Kategorie-Archiv: Allgemein

Verpflichtende Umsetzung der getrennten Bioabfallerfassung

Rüdiger Oetjen-Dehne von Oetjen-Dehne & Partner in Berlin stellte in seinem Vortrag einige ausgewählte Untersuchungsergebnisse eines vor dem Abschluss stehenden Projekts (Umweltforschungsplan) bzgl. der verpflichtenden Umsetzung der Getrenntsammlung von Bioabfall dar.

Seit den Anfängen vor über 30 Jahren ist die getrennte Erfassung von organischen Abfällen privater Haushalte ein weit verbreiteter Bestandteil der deutschen Abfallwirtschaft. Dennoch ist die getrennte Erfassung von Küchenabfällen mittels Biotonne/Biosack bislang nicht in jedem Entsorgungsgebiet Deutschlands eingeführt worden, zudem wird sie in vielen Entsorgungsgebieten nur mit geringer Intensität praktiziert.

Die Abfallrahmenrichtlinie der EU und das zur Umsetzung in nationales Recht erlassene Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verpflichtet alle Entsorgungsträger, überlassungspflichtige Bioabfälle aus Haushalten spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln (§ 11 Abs. 1 KrWG).

In Deutschland werden bislang rund 7,3 Mio Tonnen des bei privaten Haushalten entstehenden Bioabfallpotenzials getrennten erfasst und verwertet, während 4,8 Mio Tonnen noch als Restabfall entsorgt werden. Ausgewählte Untersuchungsergebnisse eines vor dem Abschluss stehenden Projektes zeigen, dass das Potenzial noch deutlich intensiver genutzt werden kann.

Obwohl das Kreislaufwirtschaftsgesetz zur flächendeckenden Getrennterfassung zum Stichtag 01.01.2015 verpflichtet, wollen zwischen 57 und 69 entsorgungspflichtige Körperschaften ihren Kunden weiterhin keine getrennte Erfassung anbieten. Viele Vorbehalte, wie eine bereits vollständige Eigenverwertung, eine geringe Einwohnerdichte, geringe ökologische Vorteile oder eine mangelnde wirtschaftliche Zumutbarkeit halten einer Prüfung allerdings nicht Stand. Insofern wäre es wünschenswert, wenn die knappen Ressourcen der betreffenden Entsorgungsträger dazu genutzt würden, die sich bietenden Chancen auch im Interesse der Kunden zu nutzen. Vorgaben zur Gestaltung der flächendeckenden Bioabfallerfassung und zu hochwertigen Verwertung können unterstützend wirken.

Wenn die im Kreislaufwirtschaftsgesetz formulierte Zielsetzung einer hochwertigen Verwertung von Bioabfällen insbesondere durch die Kaskadennutzung nicht nur eine Idee bleiben soll, kann an einer Getrennterfassung mittels Biotonne kein Weg vorbeiführen. Das schließt nicht aus, die Ausgestaltung der Erfassungsstruktur und die Gewichtung zwischen getrennter Biogut- und Grünguterfassung den lokalen Gegebenheiten anzupassen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die Vorgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zur Einführung einer getrennten Bioabfallerfassung bis zum 01.01.2015 nicht bzw. nicht rechtzeitig von allen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern umgesetzt wird. Selbst Vertreter von Landesbehörden scheinen derzeit nicht die Hoffnung zu haben, dass alle weißen Flecken auf den Karten verschwinden werden. Ob die von den betreffenden öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern vorgetragenen Argumente gegen die Einführung einer Biotonne stichhaltig und rechtlich relevant sind, müssen entsprechende Prüfungen zeigen.

Unabhängig davon ist erstaunlich, dass offenbar eine erhebliche Anzahl kommunaler Entsorgungsträger die sich mit der Biotonne bietenden Chancen nicht erkennen und die steigende Nachfrage ihrer Kunden nach komfortablen Verwertungsangeboten für Biogut nicht bedienen wollen. Bleibt zu hoffen, dass im Zuge der derzeitig laufenden Diskussion bei den betroffenen Entsorgungsträgern ein Umdenken einsetzt.

Quelle: Fachtagungsband des 26. Kasseler Abfall- und Bioenergieforums 2014:
Wiemer K., Kern M., Raussen T.: Bio- und Sekundärrohstoffverwertung IX, stofflich – energetisch, Witzenhausen-Insitut für Abfrall, Umwelt und Energie GmbH, S. 121 - 138

Bioabfallerfassung nach KrWG ab 01.01.2015 – Was, wie und wann nicht?

Wolfgang Siederer von Gaßner, Groth, Siederer & Coll in Berlin sprach über die Verwertung von Bioabfällen im Rahmen einer Getrenntsammlung.

Nach § 11 Abs. 1 KrWG sind überlassungspflichtige Bioabfälle spätestens ab dem 01.01.2015 getrennt zu sammeln. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass eine hochwertige Verwertung von Bioabfällen regelmäßig nur durch eine getrennte Erfassung gewährleistet werden kann. Zwar steht die Verpflichtung zur Getrenntsammlung unter Erforderlichkeitsvorbehalt, der Vorrang der stofflichen Verwertung und das Gebot einer möglichst hochwertigen Verwertung machen eine Getrenntsammlung aber regelmäßig erforderlich. Hohe Hürden bestehen insbesondere für einen Verzicht der Getrenntsammlung aufgrund wirtschaftlicher Unzumutbarkeit.

Das Gesetz nimmt die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in die Pflicht, ab spätestens 2015 Bioabfälle getrennt zu sammeln. Hiermit geht die Erkenntnis einher, dass die angestrebte hochwertige Verwertung von Bioabfällen regelmäßig nur durch eine getrennte Erfassung im Unterschied zu einer gemeinsamen Erfassung mit dem Restabfall gewährleistet werden kann.

Obwohl der Gesetzgeber die Einführung einer getrennten Sammlung von Bioabfällen unter den Vorbehalt der Erforderlichkeit gestellt hat, werden diese ausdrücklichen oder impliziten Ausnahmen angesichts der grundsätzlichen gesetzlichen Entscheidung für eine Getrenntsammlung nur in wenigen Ausnahmefällen einschlägig sein. In aller Regel sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger daher gehalten, eine Bioabfallerfassung einzuführen oder zu intensivieren. Hohe Hürden bestehen insbesondere für einen Verzicht der Getrenntsammlung aufgrund wirtschaftlicher Unzumutbarkeit.

Trotz der bestehenden gesetzlichen Vorgaben im KrWG ist bislang nicht sichergestellt, dass eine wesentliche Ausweitung der Getrenntsammlung von Bioabfällen auch erreicht wird. Zudem sehen viele Entsorgungskonzepte die günstige Art der Verwertung von getrennt erfassten Bioabfällen in einfachen Kompostanlagen mit offener Mietenkompostierung vor. Hier ist der Verordnungsgeber aufgerufen, zum einen die Getrenntsammlungspflicht durchzusetzen, vor allem aber eine möglichst hochwertige Verwertung sicherzustellen. Nach der Verordnungsermächtigung des § 8 Abs. 2 KrWG kann der Vorrang oder Gleichrang bestimmter Verwertungsmaßnahmen bestimmt werden und können Anforderungen an die Hochwertigkeit der Verwertung festgelegt werden.

Quelle: Fachtagungsband des 26. Kasseler Abfall- und Bioenergieforums 2014:
Wiemer K., Kern M., Raussen T.: Bio- und Sekundärrohstoffverwertung IX, stofflich – energetisch, Witzenhausen-Insitut für Abfrall, Umwelt und Energie GmbH, S. 111 - 119

Nitratauswaschung gezielt reduzieren

In der Diskussion um die Düngeverordnung fordert die EU-Kommission pauschale Obergrenzen für die Stickstoffdüngung, wie sie beispielsweise schon vor einiger Zeit in Dänemark eingeführt wurden.

Zur Nitratauswaschung kommt es im Winterhalbjahr, wenn mehr Niederschläge fallen, als der Boden über Verdunstung und über die Pflanzen wieder abgibt. Das Sickerwasser verlagert dann das im Boden vorliegende Nitrat in tiefere Schichten. Feste Stickstoffobergrenzen, wie sie die EU für die Düngeverordnung fordert, sollen die Nitratauswaschung in das Grundwasser vermindern. Ob das zum Ziel führt ist jedoch eher fraglich.

Die Höhe der Auswaschung bemisst sich im Wesentlichen an der Nitratmenge zu Beginn der Sickerperiode – dem Rest-Nmin – sowie der Sickerwassermenge. Der Rest-Nmin stammt aus überschüssigem Düngerstickstoff und aus der Stickstoffnachlieferung des Bodens. Hohe N-Bilanzüberhänge sind die Hauptursache für hohe Rest-Nmin-Mengen und Nitratauswaschung. Die Stickstoffdüngung an den tatsächlichen Bedarf der Kulturen anzupassen, ist also nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll.

Wichtigste Maßnahme zur Reduzierung der Nitratauswaschung ist also, die Rest-Nmin-Gehalte möglichst niedrig zu halten. Das erfordert eine bedarfsgerechte Düngung der Hauptkultur. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Rest-Nmin-Gehalte bei bedarfsgerechter N-Düngung kaum höher sind als bei reduzierter oder gar unterlassener N-Düngung. Erst wenn zu viel Stickstoff gedüngt wird und hohe N-Bilanzüberschüsse vorliegen, steigen die Rest-Nmin-Werte an.

Pauschale Obergrenzen lassen eine bedarfsgerechte N-Düngung nicht mehr zu. Denn die Höhe der optimalen N-Düngung schwankt von Standort zu Standort, von Fruchtfolge zu Fruchtfolge und von Jahr zu Jahr erheblich. Auch gibt es zwischen den verschiedenen Naturräumen infolge von der regional unterschiedlichen Jahreswitterung und der unterschiedlichen Böden eine große Schwankungsbreite. Die Naturräume in Deutschland unterscheiden sich sehr stark.

Im Ergebnis würde eine pauschale Obergrenze unter deutschen Verhältnissen daher dazu führen, dass Betriebe mit vergleichsweise niedrigem Ertragspotenzial zu wenig Stickstoff einsetzen. Beides geht zu Lasten der Rentabilität, Überdüngung zusätzlich zu Lasten der Umwelt.

Die eigentliche Ursache der Nitratauswaschung, nämlich zu hohe Bilanzüberhänge, wird durch die Einführung pauschaler Obergrenzen nicht gezielt angegangen. Zu einseitig würde der Stickstoffeinsatz reglementiert. In intensiv wirtschaftenden Betrieben bedeutet ein hoher N-Düngereinsatz nicht automatisch, dass hohe N-Bilanzüberhänge und damit unakzeptable Nitratausträge entstehen. Durch pauschale Obergrenzen würden intensiv wirtschaftenden Betrieben, die ihre N-Bilanz im Griff haben, wirtschaftliche Hürden in den Weg gestellt und ihr Entwicklungspotential eingeschränkt.

Das „Handwerkszeug“ zur Optimierung der N-Düngung und damit zur Reduzierung der Nitratauswaschung steht in Deutschland für die verschiedenen Kulturen und Regionen in Form von praxistauglichen und geprüften Empfehlungen und Methoden zur Verfügung. Den Einsatz dieses Know-hows zu fördern ist auf lange Sicht besser für die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe und für Grund- und Oberflächenwasser als die Einführung wenig zielgerichteter und teilweise kontraproduktiver Maßnahmen

Quelle: Dr. Hans-Peter Wodsak, Stephan Wohlmuth, Landesarbeitskreis Düngung Bayern, BLW 48, 29.11.2013

Anwendungsmöglichkeiten für feuchte Biomasse gesucht

Mit einem neuen EU-Forschungsprojekt sollen innovative Anwendungsmöglichkeiten für den Abfallstrom „feuchte Biomasse” gefunden werden. Wie der Entsorgerverband bvse mitteilt, werden insgesamt acht Projektpartner aus vier EU-Ländern für die nächsten 30 Monate an dem im November gestarteten Projekt „NEWAPP“ arbeiten. Der Fokus liegt auf der Anwendung des HTC-Prozesses, mit dem feuchte Biomasse in kohleähnliche Produkte umgewandelt werden kann.

Unter den Teilnehmern sind Forschungseinrichtungen und Branchenexperten von Verbänden und Unternehmen. Die EUBIA (European Biomass Industry Association) mit Sitz in Brüssel koordiniert das Konsortium an dem auch der Spanische Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung (CSIC, Spain), die belgische Association of cities and regions for recycling and sustainable resource management (ACR+), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) die Technische Universität Dänemark sowie Ingelia S.L (Spanien), Terra Preta (TP, Deutschland) und das ttz Bremerhaven teilnehmen.

Nach Angaben der Projektgruppe fallen pro Jahr in der EU zwischen 120 und 140 Millionen Tonnen Bioabfälle an, beispielsweise feuchte landwirtschaftliche Rückstände und feuchte kommunale Abfälle wie Laub, Gras oder Nahrungsreste. 67% der Materialien werden verbrannt oder deponiert. Eine geringe Menge wird kompostiert, anaerob vergärt oder als Viehfutter genutzt. „Feuchte Biomasse ist in großen Mengen verfügbar, jedoch existieren kaum intelligente Verfahren für die Behandlung. Diese Materialien sind eine wertvolle Ressource und können in Produkte umgewandelt werden, die Vorteile für die Abfallbehandlung, die erneuerbaren Energien und die Industrie haben. Wir wollen deshalb eine Abkehr von der Deponierung dieser Materialien hin zu einer in ressourceneffizienten Verwertung”, erklärt Projektteilnehmer Andrea Salimbeni (EUBIA).

Nach Einschätzung von NEWAPP ist HTC (Hydrothermale Carbonisierung) ein kosten- und ressourceneffizientes sowie umweltfreundliches Verfahren, um Abfälle zu vermeiden und gleichzeitig Primärbrennstoffe zu ersetzen. Während des HTC-Prozesses wird Biomasse unter Anwesenheit von Wasser moderaten Temperaturen und Drücken ausgesetzt. Dabei entstehen zwei Hauptprodukte: ein kohleähnlicher Stoff (HTC Kohle) und eine nährstoffreiche Wasserlösung.

Zu Beginn der nächsten 2,5 Jahre wird NEWAPP nach bvse-Angaben die HTC-Anlage von Ingelia nutzen, um Versuche mit fünf verschiedenen Biomasseströmen zu fahren. Dann liegt der Fokus auf der Entwicklung eines neuen technischen Nutzungspfads für die Umwandlung von Bioabfällen in hochwertige Produkte. Die Gruppe wird erforschen, welche verschiedenen Produkte aus den ausgewählten Stoffströmen durch den HTC-Prozess gewonnen werden könne.

Das Projekt ist Teil des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union. Das Budget beläuft sich auf rund 2,58 Mio. Euro. Der Förderanteil beträgt rund 1,76 Mio. Euro.

Quelle: bvse

 

Neue Formblätter für die Verwertung von Bioabfällen nach § 9a BioAbfV

Das Bundesumweltministerium (BMU) teilt mit, dass die Formblätter für die Nachweisverordung zur Verwertung von Bioabfällen nach § 9a BioAbfV jetzt als pdf-Dateien zur Verfügung stehen. Betroffen davon sind Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer von solchen Bioabfällen, die in Anhang 1 Nummer 1 Buchstabe b der BioAbfV gelistet sind.

Im § 9a der BioAbfV sind die zusätzlichen Anforderungen an die Verwertung von bestimmten Bioabfällen geregelt. Dieser Paragraph betrifft Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer von Bioabfällen, die in Anhang 1 Nummer 1 Buchstabe b der BioAbfV genannt sind, wie z.B. Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung (AVV 02 02 04) oder Abfälle aus der Alkoholdestillation (AVV 02 07 02).

Diese Bioabfälle dürfen nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde abgegeben oder auf selbst bewirtschafteten Betriebsflächen aufgebracht werden. Nach § 9a Absatz 2 BioAbfV werden für die behördliche Zustimmung zur Zuführung der in Anhang 1 Nummer 1 Buchstabe b genannten Bioabfälle zur Verwertung die Formblätter Deckblatt Entsorgungsnachweise (DEN), Verantwortliche Erklärung (VE) und Deklarationsanalyse (DA) sowie Behördenbestätigung (BB) gemäß Anhang 1 Nachweisverordnung (NachwV) vorgegeben

In den „reinen“ Formblätter der NachwV werden jedoch – aufgrund der Regelungen der NachwV – mehr Angaben abgefragt, als nach § 9a BioAbfV gefordert werden. Für eine bessere Verwendbarkeit im Vollzug und in der Praxis wurden die entsprechenden pdf-Formulardateien für die Belange nach § 9a BioAbfV aufbereitet. Die Aufarbeitung wurde so durchgeführt, dass

neu hinzugefügte Inhalte mit Kursivschrift kenntlich gemacht wurden,
nicht benötigte Eingabe- oder Auswahlfelder gesperrt und schraffiert wurden, damit keine elektronischen Eingaben und handschriftlichen Eintragungen vorgenommen werden können, und
gestrichene Wörter und Sätze durchgestrichen wurden.

Mithin sind letztlich lediglich die erforderlichen zusätzlichen Eintragungen/Streichungen in den Formblättern bereits vorab „eingedruckt“, die ansonsten im Einzelfall handschriftlich vorgenommen werden müssten. Damit bleiben die Formblätter der NachwV dem Grunde nach unverändert, die verbindliche Verwendungsanordnung § 9a Absatz 2 BioAbfV wird mithin gewahrt.

Der Formulardateiensatz einschl. einer kleinen Ausfüllhilfe ist zwischenzeitlich auf der Internetseite der Zentralen Koordinierungsstelle der Länder (ZKS-Abfall) unter diesem Link zum Herunterladen bereitgestellt worden. Die pdf-Formulardateien sind auch am PC ausfüllbar und speicherbar.

Josef Pellmeyer für Verdienst um landwirtschaftliche Biogaserzeugung ausgezeichnet

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, überreichte Anfang Dezember 2013 dem langjährigen Präsidenten des Fachverbandes Biogas, Josef Pellmeyer, die Ehrenplakette des DBV für seine Verdienste um den Aufbau der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung in Deutschland.

Die FBK e.V. gratuliert ihrem Gründungsmitglied Josef Pellmeyer dazu sehr herzlich!

Der langjährige Präsident des Fachverbandes Biogas, Josef Pellmeyer, ist vom Deutschen Bauernverband (DBV) für seine Verdienste um den Aufbau der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung in Deutschland ausgezeichnet worden. Bei der Präsidiumssitzung am 3. Dezember überreichte DBV-Präsident Joachim Rukwied die Ehrenplakette des Deutschen Bauernverbandes mit den Worten: „Josef Pellmeyer hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Biogasbranche zum wichtigen Segment der Landwirtschaft entwickelt hat. Dafür gebührt Dank und Anerkennung.“ Der Bauernverband und der Fachverband Biogas seien immer in intensivem Austausch gewesen und dies müsse auch künftig so bleiben, so Rukwied.

Pellmeyer stellte rückblickend heraus, dass Biogas in den letzten 15 Jahren ganz wesentlich zur Entlastung der Agrarmärkte beigetragen habe. Er appellierte an alle Landwirte im Bauernverband und im Fachverband Biogas, auch bei der anstehenden EEG-Novelle im nächsten Jahr eng zusammenzuarbeiten.

Josef Pellmeyer wurde 1999 zum stellvertretenden Vorsitzenden und 2001 zum Präsidenten des Fachverbandes Biogas gewählt. Im Januar 2013 wurde Horst Seide sein Nachfolger. Pellmeyer zählt zu den Pionieren der Biogasbranche: Er errichtete auf seinem Landwirtschaftsbetrieb 1996 die erste Biogasanlage, 2006 eine weitere. Heute sind in Deutschland über 70 Prozent der Biogasanlagen mit einer Kapazität von 3.500 Megawatt (Stromerzeugung) in landwirtschaftlicher Hand.

Quelle: Deutscher Bauernverband, 06.12.2013

Ministerpräsident Seehofer bei Firma Wurzer in Eitting

Der Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer beim Kompostier- und Recyclingwerk Wurzer Umwelt GmbH Mitte Mai ermöglichte Mittelständlern und interessierten Bürgern den Dialog mit der Politik.

Stoff für Diskussionen bot auch das Thema Mittelstand. Viel Lob gab es für Hausherr und Gastgeber Franz Wurzer. Er gehöre laut CSU-Kreisrätin Ulrike Scharf zu den Unternehmerpersönlichkeiten, „die das Gesicht Bayerns prägen und für ein positives gesellschaftliches Klima sorgen“.
Ministerpräsident Seehofer lobte den Landkreis Erding mit dessen „beeindruckender Mentalität“. Nörgeln habe hier „keine Chance“, in Bayern werde „immer angepackt“. Die Firma Wurzer sei „dafür ein Synonym“.
Franz Wurzer erinnerte den Ministerpräsidenten daran, dass mittelständische Unternehmen „in besonderem Maße auf das Verständnis und die Kooperation mit den örtlich zuständigen Behörden und Kommunen angewiesen“ seien.
Mit einem eindrucksvollen Film über die Möglichkeiten seiner Firma zeigte Franz Wurzer abschließend, wie die Wurzer Umwelt und deren Tochter WeSoTech dem entsprechen, was die Bayerische Staatsregierung in ihrer Initiative für den Mittelstand definiert: Mittelständler sind auf vielen Geschäftsfeldern präsent, besonders innovationsstark, stellen sich schnell auf neue Entwicklungen ein und nutzen so Zukunftschancen.
Mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Eitting und das Besucherbuch der Unternehmensgruppe Wurzer endete der Besuch.

 

Daten zum Aufkommen von Haushaltsabfällen in Deutschland liegen vor

Die Statistik über das Aufkommen von Haushaltsabfällen zeigt, dass Bayern im Vergleich zu den übrigen Bundesländern bei der Erfassung von getrennt gesammelten organischen Abfällen gut aufgestellt ist.

In Deutschland wurden im Jahr 2009 insgesamt 37.220.100 Tonnen Abfälle erfasst. Davon fallen 9.096.500 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle. In Bayern wurden für das Jahr 2009 5.863.600 Tonnen Abfälle gemeldet, wovon 1.772.200 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle entfallen. Damit steht Bayern nach Nordrhein-Westfalen mit 8.369.100 Tonnen an zweiter Stelle. Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen mit 1.351.900 t bzw. 1.191.100 t an dritter und vierter Position bei der Erfassung getrennt gesammelter Bioabfälle.

Bei den Städten führt Berlin das erfasste Gesamtabfallaufkommen mit 1.441.500 t und mit 126.400 getrennt gesammelten organischen Abfällen an. An zweiter Position ist Hamburg bei der Gesamterfassung und Bremen bei den getrennt gesammelten organischen Abfällen zu finden.

 

Bundesland Abfälle insgesamt in 1000 t organische Abfälle in 1000 t
Baden-Württemberg 4680,9 1351,9
Bayern 5863,6 1772,2
Berlin 1441,5 126,4
Brandenburg 975,8 98,3
Bremen 302,9 59,4
Hamburg 803,0 36,1
Hessen 2912,2 788,9
Mecklenburg-Vorpommern 690,4 86,8
Niedersachsen 3952,7 1191,1
Nordrhein-Westfalen 8369,1 1955,6
Rheinland-Pfalz 2072,0 590,5
Saarland 506,5 140,8
Sachsen 1368,6 222,9
Sachsen-Anhalt 1046,6 240,5
Schleswig-Holstein 1343,2 268,4
Thüringen 891,1 166,6
Deutschland 37220,1 9096,5

 

Auf Einwohner umgerechnet ergibt sich für Deutschland ein Gesamtabfallaufkommen im Jahr 2009 von 455 kg, wovon 111 kg getrennt erfasster organischer Abfall war. In Bayern wurden pro Kopf 469 kg Haushaltsabfälle erfasst. 142 kg entfallen auf die organischen Abfälle. Damit steht Bayern in der Statistik an 6. Position beim Gesamtabfallaufkommen und an 3. bei den getrennt erfassten organischen Abfällen. Nur Niedersachsen und Rheinland-Pfalz weisen mit 150 kg bzw. 147 kg pro Einwohner höhere Werte bei der Erfassung der organischen Abfälle auf.

Bei den Städten haben Bremen (458 kg) und Hamburg (453 kg) im Jahr 2009 ähnlich viel Abfall pro Kopf erfasst. Bremen (90 kg) weist gegenüber Hamburg (543 kg) allerdings eine viel höhere Erfassungsrate bei den organischen Abfällen auf. In Berlin sind zwar etwas weniger Abfälle pro Einwohner registriert worden als in den anderen beiden Städten, weist aber auch mit 37 kg pro Kopf ähnlich wenig erfasste organische Abfälle auf wie Hamburg.

Bundesland Abfälle insgesamt in kg/Einw. organische Abfälle in kg/Einw.
Baden-Württemberg 436 126
Bayern 469 142
Berlin 419 37
Brandenburg 389 39
Bremen 458 90
Hamburg 453 20
Hessen 480 130
Mecklenburg-Vorpommern 418 53
Niedersachsen 499 150
Nordrhein-Westfalen 468 109
Rheinland-Pfalz 516 147
Saarland 495 138
Sachsen 328 53
Sachsen-Anhalt 444 102
Schleswig-Holstein 474 95
Thüringen 396 74
Deutschland 455 111

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Statistikportal

Untersuchungspflicht des Trinkwassers auf Legionellen

Die neue Trinkwasserverordnung hat alle Hauseigentümer (und somit die für die abgegebene Wasserqualität Verantwortlichen) in die Pflicht genommen, das Trinkwasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen zu lassen.

Eigens zu diesem Thema hat die IfMU GmbH, Ihr Partner-Labor, eine Webseite eingerichtet.

 

Auf www.legionellen.ifmu.de werden Sie über Folgendes informiert:

Mit der langjährigen Erfahrung im Bereich der Umweltanalytik bietet Ihnen die IfMU GmbH

  • kompetente & individuelle Beratung, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt,
  • anerkannte Probenahme nach Trinkwasserverordnung,
  • zertifizierte Analyse von Trinkwasser auf Legionellen und auf viele weitere (auch mikrobiologische) Parameter (Ecoli, Gesamtkeimzahl etc.).

Haben Sie hierzu Fragen oder benötigen Hilfe ?

Rufen Sie die Mitarbeiter der IfMU an: 08171 / 38 01 00

oder

infomieren Sie sich einfach auf der Webseitewww.legionellen.ifmu.de

40 Cent zahlen Konsumenten für vermeintlich umweltfreundlichen Biobeutel

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling sieht sich durch einen aktuellen Bericht des WDR-Magazins Markt bestätigt. Der Beitrag zeigt, dass Tüten aus Bioplastik für große Probleme beim Recycling von Verpackungen und bei der Kompostierung sorgen. Am Ende bleibt dann oft nur noch der Weg in die Müllverbrennung. Erst kürzlich machte Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des Fachverbands Kunststoffrecycling auf die Problematik aufmerksam: „Die Qualität des Kunststoffrecyclings muss im Vordergrund stehen. Deshalb sehen wir den vermehrten Einsatz von Biokunststoffen äußerst kritisch. Hier gibt es momentan noch zu viele Fragezeichen.“

Immerhin 40 Cent zahlen Konsumenten bei Aldi oder Rewe für die vermeintlich umweltfreundlichen Biobeutel, die kompostierbar sein sollen. Leider halten sie nicht, was sie versprechen: Die Biotüten gleichen den herkömmlichen Kunststofftüten rein äußerlich und die Bürger wissen oft nicht, wo sie entsorgt werden müssen. Nach Gebrauch landen sie meist in der Biotonne oder in der gelben Tonne. Beides ist jedoch mit Problemen verbunden: Das Kunststoffrecycling für Wertstoffe aus der gelben Tonne wird durch die Biotüten, die beispielsweise aus Maisstärke hergestellt sind, erheblich beeinträchtigt. Bei der Sortierung werden sie deshalb ausgesondert und in die Restmüllverbrennung gegeben.

Landen die Biotüten in der Biotonne, kommt es hier zwangsläufig zu einer Vermischung von Biokunststoffen und herkömmlichen Kunststofftüten. Da die Materialien optisch nicht zu unterscheiden sind, werden vor der Kompostierung alle Tüten aussortiert. Im Übrigen wird die Biotüte bei der privaten Kompostierung kaum abgebaut.

„Insgesamt stellt der Fernsehbeitrag den Biokunststoffen ein schlechtes Zeugnis aus“, kommentiert Textor. „Es wird deutlich, dass die Idee nicht zu Ende gedacht wurde und das geht zu Lasten der Recyclingbetriebe. Auch ein augenscheinlich erfolgreiches Pilotprojekt der BASF mit Mülltüten aus Biokunststoff im Landkreis Bad Dürkheim kann darüber nicht hinwegtäuschen. Selbst wenn die Biokunststofftüten während der Kompostierung abgebaut werden, bleibt die unvermeidbare Vermischung von Biokunststoffen und herkömmlichen Kunststoffen, die zum Aussortieren aller Tüten zwingt. Die einzig praktikable Verwertungsmöglichkeit für Biokunststoffe ist zurzeit nur die Verbrennung“, kritisiert Textor. Darüber hinaus betont der Fachverbandsvorsitzende, dass das Recycling herkömmlicher Plastiktüten, die von den Verbrauchern über die gelben Tonnen in den Wertstoffkreislauf gegeben werden, in Deutschland vorbildlich funktioniert.

Quelle: bvse, erschienen am: 2011-11-05 im europaticker