Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm soll beendet werden

Klärschlamm, als Rückstand der Abwasserreinigung, weist einen hohen Schadstoffanteil auf. Aus diesem Grund besteht in Bayern das Ziel, Klärschlamm nur noch der thermischen und nicht mehr der landwirtschaftlichen Verwertung zuzuführen.

Im Jahr fallen in Bayern ca. 6 Mio. t Klärschlamm an. Der sogenannte Nassschlamm besitzt einen mittleren Trockenrückstandsgehalt von ca. 5 % und damit ein Wasseranteil von ca. 95 %. Als reine Trockenmasse fallen ca.300.000 t an. Seit den 90er Jahren ist die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm rückläufig, dagegen nahm die thermische Verwertung zu. Weiterhin wird der Klärschlamm für Rekultivierungsmaßnahmen eingesetzt. Wenn eine Verwertung innerhalb Bayerns vorgenommen wird, ist dies meistens eine thermische Behandlung. Außerhalb Bayerns liegt der Schwerpunkt bei einem Einsatz für Rekultivierungsmaßnahmen oder in Kohlekraftwerken.

Da der Klärschlamm eine Vielzahl an Schadstoffen aus Haushalten, dem Gewerbe und der Industrie nach der Abwasserreinigung enthält, würden durch die landwirtschaftliche Verwertung diese Schadstoffe wieder in Umlauf gebracht. Das Risiko besteht, neben den bereits bekannten Toxinen, ebenso in der Ungewissheit, inwieweit die einzelnen Stoffe, insbesondere organische Schadstoffe, eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Indem der Klärschlamm, wie in dem Abfallwirtschaftsplan Bayern und dem Landesentwicklungsprogramm vorgesehen, nun der thermischen Verwertung zugeführt wird, werden dieorganischen Schadstoffe zerstört und Schwermetalle aus dem Kreislauf entfernt. Dadurch werden Verbraucher, Boden und Gewässer geschützt.

In diesem Rahmen übernimmt das Bayerische Landesamt für Umwelt u.a. folgende Aufgaben:

  • Beratung von Kommunen bzgl. Neuausrichtung der Klärschlammentsorgung,
  • Fachliche Stellungnahmen zu Verordnungs- und Gesetzesentwürfen,
  • Begutachtung und Überwachung von thermischen Behandlungsanlagen,
  • Erstellung von Gutachten bei innovativen Behandlungsverfahren,
  • Betreuung bzw. Beurteilung von Forschungsvorhaben (z.B. Phosphorrückgewinnung),
  • Aufbau und Betrieb des Bayerischen Klärschlammnetzes (internetbasiertes EDV-System zur Abwicklung des Lieferscheinverfahrens gemäß Klärschlammverordnung),
  • Erstellung des bayerischen Berichtes zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung gemäßKlärschlammverordnung,
  • Erhebung und Auswertung von statistischen Daten (Abfallbilanz).

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

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