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Abfallbilanz von Hausmüll in Bayern

Im Jahr 2009 konnten aus den Haushalten und Gewerbebetrieben 1,86 Mio. t Bioabfall und Grüngut erfasst werden. Der Hauptteil (1,6 Mio. t) ging in die Kompostierung und Vergärung. Nur kleine Mengen von 0,07 Mio. t wurden energetisch bzw. 0,19 Mio. t direkt in der Landwirtschaft verwertet.

Das kommunale Grüngut macht 83,8 % an der erfassten Menge von 1.134.813 t (91 kg/Einw.) bei entsorgungspflichtigen Körperschaften aus. Der Rest entfällt auf Grüngut mit 16,2 % (14,6 kg/Einw.) auf Haushalte und die Pflege von kommunalen Grünflächen.

Die Grüngutverwertung aus den Haushalten konnte im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf 950.641 t gesteigert werden. Das entspricht einem Erfassungswert pro Kopf von 76,1 kg und ist der höchste Wert seit 1991 und entspricht etwa 14,6 kg pro Einwohner und Jahr. Die Verwertung von holzigen Abfällen hat dabei im Vergleich zu Vorjahr um 58 % auf 43.776 tzugenommen.

Die getrennte Erfassung von Bioabfällen wurde in 80 kreisfreien Städten und Landkreisen durchgeführt. Dabei wurde eine Menge von 637.430 t (51,0 kg/Einw.) Bioabfall ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 2,9 %. Dieenergetische Verwertung der Bioabfälle ist im Jahr 2009 um 4,1 % auf 26.391 t gestiegen.

Für 2009 konnte eine Kompostierung von 930.147 t Bioabfällen mit Grüngut festgestellt werden. Die in Bayern entstandenen Bioabfälle wurden zum großen Teil auch in Bayern kompostiert. Nur 1,7 % der Abfälle sind nach Baden-Württemberg, Thüringen oder Sachsen in die Verwertung gekommen.

Die Vergärung von Bioabfällen aus Körperschaften hat um 30.000 t zugenommen. Gleichzeitig wurde die verfügbare Kapazität der Biogasanlagen (18 gemeldete Anlagen im Jahr 2009) durch zwei neue Anlagen mit einem Jahresdurchsatz von > 18.000 t erhöht.

Anlagen (Kompostierung und Vergärung) zur Behandlung von Grüngut haben im Jahr 2009 710.070 t (40 % der erfassten Abfälle) Grüngut behandelt. Die Menge hat sich auf 260 Anlagen verteilt. Im Gegensatz zu Bioabfällen wurde das Grüngut ausschließlich in Bayern behandelt.

Eine detaillierte Ausführung der Abfallbilanz erhalten Sie in der Publikation „Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009“.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Publikation: Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009
Karte Kompostier- und Vergärungsanlagen für Verarbeitung von Bioabfall (auch mit Grüngut)
Bayernkarte zur Bioabfallerfassung
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Grüngut 2009
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Bioabfälle 2009
Kompostieranlagen für Bioabfälle in Bayern 2009

Überarbeiteter Referentenentwurf für das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz

Das Bundesumweltministerium hat einen neuen Referentenentwurf (Stand 02.11.2010) herausgegeben, in welchem auch die Bestimmungen für die Bioabfallsammlung und -entsorgung angepasst wurden.

Ein Punkt betrifft die Begründung zur Definition der Bioabfälle, die weiter ausgearbeitet wurde. Danach soll die Bioabfallverordnung mit der Definition von Bioabfällen mit einbezogen und gleichzeitig der europäische Bioabfallbegriff präzisiert werden.

Ferner wird die Getrenntsammlung von Bioabfällen ab dem 01.01.2015 nach dem neuen Entwurf eingeführt. Dafür wurden die Pflichten nach dem neuen Referentenentwurf jedoch erweitert. Nach dem alten Referentenentwurf wurden der § 7 Abs. 2 und 3 sowie der § 8 Abs. 1 einbezogen. Im neuen Referentenentwurf ist § 7 Abs. 4 hinzugekommen, der besagt, dass „die Pflicht zur Verwertung von Abfällen zu erfüllen ist, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, insbesondere wenn für einen gewonnenen Stoff oder gewonnene Energie ein Markt vorhanden ist oder geschaffen werden kann. Die Verwertung von Abfällen ist auch dann technisch möglich, wenn hierzu eine Vorbehandlung erforderlich ist. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit ist gegeben, wenn die mit der Verwertung verbundenen Kosten nicht außer Verhältnis zu den Kosten stehen, die für eine Abfallbeseitigung zu tragen wären.“

EU-Klärschlamm-und Bioabfallrichtlinie

Am 21. September 2010 fand in der Vertretung der Europäischen Regionen unter dem Motto „Don´t waste your biowaste“ die dritte Bioabfallkonferenz statt. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Europa brachten ihr Interesse an einer EU-weiten Regelung zum Ausdruck. Dr. Helge Wendeburg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, unterstützte in der Podiumsdiskussion die belgische Initiative und untermauerte erneut die deutsche Position, dass eine einheitliche Europa-weite Regelung für Bioabfall erforderlich ist. Karl Falkenberg bekräftige erneut, dass die EU-Kommission den Stoffstrom Bioabfall durch die Abfallrahmenrichtlinie auf europäischer Ebene ausreichend geregelt sieht und diesbezüglich keine Gesetzeslücken bestehen. „Es liegt nun im Verantwortungsbereich der Mitgliedstaaten“, so der Generaldirektor, „die Anforderungen der Abfallrahmenrichtlinie entsprechend umzusetzen.“ Er versicherte, dass die Kommission die ordnungsmäßige Umsetzung dieser Rahmenregelung überwachen wird und bei Verstoß entsprechende Maßnahmen einleiten wird.

Im Gegensatz zur EU-Kommission hob Stephane Arditi in seiner Rede hervor, dass in den Europäischen Bestimmungen lediglich Ansätze für die Behandlung von Bioabfällen bestehen, jedoch keine konkreten verbindlichen Anforderungen genannt sind. Arditi verwies auf die jüngst von der Kommission veröffentlichten„Mitteilung über die zukünftige Bioabfallbehandlung in Europa“ in der davor gewarnt wird, durch den Ausbau von Verbrennungskapazitäten, falsche Wege bei der Behandlung von Bioabfällen einzuschlagen.

Toon Wassenberg unterstrich die Meinung der Umweltverbände Europas (EEB) und gab die Position des Europaparlaments wider. Das Parlament fordert eine spezifische Richtlinie für die Behandlung von Bioabfällen, da die bestehende Gesetzeslage fragmentiert und nicht ausreichend seien. Durch eine Europa-weite Bioabfallrichtlinie würde eine Vereinfachung, Klarheit und bessere Überwachung ermöglicht. Eine fundierte Gesetzesgrundlage für die Behandlung von Bioabfällen würde sowohl dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor langfristig Vertrauen schenken, um in biologische Behandlungsverfahren zu investieren. Die Beiträge der Konferenz sind auf der Internetseite der Belgischen Umweltbehörde OVAM unter www.ovam.be zum Download bereitgestellt.

Nach dieser Konferenz sieht die Kommission keine Erforderlichkeit einer EU-Bioabfallrichtlinie.
Stattdessen ist eine Verbesserung der bestehenden EU-Richtlinien vorgesehen. Bei einer Revision der Abfallrahmenrichtlinie soll das Recycling auf dieseparate Sammlung von Bioabfällen erweitert werden, wobei eine Definition des Abfall-Endes von Kompost und Gärrückständen in 2011 mitAnforderungen an das Ausgangsmaterial, den Herstellungsprozess, die Produktqualität und deren Deklaration vorgesehen ist.

Die Kommission schlägt ein Drei-Klassen-Modell vor, in das der Abfall eingeteilt werden soll. Die Produktklasse umfasst frei handelbare Kompost- und Gärprodukte aus getrennt gesammelten Bioabfällen. In der Abfallklasse werden alle biologisch abbaubaren Abfälle zusammengefasst, die die Kriterien der Produktklasse nicht erfüllen. Eine Abfallklasse ist für Schlämme und gemischte Bioabfälle, die die Minimalstandards erfüllen und nur in der Landwirtschaft angewandt werden dürfen, und eine weitere Abfallklasse umfasst alle biologisch abbaubaren Abfälle, die den Minimalanforderungen nicht entsprechen und deren stoffliche Verwertung daher einer eingeschränkten Anwendung unterliegt (z.B. Deponieabdeckung).

Für Klärschlamm könnten ebenfalls Qualitätskriterien erlassen werden, womit Klärschlamm, ähnlich wie Kompost, ein qualitativ hochwertiges und zertifiziertes Humusprodukt darstellen könnte und seine Schlammeigenschaften verliert.

Die Kommission möchte mit dieser Regelung nur Minimalstandards für die landwirtschaftliche Verwertung setzten. Mitgliedsstaaten können anschließend die Standards durch nationale Gesetze durch strengere Regelungen verschärfen. Ferner ist dieser Vorschlag zur Diskussion gestellt, an der sich die Mitgliedsstaaten und Interessenvertretern beteiligen sollen.

Es ist jedoch zu überlegen, ob es sinnvoll ist, in die Abfallklasse eingeteilte Biofälle in der Landwirtschaft zu verwerten. Die vorgesehenen Minimalstandards müssten entsprechende Grenzwerte für Schwermetalle und organische Schadstoffe aufweisen, durch die ein vorsorgender Bodenschutz gewährleistet wird. Dadurch würden vermutlich die für diese Verwertung vorgesehenen Bioabfälle

Hamburg T.R.E.N.D. – Bioabfall als Wertstoff

Am 1. und 2. Februar 2011 beginnt die Veranstaltungsreihe „Hamburg T.R.E.N.D.“. Die Stadtreinigung Hamburg und die Technische Universität Hamburg-Harburg beabsichtigen, Impulse für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Abfallressourcenwirtschaft zu geben. Dadurch möchten sie die Entwicklung schlüssiger Gesamtkonzepte regional, national und international vorantreiben. Mit dem Themenschwerpunkt „Bioabfall als Wertstoff“ möchten die Veranstalter den gegenwärtigen beachtlichen Stoffströmen im kommunalen Bereich Rechnung tragen. Auf der Fachtagung werden daher die Themen de rVerfügbarmachung der Bioabfälle, die thermische Verwertung sowie die aerobe und anaerobe Nutzung behandelt. Zusätzlich halten namhafte Expertenaus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zahlreiche Vorträge. Während der Veranstaltung können sich Unternehmen mit ihrem Leistungsportfolio in eine rbegleitenden Fachausstellung präsentieren.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.
Den Flyer zu der Veranstaltung erhalten Sie hier.

Bioabfall: Abgeordnete fordern mehr Recycling

Mehr als 100 Millionen Tonnen an Bioabfall werden jährlich in Europa produziert, doch das darin steckende wirtschaftliche und ökologische Potential bleibt oft ungenutzt. Nach neueren Veröffentlichungen fordern die Europa-Abgeordneten deshalb mehr Recycling – so kann Bioabfall etwa verstärkt als Kompost wiederverwendet werden.  Außerdem soll die getrennte Abfallsammlung europaweit eingeführt werden. Als Antwort auf ein Grünbuch der Kommission über die Bewirtschaftung von Bioabfall in der Europäischen Union hat das Parlament am 6. Juli eine Entschließung zum Thema Bioabfall bekräftigt. Einheitliche Regeln sollen mehr Klarheit und Rechtssicherheit bringen.

 

Bioabfall getrennt einsammeln
In Ländern wie etwa Österreich, den Niederlanden oder Schweden wird Bioabfall weitgehend getrennt gesammelt. Doch in vielen anderen EU-Ländern sammelt man Bioabfall nach wie vor zusammen mit anderen Resten ein. In der Entschließung fordern die Europa-Abgeordneten nun eine einheitliche getrennte Abfallsammlung, soweit dies aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen machbar sei.

Bioabfall nutzen – Kompostierung und Verbrennung
Doch was geschieht mit dem Abfall, wenn er erst einmal eingesammelt wurde? Die umweltverträglichste Lösung ist Recycling: Bioabfall kann entweder verbrannt oder kompostiert  werden.
In Schweden und Dänemark etwa wird das bei Bioabfall frei werdende Methangas bereits häufig als Brennstoff genutzt, während Deutschland und Österreich die höchsten Kompostraten aufweisen.
Die Ablagerung in einer Mülldeponie ist zweifelsfrei die schlechteste Lösung – dennoch landet europaweit ca. 40 % des Biomülls auf einer Deponie, in Polen und Litauen sind es sogar 90 %.
Das Europa-Parlament tritt dafür ein, Bioabfall generell vermehrt wiederzuverwerten und die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben. So soll etwa eine auf Qualität beruhende  Klassifizierung der Arten von Kompost aus Bioabfällen erstellt werden.
Darüber hinaus fordert das Parlament die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, Maßnahmen zur Schaffung von Umweltbewusstsein durchzuführen, um auf die Möglichkeiten der Nutzung von Bioabfällen aufmerksam zu machen.
Die Kommission soll bis Ende des Jahres einen Richtlinienentwurf dazu einbringen.

 

 

EU-Strategie für Bioabfälle

Die EU-Kommission hat eine Mitteilung über die zukünftigen Schritte im Biomüllmanagement vorgelegt.
Die KOM(2010)235 enthält Fakten zum Abfallaufkommen, eine Auflistung bisheriger Regelungen und Politikmaßnahmen sowie die Vorteile, die sich aus dem geregelten Umgang mit kompostierbaren beziehungsweise für Biogas verwendbaren Abfällen ergeben können.Eine erfolgreiche Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie und des Deponierungsverbots unsortierter Abfälle sowie ehrgeiziger Recyclingziele könnten einen ökologischen und ökonomischen Nutzen von bis zu sieben Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren einbringen. Außerdem könnten 34 Millionen CO2 eingespart werden, so die EU-Kommission. Zusätzlich empfiehlt die EU-Kommission Maßnahmen zur Vermeidung speziell von Bio-Abfällen in den bis 2013 zu erstellenden nationalen Müllvermeidungsaktionsplänen, die die Abfallrahmenrichtlinie ohnehin vorschreibt. Was das Recycling von Bioabfällen angeht, empfiehlt die EU-Kommission besonders in den bisher noch nicht so erfolgreichen Mitgliedstaaten, neue finanzielle Anreize zu schaffen, um die Biogasgewinnung und die Kompostierung zu fördern. Um die Böden zu schützen und möglichst hohe Standards bei Kompost zu erreichen, sollte die EU ein „Sicherheitsnetz“ mit Minimalstandards beschließen. Hierzu könnte der Überprüfungsprozess der Abwasser-Richtlinie genutzt werden, der zurzeit läuft. Eine Verträglichkeitsprüfung (impact assessment) ist für Ende 2010 vorgesehen, ein Vorschlag soll 2011 folgen.
Forschung und Innovationen auf dem Gebiet des Bioabfallmanagements sollten gefördert werden.
Bessere Kontrollen und Leitlinien für die Umsetzung bereits existierender Gesetze sollen ebenfalls verbessert werden. Zurzeit erarbeitet die EU-Kommission Leitlinien zum Lebenszyklusansatz. Über die Regionalförderung sollen zudem Maßnahmen der Mitgliedstaaten auch finanziell gefördert werden.
Die Mitgliedstaaten selbst sollten zügig an Abfallmanagementplanungen gehen und die Abfallrahmenrichtlinie, die bis zum 12. Dezember in nationales Recht übertragen sein muss, auch unter dem Blickpunkt der Bioabfälle und der Einhaltung der Abfallhierarchie betreiben.Hierzu gehörten auch Müllvermeidungspläne und die Förderung der Getrenntsammlung biologischer Abfälle. Letzteres werde auch den Standard von Qualitätskompost für die EndverbraucherInnen heben. Die Deponierung muss so schnell wie möglich in jedem einzelnen Mitgliedstaat verboten werden. Der Anspruch, bis 2020 nationale verbindliche Erneuerbare-Energie-Ziele zu erreichen, müsse auch die Erzeugung von Energie aus Abfällen beinhalten. „Etwa ein Drittel des EU-Ziels für erneuerbare Energien im Verkehrssektor bis 2020 könnte durch die Verwendung von Biogas aus Bioabfällen erfüllt werden, und die Nutzung aller Bioabfälle zur Energieerzeugung könnte 2 % zum Gesamtziel der EU auf dem Gebiet der erneuerbaren Energie beitragen.“ Doch vor allem die Umsetzung der bereits existierenden EU-Gesetze müsse „Schlüsselpriorität“ sein.
Zur 12-seitigen Mitteilung gehört ein 120-seitiger Anhang, in dem eine ausführliche Ausarbeitung der Problematik und verschiedene Szenarien unterschiedlicher politischer Entscheidungen aufgeführt sind.

Keine einheitliche Regelung zur Erfassung von Bioabfällen

Die EU-Kommission (DG Umwelt) hatte 2000 den Entwurf eines Vorschlags für eine „Bioabfallrichtlinie“ vorgelegt, der grundsätzlich die getrennte Erfassung von Bioabfällen und deren Nutzung als Kompostdünger vorsah. Zu dem Entwurf haben verschiedene Mitgliedsstaaten Stellung genommen.
Im Anschluss hieran hat der Umweltrat in seinen Schlussfolgerungen vom 25. Juni 2002 zur Mitteilung der Kommission „Hin zu einer spezifischen Bodenschutzstrategie“ die Kommission gebeten, sobald wie möglich einen Vorschlag für eine Bioabfallrichtlinie vorzulegen. Im damaligen Entwurf des Vorschlags der KOM für eine Bioabfallrichtlinie waren auch seuchenhygienische Anforderungen enthalten. Die Minimierung des Tierseuchenrisikos wurde jedoch zwischenzeitlich umfassend in der EG-Verordnung Nr. 1774/2002 geregelt, die auch Hygienevorschriften zu Kompostierungsanlagen enthält. Die Arbeiten an der „Bioabfallrichtlinie“ wurden durch die KOM nicht weitergeführt.
Deutschland, unterstützt von einigen anderen EU-Staaten, strebt die Fortführung der Arbeiten an der „Bioabfallrichtlinie“ an. Die Richtlinie soll klare Mindestqualitätsvorgaben für Bioabfallkomposte und die Pflicht zur Getrennterfassung der Bioabfälle enthalten, sowie phytohygienische Mindestanforderungen zur Vermeidung der Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten. D.h.: Es sollten ausschließlich Bioabfälle aus getrennter Erfassung für eine bodenbezogene Verwertung herangezogen werden. Untersuchungen haben belegt, dass die Getrennterfassung eine der ganz wesentlichen Voraussetzungen ist, um Komposte mit niedrigen Schadstoffgehalten herzustellen. Zudem darf es nicht zu einer Schadstoffanreicherung der Aufbringungsflächen kommen; Schadorganismen der Pflanzen dürfen nicht weiter verbreitet werden. Um den Gedanken der Getrennterfassung von Bioabfällen und deren Einsatz als Bioabfallkompost oder Gärrückstand mit anderen EU-Mitgliedstaaten zu diskutieren und möglichst zu einer EU-weiten Anwendung der Getrennterfassung beizutragen, haben Deutschland, gemeinsam mit Österreich, Spanien und Portugal am 31.5./1.6.2006 ein Expertentreffen in Brüssel, zu dem alle Mitgliedstaaten, die Kommission sowie VertreterInnen von Umwelt- und Entsorgungswirtschaft in Europa eingeladen waren, durchgeführt.