Schlagwort-Archiv: düngemittelverordnung

Bundeslandwirtschaftsministerium kündigt Änderungen der DüMV an

Die aktuell geltende Fassung der DüMV soll in einigen Punkten geändert werden. Speziell in Bezug auf Kunststoffe wird es zu Anpassungen kommen.Eine wichtige Änderung wird der neue Grenzwert für den Gewichtsanteil an nicht abgebauten Kunststoffen.

Der momentane Grenzwert für Fremdstoffe über 2 mm Siebdurchgang liegt bei 0,5 Gew.-% in der Trockenmasse.
Die Änderung der DüMV sieht einen separaten Grenzwert für nicht abgebaute Kunststoffe vor, der 0,1 Gew.-% betragen soll. Darunter sollen alle Kunststoffe fallen, auch die eventuellen Reststoffe von kompostierbaren Bioplastiktüten.
Für alle weiteren Fremdstoffe wie Papier, Glas und Metall soll ein Summengrenzwert von 0,4 Gew.-% eingeführt werden.

Diese Änderungen sind nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welcher optische Anteil 0,5 Gew.-% Plastikfolie ausmachen kann.
Es bleibt zu bedenken, dass eventuell enthaltenes Hartplastik auch unter den 0,1 Gew.-% Grenzwert fallen würde und auf Grund des höheren Gewichts von Hartplastik eine Grenzwertüberschreitung eintreten könnte.
Welche Änderungen noch geplant sind können Sie im vorläufigen Entwurf der DüMV nachlesen.
Den Link dazu finden sie hier: Entwurf der DüMV

Novelle der Düngemittelverordnung verabschiedet

Ursprünglich war der Termin für die Verabschiedung der Novelle der Düngemittelverordnung für Ende September diesen Jahres geplant. Aufgrund etlicher Änderungsanträge von Seiten der Länder beschloss der Agrarausschuss, die Bearbeitung an den Unterausschuss weiterzureichen.

Teil der Novelle sind u.a. neue Schadstoffgrenzwerte für etwa dl-PCB und Dioxine, wobei sich innerhalb von Verbänden ein reger Widerstand gegen die Umsetzung breit macht.

Die Novelle der Düngemittelverordnung (DüMV) ist jetzt vom Deutschen Bundesrat verabschiedet worden. Sie tritt mit Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

 

Uran im Trinkwasser – Düngemittel schuld?

Auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen bezüglich des Urangehalts von Böden und Grundwasser hat die Bundesregierung geantwortet. Die Grünen wollten wissen, wie sich der Urangehalt in Oberflächenwässern und im Grundwasser zusammensetzt und inwiefern Düngemittel zu einer Kontaminierung beitragen. Eine Stellungnahme der Bundesregierung wurde mit Drucksache 17/9831, sowie 17/6019 herausgegeben. Danach bestehe derzeit kein Handlungsbedarf bezüglich der Düngemittelverordnung z.B. Kennzeichnungspflichten oder Grenzwerte einzuführen, auch wenn eine Gefährdung des Grundwassers wegen der Löslichkeit von Uran nicht ausgeschlossen sei.
Erhöhte Uranwerte in Gewässern und Böden seien laut Bundesregierung immer mit den geogenen Zusammensetzungen des wasserführenden Gesteins erklärbar. Besonders in Gebieten, in denen einst Uran abgebaut wurde, könnten heute erhöhte Werte nachgewiesen werden, die bundesweit jedoch weit unterhalb des Zielwerts von 3µg/l im Jahresmittel liegen.
Der von der WHO vorgegebene Richtwert für Trink- und Mineralwässer von 15µg/l  wurde laut eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht annähernd erreicht. Der mittlere Urangehalt selbst bei untersuchtem Flaschenwasser lag bei 2µg/l.
Einziges Manko:
Die Bundesregierung gibt vor, noch kein wissenschaftliches Ergebnis, noch geeignete Messmethoden zur Verfügung zu haben, die einen Eintrag von Uran durch phosphathaltige Düngemittel belegen könnten.
Quellen:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/098/1709831.pdf
http://www.strahlentelex.de/Stx_11_588_S11.pdf

 

Verwertung von Grüngutabfällen

Die holzigen Anteile von Garten-, Park- und Landschaftspfegeabfällen werden neben der Kompostierung und Vergärung, auch als Brennmaterial eingesetzt. Dafür werden ca. 25 % des holzigen Anteils aus dem Gesamtabfall abgesiebt. Der restliche Feinanteil bleibt zurück und muss anderweitig verwertet werden. Dieser wird als Bioabfall eingestuft. Bei einer landwirtschaftlichen Verwertung des Grüngutsabfalls gelten daher weiterhin die Vorgaben der Bioabfallverordnung. Somit ist eine Pflicht zur Behandlung vorgeschrieben, durch die eine hygienische Unbedenklichkeit gewährleistet wird. Ferner müssen auch Untersuchungen bezüglich Inhaltsstoffen und der Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte vorgenommen werden. Wie bei anderen biologischen Abfällen müssen Nachweise erbracht und das Lieferscheinverfahren beachtet werden. Ferner gelten bei einer Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen die Düngemittelverordnung und die Düngeverordnung. Daher ist eine düngemittelrechtliche Kennzeichnung und somit eine Untersuchung unumgänglich. Nach den enthaltenen Nährstoffen, dem Nährstoffgehalt im Boden und den Nährstoffbedarf der Pflanzen ist eine Aufwandmenge zu berechnen und eine Empfehlung auszusprechen.

Durch die Befreiung von Untersuchungs- und Behandlungspflichten für Garten- und Parkabfälle bei einem Verbleib am Ursprungsort, fand eine großzügige Auslegung der Regelung statt, wodurch die Abfälle auch auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wurden. Dabei werden die oben genannten materiellen Anforderungen an die Hygiene und die Grenzwerte der BioAbfV und die Pflichten für u.a. Aufzeichnungen und Mitteilungen öfters vergessen. In der Novelleder Bioabfallverordnung ist eine grundsätzliche Ausnahmeregelung dieser Art nicht mehr vorgesehen. Es wird nur noch mit Zustimmung der jeweiligen Behörde in Einzelfällen über Ausnahmen entschieden.