Schlagwort-Archiv: ambrosia

Ambrosia-Pflanze: Vorkommen und Bekämpfung

ambrosia_200

Ambrosia-Pflanze, Quelle: StMUG

Die Beifuß-Ambrosie ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze, die sich immer stärker in Bayern ausbreitet und ein erhebliches Gefahrenpotential v.a. für Allergiker darstellt. Um eine weitere Ausbreitung dieser Pflanze bei uns zu vermeiden, ist eine fachgerechte Bekämpfung und Entsorgung der Pflanze notwendig.

Zu diesem Zweck haben wir von der FBK ein entsprechendes Informationsblatt (Download) mit allen wichtigen Daten zum Aussehen, Vorkommen und zur Bekämpfung und Beseitigung der Ambrosia- Pflanze zusammengestellt.

fbk-ambrosia-info_200

Download der FBK-Info

Wir bitten Sie, dieses Informationsblatt auf Ihrer Kompostanlage auszuhängen und an Ihre Kunden weiterzugeben.

Mehr Informationen und Aktionsprogramm des Bayerischen Umweltministeriums:

Die ursprünglich in den USA beheimatete Pflanze „Beifuß-Ambrosie“ breitet sich seit den 1990er Jahren auch in Bayern aus. Seit dem Jahr 2007 wird gegen die Ausbreitung der Pflanze in Bayern systematisch mit dem „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung“ vorgegangen. „Wissenschaftliche Studien zeigen, dass 30 Prozent der untersuchten Allergiker in Bayern auf Ambrosia sensibilisiert sind, die Hälfte davon zeigt bereits allergische Reaktionen. Deshalb wollen wir in Bayern die Verbreitung eindämmen, um schwerere Erkrankungen zu vermeiden“, betonte der Bayerische Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber anlässlich der Ambrosiabekämpfungsaktion 2013.

Die Pollen der Pflanze gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern beim Menschen und sind wesentlich für die Auslösung von saisonalem Asthma und Heuschnupfen verantwortlich. Schon geringe Pollenmengen von ein bis drei Pollen pro Kubikmeter in der Luft reichen aus, dass empfindliche Menschen eine Ambrosia-Allergie entwickeln können. Huber: „Allergien sind letztlich nur durch Medikamente behandelbar. Dies bedeutet hohe Folgekosten im Gesundheitswesen. Auch in Deutschland könnten nach Schätzungen des Umweltbundesamtes durch Ambrosia jährliche Kosten im Gesundheitswesen in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. Gerade deshalb ist es wichtig, entschlossen gegen die Ausbreitung vorzugehen.“ Um die Ausbreitung der Pflanze wirksam zu bekämpfen, steht die Entfernung aus der Landschaft noch vor ihrer Blütezeit von etwa Mitte Juli bis Ende Oktober im Vordergrund. Huber: „Wir müssen die Pflanze sprichwörtlich bei der Wurzel packen. Dabei setzen wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. In allen Landratsämtern stehen Ambosia-Beauftragte als kompetente Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Verfügung.“ Im Rahmen des Programms wird die Bevölkerung aufgerufen, entdeckte Einzelpflanzen und Nester selbst auszureißen und insbesondere Bestände innerhalb von Haus- und Kleingärten eigenständig zu bekämpfen. Verdachtsbestände ab ca. 100 Pflanzen soll die Bevölkerung den Kreisverwaltungsbehörden melden, die sich dann um die Bekämpfung kümmern. „Das Programm ist sehr erfolgreich: Waren die Ambrosia-Bestände in der Vergangenheit nur unzureichend bekannt, werden jetzt immer mehr Bestände bei den zuständigen Behörden gemeldet. Allein im Jahr 2012 wurden 45 neue Befallsstellen mit Beständen von deutlich über 100 Pflanzen registriert. Dank der Mithilfe der Bevölkerung haben wir damit auch bessere Kenntnisse über die Verbreitung der Pflanze in Bayern“, so Huber. Insgesamt investierte der Freistaat seit dem Jahr 2006 rund 668.000 Euro für Maßnahmen zur Ambrosia-Bekämpfung. Unter anderem wurden wissenschaftliche Forschungsprojekte an beiden Münchener Universitäten gefördert, die die gesundheitlichen Auswirkungen der Pflanze untersucht haben. Außerdem wurden zur genauen Bestimmung der Bestände die Landratsämter sowie kreisfreien Städte mit GPS-Geräten ausgerüstet.

Das „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung“ wurde in Zusammenarbeit des Bayerischen Gesundheitsministeriums, des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sowie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erstellt.

Quelle: StMUG

Nähere Informationen im Internet unter StMUG

Die FBK-Info für Ihre Kunden können Sie gerne unter diesem Link herunterladen, ausdrucken und an Ihre Kunden verteilen.

 

UPDATE: 28.08.2013, aus Europaticker:

Die Beifuß-Ambrosie ist ein Einwanderer aus Nordamerika und fasst zunehmend auch in Hausgärten Fuß. Ambrosiapollen sind starke Allergene. Sie können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Aufgrund der Gesundheitsgefahren und zur Allergieprävention sollten bestehende Ambrosia-Bestände entfernt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Wie man die Pflanze am besten bekämpft, verraten die Kollegen aus dem Kreis Kitzingen vom Naturschutz hier.

Nur in die graue Tonne
Ambrosiapflanzen sollten in einer Plastiktüte verpackt und dann in die graue Restabfalltonne gegeben werden. Der Inhalt der grauen Tonne wird im Müllheizkraftwerk verbrannt, so dass die Pflanze damit zuverlässig vernichtet wird. Keinesfalls sollte die Ambrosie in die Biotonne oder den Grüngutcontainer gegeben werden. Und natürlich scheidet auch der Komposthaufen im eigenen Garten als Entsorgungsweg aus.

Quelle: Europaticker:

Ambrosia, Indisches Springkraut und Japanischer Knöterich

Aufgrund einer immer weiteren Ausbreitung von unerwünschten eingewanderten Pflanzen weisen wir eindringlich darauf hin, dass AmbrosiaIndisches Springkraut und Japanischer Knöterich nicht in die Eigenkompostierung gegeben werden dürfen. Nur in gewerblichen Anlagen, die bei der Kompostierung Temperaturen über 70 °C erreichen, werden Samen und Pflanzenteile abgetötet und eine Verbreitung verhindert.

Immer häufiger werden Bestände unerwünschter Pflanzen wie Ambrosia in Deutschland gesichtet. Da sie neben ökologischen auch gesundheitliche Probleme verursachen können, müssen sie auf geeignete Weise bekämpft und deren Ausbreitung verhindert werden.

Ambrosia ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. In Deutschland erfolgt die Ausbreitung zumeist durch verunreinigtes Vogelfutter, durch den Transport von Erden und anderen Stoffen, die mit Ambrosia-Samen oder anderen Pflanzenteilen wie Wurzeln verunreinigt sind oder durch Anhaftungen an Fahrzeugen. DieAusbreitung durch den Wind spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da die Samen schwer und ohne Flugvorrichtung sind, wodurch eine Ausbreitung nicht über längere Strecken erfolgen kann. Ambrosia besiedelt eine große Bandbreite an verschiedenen Standorten, zieht aber offene Flächen vor und meidet dichten Bewuchs. Bei Menschen können die Pollen der Ambrosia eine Pollenallergie auslösen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fließschnupfen, Bindehautentzündung und Asthma. Durch die späte Blüte, im Vergleich zu den Gräsern, kann die allergische Reaktion bei empfindlichen Personen verlängert werden. Ambrosia sollte daher am besten vor der Blütezeit bis spätesten Mitte Juli bekämpft werden, um eine Pollenbelastung zu verhindern. Bekannte Standorte und Vogelfutterplätze sind regelmäßig auf Ambrosia zu untersuchen. Gefundene Pflanzen sollten möglichst mit der Wurzel herausgerissen werden. Ansonsten können diese wieder austreiben. Da durch einen Hautkontakt oft eine Irritation erfolgt, sind während der Arbeit Handschuhe und Kleidung, die den gesamten Körper bedecken, empfehlenswert. Bei blühenden Pflanzen sind zusätzlich ein Mundschutz sowie eine Schutzbrille zu benutzen, damit der Ambrosia-Pollen nicht eingeatmet wird oder in die Augen gelangt. Das entfernte Pflanzenmaterial sollte umgehend in einen Plastikbeutel gefüllt, gut verschlossen und über den Restmüll entsorgt oder einer Kompostieranlage mit professioneller Gütesicherung zugeführt werden. Eine Verbreitung von Pollen und Samen ist während des Transportes zu vermeiden, d.h. keine offenen Transporte.

Indisches Springkraut ist zwar nicht für Menschen gefährlich, kann aber bei starker Vermehrung während der Blütezeit eine große Konkurrenz für heimische Pflanzenarten bedeuten und ggf. auch dichte und hohe Bestände bilden. Zum Teil wird eine Gehölzverjüngung verhindert. Das Indische Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die als Zierpflanze in Europa eingeführt und später wegen der nektarreichen Blüten von Imkern als späte Bienentracht oder durch Verfrachtung von Gartenabfällen und anderen Materialien verbreitet wurde. Das Springkraut ist besonders auf nährstoffreichen und feuchten Standorten zu finden. Damit die Bestände eingegrenzt werden können, sollten die Pflanzen kurz vor der Blüte und vor allem vor der Samenbildung gemäht oder mit Wurzeln ausgerissen werden. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die bearbeitete Fläche sollte zwei bis drei Wochen später auf nachwachsende Pflanzen kontrolliert werden. Indisches Springkraut ist für die Eigenkompostierung nicht geeignet. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Der Japanische Knöterich wurde in den 1950er Jahren von Jägern als Wildfutter angepflanzt. Seitdem breitet sich der Knöterich aus, wobei eine Gehölzverjüngung verhindert wird. Er ist eine mehrjährige robuste Pflanze, deren Stängel und Blätter im Winter absterben. Pflanzen sollten möglichst ausgerissen und die Wurzeln ausgegraben werden, da diese ansonsten wieder austreiben. Auch Teile des Rhizoms sind in der Lage wieder austreiben. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
invasive Pflanzen allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt: „Neophyten – Pflanzenporträts“ 
Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia)
FBK-Infoblatt „Ambrosia – Vorbeugung und Bekämpfungsempfehlung“
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Julius Kühn-Institut
Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft