Kein Platz für biologisch abbaubare Werkstoffe in der Biotonne

Verpackungen aus biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) sind zwar sprichwörtlich in aller Munde, jedoch machen sie bisher nur einen sehr kleinen Marktanteil aus und haben, selbst in Deutschland, eines der führenden Ländern, in denen Umweltschutz einen hohen Stellenwert besitzt, bisher kaum mehr als die 1000 Tonnen Grenze erreicht. Als Vergleich: Konventionelle Verpackungen bringen es auf jährlich 1,5 Mio. Tonnen.
Dem Trend zufolge wird jedoch mit einem erhöhten Anstieg von BAW-Verpackungen in den kommenden Jahren gerechnet.
Trotz ihrer biologischen Abbaubarkeit gehören diese Verpackungen aber, laut Experten, nicht, wie erwartet in die Biotonne !
Unterschiedliche Faktoren führten dazu, dass es mit den eingebrachten BAW-Verpackungen zu Komplikationen kommen könnte, die eine Verwertung zusammen mit dem üblichen Biomüll erschweren und dadurch verteuern, beziehungsweise unmöglich machen würden, wie Experten warnen.
Eine solche Annahme ist durchaus begründet, wenn man sich die Realität vor Augen hält.
Selbst wenn der mündige Konsument und damit Endverbraucher selbstredend vernünftig entscheiden kann, welche Stoffe in die Biotonne gehören und welche nicht, würden sich dennoch aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Verpackungsmaterialien vermehrt auch solche wiederfinden, die nicht hinein gehören. Ein sogenanntes Verwirrspiel entstünde und das nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für die Entsorger, die nicht zwischen den BAW- und den restlichen Materialien unterscheiden können und somit die sorgfältig gesammelten BAW-Verpackungen wieder dem Biomüll entnehmen müssten.
Auch ist die Verrottungsdauer von Bioverpackungen um einiges länger, als die von konventionellem Bioabfall, weshalb sie für Entsorgungsfirmen heute schon ein Dorn im Auge sind.
Ein weiteres Argument wäre der Mehrwert, der sich durch gezielte Verbrennung erreichen liese, da auch kompostierbare Verpackungen einen hohen Heizwert besitzen und eine Kompostierung wenig bis keinen Nutzen für organische Substanz oder Pflanzennährstoffen hat, da die Produkte komplett abgebaut werden.
Aus diesen Argumenten sollte man die Vorteile von biologisch abbaubaren Kunststoffen nicht in der Kompostierbarkeit begründet sehen, sondern, dass es sich um Verpackungen handelt, die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt sind und Verpackungen auf Rohölbasis ersetzen können.
Quellen:
http://www.recyclingmagazin.de
http://www.pressebox.de/pressemeldungen/heise-medien-gruppe-gmbh-co-kg/boxid/210688
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/chemie/20110126_abfall_biokunststoffe_stellungnahme.pdf
http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/110726_Bioplastik_Hintergrundpapier_260711.pdf

 

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