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Diskussion um Studie der ITAD zum Thema Müllverbrennung

Zum Thema der Vor- und Nachteile von Kompostierung im Gegensatz zur Müllverbrennung ist neuerdings ein heißer Streit entbrannt.
Ausgangspunkt der Diskussion ist das Ergebnis einer Studie, die von der Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) beauftragt wurde.

Der Studie zufolge ist die Verbrennung von Bioabfall insgesamt besser für das Klima (im Vergleich zur Kompostierung), da bei der Verbrennung weniger Treibhausgase freigesetzt werden.
Wenig berücksichtigt werden bei dieser Studie jedoch die Vorteile der Kompostierung in Bezug auf den Ressourcenschutz.
Dieser liegt klar auf der Hand. Durch die Aufbringung des Kompostes werden den Böden wieder Nährstoffe zugeführt, die ihnen durch die landwirtschaftliche Nutzung zuvor entzogen wurden. Speziell Elemente wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die für das Pflanzenwachstum unerlässlich sind, werden dabei wieder in das System eingebracht. Die Ausbringung von synthetisch hergestelltem NKP-Dünger wird dadurch reduziert oder sogar überflüssig.
Zusätzlich verringert die Düngung mit Komposten die Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser, da die im Kompost enthaltenen Nährstoffe über einen längeren Zeitraum abgegeben werden.

Insgesamt muss man die Vorteile der Kompostierung im Gesamten betrachten und auch weiterführende Aspekte miteinbeziehen. Eine einseitige Betrachtung nur in Bezug auf Treibhausgasemissionen ist demnach nicht zu empfehlen.

Neue Ökobilanzstudie

Das Umweltbundesamt hat im Juli 2012 eine neue Ökobilanzstudie mit dem Titel „Optimierung der Verwertung organischer Abfälle“ veröffentlicht, worin verschiedene Entsorgungs- und Verwertungsverfahren hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Umwelt verglichen werden.
Neben den üblichen Recyclingverfahren wie Vergärung und Kompostierung werden auch Entsorgungen ohne Biomülltrennung, sowie Entsorgung von Biomüll in Verbrennungsanlagen behandelt.
Als Novum wird die Einbeziehung von Phosphaterz als endliche Ressource, sowie eine stärkere Berücksichtigung der Vorteilswirkungen der Kompostdüngung auf den Boden erwähnt.
Quelle: http://www.uba.de/uba-info-medien/4310.html (zum freien Download)

 

Ökoeffiziente Verwertung von Bioabfällen und Grüngut in Bayern

Das bifa Umweltinstitut hat in Zusammenarbeit mit dem LfU eine Studie erarbeitet, in welcher Berechnungen zur Ökoeffizienz verschiedener Verfahren der Bioabfallverwertung durchgeführt wurden. Ziel der Studie ist es, die Bioabfallverwertung zu optimieren.

In die Studie flossen Daten aus der Kompostierung von Bioabfall, der Vergärung zu Biogas und der Mitverbrennung mit Hausmüll ein. Neben den Kosten war der Einfluss verschiedener Verfahrensvarianten ein Bestandteil. Aus den gewonnenen Informationen wurden Analysen zu Treibhauseffekt, Versauerung, Nährstoffanreicherung, Ozonbildung, Humantoxizität und Ökotoxizität der unterschiedlichen Verwertungsweisen durchgeführt und die Rückführung organischer Substanz und vonPhosphat berücksichtigt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Studie: Ökoeffiziente Verwertung von Bioabfällen und Grüngut in Bayern (kostenpflichtig)

Werden alle pflanzlichen Krankheitserreger in Biogasanlagen abgetötet?

Es wird immer wieder die Frage gestellt, ob die Ausbringung von Gärresten nachwachsender Rohstoffe wirklich sicher ist und keine Krankheitserreger für die Pflanzen mit ausgebracht werden. Nach den Ergebnissen aus einer neuen Studie mehrerer Universitäten und Institute geht im Prinzip keine Gefahr von Gärresten aus.

In Laborbiogasanlagen wurde der Einfluss der Vergärung auf die Abtötung verschiedener Schaderreger in Versuchen der Humboldt Universität in Berlin, der Universität Rostock, des Julius Kühn-Instituts, dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und der Bioenergieberatung Bornim untersucht. Dabei wurde nach sechs Stunden bei 37 °C deutlich, dass viele Erreger bereits abgetötet wurden. Bestimmte Pilze konnten dagegen erst nach 24 bzw. 138 Stunden nicht mehr nachgewiesen werden. Ebenso wurde festgestellt, dass die meisten Krankheitserreger nach einer vierwöchigen Lagerung die Vermehrungsfähigkeit über Sporen verloren haben. Daher konnten lebensfähige Schadpilze nach der Lagerung nicht mehr nachgewiesen werden.

Die Versuche liefen über 140 Stunden. In Anbetracht der noch längeren Verweilzeit der Substrate in den Anlagen ist eineGefährdung sehr unwahrscheinlich. Eine Rolle bei der Abtötung der Schadorganismen spielen die thermische Stabilität der Erreger, das Substrat sowie die Lagerzeit nach der Vergärung. Ein Problem stellt die bakterielle Ringfäule an Kartoffelndar. Weder durch eine Vergärung über 138 Stunden noch durch die Lagerung war es möglich, den Erreger im Labor abzutöten. Bisher können mit Ringfäule befallene Kartoffen deshalb als nicht risikofrei bewertet werden. Die Ergebnisse müssen noch in der Praxis überprüft werden, um anschließend Empfehlungen für die Hygienisierung in Biogasanlagen abgeben zu können.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050

Eine neue Studie des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) zeigt, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Der Sprecher des FVEE, Prof. Dr. Vladimir Dyakonov, hat diese heute Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen überreicht. Röttgen: „Wenn wir unsere Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien erreichen wollen, dürfen wir an Zukunftsinvestitionen nicht sparen. Wir müssen die Forschung verstärken und die Netze ausbauen. Die Studie belegt, wie sich diese Investitions- und Entwicklungskosten langfristig lohnen, weil die Energieträger günstiger werden.“ Die Ergebnisse werden in die Arbeiten zum Energiekonzept der Bundesregierung einfließen.

Mit der Studie zeigen die Wissenschaftler, dass mit den entsprechenden Forschungsanstrengungen und den fördernden politischen Rahmenbedingungen eine Vollversorgung auf der Grundlage von erneuerbaren Energien bis Mitte des Jahrhunderts möglich ist. Die Kosten für das nachhaltige Energiesystem liegen langfristig unter denen von herkömmlichen Alternativen.

 

Weitere Ergebnisse der Studie 

Bei der vernetzten Betrachtung aller wichtigen Elemente des nachhaltigen Energiesystems, von der Bereitstellung über den Transport und die Verteilung bis zur Energiedienstleistung, lässt sich die Energieeffizienz erheblich erhöhen. Die gesamte Palette der Erneuerbaren hat ein Potenzial, das um ein Vielfaches höher ist als der durch umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung deutlich gesenkte Gesamtenergiebedarf. Die Vielfalt der Erneuerbaren in Verbindung mit Speichertechnologien gewährleistet dabei, dass die Versorgung jederzeit sichergestellt werden kann. Dazu muss auch der Stromverbrauch über intelligente Stromnetze (smart grids) stärker an das jeweilige Angebot von Wind und Sonne angepasst werden.

Für die Überbrückung längerer Phasen mit geringem Angebot erneuerbarer Energien kann in Zeiten mit hohem Angebot der Strom aus Wind und Sonne in chemischen Energieträgern gespeichert und bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden.