Schlagwort-Archiv: biomasse

Bundeslandwirtschaftsministerium kündigt Änderungen der DüMV an

Die aktuell geltende Fassung der DüMV soll in einigen Punkten geändert werden. Speziell in Bezug auf Kunststoffe wird es zu Anpassungen kommen.Eine wichtige Änderung wird der neue Grenzwert für den Gewichtsanteil an nicht abgebauten Kunststoffen.

Der momentane Grenzwert für Fremdstoffe über 2 mm Siebdurchgang liegt bei 0,5 Gew.-% in der Trockenmasse.
Die Änderung der DüMV sieht einen separaten Grenzwert für nicht abgebaute Kunststoffe vor, der 0,1 Gew.-% betragen soll. Darunter sollen alle Kunststoffe fallen, auch die eventuellen Reststoffe von kompostierbaren Bioplastiktüten.
Für alle weiteren Fremdstoffe wie Papier, Glas und Metall soll ein Summengrenzwert von 0,4 Gew.-% eingeführt werden.

Diese Änderungen sind nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welcher optische Anteil 0,5 Gew.-% Plastikfolie ausmachen kann.
Es bleibt zu bedenken, dass eventuell enthaltenes Hartplastik auch unter den 0,1 Gew.-% Grenzwert fallen würde und auf Grund des höheren Gewichts von Hartplastik eine Grenzwertüberschreitung eintreten könnte.
Welche Änderungen noch geplant sind können Sie im vorläufigen Entwurf der DüMV nachlesen.
Den Link dazu finden sie hier: Entwurf der DüMV

Bleser: Biomasse ist Deutschlands bedeutendste regenerative Wärmequelle

Um die Energieziele der Bundesregierung zu erreichen, muss der Anteil von Wärme aus Biomasse zukünftig deutlich gesteigert werden.

„Aus Biomasse erzeugte Wärme ist bereits für gut 9 Prozent der gesamten Wärmebereitstellung in Deutschland verantwortlich“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser, am Mittwoch bei der Tagung „Wärmeerzeugung aus Biomasse“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Biomasse nehme einen Spitzenplatz bei der klimaschonenden Energieerzeugung ein, so Bleser weiter.

92 Prozent der erneuerbaren Wärmeerzeugung in Deutschland geht auf den Rohstoff Biomasse und dabei vor allem auf Holz zurück. Allein durch den Ersatz fossiler Brennstoffe werden jedes Jahr Treibhausgas-Emissionen von gut 36 Millionen Tonnen eingespart. Biomasse gilt außerdem als die vielseitigste regenerative Energiequelle, da sie in fester, flüssiger oder gasförmiger Form gespeichert werden kann und damit ganzjährig zur Verfügung steht.

Die positiven Effekte der energetischen Biomassenutzung müssten auch in die Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG) aufgenommen werden, so Bleser. Moderne Heizkessel und Einzelraumfeuerungen würden den Brennstoff Biomasse gerade im dezentralen Wohnbereich hocheffizient und klimaschonend nutzen. „Das ist eine vorbildliche Energie der kurzen Wege. Das Heizen mit Biomasse darf bei den Rahmenbedingungen des EEWärmeG gegenüber anderen Erneuerbaren Energie-Technologien nicht benachteiligt werden“, sagte Bleser.

Bei der Tagung informierten sich 180 Fachleute aus der Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik über den aktuellen Stand im Wärme-Sektor und diskutierten den weiteren Handlungsbedarf auch im Hinblick auf die im Jahr 2012 anstehende Novelle des EEWärmeG.

Kompost und Klärschlamm als Energie der Zukunft

Energie aus Mais und anderen Getreidesorten herzustellen, stört die Nahrungskette. Deswegen widmen sich Forscher nun Pflanzenresten.
Aus Kompost mach Kohle: Wissenschaftler der Hochschule Ruhr West (HRW) in Bottrop wollen den Einsatz von Biokohle als Brennstoff vorantreiben. „Biokohle wird ein Baustein in der Energiewende. Ob sie ein Arbeitspferd wird, müssen wir erst noch ergründen“, sagte der Leiter des Instituts Energiesysteme und Energiewirtschaft der HRW, Marcus Rehm.

Energie aus dem Müll: Aus Gartenabfällen wir Biokohle erzeugt

Mit zwei Doktoranden untersucht er, wie sich aus Grünschnitt, Gartenabfällen oder Kompost Biokohle erzeugen lässt.

Bei der Herstellung von Biokohle gehe es längst nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie. „Im Grunde können Sie Biokohle aus allen organischen Materialien herstellen“, sagte Rehm. „Die Frage ist: Wie ist es energetisch am sinnvollsten?“

Beantworten Sie wichtige Energie-Fragen!

Bisher wird Kohle bei der sogenannten hydrothermalen Carbonisierung (HTC) unter Zugabe von Wasser erzeugt. Für diese Entdeckung erhielt der deutsche Chemiker Friedrich Bergius 1931 den Nobelpreis für Chemie.

Rehm und seine Kollegen setzen auf die Weiterentwicklung dieser Technik, der vapothermalen Carbonisierung (VTC). Bei bis zu 250 Grad Celsius und 42 bar Druck entsteht Kohle aus Biomasse statt im Wasserbad in einer Dampfatmosphäre. Das VTC-Verfahren verspreche schneller und energieeffizienter zu sein, erklärte der 45 Jahre alte Forscher.

Biosprit verteuert Nahrungsmittel

Aber nicht nur Pflanzenreste, sondern auch feuchte Holzabfälle, Klärschlamm oder Baumrinden seien mögliche Brennstoffe der Zukunft. Rehm warnte aber davor, beliebig nach biologischen Stoffen zur Energieerzeugung zu suchen: „Biomasse findet sich immer in Konkurrenz zur Nahrungskette.“

Dies habe sich in Mexiko gezeigt, wo 2007 durch den Biosprit-Boom in den USA der Mais knapp wurde. Spätestens diese „Tortilla-Krise“ habe verdeutlicht, dass sich die Energiewirtschaft nicht beliebig aus organischer Masse bedienen könne. „Fruchtbare Flächen dienen der Lebensmittelverwertung. Die Energieverwertung muss sich hinten anstellen.“ Pflanzenreste seien gerade interessant, weil es keine direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie gebe.

Rehm deutete auf einen weiteren Vorteil der Kohle aus Biomasse hin: „Biokohle kann dafür geeignet sein, die Eigenschaften von Böden zu verbessern.“ Die gepressten Pellets könnten als Hilfsstoff helfen, den Boden dauerhaft fruchtbarer zu machen und das Wachstum von Pflanzen zu steigern. Dabei könnten sie auch eine Kohlenstoff-Senke bewirken. Bis es soweit sei, vergehe aber noch etwas Zeit.

Quelle: Welt.de – Wissenschaft

 

 

 

Der Bundesrat fordert eine geringere Vergütung für große Biomasseanlagen

Das vorliegende Gesetz der Bundesregierung begünstigt nach Ansicht des Bundesrates die Förderung großer Biogasanlagen und großer Strukturen. Gleichzeitig bleiben den landwirtschaftlichen Anlagen nicht genügend wirtschaftliche Grundlagen für Neuinvestitionen. Weiterhin ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Nachteile großer Biogasanlagen sowie die Vorteile regionaler Wertschöpfung nicht berücksichtigt wurden.

Der Bundesrat schlägt daher eine Verbesserung der Rahmenbedingungen bei der Vergütung für kleinere Biogasanlagen vor, ohne die Grundstrukturen des EEG zu verändern. Dadurch sollen Träger einer dezentralen Energieversorgung und Investoren beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien Planungssicherheit erhalten.

Dezentrale, durch landwirtschaftliche Unternehmen getragene Biogasanlagen sind laut Bundesrat die Basis für ein dezentrales Wärmeversorgungsnetz und können zudem mit der im Unternehmen anfallenden Biomasse (Gülle, Mist, Futterreste und Anteile an Mais sowie Getreide) betrieben werden. Für Anlagen derLeistungsklasse bis 150 kW sieht der Bundesrat deshalb eine Erhöhung der Grundvergütung für Strom von 14,3 Cent/kWh auf 16,3 Cent/kWh vor. Gleichzeitig soll die Obergrenze der dritten Leistungsstufe von 5 Megawatt auf 2 Megawatt abgesenkt und die Zusatzvergütung in der Einsatzvergütungsklasse II für Anlagen bis 500 kW von 8 Cent/kWh auf 9 Cent/kWh erhöht werden.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
Empfehlungen des Bundesrates zum Gesetz
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Symposium der C.A.R.M.E.N. e.V.

Am 11. und 12. Juli veranstaltet die C.A.R.M.E.N. e.V. ein Symposium mit dem Schwerpunkt Biomasse in Straubing. Eine zweite Veranstaltung findet am 26. Juli zum Thema „Nutzung von Landschaftspflegematerial im energetischen Bereich“ in Westerheim-Günz statt.

Das Symposium behandelt u.a. die Akzeptanz von Biogasanlagen (Referent: Jan Zoellner von der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg) und neue Verwertungsmethoden von Biomasse für die Landwirtschaft als Biogassubstrate(verschiedene Referenten aus Forschung und Gewebe). Zusätzlich feiert am Abend des 11. Juli die C.A.R.M.E.N. e.V. das 10-jährige Jubiläum des Kompetenzzentrums, in welchem die Veranstaltung lokalisiert ist. Während der Feier ist ein Empfang der bayerischen Staatsregierung geplant.

Die zweite Veranstaltung ist nur halbtägig und soll einen Überblick über den aktuellen Stand der energetischen Nutzungsmöglichkeiten von holzigen und krautigen Materialien aus der Landschaftspflege geben. Hierzu werden auch die Biogasvergärung und Kompostierung von Biomasse aus der Landschaftspflege angesprochen. Der Referent ist Herr Michael Buchheit von der BBG Donau-Wald mbH aus Außernzell. Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, sich mit der Aufbereitung von holzigem Landschaftspflegematerial auf dem Biomassehof der Firma Käßmeyer in Erkheim vertraut zu machen.

 

Veranstaltungsorte:
Symposium
Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Schulgasse 18
94315 Straubing

Veranstaltung „Nutzung von Landschaftspflegematerial“
Brauerei-Gasthof Laupheimer
Dorfstraße 19
87784 Westerheim-Günz

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Flyer Symposium
Flyer „Nutzung von Landschaftspflegematerial“

Für weitere Fragen steht Ihnen Herr Christian Letalik zur Verfügung: Tel: 0160/8575069.

 

Berliner Energiekonferenz am 4. und 5. Mai

Die Berliner Energiekonferenz befasst sich mit Themen aus dem Gebiet der Erneuerbaren Energien. Schwerpunkte werden sowohl die stoffliche und energetische Verwertung von Biomasse als auch die Vergärung und Biogaserzeugung sein.

Am 4. Mai werden die Themen Stromnetze, Strategien und Konzepte sowie Wirtschaft und Recht behandelt. Am 5. Mai liegt der Schwerpunkt auf der Biomasse mit einer stofflichen und energetischen Nutzung, dem

Biogas, Ersatzbrennstoffen sowie Netze, Speicher und Windenergie. Die Themen am zweiten Tag finden in Parallelsitzungen statt.

Die Konferenz bewegt sich in der aktuellen Diskussion um die Reduzierung von Treibhausgasen, den Ausbau der erneuerbaren Energien und den damit verbundenen strukturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Programm und Anmeldung

Langfristige Strategie für Biomasse-Einsatz

Das Umweltbundesamt befürwortet die Bindung des Einsatzes von Biomasse an Nachhaltigkeitskriterien wie z.B. die Mehrfachnutzung, da die Nutzung von Bioenergie nur dann sinnvoll ist, wenn im Vergleich zu fossilen Energieträgern weit weniger Treibhausgase produziert werden. Das UBA-Forschungsprojekt „Bio-global“ zeigt dazu langfristige Strategien auf.

Anstelle des üblichen Anbaus und der direkten Verwendung der Biomasse zur Energieherstellung sollte eine Nutzungskaskade errichtet werden, um nachwachsende Rohstoffe erst stofflich zu verwenden. Nur nach einerMehrfachnutzung, z.B. von Holz oder Pflanzenölen, sollten Abfall- und Reststoffe für die Energiegewinnung eingesetzt werden.

Für den Anbau von Energiepflanzen und industriell genutzten Rohstoffen sollen ebenfalls Standards eingeführt werden. So ist deren Anbau bevorzugt auf den Flächen vorzunehmen, die nicht oder nur in eingeschränkter Weise für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion geeignet sind. Ferner sollte der Anbau von Energiepflanzen keine negativen Folgen für die Biodiversität haben oder indirekte Landnutzungsänderungen verursachen. Dazu zählt auch eine Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Boden sowie den Wasserhaushalt. Ein extensiver Anbau mit standortangepassten Pflanzen und Anbausystemen ist somit vorzuziehen. Ein anderer Ansatzpunkt liegt in der Entwicklung von verbindlichen projektbezogenen Nachhaltigkeitsstandards für internationale und bilaterale Finanzierungsinstitute, vor allem für Boden, Wasser, Biodiversität und soziale Bedingungen.

Ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit liegt in der Zertifizierung und dem Nachweis der nachhaltigen Herstellung der eingesetzten pflanzlichen nachwachsenden Rohstoffe als Bioenergieträger durch die Energieerzeuger ab 2011.

Die momentan einzige Institution, die Nachhaltigkeitsstandards für Bioenergie international abstimmt, ist die G8-Initiative „Global Bioenergy Partnership“ (BGEP). Daher müssen in bestehende globale Konventionen Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse aufgenommen werden. Um für alle Biomassen Nachhaltigkeitsanforderungen im Anbau, in der Verarbeitung und im Einsatz einführen zu können, setzt sich das UBA für weitere Forschungsprojekte ein.

Der entsprechende Forschungsbericht „Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel“ erschien in der Reihe UBA-Texte als Nr. 48/2010 (deutsch) und Nr. 49/2010 (englisch).
Die deutsche Version können Sie sich hier herunterladen.

4. Biomasse-Forum

Das Forum steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Hier soll am 10. und 11. November in Witzenhausen die Praxis der Verwertung von Biomasse aus Abfällen bei einer Fachtagung im Vordergrund stehen. Die Verwertung von Biomasse wird in der zukünftigen Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen, da sie konkurrenzlos und im Prinzip ohne ökologische Belastung zur Verfügung steht.

Die zentralen Themen auf dem Forum sind zu Beginn der Veranstaltung die Lenkungsmechanismen zur Förderung der Biomasseverwertung aus Sicht des Bundes sowie die zu erwartenden Konsequenzen aus der Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Es schließt sich eine Statusbilanz der verschiedenen Formen der Biomasseverwertungan. Hierbei steht die Biogaserzeugung aus Abfällen im Mittelpunkt und wird anhand verschiedener aktueller Praxisbeispieleveranschaulicht.

Darüber hinaus werden Fragen des Immissions- und Emissionsschutzes, der Anlagenoptimierung, der optimierten Bioabfallaufbereitung sowie derstofflichen und energetischen Verwertung von Grünabfällen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Ergänzend hierzu werden neue Verfahren und Erkenntnisse der Biomassebehandlung präsentiert. Weiterhin bleibt genügend Raum für Diskussionen, Gespräche und zum Erfahrungsaustausch. Die Veranstaltung wird ergänzt durch eine begleitende Fachausstellung zu den Themen Anaerobtechnik undAufbereitung mit Infoständen verschiedener Firmen.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.
Die Progammübersicht finden Sie hier.

Wirtschaft plädiert für Verschiebung des Nachhaltigkeitsstandards für Biomasse

Die an der Erzeugung und Nutzung aus flüssiger  Biomasse hergestellter Energie beteiligte Wirtschaft fordert eine Verschiebung der Nachhaltigkeitsstandards für Biostrom und Biokraftstoffe. Das wurde während einer öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses am Mittwochvormittag deutlich. Klaus-Dieter Schumacher vom Agrar-Handelsunternehmen Toepfer International sprach sich dabei für die von den Koalitionsfraktionen geplante Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (17/1750) aus. Erst ab 1. Januar 2011 soll demnach die Pflicht gelten, zur Stromerzeugung aus flüssiger Biomasse nur solche aus nachhaltiger Herstellung zu    verwenden, sofern der erzeugte Strom nach den Maßgaben des EEG vergütet werden soll. Nach bisheriger Gesetzeslage soll die Pflicht ab 1. Juli 2010 gelten.

Eine Verschiebung sei ”unvermeidbar“, sagte Schumacher und verwies darauf, dass alle Beteiligten ”Neuland“ betreten würden und zudem die nötigen Durchführungsbestimmungen erst ”in letzter Minute“ erhalten hätten. Die Wirtschaft habe sich zwar darauf vorbereitet, die Ernte 2010 als nachhaltig zu zertifizieren. Es sei jedoch zu ”Engpässen“ gekommen, da bis vor kurzem nicht klar gewesen sei, wie und wer zertifiziert werden solle. Die Zertifizierung sei in folge dessen ”schwer angelaufen“, sagte Schumacher und verwies darauf, dass es nur elf anerkannte Zertifizierer gebe, die begrenzt Personal zur Verfügung hätten. ”Nur wenn es zu einer Verschiebung kommt, wird es möglich sein, nachhaltig zertifizierte Biomasse zur Aufrechterhaltung der bisherigen Biomenge für die Märkte zu beschaffen“, schätzte  Schumacher ein.

Für die Zertifizierungswirtschaft sei angesichts von 1.500 Unternehmen im Erfassungssektor, 250 Ölmühlen und etwa 4.500 landwirtschaftlichen Betrieben, die stichprobenartig untersucht werden, auch der 1. Januar 2011 ein ”ambitioniertes Ziel“, sagte Peter Jürgens von der  REDcert GmbH, einer Gesellschaft zur Zertifizierung nachhaltig erzeugter Biomasse. Es  werde alles unternommen, um dies umzusetzen, sagte er. Es gehe dabei jedoch nicht allein um eine Fristeinhaltung, sondern um eine ”sorgfältige und mit der gebotenen Ernsthaftigkeit“  vorzunehmende Zertifizierung, um Akzeptanz auf Seiten der Anwender zu schaffen. Das Verfahren dürfe keine ”Formalnummer“ werden, forderte Jürgens.
Gegen die geplante Verschiebung sprach sich Martina Fleckenstein von der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland aus. Es wäre, sagte Fleckenstein, schon die zweite Verschiebung, da das EEG ursprünglich zum 1. Januar 2010 in Kraft treten sollte. ”Unsere Befürchtung ist, dass wir im November wieder hier sitzen und über eine weitere Verschiebung diskutieren“, sagte sie. Es sei aus ihrer Sicht auch nicht nachvollziehbar, warum die Industrie sich so überrascht von den Zertifizierungsbemühungen gebe. Es sei doch schon 2006 von der Politik die Initiative ergriffen und ein ”sehr gutes Zertifizierungssystem entwickelt worden“, welches seit Januar 2010 anerkannt sei.

Auf die Situation der ”kleinen dezentralen Ölmühlen“ in Deutschland ging Thomas Kaiser vom Institut für Energie- und Umwelttechnik ein. In den letzten Jahren seien 300 von ihnen aufgebaut worden. Sie seien ein Stützelement der Landwirtschaft. Nur eine davon sei bisher zertifiziert, sagte Kaiser. Ohnehin rufe bei den Beteiligten der Gedanke, Ölmühlen, die ohne jede Chemie arbeiten würden einer Zertifizierung zu unterziehen ”Kopfschütteln“ hervor. Kaiser plädierte daher für eine ”Verschiebung oder eine Sonderstellung“. ”Wir erwürgen sonst die kleinen Ölmühlen“, warnte er. Dies wäre schade, weil sie künftig ”dringend gebraucht würden“.