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24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum 2012

Vom 27.03. bis 29.03. fand unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit das 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum statt, welches vor allem unter dem Zeichen der Novelle der Bioabfallverordnung stand.

Ministerialdirigent Bergs hielt sich in seinem Vortrag am Mittwoch Vormittag noch recht bedeckt mit Erläuterungen zur Novelle und bezog sich stattdessen auf die Änderungen des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) in Bezug auf Bioabfallerfassung und -behandlung. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Paragraphen 11 und 12, die sich mit Anforderungen und Qualitätssicherung von Bioabfällen und Klärschlämmen befassen. Bioabfälle sind ab dem 01.01.2015 grundsätzlich getrennt zu erfassen. Konkrete Vorgaben zur getrennten Erfassung sollen mit der nächsten Novelle der Bioabfallverordnung, die ebenfalls für das Jahr 2015 vorgesehen ist, herausgegeben werden. Erste Forschungsvorhaben und Gesprächskreise in Vorbereitung auf die nächste Novelle sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Laut Aussage von Bergs liegt das noch abschöpfbare Potenzial von Bioabfall bei geschätzten 4 Millionen Tonnen, die zusätzlich zur Verwertung kommen könnten.
Ministerialdirigent Bergs betonte im Hinblick auf die beiden Paragraphen vor allem die Anerkennung des grundsätzlichen Vorrangs der düngerrechtlichen Qualitätsanforderungen vor den abfallrechtlichen Anforderungen. Ein weiteres großes Thema, das momentan nicht nur auf EU-Ebene in aller Munde ist, wird die Abfallvermeidung sein. In diesem Zusammenhang wurde das Bioabfallvermeidungsprogramm der EU-Kommission genannt.
Auch Dr.Kehres von der Bundesgütegemeinschaft Kompost ließ es sich nicht nehmen, Stellung zur Novelle der BioAbfV zu nehmen.
Er erläuterte in seinem Vortrag die Änderungen, die sich durch die Einführung der Novelle ergeben.
Der Anhang 1 wird, anders als in der bisherigen BioAbfV, in zwei Teile geteilt. In Bioabfälle, die keiner Zustimmung zur Bewertung benötigen und Bioabfälle, die nur mit behördlicher Zustimmung verwendet werden dürfen. Unter Letzteres fallen u.a. Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung und Pilzsubstratrückstände.
Anforderungen an die hygienisierende Behandlung sind in Anhang 2 aufgeführt. Die Pasteurisierung wurde hier als neues Verfahren der Hygienisierung aufgenommen. Bei der Prozessüberwachung haben sich ebenfalls Änderungen ergeben. So hat die Temperaturüberwachung fortlaufend zu erfolgen unter ständiger Aufzeichnung der Messergebnisse. Im Verlauf der aeroben hygienisierenden Behandlung muss eine Temperatur von mindestens 55°C über einen möglichst zusammenhängenden Zeitraum von 2 Wochen, von 60°C über 6 Tage oder von 65°C über 3 Tage auf das gesamte Rottematerial einwirken.
Die momentan geltenden Toleranzbereiche bei der Überschreitung von Schwermetallgrenzwerten werden zukünftig nur noch für Kupfer und Zink Anwendung finden. Überdies wird eine Meldepflicht für die Überschreitung von Schwermetallgrenzwerten eingeführt.