Förderprogramm für nachwachsende Rohstoffe

Das BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) unterstützt mit dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ ca. 250 Projekte zur stofflichen Nutzung von Biomasse. Dafür stehen insgesamt 65 Millionen Euro zur Verfügung.

Den Schwerpunkt sieht Clemens Neumann (Abteilungsleiter für biobasierte Wirtschaft) besonders auf Werk- und Wertstoffen, Technologien zur Bioraffinerie und pflanzlichen Arzneimitteln liegen, da hier seiner Meinung nach die Wachstums- und Innovationspotenziale für Deutschland seien. Durch die stärkere Nutzung nachwachsender Rohstoffe können nicht nur fossile Ressourcen eingespart werden, sondern dadurch werden auch der Klima- und Umweltschutz gefördert und ländliche Räume gestärkt. Ferner bedingt die verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe die Entwicklung neuer Technologien und Produkte.

Die Förderschwerpunkte liegen auf:

  • Züchtungsforschung und Züchtung im Bereich der Energiepflanzen,
  • Biopolymerwerkstoffe, holz- und naturfaserverstärkte Kunststoffe,
  • alternative pelletierte Biobrennstoffe für Biomassefeuerungsanlagen im Geltungsbereich der 1. BISchV,
  • stoffliche und konstruktive Nutzung von Holz,
  • Synthese und Anwendung von Spezial- und Feinchemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen,
  • technische Kunststoffe und Spezialpolymere aus nachwachsenden Rohstoffen.

Eine Verwendung der Fördermittel ist für folgende Themenbereiche vorgesehen:

  • Aufbau von Produktlinien von der Erzeugung bis zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe,
  • Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben zur Erschließung weiterer Verwendungsmöglichkeiten im Nichtnahrungsmittelsektor,
  • Informationsvermittlung und Beratung, vor allem für Produzenten, Verarbeiter und Anwender nachwachsender Rohstoffe,
  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Förderschwerpunkte sind für das Jahr 2011 geplant:

  • feste Bioenergieträger,
  • nachhaltiger Energiepflanzenanbau,
  • biobasierte Polymere und biobasierte naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK),
  • stoffliche Nutzung von Lignin.

Das Förderprogramm basiert auf dem im Jahr 2009 verabschiedeten „Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe“. Danach soll der Umfang und die Effizienz des Biomasseeinsatzes deutlich und anhaltend gesteigert, Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt sowie die international führende Rolle Deutschlands gesichert werden. Im Aktionsplan sind zwölf Handlungsfelder genannt, die die geeigneten Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des Aktionsplans definieren.

Die produktübergreifenden Handlungsfelder sind:

  • Sicherung der Rohstoffbasis,
  • Sicherung der Nachhaltigkeit,
  • Forschung und Entwicklung,
  • Förderung der Markteinführung,
  • Information,
  • öffentliches Auftragswesen.

Die produktspezifischen Handlungsfelder sind:

  • industrielle Biotechnologie und Raffinerien,
  • biobasierte Werkstoffe einschließlich naturfaserverstärkte Kunststoffe,
  • Bauen und Wohnen,
  • oleochemische Anwendungen,
  • Zellstoffnutzung, Stärkeverarbeitung,
  • Phytopharmaka und Kosmetika.

Die Vorteile der Nutzung nachwachsender Rohstoffe sind vielseitig. Neu entwickelte Produkte können momentan verwendete und weniger ökologische Produkte ersetzen, der CO2-Ausstoß kann verringert und auf fossile Ressourcen basierende Produkte können ersetzt werden, die Wertschöpfung könnte höher sein als bei aktuellen Produkten und die Beschäftigung würde steigen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
politische Rahmenbedingungen und Produktbeispiele
Übersicht über aktuelle Förderschwerpunkte
Aktionsplan
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V

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