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Uran im Trinkwasser – Düngemittel schuld?

Auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen bezüglich des Urangehalts von Böden und Grundwasser hat die Bundesregierung geantwortet. Die Grünen wollten wissen, wie sich der Urangehalt in Oberflächenwässern und im Grundwasser zusammensetzt und inwiefern Düngemittel zu einer Kontaminierung beitragen. Eine Stellungnahme der Bundesregierung wurde mit Drucksache 17/9831, sowie 17/6019 herausgegeben. Danach bestehe derzeit kein Handlungsbedarf bezüglich der Düngemittelverordnung z.B. Kennzeichnungspflichten oder Grenzwerte einzuführen, auch wenn eine Gefährdung des Grundwassers wegen der Löslichkeit von Uran nicht ausgeschlossen sei.
Erhöhte Uranwerte in Gewässern und Böden seien laut Bundesregierung immer mit den geogenen Zusammensetzungen des wasserführenden Gesteins erklärbar. Besonders in Gebieten, in denen einst Uran abgebaut wurde, könnten heute erhöhte Werte nachgewiesen werden, die bundesweit jedoch weit unterhalb des Zielwerts von 3µg/l im Jahresmittel liegen.
Der von der WHO vorgegebene Richtwert für Trink- und Mineralwässer von 15µg/l  wurde laut eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht annähernd erreicht. Der mittlere Urangehalt selbst bei untersuchtem Flaschenwasser lag bei 2µg/l.
Einziges Manko:
Die Bundesregierung gibt vor, noch kein wissenschaftliches Ergebnis, noch geeignete Messmethoden zur Verfügung zu haben, die einen Eintrag von Uran durch phosphathaltige Düngemittel belegen könnten.
Quellen:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/098/1709831.pdf
http://www.strahlentelex.de/Stx_11_588_S11.pdf

 

Neue Mantelverordnung mit Bezug zur GrwV, Ersatzbaustoffverordnung und BBodSchV

Mit der „Verordnung zur Festlegung von Anforderungen für das Einbringen und das Einleiten von Stoffen in das Grundwasser, an den Einbau von Ersatzbaustoffen und für die Verwendung von Boden und bodenähnlichem Material“ werden die Grundwasserverordnung und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung novelliert und die Ersatzbaustoffverordnung neu verfasst. Als Basis der drei Verordnungen dienen die Prüfwerte der Grundwasserverordnung. Für eine genehmigungsfreie Verwertung werden die Materialwerte für Baustoffe und andere Materialien sowie für Boden von den Prüfwerten abgeleitet.

Durch die nach neuestem wissenschaftlichen Kenntnisstand festgelegten Prüfwerte erfolgt eine Konkretisierung des Besorgnisgrundsatzes. Damit wird eine geringfügige unvermeidbare Belastung mit Stoffen durch gewisse Tätigkeiten hingenommen, denn aufgrund der niedrigen Konzentration ist keine toxische Wirkung zu erwarten. Für Bauten im Grundwasser, wie z.B. beim Tunnelbau, müssen die Prüfwerte über einen kurzen Zeitraum und in einem räumlich begrenzten  Grundwasservolumen eingehalten werden. Sobald die Prüfwerte bei irgendeiner Tätigkeit überschritten werden, ist je nach Situation über das Gefährdungspotential zu entscheiden. Auch orientieren sich die Prüfwerte nicht am Trinkwasser, sondern immer an dem jeweils empfindlichsten Schutzgut.

Der Düngemitteleinsatz (wie z.B. von Kompost) benötigt keine wasserrechtliche Erlaubnis, sofern dieser entsprechend dem Dünge- bzw. Abfallrecht und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (Anwendung, Ausbringung) zur Erhaltung bzw. zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Nährstoffversorgung der Pflanzen stattfindet. Es liegt in diesem Fall keine Gewässerbenutzung vor. Bei Missachtung der fachlichen und ökologischen Gesichtspunkte (z.B. Verwendung von Wirtschaftsdünger nicht nach den Vorgaben der Düngeverordnung) ist dagegen eine Erlaubnispflicht notwendig. Es wird davon ausgegangen, dass auf diese Weise ein Stoff über den Boden und das Grundwasser entsorgt werden soll. Damit besteht ein Benutzungstatbestand (Begründung zu Artikel 1 der Mantelverordnung).

Die neue Ersatzbaustoffverordnung (Artikel 2 der Mantelverordnung) regelt mit den Prüfwerten, den Eignungsnachweisen und einer Güteüberwachung den Einbau von Ersatzbaustoffen in Bauwerke ohne den Bedarf einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Das Zentrum für Angewandte Geowissenschaft (ZAG) der Universität Tübingen arbeitet einen begleitenden Fachbericht zu der Ersatzbaustoffverordnung mit den Änderungen zum 1. Arbeitsentwurf (2007) der Ersatzbaustoffverordnung aus.

In der Novelle der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (Artikel 3 der Mantelverordnung) wurden die §§ 12, 12a und 12b aufgenommen. Sie ermöglichen, ähnlich wie bei der Ersatzbaustoffverordnung, Boden und anderes Material im Landschaftsbau einzusetzen sofern die Prüfwerte eingehalten werden. Mit Untersuchungspflichten und einer Qualitätssicherung soll deren Einsatz gesichert werden.

Die Verordnungen können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen:
Arbeitsentwurf der Mantelverordnung
Argumentationspapier zur Mantelverordnung
Lesefassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
Lesefassung der Anhänge der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.