Archiv für den Monat: September 2012

Neue Ökobilanzstudie

Das Umweltbundesamt hat im Juli 2012 eine neue Ökobilanzstudie mit dem Titel „Optimierung der Verwertung organischer Abfälle“ veröffentlicht, worin verschiedene Entsorgungs- und Verwertungsverfahren hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Umwelt verglichen werden.
Neben den üblichen Recyclingverfahren wie Vergärung und Kompostierung werden auch Entsorgungen ohne Biomülltrennung, sowie Entsorgung von Biomüll in Verbrennungsanlagen behandelt.
Als Novum wird die Einbeziehung von Phosphaterz als endliche Ressource, sowie eine stärkere Berücksichtigung der Vorteilswirkungen der Kompostdüngung auf den Boden erwähnt.
Quelle: http://www.uba.de/uba-info-medien/4310.html (zum freien Download)

 

Komposterde als Risiko?

Laut einem Hinweis der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) stellt die Arbeit mit „Komposterde“ ein Risiko für Hobbygärtner dar, sich mit Legionellen zu infizieren. Hier beruft sich die Gesellschaft auf Warnungen der schottischen Gesundheitsbehörde der Krankheitsfälle vorliegen, die in Verbindung mit Blumenerde stehen.
In Deutschland wurde bisher noch kein Fall einer Ansteckung bekannt und auch das Risiko sei laut DGP-Vizepräsident Tobias Welte eher gering. Andererseits sind in unseren Nachbarländern Österreich, Frankreich, Niederlande, sowie in Schweden während den Jahren 2006 und 2009 vereinzelt Fälle gemeldet worden, die auf die Arbeit mit Kompostprodukten zurückzuführen sind.
Der hierfür verantwortliche Erreger Legionelle longbeachae ist noch wenig erforscht. Fakt ist jedoch, dass er eingeatmet werden kann. Laut einer Einschätzung der Uni Hohenheim ist das Arbeiten mit Gärrückständen und Komposten unbedenklich, wenn diese regelmäßiger Güteüberwachung nach
§ 11 Abs. 3 BioAbfV bzw. § 12 KrWG unterliegen.
Quellen: dapd/cl

 

Kein Platz für biologisch abbaubare Werkstoffe in der Biotonne

Verpackungen aus biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) sind zwar sprichwörtlich in aller Munde, jedoch machen sie bisher nur einen sehr kleinen Marktanteil aus und haben, selbst in Deutschland, eines der führenden Ländern, in denen Umweltschutz einen hohen Stellenwert besitzt, bisher kaum mehr als die 1000 Tonnen Grenze erreicht. Als Vergleich: Konventionelle Verpackungen bringen es auf jährlich 1,5 Mio. Tonnen.
Dem Trend zufolge wird jedoch mit einem erhöhten Anstieg von BAW-Verpackungen in den kommenden Jahren gerechnet.
Trotz ihrer biologischen Abbaubarkeit gehören diese Verpackungen aber, laut Experten, nicht, wie erwartet in die Biotonne !
Unterschiedliche Faktoren führten dazu, dass es mit den eingebrachten BAW-Verpackungen zu Komplikationen kommen könnte, die eine Verwertung zusammen mit dem üblichen Biomüll erschweren und dadurch verteuern, beziehungsweise unmöglich machen würden, wie Experten warnen.
Eine solche Annahme ist durchaus begründet, wenn man sich die Realität vor Augen hält.
Selbst wenn der mündige Konsument und damit Endverbraucher selbstredend vernünftig entscheiden kann, welche Stoffe in die Biotonne gehören und welche nicht, würden sich dennoch aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Verpackungsmaterialien vermehrt auch solche wiederfinden, die nicht hinein gehören. Ein sogenanntes Verwirrspiel entstünde und das nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für die Entsorger, die nicht zwischen den BAW- und den restlichen Materialien unterscheiden können und somit die sorgfältig gesammelten BAW-Verpackungen wieder dem Biomüll entnehmen müssten.
Auch ist die Verrottungsdauer von Bioverpackungen um einiges länger, als die von konventionellem Bioabfall, weshalb sie für Entsorgungsfirmen heute schon ein Dorn im Auge sind.
Ein weiteres Argument wäre der Mehrwert, der sich durch gezielte Verbrennung erreichen liese, da auch kompostierbare Verpackungen einen hohen Heizwert besitzen und eine Kompostierung wenig bis keinen Nutzen für organische Substanz oder Pflanzennährstoffen hat, da die Produkte komplett abgebaut werden.
Aus diesen Argumenten sollte man die Vorteile von biologisch abbaubaren Kunststoffen nicht in der Kompostierbarkeit begründet sehen, sondern, dass es sich um Verpackungen handelt, die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt sind und Verpackungen auf Rohölbasis ersetzen können.
Quellen:
http://www.recyclingmagazin.de
http://www.pressebox.de/pressemeldungen/heise-medien-gruppe-gmbh-co-kg/boxid/210688
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/chemie/20110126_abfall_biokunststoffe_stellungnahme.pdf
http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/110726_Bioplastik_Hintergrundpapier_260711.pdf

 

Biofolie nicht in die Biotonne

Ein Zeichen setzt derzeit die Stadt Heidelberg, die ihre Bürger über die Verwendung von Müllbeuteln aus sogenannter „Biofolie“informiert. Die aus biologisch abbaubaren Werkstoffen gefertigten Tüten wären wegen ihrer langen Verrottungszeit nicht geeignet, um den Biomüll damit zu entsorgen. Diese Biomüllbeutel waren selbst nach einem halben Jahr noch nicht zersetzt. Die Rotteprozesse in Kompostwerken sind aber meist auf wenige Wochen beschränkt. So müssen die Tüten bei der Vorsortierung des Biomülls entfernt und als Restmüll entsorgt werden.

Die Verwendung von Papiertüten oder normales Zeitungspapier sei vernünftiger und auch kostengünstiger.

Quelle: http://www.mrn-news.de/news/heidelberg-muelltueten-aus-biofolie-ungeeignet-fuer-die-bioabfalltonne-63855/

Uran im Trinkwasser – Düngemittel schuld?

Auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen bezüglich des Urangehalts von Böden und Grundwasser hat die Bundesregierung geantwortet. Die Grünen wollten wissen, wie sich der Urangehalt in Oberflächenwässern und im Grundwasser zusammensetzt und inwiefern Düngemittel zu einer Kontaminierung beitragen. Eine Stellungnahme der Bundesregierung wurde mit Drucksache 17/9831, sowie 17/6019 herausgegeben. Danach bestehe derzeit kein Handlungsbedarf bezüglich der Düngemittelverordnung z.B. Kennzeichnungspflichten oder Grenzwerte einzuführen, auch wenn eine Gefährdung des Grundwassers wegen der Löslichkeit von Uran nicht ausgeschlossen sei.
Erhöhte Uranwerte in Gewässern und Böden seien laut Bundesregierung immer mit den geogenen Zusammensetzungen des wasserführenden Gesteins erklärbar. Besonders in Gebieten, in denen einst Uran abgebaut wurde, könnten heute erhöhte Werte nachgewiesen werden, die bundesweit jedoch weit unterhalb des Zielwerts von 3µg/l im Jahresmittel liegen.
Der von der WHO vorgegebene Richtwert für Trink- und Mineralwässer von 15µg/l  wurde laut eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht annähernd erreicht. Der mittlere Urangehalt selbst bei untersuchtem Flaschenwasser lag bei 2µg/l.
Einziges Manko:
Die Bundesregierung gibt vor, noch kein wissenschaftliches Ergebnis, noch geeignete Messmethoden zur Verfügung zu haben, die einen Eintrag von Uran durch phosphathaltige Düngemittel belegen könnten.
Quellen:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/098/1709831.pdf
http://www.strahlentelex.de/Stx_11_588_S11.pdf

 

Biogas Monitoringbericht 2012

Die Bundesnetzagentur führte in ihrem Mitte Juni veröffentlichten Biogas-Monitoringbericht 2012 eine Steigerung der Biogaseinspeisung in das Gasnetz um 54% im Vergleich zum Vorjahr auf.

Trotz der hohen Wachstumsrate werden, bezogen auf das Mengenziel, für das Jahr 2012 (6 Mrd. m³) erst 4,6% erreicht.
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur hatte hierfür folgende Erklärung parat: „Eine Ursache für diese niedrige Quote sind die mit fossilem Erdgas vergleichbar hohen Produktionskosten von circa 5,7 Cent/kWh. Die alleinige Betrachtung der Herstellungskosten von Biogas im Vergleich zu fossilem Erdgas ist jedoch nicht zielführend.
Der Biogaserzeugungsprozess ist in jeder Wertschöpfungsstufe – Rohstoffbevorratung, Fermentation, Aufbereitung, Endproduktspeicherung und Verkauf – steuerbar und damit innerhalb der regenerativen Energien einzigartig.
Beim politisch gewollten weiteren Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen kann Biogas einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Angebotsstruktur der Nachfrage anzupassen. Besonderes Potential bietet Biogas seit 2011 auch durch die regulatorische Gleichstellung von Power to Gas, also Wasserstoff aus Elektrolyse und synthetischem Methan aus überwiegend erneuerbar hergestelltem Strom und CO2, mit Biogas.“

 

Deutschland als Spitzenreiter in Sachen Recycling.

Ende März diesen Jahres veröffentlichte das statistische Amt der Europäischen Union (EUROSTAT) die aktuellen Zahlen der Abfallbewirtschaftung. Mit einem durchschnittlichen Jahresaufkommen von 502 kg Restmüll pro Einwohner Europas liegt der Verbrauch noch viel zu hoch.
Ausserdem werden noch rund 40% der kommunalen Abfälle innerhalb Europas auf Deponien gelagert und so einem ressourcenschonenderem Recyclingkreislauf entzogen.
Der Weg zu einer angestrebten Recyclingsgesellschaft ist daher noch weit.
Während in Deutschland ein Großteil der anfallenden Abfälle bereits wiederverwertet wird (45% ) und sich damit als Spitzenreiter innerhalb Europas etabliert hat, liegen Staaten wie Bulgarien oder Rumänien weitab von diesem Ziel, da es an der Idee und dem Verständnis des Recyclings fehlt und gut 100% der Abfälle weiterhin auf Deponien endgelagert werden.
Bis zum Jahr 2016 setzt die EU-Deponienrichtlinie deshalb Vorgaben, nur noch 35% der biologischen abbaubaren Abfälle im Gegensatz zum Jahr 1995 zu deponieren.
Um dieses Ziel auch in den anderen Ländern der EU zu erreichen, bedarf es deshalb Förderungen, die sich auf die Wiederverwertung von Abfällen konzentrieren um das vorhandene wirtschaftliche und ökologische Potential auszubauen.

 

Schlamm als Energieträger

Anfang diesen Jahres startete in Straubing offiziell ein einmaliges Pilotprojekt. Seitdem gehört die Klärschlammverwertung der Vergangenheit an. Bereits 2001 verabschiedete man sich hier von einer Entsorgung des Klärschlamms durch Ausbringung auf Ackerflächen. Der Klärschlamm wurde getrocknet und im Heizkraftwerk thermisch verwertet. Heute geschieht dies in der Straubinger Kläranlage direkt. Der anfallende Klärschlamm wird mit 120 Grad warmer Trocknungsluft auf ein TS-Gehalt von 65 Prozent gebracht und anschließend in einer 1000-kw-Feuerungsanlage verbrannt. Die so entstehenden Rauchgase werden zur Stromerzeugung verwendet. Als ebenso nützliches Nebenprodukt erweist sich die Gewinnung von Ammoniumsulfat, das als Dünger für die Landwirtschaft genutzt werden kann.  Als Endprodukt bleibt eine Klärschlammasche mit einem hohen Phosphorgehalt. Diesen wertvollen Rohstoff will man in Straubing künftig auch rückgewinnen, wofür schon ein neues Pilotprojekt vorbereitet wird.

Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt 07.09.2012

Getrennte Müllerfassung ab 2015

Die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (zentrales Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts) sieht vor, das bis zum Jahr 2015 eine flächendeckende Mülltrennung innerhalb Deutschlands angestrebt wird. Somit will man Müll vermeiden, beziehungsweise ihn wieder einem Kreislauf zuführen, um ihn abermals nutzen zu können und dadurch natürliche Ressourcen zu schonen. Hierbei bewegt sich die Abfallwirtschaft, wie wir sie derzeit noch kennen in Richtung Resourcenwirtschaft.

Quellen:
http://www.gesetze-im-internet.de/krwg/
http://www.karlsruhe.ihk.de/innovation/umwelt/Abfall/NeuesKreislaufwirtschaftsgesetzdieUmsetzungderEU-Abfallrahmenric/1790738/Neues_Kreislaufwirtschaftsgesetz_tritt_am_1_06_2012_in_Kraft_za

 

Erneute EEG – Novelle in Vorbereitung

Wie der Presse zu entnehmenist, kündigten Umweltminister Peter Altmaier und Dr. Philipp Rösler erneut eine grundlegende Reform des EEG’s an, wobei Zeitplan und Inhalt noch nicht genannt wurden. Ein Verfahrensvorschlag soll laut Altmaier noch diesen Herbst gemacht werden.

Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt 07.09.2012