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Kartoffelkrebs und Kartoffelzystennematoden

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über die neuen Bestimmungen zur Kompostierung von mit Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) bzw. Kartoffelzystennematoden (Globodera ostochiensis und Globodera pallida) befallenem Pflanzenmaterial aufmerksam manchen.

Die Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden, kur zKartoffelschutzverordnung (Ausfertigungsdatum 6. Oktober 2010), setzt die Richtlinie 2007/33/EG vom 1. Juli 2010 zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden in deutsches Recht um. In Anlage 2 werden anerkannte Behandlungs- und Beseitigungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung erläutert. Unter Punkt 2 heißt es: „Anerkannte Behandlungs- und Beseitungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung sind für Resterden geeignete Kompostierungsvefahren. Eine Ausbringung der kompostierten Resterde auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist zulässig, wenn keine Gefahr der Verbreitung von Kartoffelzystennematoden besteht“.

Das von der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V. in Anlehnung an die BioAbfV geforderte Kompostierungsverfahren ist geeignet, um den Kartoffelkrebs bzw. die Kartoffelzystennematoden unschädlich zu machen und die Erde ohne Gefahr der Verbreitung der genannten Schadorganismen auszubringen.

Ferner sei noch auf die Vorgaben der BioAbfV und der DüMV hingewiesen. Die Temperatur muss während der Kompostierung mindestens 55 °C über einen möglichst zusammen-hängenden Zeitraum von zwei Wochen oder 65 °C über eine Woche im gesamten Mischgut betragen. Rückstände aus der Kartoffelherstellung dürfen nach Anhang 1 Nr. 1 Spalte 3 der BioAbfV auch als Bestandteil eines Gemisches auf Dauergrünlandflächen aufgebracht werden. Die DüMV lässt in Anlage 2 Tabelle 7.3.17 eine Verwendung von Kartoffelwasch- und Kartoffelanhangerde zu, sofern die Anforderungen an phytohygienische Eigenschaften nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 erfüllt werden. Ausgangsstoffe pflanzlicher Herkunft, die von widerstandsfähigen Schadorganismen befallen sind, dürfen nur nach einer geeigneten hygienisierenden Behandlung verwendet werden, sofern diese keine Krankheitserreger, Toxine oder Schaderreger mehr enthalten, von denen Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflanzen ausgehen.

Bei der Kompostierung sollte darauf geachtet werden, dass der Zuschlagstoff „Erde“ nicht mehr als 10 Masseprozent zwecks Rotteprozess-Optimierung ausmacht.

Zurzeit wird ein Hinweisblatt zu dieser Verordnung erarbeitet.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Kartoffelverordnung