Schlagwort-Archiv: Boden

Kompostzugabe verändert die Schwermetallgehalte im Boden

Schwermetallgehalte im BodenDie Studie „Frachtenberechnung für Kompostanwendung“ des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. (Aachen) in Zusammenarbeit mit der ahu AG Wasser-Boden-Geomatik (Aachen) zeigt durch umfangreiche Berechnungen, dass sich die Schwermetallgehalte im Boden durch Zugabe von Kompost verändern.

Mit der Kompostdüngung werden nicht nur organisches Material und Nährstoffe auf die Böden ausgebracht, sondern auch große Mengen mineralische Substanz. Über die Zeit wird das organische Material größtenteils mineralisiert und die Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen. Die mineralische Substanz bleibt im Boden und trägt dauerhaft zum Bodenaufbau und somit zu einem größeren Oberbodenhorizont bei.

Diese Anreicherung von mineralischen Partikeln wird bisher bei der Berechnung von Schadstoffmengen im Boden nicht mit einkalkuliert. Bei über 50% Mineralpartikeln im Kompost hat dies aber einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Schadstoffmenge im Boden. So würde sich über einen Zeitraum von 100 Jahren bei regelmäßiger Kompostanwendung der Oberbodenhorizont um 3,6 cm erhöhen.

Die Beispielberechnung in der Studie zeigt, dass unter der Berücksichtigung des mineralischen Anteils im Kompost die Schadstoffanreicherung im Boden zum Teil deutlich geringer ist, verglichen mit den Konzentrationen der reinen Schadstofffrachtenberechnung. Insbesondere bei Böden mit hohem Schwermetallgehalt kann die Zugabe von Kompost sogar zu einer Abreicherung der Schwermetallkonzentrationen führen, da sich die Schadstoffe auf eine größere Bodenmenge verteilen.

Weiterführender Link zur Studie des VHE

Bodenschutz als Thema

Eine Große Bedeutung stellt die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und die Biodiversität für die EU-Kommission dar. Zu diesem Thema findet am 17. September 2012 in Berlin eine Podiumsdiskussion statt, bei welcher der Leiter  der Brüsseler Generaldirektion Umwelt Karl Falkenberg anwesend sein wird. Laut dem Verein „Global Forum for Food and Agriculture Berlin“ wird Falkenberg dort mit neuen Untersuchungsergebnissen erläutern, wo sich Fortschritte in der nachhaltigen Bewirtschaftung ergeben haben und wo bezüglich Boden- und Artenvielfaltschutz Nachholbedarf besteht. Laut einem Schreiben an den DBV gibt Falkenberg noch keine Entwarnung für den Zustand europäischer Böden.

Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt 07.09.2012

Verwertung biogener Abfälle: Rückstände und Schadstoffgehalte im bayerischen Kompost

Bei der stofflichen Verwertung biogener Abfälle ist es wichtig, dass bei der Verwendung als Kompost keine Schadstoffanreicherung im Boden stattfindet. Daher führt das Bayerische Landesamt für Umwelt seit 2000 in mehrjährigen Abständen Beprobungen der Produkte auf Schadstoffe durch. In einem Bericht wurden die neuesten Ergebnisse zusammengefasst. Einbezogen wurden Komposte von Bioabfall- und Grüngutkompostieranlagen sowie Gärreste aus Bioabfallvergärungs- und landwirtschaftlichen Biogasablagen.

Insgesamt wurden 36 Anlagen beprobt. Je elf Anlagen kompostieren Bioabfall bzw. Grüngut, sechs Anlagen vergären Bioabfall und vier landwirtschaftliche Biogasanlagen verwenden NawaRo-Produkte bzw. vergären Bioabfall zusammen mit NawRo-Produkten. Im Jahr 2009 wurden 28 Feststoffproben und 10 Flüssigproben entnommen. Von den Feststoffproben entfallen elf Proben auf Bioabfallkompost, elf Proben auf Grüngutkompost und sechs Bioabfallgärreste. Die Flüssigproben setzen sich aus zwei Bioabfallgärresten und acht Biogasanlagengärresten zusammen.
Zur Untersuchung kamen die Schwermetalle BleiCadmiumChromKupferNickelQuecksilber und Zink sowie die organischen Schadstoffe PAK,PCDD/FIndikator-PCBdl-PCBBiphenylHCBPCPortho-PhenylphenolBisphenol ADEHP und DINPiso-Nonylphenolzinnorganische VerbindungenHHCB und AHTNPBDEHBCDThiabendazolPFTTriclosan und Methyl-Triclosan.

Bei einem Vergleich aller Untersuchungen (2000, 2002, 2006 und 2009) ist ein Rückgang der Schwermetallbelastung bei Komposten aus Bioabfällen erkennbar. Anders sieht es bei Grüngutkomposten aus. Die Schwermetallbelastung zeigte eine leicht ansteigende Tendenz. Die Gärrreste sind ähnlich mit Schwermetallen belastet wie die Komposte. Nur die Kupfer- und Zinkkonzentrationen sind höher als bei den Komposten.

Bei den organischen Schadstoffen zeigt sich, dass sich die PAK-Werte in den letzten Jahren im unteren mg/kg-Bereich bewegen. Komposte und Gärreste weisen keine großen Unterschiede auf. Die Werte von PCDD/F sind dagegen im Vergleich zu den Untersuchungen aus dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Je nach Produktart variieren die ermittelten PCDD/F-Werte. Ähnliche Werteverhältnisse wie bei PCDD/F finden sich bei Indikator-PCB und dl-PCB. Auch die Werte von iso-Nonylphenol sind im Vergleich zu 2002 rückläufig. Messungen auf Biphenyl und ortho- Phenylphenol haben meist Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze geliefert. Bei HCB ist eine abnehmende Tenzenz zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Während Bioabfallgärreste leicht höhere Werte im Vergleich zu Komposten aufweisen, sind die Gärreste der Biogasanlagen weniger stark belastet.

Bei Bisphenol A hat sich ein geteiltes Bild ergeben. Während in Bioabfallkomposten und Gärresten hohe Werte festgestellt werden konnten, sind Grüngutkomposte und NawaRo-Gärreste ohne Befund. Auch bei HHCB und Triclosan hängt die Belastung vom Produkt ab. Die Werte reichen vom einstelligen bis zum dreistelligen μg/kg-Bereich. AHTN ist den Werten (ein- bis zweistelliger μg/kg-Bereich) von HHCB ähnlich. Bei fast allen Produkten sind die Werte von Methyl-Triclosan niedriger als von Triclosan. DEHP weist in der aktuellen Untersuchung die höchsten Werte auf. Die Schwankungen sind im ein- bis zweistelligen mg/kg-Bereich. Ähnlich hohe Werte wurden bei DINP gemessen. Auch hier sind teilweise zweistellige Werte erreicht worden.

Zinnorganische Verbindungen sind je nach Produktart unterschiedlich stark vertreten. Teilweise liegen die Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze und teilweise sind sie sehr hoch. Es sind ebenfalls unterschiedlich viele zinnorganische Verbindungen in den Produkten gefunden worden. PBDE und HBCD sind je nach Produktart unterschiedlich stark belastet. Teilweise sind Ausreißer mit sehr hohen Konzentrationen zu finden. Bei Thiabendazol zeigen sich, abhängig vom Produkt, unterschiedliche Werte im zwei- bis dreistelligen μg/kg-Bereich. Wegen der Vielzahl an PFT-Verbindungen ergibt sich bei den Untersuchungen zu diesem Parameter ein sehr differenziertes Bild, je nach Produkt sind unterschiedliche Verbindungen in wechselnder Kombination und mit unterschiedlichen Konzentrationen zu finden.

Insgesamt sind in der neuesten Untersuchung fast alle untersuchten Schadstoffe gefunden worden, meist jedoch nur in geringen Konzentrationen.Die Mengen variieren besonders stark bei den organischen Schadstoffen. Ebenso wurden Komposte aus Bioabfall zumeist mit höheren Schadstoffwerten gemessen. Entsprechend verhält es sich mit Bioabfallgärresten und Mitvergärungsgärresten im Vergleich zu NawaRo-Gärresten. Besonders bei Bioabfallkomposten konnten Verringerungen der Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt werden.

Die ausführliche Studie können Sie sich als pdf-Dokument hier herunterladen.

Dokumentarfilm: Humus – Die vergessene Klimachance

Weltweit nehmen die Humusgehalte in den Böden ab. Mit einer Erhöhung des organischen Anteils in der Erde können gefährdete Böden lebendig gehalten und somit vor Desertifikation geschützt werden. Die Bodenfruchtbarkeit wird erhalten bzw. erhöht. In diesem Dokumentarfilm wird u.a. der Versuch, Böden in der Steiermark mit einem speziellen Kompost zu verbessern, begleitet.

Weltweit suchen Landwirte und Forscher nach einer Möglichkeit, Humus gezielt aufzubauen, da nach den neuesten Forschungsergebnissen CO2 so nachhaltig gebunden werden kann. Da der Humusgehalt über Jahre hinweg im Boden signifikant erhöht werden kann, ist es möglich, auf diese Weise – je nach Humusform – CO2 bis zu einigen Jahrhunderten stabil im Boden zu binden. Dass die Landwirtschaft weltweit 30 % der Treibhausgase verursacht, verdeutlicht die Notwendigkeit und die Dringlichkeit, eine Lösung zur nachhaltigen Landwirtschaft zu finden. Von dem Klimawandel sind auch die Niederschläge betroffen. Mit dem Klimawandel werden diese anders verteilt. Während in einer Region die Niederschläge zunehmen, nehmen sie woanders ab. Auch ein Gebiet mit gleichmäßig über das Jahr verteilten Niederschlägen muss sich mehr und mehr mit Dürreperioden und Starkniederschlägen auseinandersetzen. Durch den Bodenaufbau werden Huminstoffe eingebracht, die das 27fache ihres Gewichts an Wasser speichern und die Auswirkungen des Klimawandels bezüglich der Niederschläge abdämpfen können. Bodenwissenschaftler erklären die Zusammenhänge zwischen Boden, Humus, CO2 und Klima. Gleichzeitig wird der Frage nach der Bedeutung der Bodenlebewesen und den Auswirkungen durch Düngung und Bodenbearbeitung nachgegangen.

Auf der Internetseite zum Film kann über zwei Webcams der Versuch in der Steiermark begleitet werden. Eine Kamera beobachtet einen ganz normalen Acker und die andere Kamera beobachtet ein Versuchsfeld, auf welchem hochwertiger Humus aufgetragen wird.

Den Film können Sie auf der dazugehörigen Internetseite bestellen. Dort stehen Ihnen auch weiterführende Informationen zur Verfügung:
Internetseite zum Film