Schlagwort-Archiv: BioAbfV

Auffrischung wichtiger Themen zur Kompostierung

Auf Grund der Wichtigkeit und zur Auffrischung des Kenntnisstandes wollen wir Sie zum Thema Bioabfälle und deren Behandlung und Verarbeitung informieren.

Begriff Bioabfälle aus der aktuellen Bioabfallverordnung (BioAbfV §2 Absatz 1):
Bioabfälle sind:
Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder aus Pilzmaterialien zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können, einschließlich Abfälle zur Verwertung mit hohem organischen Anteil tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder an Pilzmaterialien.“

 Bioabfälle sind nicht:
– „Bodenmaterial ohne wesentliche Anteile an Bioabfällen“,
– „Pflanzenreste, die auf forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen anfallen und auf         diesen Flächen verbleiben.“

Eine vollständige Liste an Bioabfällen finden Sie zusätzlich im Anhang der Bioabfallverordung (BioAbfV Anhang 1).

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt Ihnen dafür die BioAbfV im Internet zur Verfügung: http://www.gesetze-im-internet.de/bioabfv/

Hygienisierung des Kompostes:
Der Gesetzgeber schreibt vor (BioAbfV § 3 Absatz 1) :„Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer haben […] Bioabfälle vor der Aufbringung oder der Herstellung von Gemischen einer hygienisierenden Behandlung zuzuführen, welche die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet.“

Zur Sicherstellung der hygienischen Unbedenklichkeit führen Sie die kontinuierliche Temperaturüberwachung mittels Logger und Sonden durch.

Untersuchung der Kompostparameter:
Zusätzlich zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung ist auch die Überwachung der physikalischen und biologischen Kompostparameter wie Schwermetalle und organische Inhaltsstoffe von absoluter Wichtigkeit, um eine Aussage über die Güte des Kompostes machen zu können.

Laut BioAbfV ist der Bioabfallbehandler verpflichtet […]“Untersuchungen der behandelten Bioabfälle durchführen zu lassen auf:
1. Gehalte der Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink.
2. den pH-Wert, Salzgehalt, Gehalt organischer Substanz, Trockenrückstand und den Anteil an    Fremdstoffen und Steinen.“

Änderung der Novelle der BioAbfV

Die anfängliche Euphorie über die bevorstehende Verabschiedung der Novelle der Bioabfallverordnung (wir berichteteten) ist jäh abgeklungen. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 25. November nur nach Maßgabe von insgesamt 28 Änderungen der Novelle zugestimmt. Dies kam sowohl für die verschiedenen Branchenverbände als auch für das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium recht überraschend. Diese Änderungen blockieren im wesentlichen die biologische Abfallverwertung mehr, wohingegen das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz eine stärkere Nutzung von Bioabfällen anstrebt.

Es bleibt demnach abzuwarten, inwieweit ein Verkündigungshindernis, welches durch BMU und BMLEV erklärt werden kann, erwirkt wird, wodurch sich das Inkrafttreten der Novelle wieder verschieben könnte.

Wir werden Sie hierzu aber weiterhin auf dem Laufenden halten.

 

Kartoffelkrebs und Kartoffelzystennematoden

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über die neuen Bestimmungen zur Kompostierung von mit Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) bzw. Kartoffelzystennematoden (Globodera ostochiensis und Globodera pallida) befallenem Pflanzenmaterial aufmerksam manchen.

Die Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden, kur zKartoffelschutzverordnung (Ausfertigungsdatum 6. Oktober 2010), setzt die Richtlinie 2007/33/EG vom 1. Juli 2010 zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden in deutsches Recht um. In Anlage 2 werden anerkannte Behandlungs- und Beseitigungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung erläutert. Unter Punkt 2 heißt es: „Anerkannte Behandlungs- und Beseitungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung sind für Resterden geeignete Kompostierungsvefahren. Eine Ausbringung der kompostierten Resterde auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist zulässig, wenn keine Gefahr der Verbreitung von Kartoffelzystennematoden besteht“.

Das von der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V. in Anlehnung an die BioAbfV geforderte Kompostierungsverfahren ist geeignet, um den Kartoffelkrebs bzw. die Kartoffelzystennematoden unschädlich zu machen und die Erde ohne Gefahr der Verbreitung der genannten Schadorganismen auszubringen.

Ferner sei noch auf die Vorgaben der BioAbfV und der DüMV hingewiesen. Die Temperatur muss während der Kompostierung mindestens 55 °C über einen möglichst zusammen-hängenden Zeitraum von zwei Wochen oder 65 °C über eine Woche im gesamten Mischgut betragen. Rückstände aus der Kartoffelherstellung dürfen nach Anhang 1 Nr. 1 Spalte 3 der BioAbfV auch als Bestandteil eines Gemisches auf Dauergrünlandflächen aufgebracht werden. Die DüMV lässt in Anlage 2 Tabelle 7.3.17 eine Verwendung von Kartoffelwasch- und Kartoffelanhangerde zu, sofern die Anforderungen an phytohygienische Eigenschaften nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 erfüllt werden. Ausgangsstoffe pflanzlicher Herkunft, die von widerstandsfähigen Schadorganismen befallen sind, dürfen nur nach einer geeigneten hygienisierenden Behandlung verwendet werden, sofern diese keine Krankheitserreger, Toxine oder Schaderreger mehr enthalten, von denen Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflanzen ausgehen.

Bei der Kompostierung sollte darauf geachtet werden, dass der Zuschlagstoff „Erde“ nicht mehr als 10 Masseprozent zwecks Rotteprozess-Optimierung ausmacht.

Zurzeit wird ein Hinweisblatt zu dieser Verordnung erarbeitet.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Kartoffelverordnung