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Kompostzugabe verändert die Schwermetallgehalte im Boden

Schwermetallgehalte im BodenDie Studie „Frachtenberechnung für Kompostanwendung“ des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. (Aachen) in Zusammenarbeit mit der ahu AG Wasser-Boden-Geomatik (Aachen) zeigt durch umfangreiche Berechnungen, dass sich die Schwermetallgehalte im Boden durch Zugabe von Kompost verändern.

Mit der Kompostdüngung werden nicht nur organisches Material und Nährstoffe auf die Böden ausgebracht, sondern auch große Mengen mineralische Substanz. Über die Zeit wird das organische Material größtenteils mineralisiert und die Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen. Die mineralische Substanz bleibt im Boden und trägt dauerhaft zum Bodenaufbau und somit zu einem größeren Oberbodenhorizont bei.

Diese Anreicherung von mineralischen Partikeln wird bisher bei der Berechnung von Schadstoffmengen im Boden nicht mit einkalkuliert. Bei über 50% Mineralpartikeln im Kompost hat dies aber einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Schadstoffmenge im Boden. So würde sich über einen Zeitraum von 100 Jahren bei regelmäßiger Kompostanwendung der Oberbodenhorizont um 3,6 cm erhöhen.

Die Beispielberechnung in der Studie zeigt, dass unter der Berücksichtigung des mineralischen Anteils im Kompost die Schadstoffanreicherung im Boden zum Teil deutlich geringer ist, verglichen mit den Konzentrationen der reinen Schadstofffrachtenberechnung. Insbesondere bei Böden mit hohem Schwermetallgehalt kann die Zugabe von Kompost sogar zu einer Abreicherung der Schwermetallkonzentrationen führen, da sich die Schadstoffe auf eine größere Bodenmenge verteilen.

Weiterführender Link zur Studie des VHE

Der Kompost macht’s

Bioabfall aus Haushalt, Industrie, Handel und Gewerbe enthält wertvolle Nährstoffe und organische Substanzen, die nach geregelter Kompostierung oder Vergärung erneut als Dünger und Humus unbedenklich für Pflanzen und Böden eingesetzt werden können.

Der Anteil an organischem Material im Hausmüll wird auf 35 – 40 % geschätzt, was ein Gewicht von 100 kg pro Kopf in einem einzigen Jahr bedeutet. Daraus ergibt sich ein Potential von 12 – 15 Mio. Tonnen Bio- und Grünabfall jährlich – und das lediglich in Deutschland.

Europaweit rechnet man mit 100 – 150 Mio. Tonnen, Tendenz steigend. Diese gewaltigen Mengen könnten zu ca. 50 Millionen Tonnen Kompost verarbeitet werden und besonders in südlichen Gebieten mit salzigen Böden zu einer verbesserten Bewirtschaftung beitragen, um nur ein positives Beispiel zu nennen.

Durchaus erweist sich Kompost im Garten-und Landschaftsbau sowie im Hobbygarten als idealer Begleiter aufgrund seiner vielen positiven Auswirkung auf die Bodenstruktur, den Wasserhaushalt sowie die Bodenmikrobiologie und ist die beste Alternative oder Ergänzung zum teuren Mineraldünger, der die Gefahr einer schnellen Überdüngung mit sich bringt. Laut einer Bremer Studie wirkt sich regelmäßiges Düngen alleine mit Komposterde ertragssteigernd bei minimaler Arbeit und Kosten aus.

Quelle: Abschlussbericht 2008 zum Projekt Kompost-Anwendungsversuche Baden-Württemberg.

 

Dokumentarfilm: Humus – Die vergessene Klimachance

Weltweit nehmen die Humusgehalte in den Böden ab. Mit einer Erhöhung des organischen Anteils in der Erde können gefährdete Böden lebendig gehalten und somit vor Desertifikation geschützt werden. Die Bodenfruchtbarkeit wird erhalten bzw. erhöht. In diesem Dokumentarfilm wird u.a. der Versuch, Böden in der Steiermark mit einem speziellen Kompost zu verbessern, begleitet.

Weltweit suchen Landwirte und Forscher nach einer Möglichkeit, Humus gezielt aufzubauen, da nach den neuesten Forschungsergebnissen CO2 so nachhaltig gebunden werden kann. Da der Humusgehalt über Jahre hinweg im Boden signifikant erhöht werden kann, ist es möglich, auf diese Weise – je nach Humusform – CO2 bis zu einigen Jahrhunderten stabil im Boden zu binden. Dass die Landwirtschaft weltweit 30 % der Treibhausgase verursacht, verdeutlicht die Notwendigkeit und die Dringlichkeit, eine Lösung zur nachhaltigen Landwirtschaft zu finden. Von dem Klimawandel sind auch die Niederschläge betroffen. Mit dem Klimawandel werden diese anders verteilt. Während in einer Region die Niederschläge zunehmen, nehmen sie woanders ab. Auch ein Gebiet mit gleichmäßig über das Jahr verteilten Niederschlägen muss sich mehr und mehr mit Dürreperioden und Starkniederschlägen auseinandersetzen. Durch den Bodenaufbau werden Huminstoffe eingebracht, die das 27fache ihres Gewichts an Wasser speichern und die Auswirkungen des Klimawandels bezüglich der Niederschläge abdämpfen können. Bodenwissenschaftler erklären die Zusammenhänge zwischen Boden, Humus, CO2 und Klima. Gleichzeitig wird der Frage nach der Bedeutung der Bodenlebewesen und den Auswirkungen durch Düngung und Bodenbearbeitung nachgegangen.

Auf der Internetseite zum Film kann über zwei Webcams der Versuch in der Steiermark begleitet werden. Eine Kamera beobachtet einen ganz normalen Acker und die andere Kamera beobachtet ein Versuchsfeld, auf welchem hochwertiger Humus aufgetragen wird.

Den Film können Sie auf der dazugehörigen Internetseite bestellen. Dort stehen Ihnen auch weiterführende Informationen zur Verfügung:
Internetseite zum Film