Archiv für den Monat: Februar 2013

LfU-Info-Broschüre: Verwendung von Kompost schützt Moore

 

LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

Die Veröffentlichung „Kompost nutzen, Moore schützen“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt informiert über den klima- und umweltrelevanten Vorteil der Verwendung von Kompost anstelle von mit Torf angereicherter Blumen- und Gartenerde.

Jahrhundertelang wurde Torf in Mooren abgebaut, um Brennmaterial zu gewinnen. Heutzutage wir abgebauter Torf in großen Mengen handelsüblicher Blumen- und Gartenerde beigemischt, da dieser Wasser speichert und die Erde auflockert.

Zum Torfabbau muss das Moor entwässert werden – mit weitreichende Folgen für die Moorböden und deren Wasserhaushalt. Auch das Klima wird durch die Entwässerung der Moore negativ beeinflusst. Grundsätzlich sind Moore gute Kohlenstoffspeicher, sie binden ca. sechsmal soviel Kohlenstoff wie Wald. Bei der Entwässerung kommt es allerdings zu einem Abbau des Torfs durch Mikroorganismen, wobei klimaschädliche Gase wie CO2, Lachgas und in geringen Mengen auch Methan freigesetzt werden. Außerdem werden Tier- und Pflanzenarten, die sich über Jahrhunderte an die nährstoffarmen und feuchten Moorböden angepasst haben, aus ihren Lebensräumen verdrängt, was zu einem hohen Verlust der Artendiversität in diesen Landschaften führt.

Eine hervorragende Alternative zu Torf ist Kompost. Im Gegensatz zu Torf, der sehr nährstoffarm und sauer ist und dadurch mit Mineraldünger und Kalk vor dem Gebrauch angereichert werden muss, ist Kompost ein guter Nährstofflieferant. Zusätzlich enthält Kompost Spurenelemente, die für das Wachstum der Pflanzen notwendig sind. Mit dem Humusanteil im Kompost wird dem Boden wieder organische Substanz zugeführt: dies führt zu einer ausgeglichenen Humusbilanz und folglich zu einem dauerhaft fruchtbaren Boden.

Durch die Verwendung eines Kompostes mit Gütesicherung ist eine Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Schwermetalle und Störstoffe und somit eine gute Qualität gewährleistet.

Direkter Link zur LfU-Info: Kompost nutzen, Moore schützen

Phosphatquelle ist nicht gleich Phosphatquelle

Festgesetzte Düngerpreise veranlassen immer mehr Landwirte dazu, nach möglichst günstigen Alternativen bei der Phosphatdüngung zu suchen. So wurden in den letzten Jahren neben Mineraldüngern vermehrt auch Sekundärrohstoffdünger wie Kompost, Klärschlamm und Fleischknochenmehl eingesetzt.

Phosphat-EintragEs gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen der Phosphatdüngung mit Mineraldünger und mit Sekundärrohstoffdünger: die meisten gängigen mineralischen Phosphatdünger enthalten als Phosphatquelle einen sehr hohen Anteil an aufgeschlossenem Phosphat, das leicht löslich ist und somit der Pflanze schnell zur Verfügung steht.

Sekundärrohstoffdünger dagegen enthalten oft hohe Mengen an Calciumphosphaten (Apatite) und organischen Phosphatverbindungen, die im Boden erst in leicht lösliche Verbindungen umgewandelt werden müssen, bevor sie den Pflanzen zur Verfügung stehen. Die Geschwindigkeit dieser Umsetzungsprozesse ist allerdings abhängig von verschiedenen Faktoren, die der Landwirt durch geeignete Maßnahmen, wie z.B. Einstellung des optimalen pH-Werts durch Kalkung bzw. physiologisch sauer wirkende N-Dünger, beeinflussen kann.

Folglich eignen sich Mineraldünger besonders für die Behebung von aktuellen Phosphatmangelsituationen bzw. zur direkten Versorgung der Kulturen mit pflanzenverfügbarem Phosphat. Sekundärrohstoffdünger können dagegen für die Verbesserung oder die Erhaltung der Grundversorgung mit Phosphat über einen längeren Zeitraum angewandt werden.

Durch die meist geringen Nährstoffgehalte der Sekundärrohstoffdünger müssen bei einem hohen P-Bedarf große Mengen ausgebracht werden. Für einen gezielten Einsatz ist daher der genaue Nährstoffgehalt des verwendeten Stoffs notwendig. Aufgrund großer Schwankungen im Nährstoffgehalt sollte immer eine aktuelle Analyse über die Nährstoffkonzentrationen vorliegen.

Quelle: BLW 45 /9.11.2012

Bund will die Düngeverordnung lediglich moderat anpassen

Paragraphen_130Im Rahmen der geplanten Novellierung der Düngeverordnung will das Bundeslandwirtschaftsministerium das Gesetz nicht drastisch verschärfen, sondern einzelne Veränderungen in einer Detailanpassungen berücksichtigen.

Hintergrund
Die EU-Kommission ist der Auffassung, dass Deutschland die Ziele der EG-Nitratrichtlinien nur durch eine Verschärfungen der Düngeverordnung erfüllen kann. Für Deutschland gibt es bis 2013 eine befristete Ausnahmeregelung, die besagt, dass Betriebe auf intensiv genutzten Grünlandflächen mit einem hohen Nährstoffbedarf unter bestimmten Bedingungen statt 170 kg Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft bis zu 230 kg pro Hektar und Jahr ausbringen können.

Was soll sich ändern?
Grundlage für die notwendigen Anpassungen der Düngeverordnung soll der Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe sein, unter der Federführung des Thünen-Insituts.

Einige der wichtigsten Vorschläge daraus:

  • Die Dokumentation der Düngeplanung für Stickstoff und Phosphor soll verpflichtend werden.
  • Bei Überschreiten der maximalen Nährstoffsalden für Stickstoff und Phosphor soll künftig eine Beratungspflicht bestehen, im Wiederholungsfall oder bei hohen Überschreitungen drohen Sanktionen.
  • Die für Stickstoff aus tierischen Ausscheidungen geltende Ausbringungs-Obergrenze von 170 kg/ha soll auf alle organischen Düngemittel angewendet werden.
  • Geräte zur Düngerausbringung müssen technische Anforderung an die Verteil- und Dosiergenauigkeit erfüllen. Diese sollen ab 2020, bei Neuanschaffung von Geräten bereits ab 2015, gelten. Anforderungen an das Ausbringen von flüssigem Wirtschaftsdünger auf Ackerflächen soll ab 2020 und auf Grünflächen ab 2025 verpflichtend werden.
  • Das unverzügliche Einarbeiten von organischen Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff soll spätestens innerhalb 4 Stunden nach Beginn des Ausbringens abgeschlossen sein.
  • Die Abstandsregelung zu Gewässern soll präzisiert werden.

Quelle: BLW 1 / 4.1.2013

Niederländer bauen unterirdische Brennstoffzelle

Mikroorganismen - BrennstoffzelleEin Forscherteam aus den Niederlanden hat die sogenannte „Plant Microbial Fuel Cell, P-MFC“ entwickelt. Dabei nutzen sie die Ausscheidungen von Pflanzen und Mikroorganismen im Boden, um Strom zu erzeugen. Eine Testanlage dazu ist bereits in Betrieb.

Momentan erzeugt das System 0,44 Watt pro Quadratmeter. Über verschiedene Modifikationen wird aber eine Leistungssteigerung auf 3 Watt pro Quadratmeter angestrebt.

Mehr dazu bei Golem

Bio- und Grünguterfassung in Deutschland

biotonne_130Die Getrenntsammlung von verwertbaren Abfällen war schon im alten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) verankert. Im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das am 01.06.2012 in Kraft trat, wird die getrennte Sammlung von Bioabfällen ab dem 01.01.2015 verpflichtend vorgeschrieben.

Vom Verband der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE) stammt dazu eine ausführliche Dokumentation. Darin wird die kommunal erfasste Menge an Bioabfällen in Bezug zur Einwohnerdichte in Kartenform darstellt (die Informationen zur Bioabfallerfassung stammen von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern). Für jedes Bundesland und die gesamte Bundesrepublik wurden die Daten getrennt für Biogut, Grüngut und die Summe aus Bio- und Grüngut abgebildet.

Das Ergebnis der umfassenden Dokumentation über den Stand der Bioabfallerfassung in Deutschland kann aufschlussreiche Informationen geben, sowohl im bundesweiten Vergleich als auch auf regionaler Ebene. So zeigte sich, dass benachbarte Kommunen unter gleichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedliche Erfolge bei der getrennten Erfassung von Bioabfällen zu verzeichnen haben. Ein Vergleich zwischen den Bundesländern lässt erkennen, dass die Getrenntsammlung von verwertbaren Abfällen, wie es bereits im alten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz als Pflicht verankert war, für Bioabfälle in sehr unterschiedlichem Maße umgesetzt wird.

Eine Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2009 zeigte bereits, dass sich im Hausmüll noch Bioabfälle in einer Größenordnung von rund 4,6 Millionen Tonnen pro Jahr befinden. Nach Schätzung des BMU/UBA könnte bei konsequenter Umsetzung der Vorgaben des neuen Kreislaufgesetzes diese Menge um ungefähr 2 Millionen Tonnen reduziert werden.

Direkter Link zur Studie im Handbuch des VHE

LfU-Info-Broschüre: Abfall – vermeiden – trennen – verwerten – beseitigen

LfU-Info-Broschüre: Abfall vermeiden, verwerten, trennenDas Informationsblatt „Abfall“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt einen Überblick über die Abfallwirtschaft und Abfälle im Allgemeinen bzw. Informationen bzgl. deren Vermeidung und Verwertung.

Abfall kann überall entstehen: im privaten Haushalt, in der Industrie, im öffentlichen Leben. Deshalb ist ein wichtiges Ziel der modernen Abfallwirtschaft, die Entstehung von Abfall zu vermeiden, was z.B. durch eine Wiederverwendung von Papier und Verpackungen bis hin zu Elektroschrott und geeigneten Altgebäuden erreicht werden kann.

Verschiedenfarbige Abfalltonnen zur Abfalltrennung gehören in Deutschland heute zum Alltag. Dabei sollen die Stoffe möglichst sortenrein getrennt werden, um eine hochwertige Verwertung zu ermöglichen. Das Recycling von z.B. Papier, Glas, verschiedenen Kunststoffen, aber auch Bio- und Grüngutabfällen oder die Vergärung biologischer Stoffe trägt dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen.

Abfall vermeiden

Folglich wird der Bedarf an neuen Rohstoffen oder Energieträgern reduziert und somit die Umwelt weniger belastet. Was dann noch übrig bleibt und nicht verwertbar ist, wird als Restmüll beseitigt.

Direkter Link zur LfU-Info-Broschüre: Abfall

Kompostzugabe verändert die Schwermetallgehalte im Boden

Schwermetallgehalte im BodenDie Studie „Frachtenberechnung für Kompostanwendung“ des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. (Aachen) in Zusammenarbeit mit der ahu AG Wasser-Boden-Geomatik (Aachen) zeigt durch umfangreiche Berechnungen, dass sich die Schwermetallgehalte im Boden durch Zugabe von Kompost verändern.

Mit der Kompostdüngung werden nicht nur organisches Material und Nährstoffe auf die Böden ausgebracht, sondern auch große Mengen mineralische Substanz. Über die Zeit wird das organische Material größtenteils mineralisiert und die Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen. Die mineralische Substanz bleibt im Boden und trägt dauerhaft zum Bodenaufbau und somit zu einem größeren Oberbodenhorizont bei.

Diese Anreicherung von mineralischen Partikeln wird bisher bei der Berechnung von Schadstoffmengen im Boden nicht mit einkalkuliert. Bei über 50% Mineralpartikeln im Kompost hat dies aber einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Schadstoffmenge im Boden. So würde sich über einen Zeitraum von 100 Jahren bei regelmäßiger Kompostanwendung der Oberbodenhorizont um 3,6 cm erhöhen.

Die Beispielberechnung in der Studie zeigt, dass unter der Berücksichtigung des mineralischen Anteils im Kompost die Schadstoffanreicherung im Boden zum Teil deutlich geringer ist, verglichen mit den Konzentrationen der reinen Schadstofffrachtenberechnung. Insbesondere bei Böden mit hohem Schwermetallgehalt kann die Zugabe von Kompost sogar zu einer Abreicherung der Schwermetallkonzentrationen führen, da sich die Schadstoffe auf eine größere Bodenmenge verteilen.

Weiterführender Link zur Studie des VHE

25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum

logo-kasseler-abfallforumVom 16.-18.04.2013 findet die Jubiläumsveranstaltung des Kasseler Abfall- und Bioenergieforums statt. Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung ist die Bio- und Sekundärrohstoffverwertung, wozu es zahlreiche Vorträge geben wird.

Direkte Links zum 25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum
Anmeldung
Programm
Anfahrt & Unterkunft

Hinweis:
Die Redaktion sowie der Güteausschuss der FBK e.V. nehmen auch dieses Jahr wieder daran teil und wird Sie über die wichtigen Inhalte informieren.

2. Kompost-FacharbeiterInnenkurs

Aufbaukurs für BetreiberInnen und das leitende Personal von Kompostierungsanlagen sowie Sachverständige und PlanerInnen

vom 27.-29.05.2013 in Linz

oewav-logoIm Zuge dieser dreitägigen KompostfacharbeiterInnenausbildung werden aufbauend auf die Kenntnisse des ÖWAV-Grundkurses für das Betriebspersonal von MBA- und Kompostierungsanlagen unter Berücksichtigung eines verstärkten Praxisbezuges die Themen „Anforderungen an die Hygienisierung“, „Prozesssteuerung vor Ort“, „ArbeitnehmerInnenschutz in der Praxis“, „Qualitätssicherung und Dokumentation“, „Abfallbilanzierung“, „Kompostbeurteilung und Düngeplanung“ und „Bezug von Rechtsquellen“ behandelt.

Die Kursgebühren für FBK-Mitglieder entsprechen denen der ÖWAV-Mitglieder.

Weitere Informationen finden Sie auf unter www.oewav.at