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Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien

Bei einem Workshop, an dem Angehörige der europäischen Kommission, der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter entsprechender Organisationen teilnahmen, wurden Vorschläge für End-of-Waste (Ende der Abfalleigenschaft)-Kriterien für Kompost und Gärreste als Teil der Arbeit einer technischen Arbeitsgruppe erstellt.

Das Europäische Kompostnetzwerk berichtet, dass trotz der vielen positiven Eigenschaften von Kompost und Gärresten die Nachfrage nach diesen Produkten in mehreren EU-Mitgliedsländern aufgrund des fehlenden Vertrauens beim Verbraucher gering ist. Daher sollen in Zukunft Standards für Kompost und Gärreste eingeführt werden, die einen freien Handel und eine Anwendung ohne weitere Kontrollen ermöglichen. Hinzu kommt eine Förderung des Recyclings und der Abbau von administrativen Hürden.

Die Bewertung von Kompost und Gärresten als Abfall soll durch eine Rückgewinnung wie z.B. Recycling und der Einhaltung spezifischer Kriterien für Verfahrensabläufe sowie nachfolgenden Voraussetzungen aufgehoben werden:

  • der Kompost bzw. der Gärrest dient einer bestimmten Anwendung,
  • für Kompost bzw. Gärrest ist ein Markt vorhanden,
  • der Kompost bzw. der Gärrest erfüllt vorgegebene Anforderungen in technischer und gesetzlicher Hinsicht sowie geltende Standards,
  • der Kompost bzw. der Gärrest führt bei der Anwendung nicht zu Umweltschäden und hat keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Alle o.g. Voraussetzungen werden für Kompost und Gärreste erfüllt. Für Kompost wurde kürzlich ein Qualitätssicherungssystem auf EU-Ebene ins Leben gerufen, dass 2012 um Gärreste erweitert werden soll. Ferner weisen Kompost und Gärreste im Vergleich zum Siedlingsabfall viel mehr Vor- als Nachteile auf, wodurch auch das letztgenannte Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.

Nachdem die Voraussetzungen von den Teilnehmern des Workshops als erfüllt angesehen wurden, sind folgende Vorschläge für End-of-Waste Kriterienerarbeitet worden:

Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien
Mindestanteil organischer Substanz mind. 20 %
Mindesthaltbarkeit noch in Bearbeitung
Pathogene keine Salmonellen in 50 g Probe
Anteil an lebensfähigen Pflanzenteilen noch in Bearbeitung
Anteil an Verunreinigungen max. 0,5 % der Trockenmasse
Zink max. 400 mg/kg Trockenmasse
Kupfer max. 100 mg/kg Trockenmasse
Nickel max. 50 mg/kg Trockenmasse
Cadmium max. 1,5 mg/kg Trockenmasse
Blei max.120 mg/kg Trockenmasse
Quecksilber max.1 mg/kg Trockenmasse
Chrom max.100 mg/kg Trockenmasse

 

Über die Erstellung einer Positivliste bzw. einer Negativliste für Ausgangsmaterialien wird bisher noch diskutiert. Besonders im Hinblick auf Klärschlamm und gemischte Siedlungsabfälle stellt sich die Frage der Einführung einer derartigen Liste.

Neben den Kriterien für die Produkte schlagen die Teilnehmer auch Mindestanforderungen an die Verfahren vor:

Vorschlag zu Mindesttemperatur und Dauer
65 °C über 5 Tage
60 °C über 7 Tage
55 °C über 14 Tage

 

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgruppe wird im Oktober 2011 stattfinden.

Der Europäische Biogasverband gründet einen Firmenbeirat

Am 12. Januar, einen Tag nach der Generalversammlung, hat der Europäische Biogasverband (EBA) in Nürnberg einen Firmenbeirat ins Leben gerufen. Mehr als 30 Firmen aus verschiedenen Ländern haben sich an der Gründung beteiligt. Auf diese Weise sollen die Interessen biogasproduzierender Gewerbe und der Industrie vermehrt in die Politik einfließen und das Informationswesen verbessert werden.

Nachdem fast alle nationalen Biogasverbände Mitglieder des EBA sind, ist eine Kooperation mit Firmenvertretern, Anlagenherstellern, Gasaufbereitern, Zulieferfirmen sowie Substratlieferanten nach Ansicht des EBA der nächste stimmige Schritt gewesen.

Hauptthema der Gründungsversammlung war die zukünftige Entwicklung des Biogases in Europa und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Für den Firmenbeirat ist eindeutig klar, dass die Ziele der EU für erneuerbare Energien bis 2020 nicht ohne den Beitrag des Biogases zu erreichen sind. Daher möchte der Beirat die EU-Politik bei den Zielen mit Fachwissen unterstützen. Mit einem neuen Büro im Haus der Energien in Brüssel ist der Beirat den Behörden nah, kann sich somit an aktuellen Diskussionen beteiligen und zu politischen Entscheidungen mit dem Thema Biogas beitragen.

Ferner sollen mit dem Beirat auch die Anliegen der Industrie beim Europäischen Parlament und der Kommission unterstützt werden. Probleme im Informationsfluss zu Themen bei politischen und geschäftlichen Entwicklungen in den Mitgliedsländern sollen so verbessert werden. Die Informationsdefizite und Hindernisse verschiedener Art werden mit dem neuen Projekt BiogasIN zukünftig angegangen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Europäisches Normungskomitee arbeitet neue Normen aus

Im Hinblick auf die Festlegung des Abfall-Endes des Kompostes und den Aufbau eines europäischen Qualitätszeichens für Kompost, sind europaweit geltende Analysemethoden von Vorteil. Daher wurden von der Arbeitsgruppe Analytik des Europäischen Normungskomitees für Kultursubstrate und Bodenverbesserungsmittel Analysemethoden erarbeitet, die nun zur formalen Abstimmung verabschiedet wurden.
Die neuen Normen sind folgende:
prEN 16086-1:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der Pflanzenverträglichkeit; Teil 1 Wachstumstest mit Chinakohl im Topf
prEN 16086-2:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der Pflanzenverträglichkeit; Teil 2: Petrischalentest mit Kresse
prEN 16087-1:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der aeroben biologischen Aktivität; Teil 1 Sauerstoffaufnahme (OUR)
prEN 16087-2:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der aeroben biologischen Aktivität; Teil 2 Selbsterhitzungstest für Kompost Überarbeitete Normen
prEN 13037:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung des pH-Wertes
prEN 13038:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit
prEN 13039:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der organische Masse und des Aschegehalts
prEN 13041:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Physikalische Eigenschaften – Rohdichte (trocken), Luftkapazität, Wasserkapazität, Schrumpfungswert und Gesamtporenvolumen.

Ferner wurden zwei technische Spezifikationen zur Stellungnahme verabschiedet:
CEN TC 400 WI CSS99048:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung unerwünschter keimfähiger Unkrautsamen und Pflanzenteile
CEN TC 400 WI CSS99049:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung von Fremdstoffen und Steinen“.

Da unzureichende statistische Ergebnisse im Laborvergleichsversuch vorliegen, werden die Spezifikationen nicht als Normen veröffentlicht. Eine Verwaltung findet durch das Deutsche Institut für Normung im Rahmen des Projektes HORIZONTAL statt.

Alle Normen und Spezifikationen können kostenpflichtig bei den entsprechenden Anbietern erworben werden.

Nach einem anderen Beschluss wird eine in mehreren Laboren getestete Methode zur Stickstoffmineralisierung und -immobilisierung als vorläufiges Normungsvorhaben aufgenommen.