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Kreislaufwirtschaftspaket der EU-Kommission

Die EU-Kommission legte vor Kurzem ein lang erwartetes Kreislaufwirtschaftspaket vor.
Darin werden für den Bereich der Abfallvermeidung und Resourceneffizienz ehrgeizige Ziele genannt. Zudem wird ein Deponierungsverbot für alle recycelbaren Stoffe (Glas, Kunststoffe, Metall, Papier und biologisch abbaubare Abfälle) geplant.

Ein Ziel ist die Erhöhung der Recyclingquote bei kommunalen Abfällen auf 70 % bis 2030 sowie eine Erhöhung der Recyclingquote bei Verpackungsmüll. Diese Erhöhung soll variabel, je nach Material, geschehen (90 % bei Papier bis 2025; 60 % bei Plastik, 80 % bei Holz, 90 % bei eisenhaltigem Metall, Aluminium und Glas bis Ende 2030).

Zudem soll bis zum Jahr 2025 ein Deponierungsverbot für recycelbare Materialien wie Plastik, Papier, Metall, Glas und Bio-Abfall in Kraft treten.
Letztlich soll auch die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2025 um 30 % reduziert werden.
Die Europäische Kommission verspricht sich von der Einhaltung der Zielvorgaben neben Ressourcenschonung auch die Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum sowie eine Reduzierung von Treibhausgasen und anderen schädlichen Umwelteinflüssen.

Mehr Informationen zu diesem Kreislaufwirtschaftspaket und dem Thema allgemein finden Sie auch auf der Seite der Europäischen Kommission unter:

 

LfU-Info-Broschüre: Abfall – vermeiden – trennen – verwerten – beseitigen

LfU-Info-Broschüre: Abfall vermeiden, verwerten, trennenDas Informationsblatt „Abfall“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt einen Überblick über die Abfallwirtschaft und Abfälle im Allgemeinen bzw. Informationen bzgl. deren Vermeidung und Verwertung.

Abfall kann überall entstehen: im privaten Haushalt, in der Industrie, im öffentlichen Leben. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der modernen Abfallwirtschaft, die Entstehung von Abfall zu vermeiden, was z.B. durch eine Wiederverwendung von Papier und Verpackungen bis hin zu Elektroschrott und geeigneten Altgebäuden erreicht werden kann.

Verschiedenfarbige Abfalltonnen zur Abfalltrennung gehören in Deutschland heute zum Alltag. Dabei sollen die Stoffe möglichst sortenrein getrennt werden, um eine hochwertige Verwertung zu ermöglichen. Das Recycling von z.B. Papier, Glas, verschiedenen Kunststoffen, aber auch Bio- und Grüngutabfällen oder die Vergärung biologischer Stoffe trägt dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen.

Abfall vermeiden

Folglich wird der Bedarf an neuen Rohstoffen oder Energieträgern reduziert und somit die Umwelt weniger belastet. Was dann noch übrig bleibt und nicht verwertbar ist, wird als Restmüll beseitigt.

Direkter Link zur LfU-Info-Broschüre: Abfall

Hochwertiges Recycling im Trend

Aufgrund stetig steigender Energie- und Rohstoffpreise sind mittlerweile auch Unternehmen dazu gezwungen, dieser negativen Entwicklung mit allen erdenklichen Mitteln entgegenzuwirken, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie-und Handelskammertages sind viele Manager über die derzeitige sowie zukünftige Versorgung ihrer Unternehmen mit Rohstoffen verunsichert. 90 % aller Befragten gehen von weiteren globalen Preissteigerungen und Lieferengpässen aus, bedingt durch die ansteigende Rohstoffknappheit sowie internationale Konkurrenz. Der Markt hat sich enorm geändert.

Um einen solchen Wandel der derzeitigen Marktsituation zu umgehen, sehen sich immer mehr Unternehmen gezwungen, anstatt auf den Weltmarkt zurückzugreifen und die geforderten Rohstoffpreise zu bezahlen, alternative Wege der Rohstoffbeschaffung zu erkunden.

Besonders im rohstoffarmen Deutschland findet sich im Abfall ein enormes Potential an hochwertigen Rohstoffen, die bereits heute kostengünstig zurückgewonnen und so veredelt werden können, dass sie dem Material von Neuware nahezu ähneln. Ein Trend zum Recycling, bei dem man nicht auf Margen und Mengen achtet, sondern die Qualität in den Vordergrund stellt, hat begonnen.

Selbst wenn ein derzeitiger Recyclingtrend vorzuherrschen scheint und auch politische Anreize vorhanden sind, nachhaltiges Wirtschaften voranzutreiben, verläuft die Entwicklung noch relativ schleppend, auch bedingt durch den Endkonsumenten, der dem recycelten Material noch mit Skepsis entgegenblickt und sich letztendlich doch für die Neuware entscheidet. Doch ein Umdenken hat bereits stattgefunden und braucht lediglich Zeit. Nur eine intelligente und sparsame Wirtschaftsweise wird sich langfristig in der Zukunft für Unternehmen und für Verbraucher auszahlen.

Weitere interessante Informationen zum Recycling finden sie unter folgender Publikation:

Quelle: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4305.pdf

Recycling von Phosphor

Phosphor wird derzeit hauptsächlich aus phosphathaltigen Gesteinen gewonnen. Experten warnen jedoch vor einem Versiegen dieser Quellen, ähnlich denen des Erdöls, in nicht allzu ferner Zukunft. Bei gleichbleibendem Bedarf dürfte laut Angaben des US Geological Survey eine Abbaubarkeit in 100 Jahren wirtschaftlich nicht mehr rentabel sein. Andere Wissenschaftler sprechen von deutlich kürzeren Zeitspannen.

Fakt ist, dass durch den ansteigende Wohlstand der Schwellenländer China und Indien sowie die ansteigende Weltbevölkerung ein erhöhter Phosphorverbrauch zu verzeichnen und somit eine beschleunigte Verknappung in Kraft treten könnte.

Die Folgen einer Phosphorknappheit wären für heutige Verhältnisse katastrophal und würden womöglich in einer großen Nahrungsknappheit für die gesamte Weltbevölkerung enden.

Um ein solches Szenario zu verhindern überlegen Wissenschaftler, wie man auf eine solche Verknappung reagieren kann. Sebastian Petzet von der Technischen Universität Darmstadt spricht von einer guten Nachricht, dass sich Phosphor recyceln lässt.

So kann man z.B. bei der Klärschlammverbrennung wieder Phosphorverbindungen gewinnen oder energieeffizientere durch nasschemische Verfahren.

Auch das Ausbringen von Gülle und Tierkot auf Felder führt zur Rückgewinnung von Phosphor, jedoch ist hier die Gefahr des übermäßigen Eintrags in den Boden gegeben, was eine Gefahr für angrenzende Gewässer mit sich bringt.

Die verschiedenen Rückgewinnungsverfahren sind noch auf dem Prüfstand und die Güte wird erforscht.

Eine Versorgung mit dem kostbaren Gut Phosphor ist für die nahe Zukunft jedenfalls gesichert.

Quelle: http://www.spektrum.de/alias/rohstoffe/bevor-der-duenger-ausgeht/1024445

Recycling von Bioabfällen und Grüngut nicht vorrangig bewertet

Wie Euwid berichtet, sehen mehrere Experten im neuen Entwurf zum Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz keine hinreichende Umsetzung der Abfallhierarchie und eine massive Einschränkung der Bioabfallverordnung sowie der Klärschlammverordnung bei der Regelung der Anforderungen an organische Dünger.

Der Vorrang des Recyclings vor anderweitigen Verwertungsmöglichkeiten wird ihrer Ansicht nach nicht genügend hervorgehoben. Ferner sehen sie die Regelungskompetenzen der Bioabfallverordnung und der Klärschlammverordnung für organische Dünger durch den § 11 im bisherigen Entwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes stark eingeschränkt. So können für die gemeinsame Verwertung von Bioabfällen oder Klärschlämmen mit anderen Abfällen, Stoffen oder Materialien keine Anforderungen festgelegt werden „soweit die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung von Bioabfällen und Klärschlämmen durch Regelungen desDüngerechts gewährleistet ist“ (Entwurf). In der Folge würden bestehende abfallrechtliche Kontrollmechanismen aufgegeben oder durch das Bundeslandwirtschaftsministerium übernommen.

Ein weiterer mangelhafter Punkt in dem neuen Entwurf könnte nach Ansicht der Experten im § 7 liegen. In diesem wird die Zumutbarkeit einer Verwertunggegenüber einer Beseitigung erläutert. Danach ist „die wirtschaftliche Zumutbarkeit gegeben, wenn die mit der Verwertung verbundenen Kosten nicht außer Verhältnis zu den Kosten stehen, die für eine Abfallbeseitigung zu tragen wären“ (Entwurf). Es wird befürchtet, dass dieser Paragraph dahingehend ausgelegt werden könnte, dass eine Verwertung, unabhängig von der tatsächlichen Differenz, generell unzumutbar ist, wenn diese mehr Kosten verursacht als eine Beseitigung. Auf den Biomüll bezogen, würde dass eine Erfassung mit dem Restmüll und anschließende Verbrennung bedeuten.

Problematisch könnte es auch werden, wenn mehrere Verwertungsverfahren als gleichrangig eingestuft werden und der Verwerter dadurch ein Wahlrechterhält. Im derzeitigen Entwurf wird die fünfstufige Rangfolge der Abfallhierarchie nicht genügend herausgearbeitet, so dass in der o.g. Situation Widersprüche entstehen könnten.

Mehrere Seiten sind dafür, die genannten Punkte nochmals zu überarbeiten und alle Konflikte in dem Entwurf auszuräumen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Entwurf Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

 

Vorerst keine EU-einheitlichen Ziele für das Recyceln von Bioabfällen

Die EU Kommission hat die Entscheidung über Ziele, die das Recyceln von Bioabfällen in der EU einheitlich regulieren sollen, auf 2014 verschoben. Laut dem Europäischen Kompostnetzwerk ist die laufende Befragung sowie die Bestrebungen zur Entwicklung dieser Ziele ausgesetzt.

Als Begründung wird die bisherige Vermischung der Begriffe Recycling und Rückgewinnung in den vorliegenden Statistiken genannt. Dadurch wird die Erstellung einer Methode zur Überwachung der Recyclingziele und der Einhaltung der Recyclingquote von 50 Gewichts-% nach Art. 11(2) der „Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle“ erschwert. Nach Ansicht der Kommission könnten jetzt erarbeitete Ziele die für 2014 geplante Überarbeitung der Richtlinie beeinträchtigen. Dennoch wurde die Notwendigkeit dieser Ziele in einem kürzlich durchgeführten Workshop auch von bisher wenig überzeugten Teilnehmern bestätigt. ImWorkshop konnten sich die Teilnehmer darauf einigen, dass eine Recyclingquote von 30 – 40 % mit einer schrittweisen Steigerung auf 50 % erreicht werden sollte.

Die Richtlinie 2008/98/EG für Abfälle legt Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit fest, indem die schädlichen Auswirkungen der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen vermieden oder verringert, die Gesamtauswirkungen der Ressourcennutzung reduziert und die Effizienz der Ressourcennutzung verbessert werden. Als Bioabfälle gelten nach der Richtlinie biologisch abbaubare Garten- und Parkabfälle, Nahrungs- und Küchenabfälle aus Haushalten, aus dem Gaststätten- und Cateringgewerbe und aus dem Einzelhandel sowie vergleichbare Abfälle aus Nahrungsmittelverarbeitungsbetrieben.

Bioabfälle sind im Sinne der Richtlinie getrennt zu sammeln, um sie zu kompostieren und vergären zu lassen. Dabei ist u.a. durch die Verwendung von umweltverträglichen Materialien ein hohes Maß an Umweltschutz zu gewährleisten. Indem die Bewirtschaftung von Bioabfällen bewertet wird, wird durch die Kommission festgestellt, ob Mindestanforderungen für die Bewirtschaftung von Bioabfällen und Qualitätskriterien für Kompost und Gärrückstände aus Bioabfällen festgelegt werden sollten. Zum Recyceln der Bioabfälle kann jedes Verwertungsverfahren angewendet werden, durch das Abfallmaterialien aufbereitet werden. Es schließt aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind, ein. Nach dem Recyceln werden Bioabfälle nicht mehr als Abfall definiert (Ende der Abfalleigenschaft). Nach der Richtlinie wird bis 2020 die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von Abfallmaterialien aus Haushalten und gegebenenfalls aus anderen Quellen auf mindestens 50 Gewichtsprozent insgesamt erhöht.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle

Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien

Bei einem Workshop, an dem Angehörige der europäischen Kommission, der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter entsprechender Organisationen teilnahmen, wurden Vorschläge für End-of-Waste (Ende der Abfalleigenschaft)-Kriterien für Kompost und Gärreste als Teil der Arbeit einer technischen Arbeitsgruppe erstellt.

Das Europäische Kompostnetzwerk berichtet, dass trotz der vielen positiven Eigenschaften von Kompost und Gärresten die Nachfrage nach diesen Produkten in mehreren EU-Mitgliedsländern aufgrund des fehlenden Vertrauens beim Verbraucher gering ist. Daher sollen in Zukunft Standards für Kompost und Gärreste eingeführt werden, die einen freien Handel und eine Anwendung ohne weitere Kontrollen ermöglichen. Hinzu kommt eine Förderung des Recyclings und der Abbau von administrativen Hürden.

Die Bewertung von Kompost und Gärresten als Abfall soll durch eine Rückgewinnung wie z.B. Recycling und der Einhaltung spezifischer Kriterien für Verfahrensabläufe sowie nachfolgenden Voraussetzungen aufgehoben werden:

  • der Kompost bzw. der Gärrest dient einer bestimmten Anwendung,
  • für Kompost bzw. Gärrest ist ein Markt vorhanden,
  • der Kompost bzw. der Gärrest erfüllt vorgegebene Anforderungen in technischer und gesetzlicher Hinsicht sowie geltende Standards,
  • der Kompost bzw. der Gärrest führt bei der Anwendung nicht zu Umweltschäden und hat keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Alle o.g. Voraussetzungen werden für Kompost und Gärreste erfüllt. Für Kompost wurde kürzlich ein Qualitätssicherungssystem auf EU-Ebene ins Leben gerufen, dass 2012 um Gärreste erweitert werden soll. Ferner weisen Kompost und Gärreste im Vergleich zum Siedlingsabfall viel mehr Vor- als Nachteile auf, wodurch auch das letztgenannte Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.

Nachdem die Voraussetzungen von den Teilnehmern des Workshops als erfüllt angesehen wurden, sind folgende Vorschläge für End-of-Waste Kriterienerarbeitet worden:

Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien
Mindestanteil organischer Substanz mind. 20 %
Mindesthaltbarkeit noch in Bearbeitung
Pathogene keine Salmonellen in 50 g Probe
Anteil an lebensfähigen Pflanzenteilen noch in Bearbeitung
Anteil an Verunreinigungen max. 0,5 % der Trockenmasse
Zink max. 400 mg/kg Trockenmasse
Kupfer max. 100 mg/kg Trockenmasse
Nickel max. 50 mg/kg Trockenmasse
Cadmium max. 1,5 mg/kg Trockenmasse
Blei max.120 mg/kg Trockenmasse
Quecksilber max.1 mg/kg Trockenmasse
Chrom max.100 mg/kg Trockenmasse

 

Über die Erstellung einer Positivliste bzw. einer Negativliste für Ausgangsmaterialien wird bisher noch diskutiert. Besonders im Hinblick auf Klärschlamm und gemischte Siedlungsabfälle stellt sich die Frage der Einführung einer derartigen Liste.

Neben den Kriterien für die Produkte schlagen die Teilnehmer auch Mindestanforderungen an die Verfahren vor:

Vorschlag zu Mindesttemperatur und Dauer
65 °C über 5 Tage
60 °C über 7 Tage
55 °C über 14 Tage

 

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgruppe wird im Oktober 2011 stattfinden.

Laubhaltiges, belastetes Straßenwischgut wird recycelt

Wie durch spezielle Aufbereitung aus schadstoffbelastetem Straßenwischgut wieder verwertbare Fraktionen werden


Straßenwischgut 
ist durch den Verkehr mit Schwermetallen belastet. Daher ist es nicht möglich, organische Bestandteile ohne Weiteres der Kompostierung zuzuführen. In der Aufbereitungsanlage der ARGE Astra Volketswil in der Schweiz werden besonders die organischen Abfälle mit einer speziellen Technologie gereinigt, wodurch sie einer weiterführenden Verwertung zugeführt werden können.

Das Straßenwischgut besteht aber nicht nur aus organischen Abfällen, sondern auch.- in wechselnden Anteilen.- u.a. aus Wasser, Mineralien, brennbaren Materialien und Metallen. Durch das Aufbereitungsverfahren können diese Materialien zum größten Teil von Schadstoffen befreit und der separaten Wiederverwertung zugeführt werden. Zur Reinigung des Ausgangsmaterials wird ein nassmechanisches Waschverfahren angewendet, wobei die physikalische Dichtetrennung als Basis dient.

Die angelieferten Abfälle werden in der Anlage getrennt. Dadurch können Kiese und Sande der Wiederverwertung in der Bauindustrie sowie organische Abfälle der Kompostierung zugeführt werden. Das erzeugte Schmutzwasser wird geklärt und anschließend im Waschprozess wieder eingesetzt. Übrig bleibt ein aufkonzentrierter Restmüll mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen, welche einer Deponie zugeführt werden. Da besonders im Herbst organische Bestandteile in Form von Laub und Ästen im Abfall enthalten sind und die Anlage besonders für derartige Anfälle geeignet ist, können größere Mengen der Kompostierung zugeführt werden, wenn die Anforderungen an Komposte einhalten werden.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Bioabfall: Abgeordnete fordern mehr Recycling

Mehr als 100 Millionen Tonnen an Bioabfall werden jährlich in Europa produziert, doch das darin steckende wirtschaftliche und ökologische Potential bleibt oft ungenutzt. Nach neueren Veröffentlichungen fordern die Europa-Abgeordneten deshalb mehr Recycling – so kann Bioabfall etwa verstärkt als Kompost wiederverwendet werden.  Außerdem soll die getrennte Abfallsammlung europaweit eingeführt werden. Als Antwort auf ein Grünbuch der Kommission über die Bewirtschaftung von Bioabfall in der Europäischen Union hat das Parlament am 6. Juli eine Entschließung zum Thema Bioabfall bekräftigt. Einheitliche Regeln sollen mehr Klarheit und Rechtssicherheit bringen.

 

Bioabfall getrennt einsammeln
In Ländern wie etwa Österreich, den Niederlanden oder Schweden wird Bioabfall weitgehend getrennt gesammelt. Doch in vielen anderen EU-Ländern sammelt man Bioabfall nach wie vor zusammen mit anderen Resten ein. In der Entschließung fordern die Europa-Abgeordneten nun eine einheitliche getrennte Abfallsammlung, soweit dies aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen machbar sei.

Bioabfall nutzen – Kompostierung und Verbrennung
Doch was geschieht mit dem Abfall, wenn er erst einmal eingesammelt wurde? Die umweltverträglichste Lösung ist Recycling: Bioabfall kann entweder verbrannt oder kompostiert  werden.
In Schweden und Dänemark etwa wird das bei Bioabfall frei werdende Methangas bereits häufig als Brennstoff genutzt, während Deutschland und Österreich die höchsten Kompostraten aufweisen.
Die Ablagerung in einer Mülldeponie ist zweifelsfrei die schlechteste Lösung – dennoch landet europaweit ca. 40 % des Biomülls auf einer Deponie, in Polen und Litauen sind es sogar 90 %.
Das Europa-Parlament tritt dafür ein, Bioabfall generell vermehrt wiederzuverwerten und die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben. So soll etwa eine auf Qualität beruhende  Klassifizierung der Arten von Kompost aus Bioabfällen erstellt werden.
Darüber hinaus fordert das Parlament die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, Maßnahmen zur Schaffung von Umweltbewusstsein durchzuführen, um auf die Möglichkeiten der Nutzung von Bioabfällen aufmerksam zu machen.
Die Kommission soll bis Ende des Jahres einen Richtlinienentwurf dazu einbringen.

 

 

EU-Strategie für Bioabfälle

Die EU-Kommission hat eine Mitteilung über die zukünftigen Schritte im Biomüllmanagement vorgelegt.
Die KOM(2010)235 enthält Fakten zum Abfallaufkommen, eine Auflistung bisheriger Regelungen und Politikmaßnahmen sowie die Vorteile, die sich aus dem geregelten Umgang mit kompostierbaren beziehungsweise für Biogas verwendbaren Abfällen ergeben können.Eine erfolgreiche Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie und des Deponierungsverbots unsortierter Abfälle sowie ehrgeiziger Recyclingziele könnten einen ökologischen und ökonomischen Nutzen von bis zu sieben Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren einbringen. Außerdem könnten 34 Millionen CO2 eingespart werden, so die EU-Kommission. Zusätzlich empfiehlt die EU-Kommission Maßnahmen zur Vermeidung speziell von Bio-Abfällen in den bis 2013 zu erstellenden nationalen Müllvermeidungsaktionsplänen, die die Abfallrahmenrichtlinie ohnehin vorschreibt. Was das Recycling von Bioabfällen angeht, empfiehlt die EU-Kommission besonders in den bisher noch nicht so erfolgreichen Mitgliedstaaten, neue finanzielle Anreize zu schaffen, um die Biogasgewinnung und die Kompostierung zu fördern. Um die Böden zu schützen und möglichst hohe Standards bei Kompost zu erreichen, sollte die EU ein „Sicherheitsnetz“ mit Minimalstandards beschließen. Hierzu könnte der Überprüfungsprozess der Abwasser-Richtlinie genutzt werden, der zurzeit läuft. Eine Verträglichkeitsprüfung (impact assessment) ist für Ende 2010 vorgesehen, ein Vorschlag soll 2011 folgen.
Forschung und Innovationen auf dem Gebiet des Bioabfallmanagements sollten gefördert werden.
Bessere Kontrollen und Leitlinien für die Umsetzung bereits existierender Gesetze sollen ebenfalls verbessert werden. Zurzeit erarbeitet die EU-Kommission Leitlinien zum Lebenszyklusansatz. Über die Regionalförderung sollen zudem Maßnahmen der Mitgliedstaaten auch finanziell gefördert werden.
Die Mitgliedstaaten selbst sollten zügig an Abfallmanagementplanungen gehen und die Abfallrahmenrichtlinie, die bis zum 12. Dezember in nationales Recht übertragen sein muss, auch unter dem Blickpunkt der Bioabfälle und der Einhaltung der Abfallhierarchie betreiben.Hierzu gehörten auch Müllvermeidungspläne und die Förderung der Getrenntsammlung biologischer Abfälle. Letzteres werde auch den Standard von Qualitätskompost für die EndverbraucherInnen heben. Die Deponierung muss so schnell wie möglich in jedem einzelnen Mitgliedstaat verboten werden. Der Anspruch, bis 2020 nationale verbindliche Erneuerbare-Energie-Ziele zu erreichen, müsse auch die Erzeugung von Energie aus Abfällen beinhalten. „Etwa ein Drittel des EU-Ziels für erneuerbare Energien im Verkehrssektor bis 2020 könnte durch die Verwendung von Biogas aus Bioabfällen erfüllt werden, und die Nutzung aller Bioabfälle zur Energieerzeugung könnte 2 % zum Gesamtziel der EU auf dem Gebiet der erneuerbaren Energie beitragen.“ Doch vor allem die Umsetzung der bereits existierenden EU-Gesetze müsse „Schlüsselpriorität“ sein.
Zur 12-seitigen Mitteilung gehört ein 120-seitiger Anhang, in dem eine ausführliche Ausarbeitung der Problematik und verschiedene Szenarien unterschiedlicher politischer Entscheidungen aufgeführt sind.