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Bundeslandwirtschaftsministerium kündigt Änderungen der DüMV an

Die aktuell geltende Fassung der DüMV soll in einigen Punkten geändert werden. Speziell in Bezug auf Kunststoffe wird es zu Anpassungen kommen.Eine wichtige Änderung wird der neue Grenzwert für den Gewichtsanteil an nicht abgebauten Kunststoffen.

Der momentane Grenzwert für Fremdstoffe über 2 mm Siebdurchgang liegt bei 0,5 Gew.-% in der Trockenmasse.
Die Änderung der DüMV sieht einen separaten Grenzwert für nicht abgebaute Kunststoffe vor, der 0,1 Gew.-% betragen soll. Darunter sollen alle Kunststoffe fallen, auch die eventuellen Reststoffe von kompostierbaren Bioplastiktüten.
Für alle weiteren Fremdstoffe wie Papier, Glas und Metall soll ein Summengrenzwert von 0,4 Gew.-% eingeführt werden.

Diese Änderungen sind nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welcher optische Anteil 0,5 Gew.-% Plastikfolie ausmachen kann.
Es bleibt zu bedenken, dass eventuell enthaltenes Hartplastik auch unter den 0,1 Gew.-% Grenzwert fallen würde und auf Grund des höheren Gewichts von Hartplastik eine Grenzwertüberschreitung eintreten könnte.
Welche Änderungen noch geplant sind können Sie im vorläufigen Entwurf der DüMV nachlesen.
Den Link dazu finden sie hier: Entwurf der DüMV

Auffrischung wichtiger Themen zur Kompostierung

Auf Grund der Wichtigkeit und zur Auffrischung des Kenntnisstandes wollen wir Sie zum Thema Bioabfälle und deren Behandlung und Verarbeitung informieren.

Begriff Bioabfälle aus der aktuellen Bioabfallverordnung (BioAbfV §2 Absatz 1):
Bioabfälle sind:
Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder aus Pilzmaterialien zur Verwertung, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können, einschließlich Abfälle zur Verwertung mit hohem organischen Anteil tierischer oder pflanzlicher Herkunft oder an Pilzmaterialien.“

 Bioabfälle sind nicht:
– „Bodenmaterial ohne wesentliche Anteile an Bioabfällen“,
– „Pflanzenreste, die auf forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen anfallen und auf         diesen Flächen verbleiben.“

Eine vollständige Liste an Bioabfällen finden Sie zusätzlich im Anhang der Bioabfallverordung (BioAbfV Anhang 1).

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz stellt Ihnen dafür die BioAbfV im Internet zur Verfügung: http://www.gesetze-im-internet.de/bioabfv/

Hygienisierung des Kompostes:
Der Gesetzgeber schreibt vor (BioAbfV § 3 Absatz 1) :„Entsorgungsträger, Erzeuger und Besitzer haben […] Bioabfälle vor der Aufbringung oder der Herstellung von Gemischen einer hygienisierenden Behandlung zuzuführen, welche die seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit gewährleistet.“

Zur Sicherstellung der hygienischen Unbedenklichkeit führen Sie die kontinuierliche Temperaturüberwachung mittels Logger und Sonden durch.

Untersuchung der Kompostparameter:
Zusätzlich zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung ist auch die Überwachung der physikalischen und biologischen Kompostparameter wie Schwermetalle und organische Inhaltsstoffe von absoluter Wichtigkeit, um eine Aussage über die Güte des Kompostes machen zu können.

Laut BioAbfV ist der Bioabfallbehandler verpflichtet […]“Untersuchungen der behandelten Bioabfälle durchführen zu lassen auf:
1. Gehalte der Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink.
2. den pH-Wert, Salzgehalt, Gehalt organischer Substanz, Trockenrückstand und den Anteil an    Fremdstoffen und Steinen.“

Diskussion um Studie der ITAD zum Thema Müllverbrennung

Zum Thema der Vor- und Nachteile von Kompostierung im Gegensatz zur Müllverbrennung ist neuerdings ein heißer Streit entbrannt.
Ausgangspunkt der Diskussion ist das Ergebnis einer Studie, die von der Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) beauftragt wurde.

Der Studie zufolge ist die Verbrennung von Bioabfall insgesamt besser für das Klima (im Vergleich zur Kompostierung), da bei der Verbrennung weniger Treibhausgase freigesetzt werden.
Wenig berücksichtigt werden bei dieser Studie jedoch die Vorteile der Kompostierung in Bezug auf den Ressourcenschutz.
Dieser liegt klar auf der Hand. Durch die Aufbringung des Kompostes werden den Böden wieder Nährstoffe zugeführt, die ihnen durch die landwirtschaftliche Nutzung zuvor entzogen wurden. Speziell Elemente wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die für das Pflanzenwachstum unerlässlich sind, werden dabei wieder in das System eingebracht. Die Ausbringung von synthetisch hergestelltem NKP-Dünger wird dadurch reduziert oder sogar überflüssig.
Zusätzlich verringert die Düngung mit Komposten die Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser, da die im Kompost enthaltenen Nährstoffe über einen längeren Zeitraum abgegeben werden.

Insgesamt muss man die Vorteile der Kompostierung im Gesamten betrachten und auch weiterführende Aspekte miteinbeziehen. Eine einseitige Betrachtung nur in Bezug auf Treibhausgasemissionen ist demnach nicht zu empfehlen.

LfU-Info-Broschüre: Abfall – vermeiden – trennen – verwerten – beseitigen

LfU-Info-Broschüre: Abfall vermeiden, verwerten, trennenDas Informationsblatt „Abfall“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt einen Überblick über die Abfallwirtschaft und Abfälle im Allgemeinen bzw. Informationen bzgl. deren Vermeidung und Verwertung.

Abfall kann überall entstehen: im privaten Haushalt, in der Industrie, im öffentlichen Leben. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der modernen Abfallwirtschaft, die Entstehung von Abfall zu vermeiden, was z.B. durch eine Wiederverwendung von Papier und Verpackungen bis hin zu Elektroschrott und geeigneten Altgebäuden erreicht werden kann.

Verschiedenfarbige Abfalltonnen zur Abfalltrennung gehören in Deutschland heute zum Alltag. Dabei sollen die Stoffe möglichst sortenrein getrennt werden, um eine hochwertige Verwertung zu ermöglichen. Das Recycling von z.B. Papier, Glas, verschiedenen Kunststoffen, aber auch Bio- und Grüngutabfällen oder die Vergärung biologischer Stoffe trägt dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen.

Abfall vermeiden

Folglich wird der Bedarf an neuen Rohstoffen oder Energieträgern reduziert und somit die Umwelt weniger belastet. Was dann noch übrig bleibt und nicht verwertbar ist, wird als Restmüll beseitigt.

Direkter Link zur LfU-Info-Broschüre: Abfall

Bayerns Entsorgungswirtschaft auf Spitzenposition

Bayerns Entsorgungswirtschaft ist wiederholt auf einem Erfolgskurs, der im nationalen und internationalen Umfeld kaum zu übertreffen ist. Dabei spielen Privatunternehmen* eine beträchtliche Rolle. *(mit einer Beteiligung von knapp 90 % und einer Verwertungsquote von nahezu 73 %).

Das legten die veröffentlichten Zahlen der Abfallbilanz 2011 dar, mit deren sich der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. zufrieden zeigte.

 

Quelle: Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V.

Deutschland abgeschlagen!

Laut einem Bericht der EU-Kommision ist man in einem vereinten Europa noch weit von einer einheitlichen Regelung (bezüglich der Abfallbewirtschaftung) in den Mitgliedsstaaten entfernt.
Unterschiedliche Preise, ungleiche Einhaltungen von EU-Regeln sowie eine fehlende flächendeckende Umsetzung von Recycling sind die Folge.
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik bemerkte, dass noch zu viel Müll einfach deponiert, anstatt wiederaufbereitet werden würde. Es bleibt noch zu viel Potential ungenutzt und wird bei einer Deponierung für immer dem Stoffkreislauf entzogen. Einer solchen Tendenz muss aber schnellstmöglich Einhalt geboten werden. Ein sofortiges Umdenken ist diesbezüglich gefragt.

Selbst Deutschland musste sich in einem Bericht, der am 7. August 2012 erschien und der anhand von 18 Kriterien die Mitgliedsstaaten danach bewertete, wie sie mit ihrem kommunalen Müll verfahren, mit dem vierten Platz hinter Österreich, den Niederlanden und Dänemark geschlagen geben und verlor damit seine Spitzenposition. Es fehlt demnach nicht an Engagement, wohl aber an der tatsächlichen Umsetzung.

Die zehn Mitgliedsstaaten, die als Verlierer bezüglich ihrer Abfallverwertung aufgefallen sind, werden in Zukunft finanzielle Unterstützung erwarten können, um hinsichtlich ihrer Abfallbewirtschaftung umzudenken und in den Wettbewerb einsteigen zu können.

Würde das EU Abfallrecht vollständig umgesetzt, könnten sich dadurch rund 72 Milliarden Euro pro Jahr einsparen lassen und bis zum Jahr 2020 mit 400’000 neuen Arbeitsplätzen alleine in diesem Sektor gerechnet werden.

Quelle: http://www.euractiv.de/ressourcen-und-umwelt/artikel/abfall-report-muellprobleme-in- sued–und-osteuropa-                      006614

 

Deutschland als Spitzenreiter in Sachen Recycling.

Ende März diesen Jahres veröffentlichte das statistische Amt der Europäischen Union (EUROSTAT) die aktuellen Zahlen der Abfallbewirtschaftung. Mit einem durchschnittlichen Jahresaufkommen von 502 kg Restmüll pro Einwohner Europas liegt der Verbrauch noch viel zu hoch.
Ausserdem werden noch rund 40% der kommunalen Abfälle innerhalb Europas auf Deponien gelagert und so einem ressourcenschonenderem Recyclingkreislauf entzogen.
Der Weg zu einer angestrebten Recyclingsgesellschaft ist daher noch weit.
Während in Deutschland ein Großteil der anfallenden Abfälle bereits wiederverwertet wird (45% ) und sich damit als Spitzenreiter innerhalb Europas etabliert hat, liegen Staaten wie Bulgarien oder Rumänien weitab von diesem Ziel, da es an der Idee und dem Verständnis des Recyclings fehlt und gut 100% der Abfälle weiterhin auf Deponien endgelagert werden.
Bis zum Jahr 2016 setzt die EU-Deponienrichtlinie deshalb Vorgaben, nur noch 35% der biologischen abbaubaren Abfälle im Gegensatz zum Jahr 1995 zu deponieren.
Um dieses Ziel auch in den anderen Ländern der EU zu erreichen, bedarf es deshalb Förderungen, die sich auf die Wiederverwertung von Abfällen konzentrieren um das vorhandene wirtschaftliche und ökologische Potential auszubauen.

 

Daten zum Aufkommen von Haushaltsabfällen in Deutschland liegen vor

Die Statistik über das Aufkommen von Haushaltsabfällen zeigt, dass Bayern im Vergleich zu den übrigen Bundesländern bei der Erfassung von getrennt gesammelten organischen Abfällen gut aufgestellt ist.

In Deutschland wurden im Jahr 2009 insgesamt 37.220.100 Tonnen Abfälle erfasst. Davon fallen 9.096.500 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle. In Bayern wurden für das Jahr 2009 5.863.600 Tonnen Abfälle gemeldet, wovon 1.772.200 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle entfallen. Damit steht Bayern nach Nordrhein-Westfalen mit 8.369.100 Tonnen an zweiter Stelle. Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen mit 1.351.900 t bzw. 1.191.100 t an dritter und vierter Position bei der Erfassung getrennt gesammelter Bioabfälle.

Bei den Städten führt Berlin das erfasste Gesamtabfallaufkommen mit 1.441.500 t und mit 126.400 getrennt gesammelten organischen Abfällen an. An zweiter Position ist Hamburg bei der Gesamterfassung und Bremen bei den getrennt gesammelten organischen Abfällen zu finden.

 

Bundesland Abfälle insgesamt in 1000 t organische Abfälle in 1000 t
Baden-Württemberg 4680,9 1351,9
Bayern 5863,6 1772,2
Berlin 1441,5 126,4
Brandenburg 975,8 98,3
Bremen 302,9 59,4
Hamburg 803,0 36,1
Hessen 2912,2 788,9
Mecklenburg-Vorpommern 690,4 86,8
Niedersachsen 3952,7 1191,1
Nordrhein-Westfalen 8369,1 1955,6
Rheinland-Pfalz 2072,0 590,5
Saarland 506,5 140,8
Sachsen 1368,6 222,9
Sachsen-Anhalt 1046,6 240,5
Schleswig-Holstein 1343,2 268,4
Thüringen 891,1 166,6
Deutschland 37220,1 9096,5

 

Auf Einwohner umgerechnet ergibt sich für Deutschland ein Gesamtabfallaufkommen im Jahr 2009 von 455 kg, wovon 111 kg getrennt erfasster organischer Abfall war. In Bayern wurden pro Kopf 469 kg Haushaltsabfälle erfasst. 142 kg entfallen auf die organischen Abfälle. Damit steht Bayern in der Statistik an 6. Position beim Gesamtabfallaufkommen und an 3. bei den getrennt erfassten organischen Abfällen. Nur Niedersachsen und Rheinland-Pfalz weisen mit 150 kg bzw. 147 kg pro Einwohner höhere Werte bei der Erfassung der organischen Abfälle auf.

Bei den Städten haben Bremen (458 kg) und Hamburg (453 kg) im Jahr 2009 ähnlich viel Abfall pro Kopf erfasst. Bremen (90 kg) weist gegenüber Hamburg (543 kg) allerdings eine viel höhere Erfassungsrate bei den organischen Abfällen auf. In Berlin sind zwar etwas weniger Abfälle pro Einwohner registriert worden als in den anderen beiden Städten, weist aber auch mit 37 kg pro Kopf ähnlich wenig erfasste organische Abfälle auf wie Hamburg.

Bundesland Abfälle insgesamt in kg/Einw. organische Abfälle in kg/Einw.
Baden-Württemberg 436 126
Bayern 469 142
Berlin 419 37
Brandenburg 389 39
Bremen 458 90
Hamburg 453 20
Hessen 480 130
Mecklenburg-Vorpommern 418 53
Niedersachsen 499 150
Nordrhein-Westfalen 468 109
Rheinland-Pfalz 516 147
Saarland 495 138
Sachsen 328 53
Sachsen-Anhalt 444 102
Schleswig-Holstein 474 95
Thüringen 396 74
Deutschland 455 111

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Statistikportal

Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien

Bei einem Workshop, an dem Angehörige der europäischen Kommission, der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter entsprechender Organisationen teilnahmen, wurden Vorschläge für End-of-Waste (Ende der Abfalleigenschaft)-Kriterien für Kompost und Gärreste als Teil der Arbeit einer technischen Arbeitsgruppe erstellt.

Das Europäische Kompostnetzwerk berichtet, dass trotz der vielen positiven Eigenschaften von Kompost und Gärresten die Nachfrage nach diesen Produkten in mehreren EU-Mitgliedsländern aufgrund des fehlenden Vertrauens beim Verbraucher gering ist. Daher sollen in Zukunft Standards für Kompost und Gärreste eingeführt werden, die einen freien Handel und eine Anwendung ohne weitere Kontrollen ermöglichen. Hinzu kommt eine Förderung des Recyclings und der Abbau von administrativen Hürden.

Die Bewertung von Kompost und Gärresten als Abfall soll durch eine Rückgewinnung wie z.B. Recycling und der Einhaltung spezifischer Kriterien für Verfahrensabläufe sowie nachfolgenden Voraussetzungen aufgehoben werden:

  • der Kompost bzw. der Gärrest dient einer bestimmten Anwendung,
  • für Kompost bzw. Gärrest ist ein Markt vorhanden,
  • der Kompost bzw. der Gärrest erfüllt vorgegebene Anforderungen in technischer und gesetzlicher Hinsicht sowie geltende Standards,
  • der Kompost bzw. der Gärrest führt bei der Anwendung nicht zu Umweltschäden und hat keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Alle o.g. Voraussetzungen werden für Kompost und Gärreste erfüllt. Für Kompost wurde kürzlich ein Qualitätssicherungssystem auf EU-Ebene ins Leben gerufen, dass 2012 um Gärreste erweitert werden soll. Ferner weisen Kompost und Gärreste im Vergleich zum Siedlingsabfall viel mehr Vor- als Nachteile auf, wodurch auch das letztgenannte Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.

Nachdem die Voraussetzungen von den Teilnehmern des Workshops als erfüllt angesehen wurden, sind folgende Vorschläge für End-of-Waste Kriterienerarbeitet worden:

Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien
Mindestanteil organischer Substanz mind. 20 %
Mindesthaltbarkeit noch in Bearbeitung
Pathogene keine Salmonellen in 50 g Probe
Anteil an lebensfähigen Pflanzenteilen noch in Bearbeitung
Anteil an Verunreinigungen max. 0,5 % der Trockenmasse
Zink max. 400 mg/kg Trockenmasse
Kupfer max. 100 mg/kg Trockenmasse
Nickel max. 50 mg/kg Trockenmasse
Cadmium max. 1,5 mg/kg Trockenmasse
Blei max.120 mg/kg Trockenmasse
Quecksilber max.1 mg/kg Trockenmasse
Chrom max.100 mg/kg Trockenmasse

 

Über die Erstellung einer Positivliste bzw. einer Negativliste für Ausgangsmaterialien wird bisher noch diskutiert. Besonders im Hinblick auf Klärschlamm und gemischte Siedlungsabfälle stellt sich die Frage der Einführung einer derartigen Liste.

Neben den Kriterien für die Produkte schlagen die Teilnehmer auch Mindestanforderungen an die Verfahren vor:

Vorschlag zu Mindesttemperatur und Dauer
65 °C über 5 Tage
60 °C über 7 Tage
55 °C über 14 Tage

 

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgruppe wird im Oktober 2011 stattfinden.

Lebensmittel im Abfall

Aktuelle Schätzungen gehen davon, dass ca. zehn Prozent des alljährlich anfallenden Restmülls aus Lebensmitteln besteht, von denen viele sogar noch originalverpackt und verwendbar sind. Am Beispiel Ludwigsburg wären das rechnerisch 7000 t Lebensmittel. Die Abfallverwertungs-gesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH hat sich aus diesem Grund bei einem EU-Projekt beworben.

Der erste Schritt wird eine Analyse des Restmülls sein, wodurch eine genaue Aussage über den Anteil weggeworfener Lebensmittel im Restmüll möglich wird. Anschließend sollen die Daten mit anderen Gebieten verglichen werden. In Österreich kommen beispielsweise pro Einwohner 15 kg Lebensmittel in den Abfall und in Großbritannien sogar 70 kg. Für Deutschland stehen dagegen noch keine Daten zur Verfügung. Nach den Schätzungen von Experten sind es in Deutschland 8 – 25 %.

Nicht nur, dass Lebensmittel in den Abfall gelangen, für deren Herstellung werden auch Unmengen an Ressourcen gebraucht und die Umwelt belastet. Durchaufwendige Verpackungen werden die Lebensmittel besser geschützt und die Globalisierung sorgt für eine ständige Verfügbarkeit vieler Lebensmittel zu allen Jahreszeiten an vielen Orten. Über den Wasser-, CO2- und Energieverbrauch werden sich nur wenig Gedanken gemacht. Die AVL möchte den Ressourcen- und Umweltschutz daher mit der Vermeidung, Lebensmittel in den Müll zu werfen, verbinden.

Das Ziel des EU-Projektes „GreenCook“ ist es für die EU herauszufinden, wieviel Energie, Emissionen und Verpackungsabfälle weggeworfene Lebensmittel bedeuten und wie hoch die Kosten für den Verbraucher sind. Dafür wird ein lebensnahes und mit Beispielen versehenes Thema in Zusammenarbeit von Forschung, Produktion, Handel, Gastronomie, Beratung und Entsorgung bearbeitet, an dem auch die Einflüsse des Konsumverhaltens untersucht werden können. Als Ergebnis sollen alltagsnahe Antworten gegeben werden, wie Abfälle vermieden werden können.

Aus diesem Grund werden die Haushalte konkret in die Studie mit einbezogen. Primär werden Fragen zu den bestimmenden Faktoren des Einkaufsverhaltens sein. Das gesamte Projekt ist auf dreieinhalb Jahre ausgelegt und wird bis September 2013 laufen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
AVL: Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH