Schlagwort-Archiv: forschung

Langfristige Strategie für Biomasse-Einsatz

Das Umweltbundesamt befürwortet die Bindung des Einsatzes von Biomasse an Nachhaltigkeitskriterien wie z.B. die Mehrfachnutzung, da die Nutzung von Bioenergie nur dann sinnvoll ist, wenn im Vergleich zu fossilen Energieträgern weit weniger Treibhausgase produziert werden. Das UBA-Forschungsprojekt „Bio-global“ zeigt dazu langfristige Strategien auf.

Anstelle des üblichen Anbaus und der direkten Verwendung der Biomasse zur Energieherstellung sollte eine Nutzungskaskade errichtet werden, um nachwachsende Rohstoffe erst stofflich zu verwenden. Nur nach einerMehrfachnutzung, z.B. von Holz oder Pflanzenölen, sollten Abfall- und Reststoffe für die Energiegewinnung eingesetzt werden.

Für den Anbau von Energiepflanzen und industriell genutzten Rohstoffen sollen ebenfalls Standards eingeführt werden. So ist deren Anbau bevorzugt auf den Flächen vorzunehmen, die nicht oder nur in eingeschränkter Weise für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion geeignet sind. Ferner sollte der Anbau von Energiepflanzen keine negativen Folgen für die Biodiversität haben oder indirekte Landnutzungsänderungen verursachen. Dazu zählt auch eine Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Boden sowie den Wasserhaushalt. Ein extensiver Anbau mit standortangepassten Pflanzen und Anbausystemen ist somit vorzuziehen. Ein anderer Ansatzpunkt liegt in der Entwicklung von verbindlichen projektbezogenen Nachhaltigkeitsstandards für internationale und bilaterale Finanzierungsinstitute, vor allem für Boden, Wasser, Biodiversität und soziale Bedingungen.

Ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit liegt in der Zertifizierung und dem Nachweis der nachhaltigen Herstellung der eingesetzten pflanzlichen nachwachsenden Rohstoffe als Bioenergieträger durch die Energieerzeuger ab 2011.

Die momentan einzige Institution, die Nachhaltigkeitsstandards für Bioenergie international abstimmt, ist die G8-Initiative „Global Bioenergy Partnership“ (BGEP). Daher müssen in bestehende globale Konventionen Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse aufgenommen werden. Um für alle Biomassen Nachhaltigkeitsanforderungen im Anbau, in der Verarbeitung und im Einsatz einführen zu können, setzt sich das UBA für weitere Forschungsprojekte ein.

Der entsprechende Forschungsbericht „Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel“ erschien in der Reihe UBA-Texte als Nr. 48/2010 (deutsch) und Nr. 49/2010 (englisch).
Die deutsche Version können Sie sich hier herunterladen.

Praktische Versuche zu Pflanzenbauprojekt für Biogasanlagen beendet

Das seit 3 Jahren vom Landwirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt zur Optimierung der Produktionstechnik geeigneter Fruchtarten und die Untersuchung von effizienten Fruchtfolgen nähert sich dem praktischen Ende. Ziel ist die Untersuchung verschiedener Anbausysteme der Substratproduktion für Biogasanlagen, wobei der Schwerpunkt mit Absicht auf Alternativen zum Mais liegt.

In dem Forschungsprojekt zu Pflanzenbausystemen für Biogasanlagen sollte die Substratproduktion für die Biogasanlageverschiedener Anbausysteme auf Praxistauglichkeit untersucht werden. Die Versuche bezogen sich dabei besonders auf dieGetreide-Ganzpflanzensilage. Der Mais wurde wegen des bereits starken Anbaus nicht berücksichtigt. Vielmehr sieht das Ministerium darin einen wichtigen Schritt dem stark zunehmendem Anbau von Mais entgegenzuwirken und damit dieAkzeptanz der Biogasproduktion bei der Bevölkerung zu stärken.

Nach Meinung der Forscher ist die Verwendung von Getreide-Ganzpflanzensilage als Mais-Alternative sinnvoll. Für den Zweitfruchtanbau wurden anschließend verschiedene Früchte untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass besonders der Grünroggen geeignet ist. Dieser weist im Winter gute Eigenschaften als Bodendecker auf, wodurch die Nährstoffauswaschung und die Erosion verringert werden. Mit diesen pflanzenbaulichen Eigenschaften und einer späteren Verwertung in der Vergärung, bietet der Grünroggen eine gute Alternative zum Mais.

Diese Versuche wurden an insgesamt drei repräsentativen Versuchsstandorten in Bayern durchgeführt, um die Regionalität Bayerns zu berücksichtigen. Die Versuchsflächen der LfL befinden sich in Pettenbrunn bei Freising, in Ansbach und in Straubing.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.