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Bleser: Biomasse ist Deutschlands bedeutendste regenerative Wärmequelle

Um die Energieziele der Bundesregierung zu erreichen, muss der Anteil von Wärme aus Biomasse zukünftig deutlich gesteigert werden.

„Aus Biomasse erzeugte Wärme ist bereits für gut 9 Prozent der gesamten Wärmebereitstellung in Deutschland verantwortlich“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser, am Mittwoch bei der Tagung „Wärmeerzeugung aus Biomasse“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Biomasse nehme einen Spitzenplatz bei der klimaschonenden Energieerzeugung ein, so Bleser weiter.

92 Prozent der erneuerbaren Wärmeerzeugung in Deutschland geht auf den Rohstoff Biomasse und dabei vor allem auf Holz zurück. Allein durch den Ersatz fossiler Brennstoffe werden jedes Jahr Treibhausgas-Emissionen von gut 36 Millionen Tonnen eingespart. Biomasse gilt außerdem als die vielseitigste regenerative Energiequelle, da sie in fester, flüssiger oder gasförmiger Form gespeichert werden kann und damit ganzjährig zur Verfügung steht.

Die positiven Effekte der energetischen Biomassenutzung müssten auch in die Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG) aufgenommen werden, so Bleser. Moderne Heizkessel und Einzelraumfeuerungen würden den Brennstoff Biomasse gerade im dezentralen Wohnbereich hocheffizient und klimaschonend nutzen. „Das ist eine vorbildliche Energie der kurzen Wege. Das Heizen mit Biomasse darf bei den Rahmenbedingungen des EEWärmeG gegenüber anderen Erneuerbaren Energie-Technologien nicht benachteiligt werden“, sagte Bleser.

Bei der Tagung informierten sich 180 Fachleute aus der Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik über den aktuellen Stand im Wärme-Sektor und diskutierten den weiteren Handlungsbedarf auch im Hinblick auf die im Jahr 2012 anstehende Novelle des EEWärmeG.

Kompost und Klärschlamm als Energie der Zukunft

Energie aus Mais und anderen Getreidesorten herzustellen, stört die Nahrungskette. Deswegen widmen sich Forscher nun Pflanzenresten.
Aus Kompost mach Kohle: Wissenschaftler der Hochschule Ruhr West (HRW) in Bottrop wollen den Einsatz von Biokohle als Brennstoff vorantreiben. „Biokohle wird ein Baustein in der Energiewende. Ob sie ein Arbeitspferd wird, müssen wir erst noch ergründen“, sagte der Leiter des Instituts Energiesysteme und Energiewirtschaft der HRW, Marcus Rehm.

Energie aus dem Müll: Aus Gartenabfällen wir Biokohle erzeugt

Mit zwei Doktoranden untersucht er, wie sich aus Grünschnitt, Gartenabfällen oder Kompost Biokohle erzeugen lässt.

Bei der Herstellung von Biokohle gehe es längst nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie. „Im Grunde können Sie Biokohle aus allen organischen Materialien herstellen“, sagte Rehm. „Die Frage ist: Wie ist es energetisch am sinnvollsten?“

Beantworten Sie wichtige Energie-Fragen!

Bisher wird Kohle bei der sogenannten hydrothermalen Carbonisierung (HTC) unter Zugabe von Wasser erzeugt. Für diese Entdeckung erhielt der deutsche Chemiker Friedrich Bergius 1931 den Nobelpreis für Chemie.

Rehm und seine Kollegen setzen auf die Weiterentwicklung dieser Technik, der vapothermalen Carbonisierung (VTC). Bei bis zu 250 Grad Celsius und 42 bar Druck entsteht Kohle aus Biomasse statt im Wasserbad in einer Dampfatmosphäre. Das VTC-Verfahren verspreche schneller und energieeffizienter zu sein, erklärte der 45 Jahre alte Forscher.

Biosprit verteuert Nahrungsmittel

Aber nicht nur Pflanzenreste, sondern auch feuchte Holzabfälle, Klärschlamm oder Baumrinden seien mögliche Brennstoffe der Zukunft. Rehm warnte aber davor, beliebig nach biologischen Stoffen zur Energieerzeugung zu suchen: „Biomasse findet sich immer in Konkurrenz zur Nahrungskette.“

Dies habe sich in Mexiko gezeigt, wo 2007 durch den Biosprit-Boom in den USA der Mais knapp wurde. Spätestens diese „Tortilla-Krise“ habe verdeutlicht, dass sich die Energiewirtschaft nicht beliebig aus organischer Masse bedienen könne. „Fruchtbare Flächen dienen der Lebensmittelverwertung. Die Energieverwertung muss sich hinten anstellen.“ Pflanzenreste seien gerade interessant, weil es keine direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie gebe.

Rehm deutete auf einen weiteren Vorteil der Kohle aus Biomasse hin: „Biokohle kann dafür geeignet sein, die Eigenschaften von Böden zu verbessern.“ Die gepressten Pellets könnten als Hilfsstoff helfen, den Boden dauerhaft fruchtbarer zu machen und das Wachstum von Pflanzen zu steigern. Dabei könnten sie auch eine Kohlenstoff-Senke bewirken. Bis es soweit sei, vergehe aber noch etwas Zeit.

Quelle: Welt.de – Wissenschaft

 

 

 

Berliner Energiekonferenz am 4. und 5. Mai

Die Berliner Energiekonferenz befasst sich mit Themen aus dem Gebiet der Erneuerbaren Energien. Schwerpunkte werden sowohl die stoffliche und energetische Verwertung von Biomasse als auch die Vergärung und Biogaserzeugung sein.

Am 4. Mai werden die Themen Stromnetze, Strategien und Konzepte sowie Wirtschaft und Recht behandelt. Am 5. Mai liegt der Schwerpunkt auf der Biomasse mit einer stofflichen und energetischen Nutzung, dem

Biogas, Ersatzbrennstoffen sowie Netze, Speicher und Windenergie. Die Themen am zweiten Tag finden in Parallelsitzungen statt.

Die Konferenz bewegt sich in der aktuellen Diskussion um die Reduzierung von Treibhausgasen, den Ausbau der erneuerbaren Energien und den damit verbundenen strukturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Programm und Anmeldung

Erneuerbare Energien: Bände 3 und 4 erschienen

Nachdem die Bände 1 und 2 der Buchreihe „Erneuerbare Energien“ erschienen sind, werden nun die Bände 3 und 4  angeboten.

Band 3 widmet sich den Strategien zur Energieversorgung aus Sicht des Sachverständigenrates, von Verbänden und aus Sicht der Wirtschaft. Dabei werden das Emissionshandelsrecht als auch die Schwierigkeiten bei der Genehmigungdargestellt. Dazu wird über Eigentümerstrukturen referiert sowie eine Prognose zur zukünftigen Verteilung des Marktes und zum Anteil der großen Energieversorgungsunternehmen abgegeben. In Beiträgen erhält der Leser einen Einblick in Forschungsaktivitäten und einen Ausblick auf die Energieversorgung der Zukunft. Erstmals werden dieSchlüsselbereiche Netze und Speicher unter rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beleuchtet.

In Band 4 wird der zweite Band ergänzt und aktualisiert. Im Themenblock Biomasse ist ein fundierter Überblick über dieBiomasse-Versorgungskette entstanden. Die Teilthemen reichen von der Brennstoffversorgung über die Aufbereitungbis zur Verbrennungstechnik. Zusätzlich werden verschiedene Maßnahmen zur Vorbeugung von Korrosion vorgestellt. Neben dem Thema Verbrennung wird ebenso die Vergasung von Biomassen und die Heißgasreinigung der erzeugten Synthesegase behandelt. Um die Verwendungspotentiale durch eine Kaskadennutzung darzustellen, wird Holz als Beispiel behandelt.

In dem Themenbereich Vergärung wird zunächst durch einen Überblick über die vorgeschaltete Aufbereitung des Inputmaterials und die Darstellung verschiedener Konzepte der Bioabfallvergärung eingeführt. Daneben beschäftigen sich weitere Beiträge mit der Effizienzsteigerung von Vergärungsanlagen, den Emissionen aus Biogasanlagen einschließlich Maßnahmen zu deren Vermeidung und Verminderung sowie den Gärresten aus der Bioabfallbehandlung.

Weitere Themen sind die Aufbereitung und Verwertung von Ersatzbrennstoffen mit Schwerpunkt auf den Einsatz in der Zementindustrie, die Solarenergieund die Windenergie.

Die einzelnen Bände oder die komplette Reihe können hier bezogen werden.