Vielzahl von ähnlichen Verbindungen und Gemischen in einer vergleichbaren, teilweise aber auch höheren Konzentration vor.

Als Grenzwerte für MKW werden die Zuordnungswerte des LAGA Merkblattes M20 herangezogen. Darin geht es um die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen bzw. Abfällen. Die festgelegten Zuordnungswerte (Z0, Z1.1, Z1.2, Z2) dienen der Einteilung in verschiedene Verwertungsklassen.

Für die Bewertung des MKW-Gehalts von Laub gilt der Z0-Wert des LAGA-Merkblattes M20. Unterschreitet der MKW-Gehalt den Zuordungswert Z0, kann das Material uneingeschränkt verwertet werden. Allerdings können die geforderten MKW-Werte im Laub nur selten eingehalten werden, da dort MKW natürlicherweise in hohen Mengen vorkommt. Eine entsprechende genaue Auswertung der Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob die enthaltenen MKW-Werte biogenen (natürlichen) oder anthropogenen (menschlichen) Ursprungs sind und somit der biologischen Verwertung zugeführt werden dürfen.

Verwertung von Aschen in der Kompostierung

Angesichts eines weltweit steigenden Energiebedarfs und der für den Klimaschutz notwendigen Beschränkung der CO2-Emissionen gewinnt der Einsatz des nachwachsenden Energieträgers Holz weiter an Bedeutung. Bei der Verbrennung von Holz verbleibt ein vorwiegend aus den anorganischen Bestandteilen des Holzes bestehender Rückstand in Form von Aschen. Holzaschen enthalten Nährstoffe, die eine Verwertung sinnvoll erscheinen lassen, jedoch auch Schadstoffe, die in jedem Fall eine geordnete Verwertung bzw. Beseitigung notwendig machen.

Die stoffliche Zusammensetzung der einzelnen Aschefraktionen wird durch brennstoffabhängige und anlagentechnische Größen bestimmt. Auch naturbelassenes Holz weist abhängig von Gehölzart, -alter, Rinden- und Grünanteil unterschiedliche Nähr- und Schadstoffgehalte auf. Schadstoffeinträge sind auch möglich bedingt durch den Standort während des Wachstums, die Handhabung während der Holzernte und die Weiterverarbeitung sowie durch eine Verschmutzung während der Nutzungsphase (bei gebrauchtem Holz). Wesentliche anlagentechnische Einflussgrößen sind der Ausbrand, die Feuerraumtemperatur, die Temperatur, bei der die Asche anfällt, sowie die Art derAbgasreinigung. Weiterhin ist der Eintrag von Stoffen aus Ofen- und Kesselmaterialien durch Korrosionsvorgänge möglich. Die analytische Charakterisierung von Holzaschen ergibt typischerweise große Streubreiten. [Quelle: LfU]

fbk-info-asche-kompostierung_200Die FBK e.V. hat auf Grundlage der aktuellen Vorschriften (speziell: Novelle der BioAbfV, des KrW-AbfG, DüMV, etc.) ein Merkblatt erarbeitet, aus dem in Kürze alle wichtigen Informationen zur Verwendung von Asche in der Kompostierung dargestellt sind.

Das Merkblatt können Sie sich unter folgendem Link herunterladen:

Download: Merkblatt „Verwendung von Asche in der Kompostierung“

 

 

 

Ambrosia-Pflanze: Vorkommen und Bekämpfung

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Ambrosia-Pflanze, Quelle: StMUG

Die Beifuß-Ambrosie ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze, die sich immer stärker in Bayern ausbreitet und ein erhebliches Gefahrenpotential v.a. für Allergiker darstellt. Um eine weitere Ausbreitung dieser Pflanze bei uns zu vermeiden, ist eine fachgerechte Bekämpfung und Entsorgung der Pflanze notwendig.

Zu diesem Zweck haben wir von der FBK ein entsprechendes Informationsblatt (Download) mit allen wichtigen Daten zum Aussehen, Vorkommen und zur Bekämpfung und Beseitigung der Ambrosia- Pflanze zusammengestellt.

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Download der FBK-Info

Wir bitten Sie, dieses Informationsblatt auf Ihrer Kompostanlage auszuhängen und an Ihre Kunden weiterzugeben.

Mehr Informationen und Aktionsprogramm des Bayerischen Umweltministeriums:

Die ursprünglich in den USA beheimatete Pflanze „Beifuß-Ambrosie“ breitet sich seit den 1990er Jahren auch in Bayern aus. Seit dem Jahr 2007 wird gegen die Ausbreitung der Pflanze in Bayern systematisch mit dem „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung“ vorgegangen. „Wissenschaftliche Studien zeigen, dass 30 Prozent der untersuchten Allergiker in Bayern auf Ambrosia sensibilisiert sind, die Hälfte davon zeigt bereits allergische Reaktionen. Deshalb wollen wir in Bayern die Verbreitung eindämmen, um schwerere Erkrankungen zu vermeiden“, betonte der Bayerische Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber anlässlich der Ambrosiabekämpfungsaktion 2013.

Die Pollen der Pflanze gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern beim Menschen und sind wesentlich für die Auslösung von saisonalem Asthma und Heuschnupfen verantwortlich. Schon geringe Pollenmengen von ein bis drei Pollen pro Kubikmeter in der Luft reichen aus, dass empfindliche Menschen eine Ambrosia-Allergie entwickeln können. Huber: „Allergien sind letztlich nur durch Medikamente behandelbar. Dies bedeutet hohe Folgekosten im Gesundheitswesen. Auch in Deutschland könnten nach Schätzungen des Umweltbundesamtes durch Ambrosia jährliche Kosten im Gesundheitswesen in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. Gerade deshalb ist es wichtig, entschlossen gegen die Ausbreitung vorzugehen.“ Um die Ausbreitung der Pflanze wirksam zu bekämpfen, steht die Entfernung aus der Landschaft noch vor ihrer Blütezeit von etwa Mitte Juli bis Ende Oktober im Vordergrund. Huber: „Wir müssen die Pflanze sprichwörtlich bei der Wurzel packen. Dabei setzen wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. In allen Landratsämtern stehen Ambosia-Beauftragte als kompetente Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Verfügung.“ Im Rahmen des Programms wird die Bevölkerung aufgerufen, entdeckte Einzelpflanzen und Nester selbst auszureißen und insbesondere Bestände innerhalb von Haus- und Kleingärten eigenständig zu bekämpfen. Verdachtsbestände ab ca. 100 Pflanzen soll die Bevölkerung den Kreisverwaltungsbehörden melden, die sich dann um die Bekämpfung kümmern. „Das Programm ist sehr erfolgreich: Waren die Ambrosia-Bestände in der Vergangenheit nur unzureichend bekannt, werden jetzt immer mehr Bestände bei den zuständigen Behörden gemeldet. Allein im Jahr 2012 wurden 45 neue Befallsstellen mit Beständen von deutlich über 100 Pflanzen registriert. Dank der Mithilfe der Bevölkerung haben wir damit auch bessere Kenntnisse über die Verbreitung der Pflanze in Bayern“, so Huber. Insgesamt investierte der Freistaat seit dem Jahr 2006 rund 668.000 Euro für Maßnahmen zur Ambrosia-Bekämpfung. Unter anderem wurden wissenschaftliche Forschungsprojekte an beiden Münchener Universitäten gefördert, die die gesundheitlichen Auswirkungen der Pflanze untersucht haben. Außerdem wurden zur genauen Bestimmung der Bestände die Landratsämter sowie kreisfreien Städte mit GPS-Geräten ausgerüstet.

Das „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung“ wurde in Zusammenarbeit des Bayerischen Gesundheitsministeriums, des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sowie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erstellt.

Quelle: StMUG

Nähere Informationen im Internet unter StMUG

Die FBK-Info für Ihre Kunden können Sie gerne unter diesem Link herunterladen, ausdrucken und an Ihre Kunden verteilen.

 

UPDATE: 28.08.2013, aus Europaticker:

Die Beifuß-Ambrosie ist ein Einwanderer aus Nordamerika und fasst zunehmend auch in Hausgärten Fuß. Ambrosiapollen sind starke Allergene. Sie können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Aufgrund der Gesundheitsgefahren und zur Allergieprävention sollten bestehende Ambrosia-Bestände entfernt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Wie man die Pflanze am besten bekämpft, verraten die Kollegen aus dem Kreis Kitzingen vom Naturschutz hier.

Nur in die graue Tonne
Ambrosiapflanzen sollten in einer Plastiktüte verpackt und dann in die graue Restabfalltonne gegeben werden. Der Inhalt der grauen Tonne wird im Müllheizkraftwerk verbrannt, so dass die Pflanze damit zuverlässig vernichtet wird. Keinesfalls sollte die Ambrosie in die Biotonne oder den Grüngutcontainer gegeben werden. Und natürlich scheidet auch der Komposthaufen im eigenen Garten als Entsorgungsweg aus.

Quelle: Europaticker:

LfU-Info-Broschüre: Verwendung von Kompost schützt Moore

 

LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

Die Veröffentlichung „Kompost nutzen, Moore schützen“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt informiert über den klima- und umweltrelevanten Vorteil der Verwendung von Kompost anstelle von mit Torf angereicherter Blumen- und Gartenerde.

Jahrhundertelang wurde Torf in Mooren abgebaut, um Brennmaterial zu gewinnen. Heutzutage wir abgebauter Torf in großen Mengen handelsüblicher Blumen- und Gartenerde beigemischt, da dieser Wasser speichert und die Erde auflockert.

Zum Torfabbau muss das Moor entwässert werden – mit weitreichende Folgen für die Moorböden und deren Wasserhaushalt. Auch das Klima wird durch die Entwässerung der Moore negativ beeinflusst. Grundsätzlich sind Moore gute Kohlenstoffspeicher, sie binden ca. sechsmal soviel Kohlenstoff wie Wald. Bei der Entwässerung kommt es allerdings zu einem Abbau des Torfs durch Mikroorganismen, wobei klimaschädliche Gase wie CO2, Lachgas und in geringen Mengen auch Methan freigesetzt werden. Außerdem werden Tier- und Pflanzenarten, die sich über Jahrhunderte an die nährstoffarmen und feuchten Moorböden angepasst haben, aus ihren Lebensräumen verdrängt, was zu einem hohen Verlust der Artendiversität in diesen Landschaften führt.

Eine hervorragende Alternative zu Torf ist Kompost. Im Gegensatz zu Torf, der sehr nährstoffarm und sauer ist und dadurch mit Mineraldünger und Kalk vor dem Gebrauch angereichert werden muss, ist Kompost ein guter Nährstofflieferant. Zusätzlich enthält Kompost Spurenelemente, die für das Wachstum der Pflanzen notwendig sind. Mit dem Humusanteil im Kompost wird dem Boden wieder organische Substanz zugeführt: dies führt zu einer ausgeglichenen Humusbilanz und folglich zu einem dauerhaft fruchtbaren Boden.

Durch die Verwendung eines Kompostes mit Gütesicherung ist eine Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Schwermetalle und Störstoffe und somit eine gute Qualität gewährleistet.

Direkter Link zur LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

Phosphatquelle ist nicht gleich Phosphatquelle

Festgesetzte Düngerpreise veranlassen immer mehr Landwirte dazu, nach möglichst günstigen Alternativen bei der Phosphatdüngung zu suchen. So wurden in den letzten Jahren neben Mineraldüngern vermehrt auch Sekundärrohstoffdünger wie Kompost, Klärschlamm und Fleischknochenmehl eingesetzt.

Phosphat-EintragEs gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen der Phosphatdüngung mit Mineraldünger und mit Sekundärrohstoffdünger: die meisten gängigen mineralischen Phosphatdünger enthalten als Phosphatquelle einen sehr hohen Anteil an aufgeschlossenem Phosphat, das leicht löslich ist und somit der Pflanze schnell zur Verfügung steht.

Sekundärrohstoffdünger dagegen enthalten oft hohe Mengen an Calciumphosphaten (Apatite) und organischen Phosphatverbindungen, die im Boden erst in leicht lösliche Verbindungen umgewandelt werden müssen, bevor sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Die Geschwindigkeit dieser Umsetzungsprozesse ist allerdings abhängig von verschiedenen Faktoren, die der Landwirt durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. Einstellung des optimalen pH-Werts durch Kalkung bzw. physiologisch sauer wirkende N-Dünger, beeinflussen kann.

Folglich eignen sich Mineraldünger besonders für die Behebung von aktuellen Phosphatmangelsituationen bzw. zur direkten Versorgung der Kulturen mit pflanzenverfügbarem Phosphat. Sekundärrohstoffdünger können dagegen für die Verbesserung oder die Erhaltung der Grundversorgung mit Phosphat über einen längeren Zeitraum angewandt werden.

Durch die meist geringen Nährstoffgehalte der Sekundärrohstoffdünger müssen bei einem hohen P-Bedarf große Mengen ausgebracht werden. Für einen gezielten Einsatz ist daher der genaue Nährstoffgehalt des verwendeten Stoffs notwendig. Aufgrund großer Schwankungen im Nährstoffgehalt sollte immer eine aktuelle Analyse über die Nährstoffkonzentrationen vorliegen.

Quelle: BLW 45 /9.11.2012