Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland erneut gestiegen

Im Jahr 2010 ist die Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland um ca. 1000 Neuanlagen auf insgesamt 6000 gestiegen. Die Anlagenanzahl konnte seit 1992 bisher um das 40fache gesteigert werden. Im letzten Jahr konnten daher schätzungsweise 4,3 Mio. Haushalte mit etwa 15 Mrd. Kilowattstunden Strom versorgt werden. Dabei wurden annähernd 4,7 Mrd. € erwirtschaftet.

Der Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., Josef Pellmeyer, sieht die Gründe für die rasante Entwicklung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Seit April 2000 ist das Gesetz in Kraft und gibt den Betreibern entsprechende Planungssicherheit. Durch die Diskussion um eine vorzeitige Novellierung des Gesetzes, die sowieso schon um ein Jahr vorverlegt wurde, entsteht laut Josef Pellmeyer eine Verunsicherung bei den Anlagenbetreibern.

Hinzu kommt eine Diskussion über den Sinn des NawaRo-Bonus (Zusatzvergütung für Strom aus NawaRo-Produkten). Nach Ansicht des Präsidenten ist der NawaRo-Bonus, so wie er zur Zeit ist, gut. Stattdessen sollte der Gülle-Bonus angepasst werden. Die in den Medien genannten Probleme, Ausweitung des Energiepflanzenanbaus und eine stetig wachsende Zahl Biogasanlagen, tritt laut Josef Pellmeyer nur in Gebieten mit viel Viehhaltung und damit verbundener Gülleproduktion auf. Bisher ist der Gülle-Bonus an den NawaRo-Bonus gekoppelt. Aus diesem Grund werden zur Zeit in Gebieten mit viel Viehhaltung übermäßig viele Energiepflanzen angebaut und Biogasanlagen in Betrieb genommen. Durch eine Entkopplung vom NawaRo-Bonus, so ist Josef Pellmeyer überzeugt, würde den Problemen entgegengewirkt. Hinzu kommt eine Mindestschwelle für den Gülle-Bonus. Erst wenn der Input zu 30 Massenprozent aus Gülle besteht, wird der Bonus gewährt. Mit einer Abschaffung der Mindestschwelle und einer Miteinbeziehung von Abfall-Biogasanlagen würden zusätzliche Ursachen eliminiert werden.

Bei einer Kombination von Gülle, Energiepflanzen und Reststoffen sieht der Verband eine mögliche Leistungssteigerung der jetzigen Anlagen bis zum Jahr 2020 um das Dreifache voraus, besonders da Gülle bislang nur zu einem Fünftel in Biogasanlagen gelangt. Eine Lebensmittelverknappung wäre nach dessen Ansicht nicht gegeben. In Zukunft würde auch der Mais durch andere Energiepflanzen, je nach Standortbedingungen, ergänzt bzw. ersetzt. Zu nennen sind die Zuckerrübe, die Durchwachsene Silphie und in Erprobung befindliche Energiepflanzen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Fachverband Biogas e.V.
Biogas Branchenkennzahlen 2010
Positionspapier zur EEG Novelle 2011/2012

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