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UBA-Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“

Stickstoff ist für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Durch dessen Einsatz und Verfügbarkeit können die Erträge erhöht werden. Gleichzeitig stellt Stickstoff auch eine Gefährdung für Mensch und Umwelt dar, da er u.a. in das Wasser und die Luft abgegeben wird. Die Landwirtschaft ist für mehr als die Hälfte der Stickstoffemissionen verantwortlich. Verkehr, Industrie, Energiegewinnung und Abwässer sind ebenfalls Quellen für Stickstoffemissionen.

Stickstoffverbindungen, die in die Umwelt abgegeben werden, sind auf verschiedene Weisen gefährlich, z.B. gefährden Stickstoffoxide die menschliche Gesundheit, Nitrat setzt die Grundwasserqualität herab und Lachgas fördert den Klimawandel. Andere Verbindungen führen durch hohe Konzentrationen zu einer Versauerung und Überdüngung des Bodens oder von Gewässern. Eine übermäßige Düngung von Gewässern führt zu starkem Algenwachstum und einem möglichen Umkippen der Gewässer, zumindest aber zu einer Verschlechterung der Wasserqualität infolge des Abbaus toten organischen Materials der Algen durch Mikroorganismen.

In der Broschüre werden die Quellen und die Wirkung des Stickstoffs und seiner verschiedenen Verbindungen erläutert und es wird auf die globale historische Entwicklung der Stickstofffreisetzung eingegangen. Ebenso werden nationale und internationale Maßnahmen vorgestellt, die den ungewollten Stickstoffeintrag mindern können. Auch jeder Einzelne kann durch sein Verhalten den Stickstoffeintrag reduzieren. Möglichkeiten dazu werden ebenfalls vorgestellt.

UBA-Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“
Weitere informative Links:
Integrierte Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen
UBA-Broschüre: „Gewässerschutz mit der Landwirtschaft“
Informationen zu Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie
Informationen zu reaktivem Stickstoff in der Umwelt

Langfristige Strategie für Biomasse-Einsatz

Das Umweltbundesamt befürwortet die Bindung des Einsatzes von Biomasse an Nachhaltigkeitskriterien wie z.B. die Mehrfachnutzung, da die Nutzung von Bioenergie nur dann sinnvoll ist, wenn im Vergleich zu fossilen Energieträgern weit weniger Treibhausgase produziert werden. Das UBA-Forschungsprojekt „Bio-global“ zeigt dazu langfristige Strategien auf.

Anstelle des üblichen Anbaus und der direkten Verwendung der Biomasse zur Energieherstellung sollte eine Nutzungskaskade errichtet werden, um nachwachsende Rohstoffe erst stofflich zu verwenden. Nur nach einerMehrfachnutzung, z.B. von Holz oder Pflanzenölen, sollten Abfall- und Reststoffe für die Energiegewinnung eingesetzt werden.

Für den Anbau von Energiepflanzen und industriell genutzten Rohstoffen sollen ebenfalls Standards eingeführt werden. So ist deren Anbau bevorzugt auf den Flächen vorzunehmen, die nicht oder nur in eingeschränkter Weise für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion geeignet sind. Ferner sollte der Anbau von Energiepflanzen keine negativen Folgen für die Biodiversität haben oder indirekte Landnutzungsänderungen verursachen. Dazu zählt auch eine Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Boden sowie den Wasserhaushalt. Ein extensiver Anbau mit standortangepassten Pflanzen und Anbausystemen ist somit vorzuziehen. Ein anderer Ansatzpunkt liegt in der Entwicklung von verbindlichen projektbezogenen Nachhaltigkeitsstandards für internationale und bilaterale Finanzierungsinstitute, vor allem für Boden, Wasser, Biodiversität und soziale Bedingungen.

Ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit liegt in der Zertifizierung und dem Nachweis der nachhaltigen Herstellung der eingesetzten pflanzlichen nachwachsenden Rohstoffe als Bioenergieträger durch die Energieerzeuger ab 2011.

Die momentan einzige Institution, die Nachhaltigkeitsstandards für Bioenergie international abstimmt, ist die G8-Initiative „Global Bioenergy Partnership“ (BGEP). Daher müssen in bestehende globale Konventionen Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse aufgenommen werden. Um für alle Biomassen Nachhaltigkeitsanforderungen im Anbau, in der Verarbeitung und im Einsatz einführen zu können, setzt sich das UBA für weitere Forschungsprojekte ein.

Der entsprechende Forschungsbericht „Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel“ erschien in der Reihe UBA-Texte als Nr. 48/2010 (deutsch) und Nr. 49/2010 (englisch).
Die deutsche Version können Sie sich hier herunterladen.