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Phosphatquelle ist nicht gleich Phosphatquelle

Festgesetzte Düngerpreise veranlassen immer mehr Landwirte dazu, nach möglichst günstigen Alternativen bei der Phosphatdüngung zu suchen. So wurden in den letzten Jahren neben Mineraldüngern vermehrt auch Sekundärrohstoffdünger wie Kompost, Klärschlamm und Fleischknochenmehl eingesetzt.

Phosphat-EintragEs gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen der Phosphatdüngung mit Mineraldünger und mit Sekundärrohstoffdünger: die meisten gängigen mineralischen Phosphatdünger enthalten als Phosphatquelle einen sehr hohen Anteil an aufgeschlossenem Phosphat, das leicht löslich ist und somit der Pflanze schnell zur Verfügung steht.

Sekundärrohstoffdünger dagegen enthalten oft hohe Mengen an Calciumphosphaten (Apatite) und organischen Phosphatverbindungen, die im Boden erst in leicht lösliche Verbindungen umgewandelt werden müssen, bevor sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Die Geschwindigkeit dieser Umsetzungsprozesse ist allerdings abhängig von verschiedenen Faktoren, die der Landwirt durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. Einstellung des optimalen pH-Werts durch Kalkung bzw. physiologisch sauer wirkende N-Dünger, beeinflussen kann.

Folglich eignen sich Mineraldünger besonders für die Behebung von aktuellen Phosphatmangelsituationen bzw. zur direkten Versorgung der Kulturen mit pflanzenverfügbarem Phosphat. Sekundärrohstoffdünger können dagegen für die Verbesserung oder die Erhaltung der Grundversorgung mit Phosphat über einen längeren Zeitraum angewandt werden.

Durch die meist geringen Nährstoffgehalte der Sekundärrohstoffdünger müssen bei einem hohen P-Bedarf große Mengen ausgebracht werden. Für einen gezielten Einsatz ist daher der genaue Nährstoffgehalt des verwendeten Stoffs notwendig. Aufgrund großer Schwankungen im Nährstoffgehalt sollte immer eine aktuelle Analyse über die Nährstoffkonzentrationen vorliegen.

Quelle: BLW 45 /9.11.2012