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Verwertung biogener Abfälle: Rückstände und Schadstoffgehalte im bayerischen Kompost

Bei der stofflichen Verwertung biogener Abfälle ist es wichtig, dass bei der Verwendung als Kompost keine Schadstoffanreicherung im Boden stattfindet. Daher führt das Bayerische Landesamt für Umwelt seit 2000 in mehrjährigen Abständen Beprobungen der Produkte auf Schadstoffe durch. In einem Bericht wurden die neuesten Ergebnisse zusammengefasst. Einbezogen wurden Komposte von Bioabfall- und Grüngutkompostieranlagen sowie Gärreste aus Bioabfallvergärungs- und landwirtschaftlichen Biogasablagen.

Insgesamt wurden 36 Anlagen beprobt. Je elf Anlagen kompostieren Bioabfall bzw. Grüngut, sechs Anlagen vergären Bioabfall und vier landwirtschaftliche Biogasanlagen verwenden NawaRo-Produkte bzw. vergären Bioabfall zusammen mit NawRo-Produkten. Im Jahr 2009 wurden 28 Feststoffproben und 10 Flüssigproben entnommen. Von den Feststoffproben entfallen elf Proben auf Bioabfallkompost, elf Proben auf Grüngutkompost und sechs Bioabfallgärreste. Die Flüssigproben setzen sich aus zwei Bioabfallgärresten und acht Biogasanlagengärresten zusammen.
Zur Untersuchung kamen die Schwermetalle BleiCadmiumChromKupferNickelQuecksilber und Zink sowie die organischen Schadstoffe PAK,PCDD/FIndikator-PCBdl-PCBBiphenylHCBPCPortho-PhenylphenolBisphenol ADEHP und DINPiso-Nonylphenolzinnorganische VerbindungenHHCB und AHTNPBDEHBCDThiabendazolPFTTriclosan und Methyl-Triclosan.

Bei einem Vergleich aller Untersuchungen (2000, 2002, 2006 und 2009) ist ein Rückgang der Schwermetallbelastung bei Komposten aus Bioabfällen erkennbar. Anders sieht es bei Grüngutkomposten aus. Die Schwermetallbelastung zeigte eine leicht ansteigende Tendenz. Die Gärrreste sind ähnlich mit Schwermetallen belastet wie die Komposte. Nur die Kupfer- und Zinkkonzentrationen sind höher als bei den Komposten.

Bei den organischen Schadstoffen zeigt sich, dass sich die PAK-Werte in den letzten Jahren im unteren mg/kg-Bereich bewegen. Komposte und Gärreste weisen keine großen Unterschiede auf. Die Werte von PCDD/F sind dagegen im Vergleich zu den Untersuchungen aus dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Je nach Produktart variieren die ermittelten PCDD/F-Werte. Ähnliche Werteverhältnisse wie bei PCDD/F finden sich bei Indikator-PCB und dl-PCB. Auch die Werte von iso-Nonylphenol sind im Vergleich zu 2002 rückläufig. Messungen auf Biphenyl und ortho- Phenylphenol haben meist Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze geliefert. Bei HCB ist eine abnehmende Tenzenz zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Während Bioabfallgärreste leicht höhere Werte im Vergleich zu Komposten aufweisen, sind die Gärreste der Biogasanlagen weniger stark belastet.

Bei Bisphenol A hat sich ein geteiltes Bild ergeben. Während in Bioabfallkomposten und Gärresten hohe Werte festgestellt werden konnten, sind Grüngutkomposte und NawaRo-Gärreste ohne Befund. Auch bei HHCB und Triclosan hängt die Belastung vom Produkt ab. Die Werte reichen vom einstelligen bis zum dreistelligen μg/kg-Bereich. AHTN ist den Werten (ein- bis zweistelliger μg/kg-Bereich) von HHCB ähnlich. Bei fast allen Produkten sind die Werte von Methyl-Triclosan niedriger als von Triclosan. DEHP weist in der aktuellen Untersuchung die höchsten Werte auf. Die Schwankungen sind im ein- bis zweistelligen mg/kg-Bereich. Ähnlich hohe Werte wurden bei DINP gemessen. Auch hier sind teilweise zweistellige Werte erreicht worden.

Zinnorganische Verbindungen sind je nach Produktart unterschiedlich stark vertreten. Teilweise liegen die Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze und teilweise sind sie sehr hoch. Es sind ebenfalls unterschiedlich viele zinnorganische Verbindungen in den Produkten gefunden worden. PBDE und HBCD sind je nach Produktart unterschiedlich stark belastet. Teilweise sind Ausreißer mit sehr hohen Konzentrationen zu finden. Bei Thiabendazol zeigen sich, abhängig vom Produkt, unterschiedliche Werte im zwei- bis dreistelligen μg/kg-Bereich. Wegen der Vielzahl an PFT-Verbindungen ergibt sich bei den Untersuchungen zu diesem Parameter ein sehr differenziertes Bild, je nach Produkt sind unterschiedliche Verbindungen in wechselnder Kombination und mit unterschiedlichen Konzentrationen zu finden.

Insgesamt sind in der neuesten Untersuchung fast alle untersuchten Schadstoffe gefunden worden, meist jedoch nur in geringen Konzentrationen.Die Mengen variieren besonders stark bei den organischen Schadstoffen. Ebenso wurden Komposte aus Bioabfall zumeist mit höheren Schadstoffwerten gemessen. Entsprechend verhält es sich mit Bioabfallgärresten und Mitvergärungsgärresten im Vergleich zu NawaRo-Gärresten. Besonders bei Bioabfallkomposten konnten Verringerungen der Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt werden.

Die ausführliche Studie können Sie sich als pdf-Dokument hier herunterladen.

Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm soll beendet werden

Klärschlamm, als Rückstand der Abwasserreinigung, weist einen hohen Schadstoffanteil auf. Aus diesem Grund besteht in Bayern das Ziel, Klärschlamm nur noch der thermischen und nicht mehr der landwirtschaftlichen Verwertung zuzuführen.

Im Jahr fallen in Bayern ca. 6 Mio. t Klärschlamm an. Der sogenannte Nassschlamm besitzt einen mittleren Trockenrückstandsgehalt von ca. 5 % und damit ein Wasseranteil von ca. 95 %. Als reine Trockenmasse fallen ca.300.000 t an. Seit den 90er Jahren ist die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm rückläufig, dagegen nahm die thermische Verwertung zu. Weiterhin wird der Klärschlamm für Rekultivierungsmaßnahmen eingesetzt. Wenn eine Verwertung innerhalb Bayerns vorgenommen wird, ist dies meistens eine thermische Behandlung. Außerhalb Bayerns liegt der Schwerpunkt bei einem Einsatz für Rekultivierungsmaßnahmen oder in Kohlekraftwerken.

Da der Klärschlamm eine Vielzahl an Schadstoffen aus Haushalten, dem Gewerbe und der Industrie nach der Abwasserreinigung enthält, würden durch die landwirtschaftliche Verwertung diese Schadstoffe wieder in Umlauf gebracht. Das Risiko besteht, neben den bereits bekannten Toxinen, ebenso in der Ungewissheit, inwieweit die einzelnen Stoffe, insbesondere organische Schadstoffe, eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Indem der Klärschlamm, wie in dem Abfallwirtschaftsplan Bayern und dem Landesentwicklungsprogramm vorgesehen, nun der thermischen Verwertung zugeführt wird, werden dieorganischen Schadstoffe zerstört und Schwermetalle aus dem Kreislauf entfernt. Dadurch werden Verbraucher, Boden und Gewässer geschützt.

In diesem Rahmen übernimmt das Bayerische Landesamt für Umwelt u.a. folgende Aufgaben:

  • Beratung von Kommunen bzgl. Neuausrichtung der Klärschlammentsorgung,
  • Fachliche Stellungnahmen zu Verordnungs- und Gesetzesentwürfen,
  • Begutachtung und Überwachung von thermischen Behandlungsanlagen,
  • Erstellung von Gutachten bei innovativen Behandlungsverfahren,
  • Betreuung bzw. Beurteilung von Forschungsvorhaben (z.B. Phosphorrückgewinnung),
  • Aufbau und Betrieb des Bayerischen Klärschlammnetzes (internetbasiertes EDV-System zur Abwicklung des Lieferscheinverfahrens gemäß Klärschlammverordnung),
  • Erstellung des bayerischen Berichtes zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung gemäßKlärschlammverordnung,
  • Erhebung und Auswertung von statistischen Daten (Abfallbilanz).

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Vollzugshinweise für den Umgang mit Straßenkehricht

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat Vollzugshinweise für die Bereitstellung zur Abholung und zur Zwischenlagerung von Straßenkehricht herausgegeben. Die fachlichen Empfehlungen in den Vollzugshinweisen sollen neben organisatorischen Aspekten und der Luftreinhaltung insbesondere die Bereitstellung und Zwischenlagerung von Straßenkehricht konkretisieren.

Immer, wenn nasser Straßenkehricht transportiert oder gelagert wird, lösen sich Schadstoffe im Wasser. Problematisch wird das, wenn der Boden nicht befestigt ist und das belastete Wasser in den Boden und das Grundwasser gelangen kann. Durch eine regelmäßige Überschreitung der Vorsorgewerte der BBodSchV für Schadstoffe besteht bei einer nicht fachgerechten Lagerung eine generelle Gefährdung des Bodens und des Grundwassers. Aus diesem Grund wurdeneinheitliche Standards festgelegt, die Schäden verhindern sollen. So z.B. sind Lager- und Betriebsflächen abzudichten und müssen aus einem Material bestehen, welches durch die Abfälle und Abwässer auf diesen Flächen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Ebenso müssen die Abwässer getrennt erfasst,gereinigt und gegebenenfalls einer entsprechenden Entsorgung zugeführt werden.

Eine Bereitstellung zur Abholung von Straßenkehricht am Straßenrand ist nur unter sehr strengen Voraussetzungen und nach den Vollzugshinweisen nur für maximal drei Werktage gestattet. Für belasteten Kehricht gelten die gleichen Anforderungen für die Bereitstellung wie bei der Zwischenlagerung. Es sind entweder entsprechende Behälter zu verwenden oder die Bereitstellung hat auf einem befestigtem Untergrund mit Anschluss an das Kanalsystem zur Abwasserreinigung zu erfolgen. Eine Ausnahme stellen Laubabfälle dar. Die Zwischenlagerung erfolgt in dafür vorgesehenen und ausgestatteten Anlagen. Die Zwischenlagerung sollte nach den Vollzughinweisen ein Jahr nicht überschreiten.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.