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Grün- und Strauchschnittverwertung – Kompostierung ökonomisch und ökologisch sinnvoller als Verbrennung

In Anlehnung an den sogenannten „Bioabfall-Artikel“ (Artikel 22) der EU-Abfallrahmenrichtlinie ruft die ARGE Kompost & Biogas Österreich zu einer bewussteren und nachhaltigeren Verwertung von Bioabfall auf. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Biomasse zur thermischen Nutzung, wird verstärkt auf organischen Siedlungsabfall wie Grün- und Strauchschnitt zurückgegriffen. Dies hat Konsequenzen für die Kompostproduktion, da Strukturmaterial wie Strauchschnitt der Kompostierung nur noch in reduziertem Umfang zur Verfügung steht.

Gerade im Hinblick auf die anhaltende Verschlechterung der Qualität europäischer Böden, hervorgerufen durch industrialisierte Landwirtschaft, Monokulturen u.v.m., und einem Bodensanierungsbedarf mit Kosten in Höhe von 38 Milliarden Euro,ist ein ökonomisches und ökologisches Umdenken von großer Bedeutung. Den Anfang macht hierbei die Europäische Union, die im erwähnten Artikel 22 die Mitgliedsstaaten zur getrennten Sammlung von Bioabfall und dessen Verarbeitung zu qualitativ hochwertigem Kompost aufruft. Durch die gezielte Zuführung organischer Masse in unsere Böden, kann die Lebensgrundlage aller Lebewesen nachhaltig  gesichert werden. Ein Boden ohne intakte Bodenflora (Humus) kann keine Pflanzen hervorbringen und daher in diesem Sinne nicht genutzt werden.
Abgesehen von den ökologischen Folgen der thermischen Nutzung von Bioabfall ist diese auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht empfehlenswert.
Der hohe Wassergehalt von organischem Abfall reduziert den Heizwert des Rohstoffs auf einen Bruchteil von hochwertigem Waldhackgut. Um eine ähnliche Ausbeute erzielen zu können, sind höhere Biomassemengen zu transportieren, zu lagern und zu verbrennen. Ein weiteres Problem stellt der hohe Aschegehalt dar, der zu einer bis zu 50fachen Menge an Rückständen führen kann, die wiederum hohe Entsorgungskosten verursachen. Abhängig von der chemischen Zusammensetzung (Stichwort: Chlorgehalt) kann es zu Problemen im Kessel führen und letztendlich dessen Nutzungsdauer reduzieren. Auch erhöhte Emissionen, z.B. von Stickstoffoxiden, sind möglich.
Fazit: Das Verfeuern von Grün- und Strauchschnitt ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll, da es eine enorme Ressourcenverschwendung darstellt.