Archiv für den Monat: Oktober 2012

Bayerns Entsorgungswirtschaft auf Spitzenposition

Bayerns Entsorgungswirtschaft ist wiederholt auf einem Erfolgskurs, der im nationalen und internationalen Umfeld kaum zu übertreffen ist. Dabei spielen Privatunternehmen* eine beträchtliche Rolle. *(mit einer Beteiligung von knapp 90 % und einer Verwertungsquote von nahezu 73 %).

Das legten die veröffentlichten Zahlen der Abfallbilanz 2011 dar, mit deren sich der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. zufrieden zeigte.

 

Quelle: Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V.

Beschäftigung im Biogassektor gestiegen

Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Umwelt stieg die Zahl der Beschäftigten im Bereich Biogas (Wartung, Betrieb, Bereitstellung) im Jahr 2011 von 15.500 auf 50.600 Personen an und liegt somit auf dem dritten Platz hinter den Wirtschaftsbereichen Photovoltaik (110.900) und Windenergie.

Alleine im letzten Jahr gingen 1300 Biogasanlagen ans deutsche Netz, was die Kapazität auf derzeit landesweit 7215 Anlagen erhöht und viele neue Arbeitsplätze schafft.

Quelle: BMU

Deutschland abgeschlagen!

Laut einem Bericht der EU-Kommision ist man in einem vereinten Europa noch weit von einer einheitlichen Regelung (bezüglich der Abfallbewirtschaftung) in den Mitgliedsstaaten entfernt.
Unterschiedliche Preise, ungleiche Einhaltungen von EU-Regeln sowie eine fehlende flächendeckende Umsetzung von Recycling sind die Folge.
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik bemerkte, dass noch zu viel Müll einfach deponiert, anstatt wiederaufbereitet werden würde. Es bleibt noch zu viel Potential ungenutzt und wird bei einer Deponierung für immer dem Stoffkreislauf entzogen. Einer solchen Tendenz muss aber schnellstmöglich Einhalt geboten werden. Ein sofortiges Umdenken ist diesbezüglich gefragt.

Selbst Deutschland musste sich in einem Bericht, der am 7. August 2012 erschien und der anhand von 18 Kriterien die Mitgliedsstaaten danach bewertete, wie sie mit ihrem kommunalen Müll verfahren, mit dem vierten Platz hinter Österreich, den Niederlanden und Dänemark geschlagen geben und verlor damit seine Spitzenposition. Es fehlt demnach nicht an Engagement, wohl aber an der tatsächlichen Umsetzung.

Die zehn Mitgliedsstaaten, die als Verlierer bezüglich ihrer Abfallverwertung aufgefallen sind, werden in Zukunft finanzielle Unterstützung erwarten können, um hinsichtlich ihrer Abfallbewirtschaftung umzudenken und in den Wettbewerb einsteigen zu können.

Würde das EU Abfallrecht vollständig umgesetzt, könnten sich dadurch rund 72 Milliarden Euro pro Jahr einsparen lassen und bis zum Jahr 2020 mit 400’000 neuen Arbeitsplätzen alleine in diesem Sektor gerechnet werden.

Quelle: http://www.euractiv.de/ressourcen-und-umwelt/artikel/abfall-report-muellprobleme-in- sued–und-osteuropa-                      006614

 

Es geht nicht ohne!

Bioenergie besitzt einerseits den guten Ruf, billig, umweltfreundlich und damit ressourcenschonend zu sein, andererseits wird sie als die Ursache für den Hunger in der Welt gesehen und ist daher aus humanen Gründen, wenn es um die Alternative zum Erdöl geht, nicht zu verantworten. Essen auf den Teller und nicht in den Tank, so lauten die Hilfeschreie der besorgten Bevölkerung.

Stephan Kohler, Vorsitzender der Deutschen Energie-Argentur, erhebt schwere Vorwürfe gegen Meinungsmache auf Talkshow-Niveau, welche die Bioenergie mit allen Mitteln verteufelt, da zu ihrer Erzeugung Nahrungsmittel „verschwendet“ werden würden, die in der Dritten Welt fehlten.

Die Ursachen für den Welthunger liegen laut Kohler nicht im „Verfeuern“ von Lebensmitteln oder ihren Grundprodukten, sondern sind eher in den Ursachen: „Bürgerkrieg, Armut und Klimawandel“ begründet.

Die Industrienationen erwirtschaften jährlich große Überschüsse an Nahrungsmitteln, die unter anderem anschließend in die Entwicklungs- und Schwellenländer exportiert werden, was zu einem Verfall der Landwirtschaft in diesen Gebieten beiträgt und ein Hungerproblem somit noch verstärkt.

Diese Behauptung wird von Dr. Gerd Müller, dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gestützt. Er fordert nachhaltige Investitionen in die Landwirtschaft, Wissenstransfer und Forschung, um gegen Hungersnöte vorzugehen.

Alleine die Tatsache, dass in den reichen Ländern dieser Erde genug Nahrungsmittel weggeworfen werden, die eine bessere Verwendung finden könnten als im Verbrennungsofen verascht zu werden, rückt Bioenergie in ein positives, konkurrenzfreies Licht, auf das wir in Zeiten versiegender Öllagerstätten, neben Wind und Solarenergie, bauen müssen.

Quelle: http://www.dena.de/presse-medien/pressemitteilungen/teller-und-tank-sind-nicht-nur- moeglich-sondern-auch-notwendig.html

Der Kompost macht’s

Bioabfall aus Haushalt, Industrie, Handel und Gewerbe enthält wertvolle Nährstoffe und organische Substanzen, die nach geregelter Kompostierung oder Vergärung erneut als Dünger und Humus unbedenklich für Pflanzen und Böden eingesetzt werden können.

Der Anteil an organischem Material im Hausmüll wird auf 35 – 40 % geschätzt, was ein Gewicht von 100 kg pro Kopf in einem einzigen Jahr bedeutet. Daraus ergibt sich ein Potential von 12 – 15 Mio. Tonnen Bio- und Grünabfall jährlich – und das lediglich in Deutschland.

Europaweit rechnet man mit 100 – 150 Mio. Tonnen, Tendenz steigend. Diese gewaltigen Mengen könnten zu ca. 50 Millionen Tonnen Kompost verarbeitet werden und besonders in südlichen Gebieten mit salzigen Böden zu einer verbesserten Bewirtschaftung beitragen, um nur ein positives Beispiel zu nennen.

Durchaus erweist sich Kompost im Garten-und Landschaftsbau sowie im Hobbygarten als idealer Begleiter aufgrund seiner vielen positiven Auswirkung auf die Bodenstruktur, den Wasserhaushalt sowie die Bodenmikrobiologie und ist die beste Alternative oder Ergänzung zum teuren Mineraldünger, der die Gefahr einer schnellen Überdüngung mit sich bringt. Laut einer Bremer Studie wirkt sich regelmäßiges Düngen alleine mit Komposterde ertragssteigernd bei minimaler Arbeit und Kosten aus.

Quelle: Abschlussbericht 2008 zum Projekt Kompost-Anwendungsversuche Baden-Württemberg.

 

Pilotprojekt erfolgreich

Bioabfalltüten gehören nicht in den Biomüll (wir berichteten). Nun steht uns eine neue Studie zur Verfügung, in der sich die Berliner Stadtreinigung mit einem namhaften, weltweit führenden deutschen Chemieunternehmen zusammengeschlossen hat, um ein Markenprodukt des Unternehmens und dessen Auswirkung auf die Müllsortierung zu testen.

Laut Studie waren insgesamt 21.000 Berliner Haushalte an dem Projekt beteiligt. 80 % aller Teilnehmer zeigten sich mit den Tüten aufgrund hygienischer Bedingungen, verminderter Geruchsbildung und zurückgehenden Ungezieferbefall zufrieden.

Die Fehlwurfquoten sanken während der Testphase in den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Hellersdorf erheblich und die Menge an gesammelten Bioabfall stieg in einem Quartal um 10 % an, während im Vergleichszeitraum die Mengen an Biomüll in anderen Stadtteilen um 20 % sanken.

Selbst die Abbaubarkeit der Beutel während der Kompostierung stellte laut Studie kein Problem dar. Alle Beutel seien noch während der Kompostierzeit im Kompostwerk abgebaut worden, ohne die Qualität des Kompostes zu beeinträchtigen.

Die Zersetzung der Müllbeutel aus einem besonderen Gemisch findet laut Hersteller mit Hilfe von Mikroorganismen statt, die das Produkt zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umsetzen.

Das Projekt erwies sich laut der Berliner Stadtreinigung und dem Chemieunternehmen als Erfolg.

Noch kann aber kein generelles grünes Licht bezüglich der Entsorgung von Biomülltüten zusammen mit Bioabfall gegeben werden, da sich noch zu viele Produkte auf dem Markt befinden, die nur schwer abbaubar sind und meist sehr lange Zeit dazu benötigen. Eine bessere und kostengünstigere Alternative stellen immer noch Papiertüten oder normales Zeitungspapier dar.

Quelle: http://www.basf.com/group/pressemitteilungen/P-12-179,

Hochwertiges Recycling im Trend

Aufgrund stetig steigender Energie- und Rohstoffpreise sind mittlerweile auch Unternehmen dazu gezwungen, dieser negativen Entwicklung mit allen erdenklichen Mitteln entgegenzuwirken, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie-und Handelskammertages sind viele Manager über die derzeitige sowie zukünftige Versorgung ihrer Unternehmen mit Rohstoffen verunsichert. 90 % aller Befragten gehen von weiteren globalen Preissteigerungen und Lieferengpässen aus, bedingt durch die ansteigende Rohstoffknappheit sowie internationale Konkurrenz. Der Markt hat sich enorm geändert.

Um einen solchen Wandel der derzeitigen Marktsituation zu umgehen, sehen sich immer mehr Unternehmen gezwungen, anstatt auf den Weltmarkt zurückzugreifen und die geforderten Rohstoffpreise zu bezahlen, alternative Wege der Rohstoffbeschaffung zu erkunden.

Besonders im rohstoffarmen Deutschland findet sich im Abfall ein enormes Potential an hochwertigen Rohstoffen, die bereits heute kostengünstig zurückgewonnen und so veredelt werden können, dass sie dem Material von Neuware nahezu ähneln. Ein Trend zum Recycling, bei dem man nicht auf Margen und Mengen achtet, sondern die Qualität in den Vordergrund stellt, hat begonnen.

Selbst wenn ein derzeitiger Recyclingtrend vorzuherrschen scheint und auch politische Anreize vorhanden sind, nachhaltiges Wirtschaften voranzutreiben, verläuft die Entwicklung noch relativ schleppend, auch bedingt durch den Endkonsumenten, der dem recycelten Material noch mit Skepsis entgegenblickt und sich letztendlich doch für die Neuware entscheidet. Doch ein Umdenken hat bereits stattgefunden und braucht lediglich Zeit. Nur eine intelligente und sparsame Wirtschaftsweise wird sich langfristig in der Zukunft für Unternehmen und für Verbraucher auszahlen.

Weitere interessante Informationen zum Recycling finden sie unter folgender Publikation:

Quelle: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4305.pdf

Recycling von Phosphor

Phosphor wird derzeit hauptsächlich aus phosphathaltigen Gesteinen gewonnen. Experten warnen jedoch vor einem Versiegen dieser Quellen, ähnlich denen des Erdöls, in nicht allzu ferner Zukunft. Bei gleichbleibendem Bedarf dürfte laut Angaben des US Geological Survey eine Abbaubarkeit in 100 Jahren wirtschaftlich nicht mehr rentabel sein. Andere Wissenschaftler sprechen von deutlich kürzeren Zeitspannen.

Fakt ist, dass durch den ansteigende Wohlstand der Schwellenländer China und Indien sowie die ansteigende Weltbevölkerung ein erhöhter Phosphorverbrauch zu verzeichnen und somit eine beschleunigte Verknappung in Kraft treten könnte.

Die Folgen einer Phosphorknappheit wären für heutige Verhältnisse katastrophal und würden womöglich in einer großen Nahrungsknappheit für die gesamte Weltbevölkerung enden.

Um ein solches Szenario zu verhindern überlegen Wissenschaftler, wie man auf eine solche Verknappung reagieren kann. Sebastian Petzet von der Technischen Universität Darmstadt spricht von einer guten Nachricht, dass sich Phosphor recyceln lässt.

So kann man z.B. bei der Klärschlammverbrennung wieder Phosphorverbindungen gewinnen oder energieeffizientere durch nasschemische Verfahren.

Auch das Ausbringen von Gülle und Tierkot auf Felder führt zur Rückgewinnung von Phosphor, jedoch ist hier die Gefahr des übermäßigen Eintrags in den Boden gegeben, was eine Gefahr für angrenzende Gewässer mit sich bringt.

Die verschiedenen Rückgewinnungsverfahren sind noch auf dem Prüfstand und die Güte wird erforscht.

Eine Versorgung mit dem kostbaren Gut Phosphor ist für die nahe Zukunft jedenfalls gesichert.

Quelle: http://www.spektrum.de/alias/rohstoffe/bevor-der-duenger-ausgeht/1024445

Vollständige Versorgung durch erneuerbare Energien

Eine dem Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen übergebene Studie des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) zeigt, wie sich eine kostengünstige und effiziente Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 erreichen lässt.
Es müsste demnach in den nächsten Jahrzehnten mit erhöhten Investitions- und Entwicklungskosten gerechnet werden, welche sich durch Einsparungen bei Energieträgern aber wieder ausgleichen lassen würden.
Dr. Norbert Röttgen sagte, dass man beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht sparen dürfe und man vor allem in die Forschung sowie den Netzausbau investieren müsse.
Das Eckpunktepapier werde der Bundesregierung bei der Ausarbeitung ihres Energiekonzepts behilflich sein.