Schlagwort-Archiv: Kompost

Den eigenen Kompost aufsetzen

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat seine Schrift „Den eigenen Kompost aufsetzen“ aktualisiert.

Neben der Frage nach dem richtigen Behälter, Schnellkomposter, Lattenkomposter oder Miete, wird detailliert die Art undVorbereitung der Ausgangsmaterialien, die Durchführung der Rotte sowie die Bearbeitung des fertigen Kompostes beschrieben. Ferner werden in der Schrift häufig auftretende Fragen und Probleme behandelt und Lösungen angeboten.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Schrift: Den eigenen Kompost aufsetzen

Kompostierung – hygienische Aspekte

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat seine Schrift „Kompostierung – hygienische Aspekte“ aktualisiert.

Im Zentrum stehen sowohl die hygienischen Aspekte als auch die richtige Durchführung einer Kompostierung. Damit dies ohne Risiken für die Gesundheit geschieht, werden Ratschläge zum korrekten Aufsetzen und zur richtigen Handhabungder Miete gegeben. Zusätzlich wird auf die biologischen und technischen Eigenheiten der Rotte sowohl bei der privaten auch bei der professionellen Kompostierung eingegangen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Schrift: Kompostierung – hygienische Aspekte

Deklarationspflicht auch bei Substraten (Gemische aus Kompost)

Auch Substrate müssen nach den Vorgaben der Düngemittelverordnung entsprechend deklariert werden. Die Düngemittelverordnung nennt folgende Anforderungen an die Kennzeichnung:
§ 6 Anforderungen an die Kennzeichnung:

(1) Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn

1. sie mit Angaben nach Maßgabe der Anlage 2 Tabelle 10.1 bis 10.4 in der dort getroffenen Reihenfolge gekennzeichnet sind,

2. nach Anlage 2 Tabelle 10.3 oder 10.5 im Rahmen von Hinweisen zur sachgerechten Anwendung empfohlene Aufwandmengen einer Düngung nach guter fachlicher Praxis im Sinne des § 1a Absatz 1 und 2 des Düngemittelgesetzes nicht entgegenstehen,

3. Nährstoffe in Worten und in chemischen Symbolen wie folgt angegeben sind:
a) es müssen die nachstehenden chemischen Symbole und Formeln verwendet werden: Stickstoff (N), Phosphat (P2O5), Kaliumoxid (K2O), Calcium (Ca), Calciumoxid (CaO), Calciumcarbonat (CaCO3), Magnesium (Mg), Magnesiumoxid (MgO), Magnesiumcarbonat (MgCO3), Natrium (Na), Schwefel (S), Bor (B), Eisen (Fe), Kobalt (Co), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Molybdän (Mo), Zink (Zn),
b) zur der nach Buchstabe a vorgeschriebenen Oxid- und Carbonatform der Pflanzennährstoffe Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium kann zusätzlich auch deren Elementform angegeben sein, dazu müssen die Gehalte wie folgt umgerechnet sein: P2O5 x 0,436 = P (Phosphor), K2O x 0,83 = K (Kalium), CaO x 0,715 = Ca, CaCO3 x 0,4 = Ca, MgO x 0,6 = Mg, MgCO3 x 0,288 = Mg,

4.  Nebenbestandteile nach Anlage 2 Tabelle 1: wenn diese die Werte nach Anlage 2 Tabelle 1.1 bis 1.4 Spalte 2 erreichen, durch das vorangestellte Wort „Nebenbestandteile:“ und anschließend wie folgt gekennzeichnet sind:
a) die Nährstoffgehalte der für den Düngemitteltyp nicht bestimmenden Nebenbestandteile in Anlage 2 Tabelle 1.1 Spalte 1,
b) Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln nach Anlage 2 Tabelle 1.2 Spalte 1,
c) weitere Nebenbestandteile nach Anlage 2 Tabelle 1.3 Spalte 1,
d) Schwermetalle und andere Schadstoffe nach Anlage 2 Tabelle 1.4 Spalte 1.

In der Anlage 2 Tabelle 10 werden folgende Kennzeichnungen bzw. Hinweise genannt:

1. Tabelle 10.1 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung notwendiger Basisinformationen durch die Inverkehrbringer für Handel und Verbraucher. Für Düngemittel u. a. die Typbezeichnung, die typbestimmenden Nährstoffe, bei organischen Düngern und organisch-mineralischen Düngern in zusammengefasster Form auch Angaben über die diesen Typ prägenden organischen Hauptbestandteile sowie zu den die Anwendung wesentlich beeinflussenden Anwendungshilfsmitteln (Hüllsubstanzen, Hemmstoffe, Komplexbildner). Bei Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln sowie Wirtschaftsdüngern enthält dieser Abschnitt insbesondere die Bezeichnung nach der Zweckbestimmung sowie die Kennzeichnung der diese Zweckbestimmung unterstützenden Hauptbestandteile.

2. Tabelle 10.2 enthält Vorgaben zur erweiterten Kennzeichnung für näher bestimmte Stoffgruppen, insbesondere bestimmte organische Ausgangsstoffe, Nebenbestandteile einschließlich Schadstoffen sowie für bestimmte Aufbereitungsformen.

3. Tabelle 10.3 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung von Hinweisen zur Lagerung und Anwendung.

4. Tabelle 10.4 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung bei schriftlichem Angebot und Lieferung außerhalb des Geltungsbereiches des Düngemittelgesetzes.

5. Tabelle 10.5 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung freiwilliger weiterer Angaben.
Die Anlage 2 Tabelle 1 gibt Kennzeichnungsschwellen und Grenzwerte vor:

1. Tabelle 1.1 bezieht sich auf nicht den Düngemitteltyp bestimmende Nährstoffe von Düngemitteln außer Wirtschaftsdüngern.
Kennzeichnungsschwellen: Stickstoff (1,5 %), Phosphat (0,5 %), Kalium (0,75 %), Schwefel (0,3 %), Magnesium (0,3 %), Magnesiumoxid (5 %), Magnesiumcarbonat (5 %), Natrium (0,2 %), wasserlösliches Calcium (5,7%).

2. Tabelle 1.2 bezieht sich auf Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln.
Kennzeichnungsschwellen: Stickstoff (0,1 %)* , Phosphat (0,1 %)*, Kalium (0,1 %)*, Magnesium (0,1 %)*, Schwefel (0,1 %)*, Bor (0,01 %), Kupfer (0,05 %), Zink (0,1 %), Kobalt (0,004 %).
*(für Kultursubstrate mit besonderer Zweckbestimmung gilt die Deklarationspflicht ab 0,005 %)

3. Tabelle 1.3 bezieht sich auf weitere Nebenbestandteile, außer Stoffen nach Tabelle 1.4.
Kennzeichnungsschwellen: basisch wirksame Bestandteile (5 %), organische Substanz (5 %), Salzgehalt (0,5 %), Selen (0,0005 %), Chlorid (jeder Gehalt), pH-Wert (jeder Wert)

4. Tabelle 1.4 gibt Kennzeichnungsschwellen für Schadstoffe vor (die Grenzwerte der BioAbfV sind ggf. zu beachten):
Arsen (20 mg/kg TM), Blei (100 mg/kg TM), Cadmium (1,0 mg/kg TM)*, Chrom ges. (300 mg/kg TM), Chrom VI (1,2 mg/kg TM), Nickel (40 mg/kg TM), Quecksilber (0,5 mg/kg TM), Thallium (0,5 mg/kg TM), Perfluorierte Tenside (0,05 mg/kg TM)
*für Düngemittel ab 5 % P2O5 (FM) 20 mg/kg TM
Wenn Substrate nicht ordnungsgemäß deklariert werden, wird dies als Ordnungswidrigkeit angesehen und entsprechend geahndet.

Nähere Informationen zur Deklaration können Sie der Düngemittelverordnung entnehmen:
Düngemittelverordnung

 

Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien

Bei einem Workshop, an dem Angehörige der europäischen Kommission, der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter entsprechender Organisationen teilnahmen, wurden Vorschläge für End-of-Waste (Ende der Abfalleigenschaft)-Kriterien für Kompost und Gärreste als Teil der Arbeit einer technischen Arbeitsgruppe erstellt.

Das Europäische Kompostnetzwerk berichtet, dass trotz der vielen positiven Eigenschaften von Kompost und Gärresten die Nachfrage nach diesen Produkten in mehreren EU-Mitgliedsländern aufgrund des fehlenden Vertrauens beim Verbraucher gering ist. Daher sollen in Zukunft Standards für Kompost und Gärreste eingeführt werden, die einen freien Handel und eine Anwendung ohne weitere Kontrollen ermöglichen. Hinzu kommt eine Förderung des Recyclings und der Abbau von administrativen Hürden.

Die Bewertung von Kompost und Gärresten als Abfall soll durch eine Rückgewinnung wie z.B. Recycling und der Einhaltung spezifischer Kriterien für Verfahrensabläufe sowie nachfolgenden Voraussetzungen aufgehoben werden:

  • der Kompost bzw. der Gärrest dient einer bestimmten Anwendung,
  • für Kompost bzw. Gärrest ist ein Markt vorhanden,
  • der Kompost bzw. der Gärrest erfüllt vorgegebene Anforderungen in technischer und gesetzlicher Hinsicht sowie geltende Standards,
  • der Kompost bzw. der Gärrest führt bei der Anwendung nicht zu Umweltschäden und hat keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Alle o.g. Voraussetzungen werden für Kompost und Gärreste erfüllt. Für Kompost wurde kürzlich ein Qualitätssicherungssystem auf EU-Ebene ins Leben gerufen, dass 2012 um Gärreste erweitert werden soll. Ferner weisen Kompost und Gärreste im Vergleich zum Siedlingsabfall viel mehr Vor- als Nachteile auf, wodurch auch das letztgenannte Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.

Nachdem die Voraussetzungen von den Teilnehmern des Workshops als erfüllt angesehen wurden, sind folgende Vorschläge für End-of-Waste Kriterienerarbeitet worden:

Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien
Mindestanteil organischer Substanz mind. 20 %
Mindesthaltbarkeit noch in Bearbeitung
Pathogene keine Salmonellen in 50 g Probe
Anteil an lebensfähigen Pflanzenteilen noch in Bearbeitung
Anteil an Verunreinigungen max. 0,5 % der Trockenmasse
Zink max. 400 mg/kg Trockenmasse
Kupfer max. 100 mg/kg Trockenmasse
Nickel max. 50 mg/kg Trockenmasse
Cadmium max. 1,5 mg/kg Trockenmasse
Blei max.120 mg/kg Trockenmasse
Quecksilber max.1 mg/kg Trockenmasse
Chrom max.100 mg/kg Trockenmasse

 

Über die Erstellung einer Positivliste bzw. einer Negativliste für Ausgangsmaterialien wird bisher noch diskutiert. Besonders im Hinblick auf Klärschlamm und gemischte Siedlungsabfälle stellt sich die Frage der Einführung einer derartigen Liste.

Neben den Kriterien für die Produkte schlagen die Teilnehmer auch Mindestanforderungen an die Verfahren vor:

Vorschlag zu Mindesttemperatur und Dauer
65 °C über 5 Tage
60 °C über 7 Tage
55 °C über 14 Tage

 

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgruppe wird im Oktober 2011 stattfinden.

Neues Infoblatt zum Thema Kompost

In dem neuen Infoblatt „Kompost nutzen, Moore schützen“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zum Thema Kompost wird auch das Thema Gütesicherung unter Erwähnung der Qualitätszeichen „Kompost“ und „Kompost flüssig“ behandelt.

Das Infoblatt Kompost ist Teil der UmweltWissen-Publikation. Zu Beginn wird auf die Moore, ihre Geschichte und die Folgen derTorfgewinnung eingegangen. Es wird darauf hingewiesen, dass neben einer sehr geringen Wasserspeicherfähigkeit der verbliebenen Moorböden und der hohen CO2-, Methan- und Lachgas-Bildung auch der Lebensraum vieler spezialisierter Tier- und Pflanzenarten verloren gegangen ist.

Im zweiten Teil der Infoblattes werden die Kompostierung und die Vorteile von Kompost dem Torf gegenübergestellt. Produziert aus Bioabfällen, Gärresten und Grüngut wird der Kompost als ein hervorragender Nährstofflieferant hervorgehoben. Privatleuten, die keinen eigenen Kompost herstellen, wird empfohlen, Kompost bei Kompostwerken zu beziehen, da der Einzelhandel oft keinen Kompost anbietet.

Besonders empfohlen werden dabei die gütegesicherten Komposte. Zu diesem Thema ist ein eigenständiges Kapitel entstanden. Da die Mitglieder der FBK e.V. sich einer ständigen Qualitätskontrolle durch unabhängige Institute unterziehen, wird auf die Gütesicherung der FBK e.V. eingegangen. Die Vorteile eines hygienisch einwandfreien Produktes und dessen sehr geringen Schadstoffbelastung sind dabei einige der herausragenden Qualitätszeichen. Zusätzlich sind unsere beiden Logos „Kompost“ und „Kompost flüssig“ in dem Infoblatt abgebildet.

Zurzeit ist das Infoblatt nur als pdf-Dokument auf der Internetseite des LfU erhältlich. Bei einem Druck des Infoblattes werden alle Mitglieder der FBK e.V. natürlich ein Exemplar erhalten.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Infoblatt Kompost

Verwertung biogener Abfälle: Rückstände und Schadstoffgehalte im bayerischen Kompost

Bei der stofflichen Verwertung biogener Abfälle ist es wichtig, dass bei der Verwendung als Kompost keine Schadstoffanreicherung im Boden stattfindet. Daher führt das Bayerische Landesamt für Umwelt seit 2000 in mehrjährigen Abständen Beprobungen der Produkte auf Schadstoffe durch. In einem Bericht wurden die neuesten Ergebnisse zusammengefasst. Einbezogen wurden Komposte von Bioabfall- und Grüngutkompostieranlagen sowie Gärreste aus Bioabfallvergärungs- und landwirtschaftlichen Biogasablagen.

Insgesamt wurden 36 Anlagen beprobt. Je elf Anlagen kompostieren Bioabfall bzw. Grüngut, sechs Anlagen vergären Bioabfall und vier landwirtschaftliche Biogasanlagen verwenden NawaRo-Produkte bzw. vergären Bioabfall zusammen mit NawRo-Produkten. Im Jahr 2009 wurden 28 Feststoffproben und 10 Flüssigproben entnommen. Von den Feststoffproben entfallen elf Proben auf Bioabfallkompost, elf Proben auf Grüngutkompost und sechs Bioabfallgärreste. Die Flüssigproben setzen sich aus zwei Bioabfallgärresten und acht Biogasanlagengärresten zusammen.
Zur Untersuchung kamen die Schwermetalle BleiCadmiumChromKupferNickelQuecksilber und Zink sowie die organischen Schadstoffe PAK,PCDD/FIndikator-PCBdl-PCBBiphenylHCBPCPortho-PhenylphenolBisphenol ADEHP und DINPiso-Nonylphenolzinnorganische VerbindungenHHCB und AHTNPBDEHBCDThiabendazolPFTTriclosan und Methyl-Triclosan.

Bei einem Vergleich aller Untersuchungen (2000, 2002, 2006 und 2009) ist ein Rückgang der Schwermetallbelastung bei Komposten aus Bioabfällen erkennbar. Anders sieht es bei Grüngutkomposten aus. Die Schwermetallbelastung zeigte eine leicht ansteigende Tendenz. Die Gärrreste sind ähnlich mit Schwermetallen belastet wie die Komposte. Nur die Kupfer- und Zinkkonzentrationen sind höher als bei den Komposten.

Bei den organischen Schadstoffen zeigt sich, dass sich die PAK-Werte in den letzten Jahren im unteren mg/kg-Bereich bewegen. Komposte und Gärreste weisen keine großen Unterschiede auf. Die Werte von PCDD/F sind dagegen im Vergleich zu den Untersuchungen aus dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Je nach Produktart variieren die ermittelten PCDD/F-Werte. Ähnliche Werteverhältnisse wie bei PCDD/F finden sich bei Indikator-PCB und dl-PCB. Auch die Werte von iso-Nonylphenol sind im Vergleich zu 2002 rückläufig. Messungen auf Biphenyl und ortho- Phenylphenol haben meist Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze geliefert. Bei HCB ist eine abnehmende Tenzenz zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Während Bioabfallgärreste leicht höhere Werte im Vergleich zu Komposten aufweisen, sind die Gärreste der Biogasanlagen weniger stark belastet.

Bei Bisphenol A hat sich ein geteiltes Bild ergeben. Während in Bioabfallkomposten und Gärresten hohe Werte festgestellt werden konnten, sind Grüngutkomposte und NawaRo-Gärreste ohne Befund. Auch bei HHCB und Triclosan hängt die Belastung vom Produkt ab. Die Werte reichen vom einstelligen bis zum dreistelligen μg/kg-Bereich. AHTN ist den Werten (ein- bis zweistelliger μg/kg-Bereich) von HHCB ähnlich. Bei fast allen Produkten sind die Werte von Methyl-Triclosan niedriger als von Triclosan. DEHP weist in der aktuellen Untersuchung die höchsten Werte auf. Die Schwankungen sind im ein- bis zweistelligen mg/kg-Bereich. Ähnlich hohe Werte wurden bei DINP gemessen. Auch hier sind teilweise zweistellige Werte erreicht worden.

Zinnorganische Verbindungen sind je nach Produktart unterschiedlich stark vertreten. Teilweise liegen die Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze und teilweise sind sie sehr hoch. Es sind ebenfalls unterschiedlich viele zinnorganische Verbindungen in den Produkten gefunden worden. PBDE und HBCD sind je nach Produktart unterschiedlich stark belastet. Teilweise sind Ausreißer mit sehr hohen Konzentrationen zu finden. Bei Thiabendazol zeigen sich, abhängig vom Produkt, unterschiedliche Werte im zwei- bis dreistelligen μg/kg-Bereich. Wegen der Vielzahl an PFT-Verbindungen ergibt sich bei den Untersuchungen zu diesem Parameter ein sehr differenziertes Bild, je nach Produkt sind unterschiedliche Verbindungen in wechselnder Kombination und mit unterschiedlichen Konzentrationen zu finden.

Insgesamt sind in der neuesten Untersuchung fast alle untersuchten Schadstoffe gefunden worden, meist jedoch nur in geringen Konzentrationen.Die Mengen variieren besonders stark bei den organischen Schadstoffen. Ebenso wurden Komposte aus Bioabfall zumeist mit höheren Schadstoffwerten gemessen. Entsprechend verhält es sich mit Bioabfallgärresten und Mitvergärungsgärresten im Vergleich zu NawaRo-Gärresten. Besonders bei Bioabfallkomposten konnten Verringerungen der Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt werden.

Die ausführliche Studie können Sie sich als pdf-Dokument hier herunterladen.

Komposteinsatz spart Geld für Grunddüngung

Verbände der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE) veröffentlichen einen Sonderdruck, in dem veranschaulicht wird, wie Landwirte durch den Einsatz von Kompost ihre Kosten senken und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit erhalten können. Ebenso ist eine Versorgung der Pflanzen mit den Nährstoffen Phosphor, Kalium und Magnesium in ausreichender Menge möglich.

Durch den zunehmenden Kostendruck auf die Landwirtschaft wurde manchmal zwangsweise an der Grunddüngung mit Phosphor und Kalium gespart. Nach einiger Zeit entstehen jedoch Mangelerscheinungen, durch die die Erträge und die Qualität der Produkte verringert werden. In langjährigen Versuchen wurde festgestellt, dass Kompostgaben neben Boden verbessernden Eigenschaften auch eine ausreichende Zufuhr von Phosphor und Kalium bedeuten. Gleichzeitig besitzt Kompost genügend Kalk für eineErhaltungskalkung. In günstigen Fällen kann der pH-Wert sogar erhöht werden.

Für Phosphor ist meist eine ausgeglichene Nährstoffbilanz nach einer Kompostdüngung vorhanden. Je nach Abfuhr gilt dies ebenfalls für KaliumMagnesiumwird bei einer Kompostdüngung immer in größeren Mengen zugeführt als die Pflanzen benötigen. Dadurch kann einer Auswaschung von Magnesium aus dem Boden effektiv entgegengewirkt werden.
In den Versuchen wurde der Schwerpunkt der Forschung auf die pflanzenverfügbaren Nährstoffe gelegt und untersucht, wie hoch eine Kompostgabe sein muss, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig die Nährstoffgehalte im Boden beizubehalten.

Ferner widmet sich ein Teil des Sonderdrucks der Anrechenbarkeit von Stickstoff und einer nachhaltigen Anwendung von Kompost im Pflanzenbau.

 

Weiterführende Informationen erhalten sie hier.

Europäisches Qualitätszeichen für Kompost

Das Europäische Kompost Netzwerk (European Compost Network ECN) gibt bekannt, dass ein europäisches Qualitätszeichen für Kompost herausgegeben wurde. Dieses Zeichen wurde in Anlehnung an die Qualitätszeichen mehrerer europäischer Länder und aufgrund der Forderung der Europäischen Kommission nach einem Ende des Mülls durch Recycling der Abfälle geschaffen. In einer Arbeitsgruppe wurde daher ein Konzept entwickelt, welches einen Qualitätsstandard für Kompost vorsieht, der für einen grenzüberschreitenden Handel ohne Beschränkungen innerhalb der EU notwendig ist.

Nachdem die Kommission lange diskutiert hat kam sie zu dem Schluss, die Frage der organischen Abfälle per Gesetz zu regeln. Aus diesem Grund wurde das Qualitätszeichen nach Vorbild der Gütesicherung in verschiedenen europäischen Ländern und den Erfahrungen zu diesem Thema erarbeitet. Dabei sollte ein europaweit geltendes Zeichen mit einheitlichem Standard entstehen. Dazu gehören u.a. eine Positivliste organischer Abfälle, gleiche Behandlungsparameterregelmäßige Untersuchungendurch unabhängige Labore, Anwendungsempfehlungen und eine Deklaration. Ferner soll in Zukunft mit dem Qualitätszeichen eine Basis geschaffen werden, mit der Mitgliedsstaaten in der Festlegung eigener Standards unterstützt werden.

Durch das europäische Qualitätszeichen werden Minimumstandards festgelegt, die vor allem den Herstellungsprozess und die Hygiene betreffen. Für die Herstellung von Kompost sieht das ECN vor nur getrennt gesammelten organischen Abfall zuzulassen. Auf diese Weise wird nach Wünschen des ECN der Eintrag von unerwünschten Materialien wie Plastik und Glas weniger sowie geringere Werte bei Schwermetallen, keimfähigen Samen und austriebsfähigen Pflanzenteilen in den Komposten, auch bei Ländern ohne bzw. mit weniger strengen Qualitätsstandards, erreicht.

Alle Hersteller, die das europäische Qualitätszeichen erhalten möchten, müssen folgende Parameter einhalten:

Parameter Beurteilung
Hygieneaspekte Salmonellen 0 in 25 g TS
unerwünschte Inhaltsstoffe Fremdstoffe (Glas, Metall, Kunststoffe) ≤ 0,5 % TS
keimfähige Samen und Pflanzenteile ≤ 2 pro Liter
Schadstoffe

vorsorgeorientierte Grenzwerte¹

Blei (Pb) 130 mg / kg TS
Cadmium (Cd) 1,3 mg / kg TS
Chrom (Cr) 60 mg / kg TS
Kupfer (Cu)² 200 mg / kg TS³
Nickel (Ni) 40 mg / kg TS
Quecksilber (Hg) 0,45 mg / kg TS
Zink (Zn) ² 600 mg / kg TS³
¹Amlinger, F  et al. 2004: Heavy metals and organic compounds in waste used as organic fertilisers.
²Kupfer und Zink werden als essentielle Nährstoffe eingestuft. Werte über 110 mg Cu kg-1 TM und über 400 mg Zn kg-1
TM sind zu deklarieren.
³Diese Werte werden als Orientierungswerte eingestuft.

Ferner gelten folgende Qualitätskriterien der europäischen Gütesicherung zur Charakterisierung von Qualitätskompost:

Parameter Beurteilung
Bodenverbesserung organische Substanz ≥ 15 %, Deklaration
basisch wirksame Stoffe (CaO) Deklaration
Düngung Nährstoffe (N, P, K, Mg) Deklaration
biologische Parameter biologische Aktivität Rottegrad / Sauerstoffverbrauch
Pflanzenverträglichkeit Richtwert nach Keimpflanzentest, Deklaration
Materialeigenschaften Wassergehalt Richtwert für Höchstgehalt, Deklaration
Rohdichte / Volumengewicht Deklaration
Körnung Deklaration
pH-Wert Deklaration
elektrische Leitfähigkeit Deklaration

Die Grenzwerte sind das Resultat eines Vergleiches der Qualitätsstandards verschiedener europäischer Länder mit den vorherrschenden Gegebenheiten bei einer getrennten Sammlung von Biomüll in den jeweiligen Ländern. Anschließend erfolgte eine Beurteilung der Gefährdung von Mensch und Umweltals auch der Anreicherung gefährlicher Stoffe im Boden, welche ebenfalls für die Erstellung der Grenzwerte diente. Die Kontrollen und Überwachungender Einhaltung aller Parameter werden von der jeweiligen nationalen Qualitätssicherungsorganisation (national quality assurance organisation; NQAO) übernommen.

Komposte, die bereits nach nationalen Standards hergestellt und die Kriterien nationaler Qualitätszeichen erfüllen, erhalten ein ECN-QAS Konformitätszeichen. Kompost aus einer Kompostierung ohne nationales Qualitätszeichen, insbesondere in Ländern ohne Gütesicherung, kann das ECN-QAS Qualitätszeichenerhalten, wenn die vorgegebenen Standards erfüllt werden. Über einen international agierenden Qualitätsausschuss kann das Zeichen beantragt werden.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier (in englisch):
Internetseite des Europäischen Kompost Netzwerkes
ECN Info-Papier

Kontakt:
European Compost Network e.V. ECN, Am Landhagen 64a, D-59302 Oelde
Telefon: 0234 / 4349447
Fax: 0234 / 4349448
E-Mail: siebert@compostnetwork.info
Internet: www.compostnetwork.info

Neue Sternsiebmaschine trennt Holz und Grünabfälle

Martin Hirschauer von der Firma Lech-Kompost, ein langjähriges Mitglied der FBK e.V., entwickelte auf der eigenen Kompostieranlage eine ballistische Sternsiebmaschine („Green Screener“) mit sehr hohem Leistungsvermögen, um der Problematik der Separierung von Holz aus gemischten Grünabfällen zu begegnen.
Das Siebdeck der Maschine sorgt für eine hervorragende Trennung von Holz und krautigen Bestandteilen wie z.B. Gras. Ebenso kann eine Siebung von feuchtem Material ohne Probleme erfolgen. In einem gemeinsamen Betrieb von Schredder (Häcksler) und Siebmaschine kann das Material in einem Arbeitsgang gehäckselt und gesiebt werden. Die Maschine eignet sich auch zur Nachbehandlung des Überlaufs herkömmlicher Siebmaschinen.

Die Sternsiebmaschine trennt das Ausgangsmaterial in HolzSiebfraktion und Überkorn. Bei Fertigkompost als Ausgangsmaterial sind die Fraktionen entsprechend Holz, Kompost und eine separate Müllfraktion.

Die Präsentation der neuen ballistischen Sternsiebmaschine findet am Freitag, den 1. April 2011 um 10 Uhr auf der Kompostieranlage von Herrn Martin Hirschauer (Lech-Kompost) statt.

Für Bewirtung ist gesorgt. Herr Hirschauer würde sich sehr freuen, alle FBK-Mitglieder sowie viele Interessierte bei der ersten Vorführung der neuen Siebmaschine begrüßen zu können.

Bei Fragen kontaktieren Sie Herrn Hirschauer unter der Telefonnummer 0171 / 3302967 oder per E-Mail info@lech-kompost.de.

Adresse:
Firma Lech-Kompost
Am Texet 1
86916 Kaufering

Weiterführende Informationen erhalten Sie in der Broschüre.

 


Lechkompost Kaufering auf einer größeren Karte anzeigen