Schlagwort-Archiv: kompostierung

Mogelpackung Bioplastik – ökologisch und kompostierbar?!

Bioplastik_neuNachdem die Plastiktüte, gerechtfertigter Weise, in Verruf geraten ist, versuchen Supermärkte eine Alternative anzubieten. Die Bio-Plastiktüte ist in immer mehr Einkaufsläden zu finden. Es wird damit geworben, dass diese abbaubar bzw. sogar kompostierbar sei. Zur Diskussion steht auch, Bio-Plastiktüten für die Bioabfallsammlung einzusetzen, da sie bei der Kompostierung von Bioabfällen mitkompostiert werden können und nicht mehr aussortiert werden müssen.
Doch die Praxis zeigt, dass dieses System bei Weitem nicht das hält, was es verspricht.

Die Welt hat ein Problem. Plastikmüll verschmutzt die Meere und gelangt immer mehr in die Nahrungskette. Auf Grund dieser Tatsache ist die Plastiktüte gerechtfertigter Weise in Verruf geraten. Laut Statistik nutzt jeder Deutsche im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Jahr, wobei jede Tüte im Schnitt nur 25 Minuten lang Verwendung findet. Im europäischen Durchschnitt sind es 198 Tüten pro Kopf und Jahr. Ein riesiges Problem, wenn man bedenkt, das im Nordpazifik bereits eine Plastikmüllinsel von der Größe Mitteleuropas schwimmt.

Doch anstatt auf Plastiktüten einfach zu verzichten gibt es heutzutage in manchen Supermärkten die sogenannten „Bio-Plastiktüten“.

Diese bestehen meist aus thermoplastischer Stärke, welches aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird. Es wird damit geworben, dass diese „Bio“- Tüten verrotten und sogar kompostierbar seien. Was allerdings nur bedingt richtig ist. Die Kompostierung von solchen Tüten funktioniert nämlich nur bei 60 °C und 95 % Luftfeuchtigkeit über einen Zeitraum von 12 Wochen. Da diese Zeitspanne für moderne Kompostieranlagen deutlich zu lang ist, werden die Tüten dort wiederum aussortiert und verbrannt, da kein Endverbraucher Reste von Plastik (Bio oder nicht) in seinem Kompost haben will.
Im Hinblick auf die Herstellung der traditionellen Plastiktüten aus Erdöl und die mit der Erdölförderung entstehenden Umweltprobleme ist eine Abkehr von den traditionellen Plastiktüten für manchen immer noch verlockend.

Die Ökobilanz der Bio-Tüten sieht aber leider auch nicht besser aus.

Um die, für die Herstellung von Bioplastik, benötigten Pflanzen zu produzieren, müssen immense Flächen bewirtschaftet werden. Eventuelle Waldrodungen, um Ackerflächen zu erschaffen, sind dabei schon vorprogrammiert, wenn Unternehmer erst einmal das große Geschäft wittern. Zudem werden für die Herstellung von Bioplastik voraussichtlich Unmengen an genmanipulierten Pflanzen verwendet werden. Die daraus entstehenden Probleme können wissenschaftlich noch gar nicht abgeschätzt werden.

Nach Meinung der Deutschen Umwelthilfe ist die Ökobilanz der Biotüten sogar schlechter als die der normalen Plastiktüte.
Dementsprechend hilft nur, den Gebrauch von Plastiktüten deutlich zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.

Die Idee, Bioabfälle in Bio-Plastiktüten zu sammeln und alles zusammen (also Biomüll und Bio-Plastik) zu kompostieren, kann aus den oben genannten Gründen auch nicht funktionieren. Die kommende Verschärfung der DümV, die einen Maximalwert von 0,1 % für alle nicht abgebauten Kunststoffe in Bioabfällen vorsieht, zeigt klar, dass die Kompostierung von Bioplastik auch gesetzlich zu Problemen führt. Wenn das Bioplastik in den kurzen Rottezeiten der Kompostieranlagen nicht abgebaut wird, werden Grenzwerte überschritten.
Die FBK e.V. spricht sich gegen die Sammlung von Bioabfällen in Bioplastiktüten und deren gemeinsame Kompostierung aus.

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Informationsblatt

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling, der sich in Deutschland bereits an einigen Standorten ausgebreitet hat.
Um die unkontrollierte Ausbreitung dieser Art zu verhindern besteht eine Meldepflicht!

Folgende Symptome können auf einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer hindeuten:
• Rindenverletzungen mit evtl. Saftfluss,
• grobe Bohrspäne am Stammfuß oder in den Astgabeln,
• große ovale Larvengänge im Holz,
• kreisrunde Ausbohrlöcher von ca. 12 mm Durchmesser.

Aktuelle Maßnahmen zur Bekämpfung:

• Besteht ein Verdacht auf den Befall mit dem Schädling (z.B. nach eine Meldung eines Bürgers) wird die Stelle von Experten untersucht.
• Bestätigt sich der Verdacht, wird um die befallene Stelle eine Quarantänezone eingerichtet.
• Die Quarantänezone wird in einem Radius von min. 2 km um das Befallsgebiet festgelegt.
• Bei Befall hilft nur die Vernichtung der Bäume.
• Das gefällte Holz muss vor Ort gehäckselt und verbrannt werden.
• Diese Maßnahmen werden überwacht und eine Ausfuhr von Pflanzenmaterial aus
Quarantänezonen ist nicht gestattet.
• Momentane Quarantänezonen in Bayern befinden sich im Neukirchen am Inn (Landkreis
Passau) und Feldkirchen (Landkreis München).
• Auf EU-Ebene gibt es bislang noch keine abgestimmte Notmaßnahme, die ggf. Details zu
Bekämpfungsmaßnahmen regeln würden. Die Bekämpfung findet bislang auf Grundlagen der
Erfahrungen in anderen Ländern statt.

Bewertung der Gefahr für die Kompostierung:

• Auf Grund der Tatsache, dass das Pflanzenmaterial aus befallenen Gebieten nicht in Umlauf
gebracht werden darf, sollte auch keine Kompostanlage befallenes Material angeliefert
bekommen.
• Sollte befallenes Pflanzenmaterial doch angeliefert werden (z.B wenn ein Befall nicht erkannt
wurde) ist die Überlebenschance für den Käfer jedoch gering. Das Häckseln des Holzes sollte
die meisten Larven töten bzw. eine kontrollierte Rotte mit den geforderten Temperature
(min. 2 Wochen bei 55°C) tötet die Käferlarven in jedem Fall.
• Die kritischste Phase, in der die Käfer sich eventuell verbreiten könnten, wäre die Phase bevor
das Material gehäckselt wird. Während dieser Zeit könnte sich der Käfer evtl. entwickeln und
wegfliegen.
• Sollte sich eine Kompostanlage in der Nähe einer Quarantänezone befinden, empfehlen wir
das ankommende Material schnellstmöglich zu häckseln und zur Kompostierung aufzusetzen.

FBK Info zu LaubholzbockkäferNach intensiver Recherche kommt die FBK e.V. zu dem Schluss, dass bei sachgemäßer Kontrolle des Befalls durch die Behörden und der Vernichtung des Pflanzenmaterials innerhalb der
Quarantänezone, die Gefahr, dass befallenes Material zu einer Kompostanlage gelangt und der Käfer sich von dort aus verbreitet, gering ist.

Hier können Sie das FBK-Merkblatt zum Laubholzbockkäfer downloaden.

Auffrischung wichtiger Themen zur Kompostierung

Auf Grund der Wichtigkeit und zur Auffrischung des Kenntnisstandes wollen wir Sie zum Thema Bioabfälle und deren Behandlung und Verarbeitung informieren.

Begriff Bioabfälle aus der aktuellen Bioabfallverordnung (BioAbfV §2 Absatz 1):
Bioabfälle sind:
Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder aus Pilzmaterialien zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können, einschließlich Abfälle zur Verwertung mit hohem organischen Anteil tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder an Pilzmaterialien.“

 Bioabfälle sind nicht:
– „Bodenmaterial ohne wesentliche Anteile an Bioabfällen“,
– „Pflanzenreste, die auf forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen anfallen und auf         diesen Flächen verbleiben.“

Eine vollständige Liste an Bioabfällen finden Sie zusätzlich im Anhang der Bioabfallverordung (BioAbfV Anhang 1).

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt Ihnen dafür die BioAbfV im Internet zur Verfügung: http://www.gesetze-im-internet.de/bioabfv/

Hygienisierung des Kompostes:
Der Gesetzgeber schreibt vor (BioAbfV § 3 Absatz 1) :„Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer haben […] Bioabfälle vor der Aufbringung oder der Herstellung von Gemischen einer hygienisierenden Behandlung zuzuführen, welche die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet.“

Zur Sicherstellung der hygienischen Unbedenklichkeit führen Sie die kontinuierliche Temperaturüberwachung mittels Logger und Sonden durch.

Untersuchung der Kompostparameter:
Zusätzlich zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung ist auch die Überwachung der physikalischen und biologischen Kompostparameter wie Schwermetalle und organische Inhaltsstoffe von absoluter Wichtigkeit, um eine Aussage über die Güte des Kompostes machen zu können.

Laut BioAbfV ist der Bioabfallbehandler verpflichtet […]“Untersuchungen der behandelten Bioabfälle durchführen zu lassen auf:
1. Gehalte der Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink.
2. den pH-Wert, Salzgehalt, Gehalt organischer Substanz, Trockenrückstand und den Anteil an    Fremdstoffen und Steinen.“

Kann Gemüse trotz EHEC weiterhin problemlos kompostiert werden?

Seit einiger Zeit ist mit EHEC verseuchtes Gemüse in Deutschland nachgewiesen. Daher stellen sich bei vielen Kompostierern berechtigte Fragen. Kann eine Kompostierung von Gemüse wie bisher erfolgen? Muss ich Vorkehrungen treffen, wenn ich mit EHEC kontaminiertes Material kompostiere? Ist eine Kompostierung von mit EHEC infiziertem Gemüse überhaupt möglich? Sollte ich auf die Annahme von Gemüse in der nächsten Zeit verzichten?

Laut dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist eine hygienisch unbedenkliche Entsorgung in einer Müllverbrennungsanlage, einer gewerblichen Kompostieranlage oder Vergärungsanlage notwendig. Der Gemüseabfall muss über einen bestimmten Zeitraum erhitzt werden, so dass die Keime unschädlich gemacht werden. Für Einzelheiten über die Vorgehensweise und das anzuwendende Verfahren verweist das Bundesministerium auf die Vorgaben der BioAbfV.

 

Auszug aus der BioAbfV:§ 3 Anforderungen an die Behandlung

  1. Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer haben Bioabfälle vor einer Aufbringung oder der Herstellung von Gemischen einer Behandlung zuzuführen, welche die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet. Satz 1 gilt auch für Speiseabfälle aus Gaststätten und Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung, soweit diese Abfälle nicht nach den Bestimmungen des Tierkörperbeseitigungsgesetzes beseitigt werden müssen.
  2. Die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit nach Absatz 1 ist gegeben, wenn keine Beeinträchtigung der Gesundheit von Mensch oder Tier durch Freisetzung oder Übertragung von Krankheitserregern und keine Schäden an Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen oder Böden durch die Verbreitung von Schadorganismen zu besorgen sind. Die im einzelnen einzuhaltenden Anforderungen an die Behandlung und die Materialien sind im Anhang 2 festgelegt.
  3. Der Bioabfallbehandler hat die Behandlung der Bioabfälle nach den in Anhang 2 festgelegten Vorgaben so durchzuführen, dass die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit der Bioabfälle nach der Behandlung und bei der Abgabe oder der Aufbringung auf betriebseigene Böden sichergestellt ist. Die zuständige Behörde kann im Einvernehmen mit der zuständigen landwirtschaftlichen und tierärztlichen Fachbehörde bei aerober, anaerober Behandlung oder anderweitiger Hygienisierung von Bioabfällen Ausnahmen von den in Anhang 2 enthaltenen Anforderungen zulassen, sofern nach Beschaffenheit und Herkunft der Bioabfälle eine Beeinträchtigung seuchen- und phytohygienischer Belange nicht zu erwarten ist.

Anhang 2 Seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit

2.1 Anforderungen an die Prozessführung
Die Prozesssteuerung in Kompostierungsanlagen muss so erfolgen, dass über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein thermophiler Temperaturbereich und eine hohe biologische Aktivität bei günstigen Feuchte- und Nährstoffverhältnissen sowie eine optimale Struktur und Luftführung gewährleistet sind. Der Wassergehalt soll mindestens 40% betragen und der pH-Wert um 7 liegen. Im Kompostierungs-verfahren muss im Verlauf der Kompostierung eine Temperatur von mindestens 55 Grad C über einen möglichst zusammenhängenden Zeitraum von 2 Wochen oder von 65 Grad C (bei geschlossenen Anlagen 60 Grad C) über 1 Woche im gesamten Mischgut einwirken.
In Vergärungsanlagen muss die Abfallmatrix so behandelt werden, dass eine Mindesttemperatur von 55 Grad C über einen zusammenhängenden Zeitraum von 24 Stunden sowie eine hydraulische Verweilzeit im Reaktor von mindestens 20 Tagen erreicht wird. Bei niedrigeren Betriebstemperaturen oder kürzerer Einwirkungszeit muss entweder eine thermische Vorbehandlung der Inputmaterialien (70 Grad C; 1 Stunde) oder eine entsprechende Nachbehandlung der Produkte (Erhitzung auf 70 Grad C; 1 Stunde) bzw. eine aerobe Nachrotte der separierten Gärrückstände (Kompostierung) durchgeführt werden; Wirtschaftsdünger in landwirtschaftlichen Kofermentationsanlagen (einzelbetriebliche und Gemeinschaftsanlagen) bleiben davon unberührt, soweit Bestimmungen des Tierseuchenrechts dem nicht entgegenstehen. Noch nicht hygienisierte Inputmaterialien sind so aufzubewahren, dass sie nicht mit bereits erhitzten, kompostierten oder vergorenen Materialien in Berührung kommen können.

2.2.2 Indirekte Prozessprüfung
In biologischen Abfallbehandlungsanlagen müssen Temperaturmessungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Diese sollten möglichst kontinuierlich erfolgen. Sie müssen mindestens einmal je Arbeitstag durchgeführt und sollten automatisch aufgezeichnet werden. Die Temperatur-messungen sollen an mindestens drei repräsentativen Zonen in den für die thermische Inaktivierung relevanten Prozessabschnitten bzw. Anlageteilen vorgenommen werden. Die prüffähigen Aufzeichnungen des Temperaturverlaufs, der Umsetzungszeitpunkte (Kompostierung) und der Beschickungsintervalle (Anaerobbehandlung) müssen mindestens 5 Jahre aufbewahrt und Überwachungsbehörden auf Anfrage vorgelegt werden.

 

Auch Herr Dr. med. vet. Werner Phillipp von der Universität Hohenheim hält eine gewerbliche Kompostierung oder Vergärung für ungefährlich. Obgleich der Erreger verschiedene Resistenzen gegen Antibiotika aufweist, ist davon auszugehen, dass dieser Erreger im Hinblick auf die Umweltresistenz ähnlich widerstandsfähig wie andere Colibakterien ist. Folglich seien bei Einhaltung der Vorgaben der BioAbfV für die gewerbliche Kompostierung bzw. Vergärung der Kompost bzw. das Gärprodukt unbedenklich.
Laut Herrn Dr. Phillipp sind die nach der BioAbfV vorgeschriebenen Temperaturen während der gewerblichen Kompostierung von mindesten 55 °C über zwei Wochen und in Biogasanlagen von mindestens 70 °C über eine Stunde aufrechtzuerhalten, damit der Erreger inaktiviert wird.

Bitte weisen Sie Ihre Kunden darauf hin, dass eine Eigenkompostierung auf Grund der nur geringen Temperaturen (max. 38 °C) aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden sollte.

Der Güteobmann der FBK empfiehlt Ihnen darauf zu achten, dass Ihre Sonden richtig gesteckt sind und eine lückenlose Aufzeichnung erfolgt. Auf diese Weise können Sie nachweisen, dass eine Hygienisierung stattfindet und die Keime inaktiviert werden. Achten Sie kontinuierlich auf die Temperaturen. Dadurch können Sie bei einer mangelhaften Rotte sofort reagieren und einer negativen Entwicklung schnellst-möglich entgegenwirken. Ferner sind Sie in der Lage einen Nachweis über das Erreichen der notwendigen Temperaturen vorzulegen.

 

Wir werden Sie über dieEntwicklung zu dem Thema Kompostierung von Gemüse / EHEC auf dem Laufenden halten.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie uns kontaktieren.

Ambrosia, Indisches Springkraut und Japanischer Knöterich

Aufgrund einer immer weiteren Ausbreitung von unerwünschten eingewanderten Pflanzen weisen wir eindringlich darauf hin, dass AmbrosiaIndisches Springkraut und Japanischer Knöterich nicht in die Eigenkompostierung gegeben werden dürfen. Nur in gewerblichen Anlagen, die bei der Kompostierung Temperaturen über 70 °C erreichen, werden Samen und Pflanzenteile abgetötet und eine Verbreitung verhindert.

Immer häufiger werden Bestände unerwünschter Pflanzen wie Ambrosia in Deutschland gesichtet. Da sie neben ökologischen auch gesundheitliche Probleme verursachen können, müssen sie auf geeignete Weise bekämpft und deren Ausbreitung verhindert werden.

Ambrosia ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. In Deutschland erfolgt die Ausbreitung zumeist durch verunreinigtes Vogelfutter, durch den Transport von Erden und anderen Stoffen, die mit Ambrosia-Samen oder anderen Pflanzenteilen wie Wurzeln verunreinigt sind oder durch Anhaftungen an Fahrzeugen. DieAusbreitung durch den Wind spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da die Samen schwer und ohne Flugvorrichtung sind, wodurch eine Ausbreitung nicht über längere Strecken erfolgen kann. Ambrosia besiedelt eine große Bandbreite an verschiedenen Standorten, zieht aber offene Flächen vor und meidet dichten Bewuchs. Bei Menschen können die Pollen der Ambrosia eine Pollenallergie auslösen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fließschnupfen, Bindehautentzündung und Asthma. Durch die späte Blüte, im Vergleich zu den Gräsern, kann die allergische Reaktion bei empfindlichen Personen verlängert werden. Ambrosia sollte daher am besten vor der Blütezeit bis spätesten Mitte Juli bekämpft werden, um eine Pollenbelastung zu verhindern. Bekannte Standorte und Vogelfutterplätze sind regelmäßig auf Ambrosia zu untersuchen. Gefundene Pflanzen sollten möglichst mit der Wurzel herausgerissen werden. Ansonsten können diese wieder austreiben. Da durch einen Hautkontakt oft eine Irritation erfolgt, sind während der Arbeit Handschuhe und Kleidung, die den gesamten Körper bedecken, empfehlenswert. Bei blühenden Pflanzen sind zusätzlich ein Mundschutz sowie eine Schutzbrille zu benutzen, damit der Ambrosia-Pollen nicht eingeatmet wird oder in die Augen gelangt. Das entfernte Pflanzenmaterial sollte umgehend in einen Plastikbeutel gefüllt, gut verschlossen und über den Restmüll entsorgt oder einer Kompostieranlage mit professioneller Gütesicherung zugeführt werden. Eine Verbreitung von Pollen und Samen ist während des Transportes zu vermeiden, d.h. keine offenen Transporte.

Indisches Springkraut ist zwar nicht für Menschen gefährlich, kann aber bei starker Vermehrung während der Blütezeit eine große Konkurrenz für heimische Pflanzenarten bedeuten und ggf. auch dichte und hohe Bestände bilden. Zum Teil wird eine Gehölzverjüngung verhindert. Das Indische Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die als Zierpflanze in Europa eingeführt und später wegen der nektarreichen Blüten von Imkern als späte Bienentracht oder durch Verfrachtung von Gartenabfällen und anderen Materialien verbreitet wurde. Das Springkraut ist besonders auf nährstoffreichen und feuchten Standorten zu finden. Damit die Bestände eingegrenzt werden können, sollten die Pflanzen kurz vor der Blüte und vor allem vor der Samenbildung gemäht oder mit Wurzeln ausgerissen werden. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die bearbeitete Fläche sollte zwei bis drei Wochen später auf nachwachsende Pflanzen kontrolliert werden. Indisches Springkraut ist für die Eigenkompostierung nicht geeignet. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Der Japanische Knöterich wurde in den 1950er Jahren von Jägern als Wildfutter angepflanzt. Seitdem breitet sich der Knöterich aus, wobei eine Gehölzverjüngung verhindert wird. Er ist eine mehrjährige robuste Pflanze, deren Stängel und Blätter im Winter absterben. Pflanzen sollten möglichst ausgerissen und die Wurzeln ausgegraben werden, da diese ansonsten wieder austreiben. Auch Teile des Rhizoms sind in der Lage wieder austreiben. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
invasive Pflanzen allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt: „Neophyten – Pflanzenporträts“ 
Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia)
FBK-Infoblatt „Ambrosia – Vorbeugung und Bekämpfungsempfehlung“
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Julius Kühn-Institut
Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Kartoffelkrebs und Kartoffelzystennematoden

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über die neuen Bestimmungen zur Kompostierung von mit Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) bzw. Kartoffelzystennematoden (Globodera ostochiensis und Globodera pallida) befallenem Pflanzenmaterial aufmerksam manchen.

Die Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden, kur zKartoffelschutzverordnung (Ausfertigungsdatum 6. Oktober 2010), setzt die Richtlinie 2007/33/EG vom 1. Juli 2010 zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden in deutsches Recht um. In Anlage 2 werden anerkannte Behandlungs- und Beseitigungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung erläutert. Unter Punkt 2 heißt es: „Anerkannte Behandlungs- und Beseitungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung sind für Resterden geeignete Kompostierungsvefahren. Eine Ausbringung der kompostierten Resterde auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist zulässig, wenn keine Gefahr der Verbreitung von Kartoffelzystennematoden besteht“.

Das von der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V. in Anlehnung an die BioAbfV geforderte Kompostierungsverfahren ist geeignet, um den Kartoffelkrebs bzw. die Kartoffelzystennematoden unschädlich zu machen und die Erde ohne Gefahr der Verbreitung der genannten Schadorganismen auszubringen.

Ferner sei noch auf die Vorgaben der BioAbfV und der DüMV hingewiesen. Die Temperatur muss während der Kompostierung mindestens 55 °C über einen möglichst zusammen-hängenden Zeitraum von zwei Wochen oder 65 °C über eine Woche im gesamten Mischgut betragen. Rückstände aus der Kartoffelherstellung dürfen nach Anhang 1 Nr. 1 Spalte 3 der BioAbfV auch als Bestandteil eines Gemisches auf Dauergrünlandflächen aufgebracht werden. Die DüMV lässt in Anlage 2 Tabelle 7.3.17 eine Verwendung von Kartoffelwasch- und Kartoffelanhangerde zu, sofern die Anforderungen an phytohygienische Eigenschaften nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 erfüllt werden. Ausgangsstoffe pflanzlicher Herkunft, die von widerstandsfähigen Schadorganismen befallen sind, dürfen nur nach einer geeigneten hygienisierenden Behandlung verwendet werden, sofern diese keine Krankheitserreger, Toxine oder Schaderreger mehr enthalten, von denen Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflanzen ausgehen.

Bei der Kompostierung sollte darauf geachtet werden, dass der Zuschlagstoff „Erde“ nicht mehr als 10 Masseprozent zwecks Rotteprozess-Optimierung ausmacht.

Zurzeit wird ein Hinweisblatt zu dieser Verordnung erarbeitet.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Kartoffelverordnung

Abfallbilanz von Hausmüll in Bayern

Im Jahr 2009 konnten aus den Haushalten und Gewerbebetrieben 1,86 Mio. t Bioabfall und Grüngut erfasst werden. Der Hauptteil (1,6 Mio. t) ging in die Kompostierung und Vergärung. Nur kleine Mengen von 0,07 Mio. t wurden energetisch bzw. 0,19 Mio. t direkt in der Landwirtschaft verwertet.

Das kommunale Grüngut macht 83,8 % an der erfassten Menge von 1.134.813 t (91 kg/Einw.) bei entsorgungspflichtigen Körperschaften aus. Der Rest entfällt auf Grüngut mit 16,2 % (14,6 kg/Einw.) auf Haushalte und die Pflege von kommunalen Grünflächen.

Die Grüngutverwertung aus den Haushalten konnte im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf 950.641 t gesteigert werden. Das entspricht einem Erfassungswert pro Kopf von 76,1 kg und ist der höchste Wert seit 1991 und entspricht etwa 14,6 kg pro Einwohner und Jahr. Die Verwertung von holzigen Abfällen hat dabei im Vergleich zu Vorjahr um 58 % auf 43.776 tzugenommen.

Die getrennte Erfassung von Bioabfällen wurde in 80 kreisfreien Städten und Landkreisen durchgeführt. Dabei wurde eine Menge von 637.430 t (51,0 kg/Einw.) Bioabfall ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 2,9 %. Dieenergetische Verwertung der Bioabfälle ist im Jahr 2009 um 4,1 % auf 26.391 t gestiegen.

Für 2009 konnte eine Kompostierung von 930.147 t Bioabfällen mit Grüngut festgestellt werden. Die in Bayern entstandenen Bioabfälle wurden zum großen Teil auch in Bayern kompostiert. Nur 1,7 % der Abfälle sind nach Baden-Württemberg, Thüringen oder Sachsen in die Verwertung gekommen.

Die Vergärung von Bioabfällen aus Körperschaften hat um 30.000 t zugenommen. Gleichzeitig wurde die verfügbare Kapazität der Biogasanlagen (18 gemeldete Anlagen im Jahr 2009) durch zwei neue Anlagen mit einem Jahresdurchsatz von > 18.000 t erhöht.

Anlagen (Kompostierung und Vergärung) zur Behandlung von Grüngut haben im Jahr 2009 710.070 t (40 % der erfassten Abfälle) Grüngut behandelt. Die Menge hat sich auf 260 Anlagen verteilt. Im Gegensatz zu Bioabfällen wurde das Grüngut ausschließlich in Bayern behandelt.

Eine detaillierte Ausführung der Abfallbilanz erhalten Sie in der Publikation „Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009“.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Publikation: Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009
Karte Kompostier- und Vergärungsanlagen für Verarbeitung von Bioabfall (auch mit Grüngut)
Bayernkarte zur Bioabfallerfassung
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Grüngut 2009
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Bioabfälle 2009
Kompostieranlagen für Bioabfälle in Bayern 2009