Archiv für den Monat: April 2012

Daten zum Aufkommen von Haushaltsabfällen in Deutschland liegen vor

Die Statistik über das Aufkommen von Haushaltsabfällen zeigt, dass Bayern im Vergleich zu den übrigen Bundesländern bei der Erfassung von getrennt gesammelten organischen Abfällen gut aufgestellt ist.

In Deutschland wurden im Jahr 2009 insgesamt 37.220.100 Tonnen Abfälle erfasst. Davon fallen 9.096.500 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle. In Bayern wurden für das Jahr 2009 5.863.600 Tonnen Abfälle gemeldet, wovon 1.772.200 Tonnen auf getrennt erfasste organische Abfälle entfallen. Damit steht Bayern nach Nordrhein-Westfalen mit 8.369.100 Tonnen an zweiter Stelle. Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen mit 1.351.900 t bzw. 1.191.100 t an dritter und vierter Position bei der Erfassung getrennt gesammelter Bioabfälle.

Bei den Städten führt Berlin das erfasste Gesamtabfallaufkommen mit 1.441.500 t und mit 126.400 getrennt gesammelten organischen Abfällen an. An zweiter Position ist Hamburg bei der Gesamterfassung und Bremen bei den getrennt gesammelten organischen Abfällen zu finden.

 

Bundesland Abfälle insgesamt in 1000 t organische Abfälle in 1000 t
Baden-Württemberg 4680,9 1351,9
Bayern 5863,6 1772,2
Berlin 1441,5 126,4
Brandenburg 975,8 98,3
Bremen 302,9 59,4
Hamburg 803,0 36,1
Hessen 2912,2 788,9
Mecklenburg-Vorpommern 690,4 86,8
Niedersachsen 3952,7 1191,1
Nordrhein-Westfalen 8369,1 1955,6
Rheinland-Pfalz 2072,0 590,5
Saarland 506,5 140,8
Sachsen 1368,6 222,9
Sachsen-Anhalt 1046,6 240,5
Schleswig-Holstein 1343,2 268,4
Thüringen 891,1 166,6
Deutschland 37220,1 9096,5

 

Auf Einwohner umgerechnet ergibt sich für Deutschland ein Gesamtabfallaufkommen im Jahr 2009 von 455 kg, wovon 111 kg getrennt erfasster organischer Abfall war. In Bayern wurden pro Kopf 469 kg Haushaltsabfälle erfasst. 142 kg entfallen auf die organischen Abfälle. Damit steht Bayern in der Statistik an 6. Position beim Gesamtabfallaufkommen und an 3. bei den getrennt erfassten organischen Abfällen. Nur Niedersachsen und Rheinland-Pfalz weisen mit 150 kg bzw. 147 kg pro Einwohner höhere Werte bei der Erfassung der organischen Abfälle auf.

Bei den Städten haben Bremen (458 kg) und Hamburg (453 kg) im Jahr 2009 ähnlich viel Abfall pro Kopf erfasst. Bremen (90 kg) weist gegenüber Hamburg (543 kg) allerdings eine viel höhere Erfassungsrate bei den organischen Abfällen auf. In Berlin sind zwar etwas weniger Abfälle pro Einwohner registriert worden als in den anderen beiden Städten, weist aber auch mit 37 kg pro Kopf ähnlich wenig erfasste organische Abfälle auf wie Hamburg.

Bundesland Abfälle insgesamt in kg/Einw. organische Abfälle in kg/Einw.
Baden-Württemberg 436 126
Bayern 469 142
Berlin 419 37
Brandenburg 389 39
Bremen 458 90
Hamburg 453 20
Hessen 480 130
Mecklenburg-Vorpommern 418 53
Niedersachsen 499 150
Nordrhein-Westfalen 468 109
Rheinland-Pfalz 516 147
Saarland 495 138
Sachsen 328 53
Sachsen-Anhalt 444 102
Schleswig-Holstein 474 95
Thüringen 396 74
Deutschland 455 111

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Statistikportal

24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum 2012

Vom 27.03. bis 29.03. fand unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit das 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum statt, welches vor allem unter dem Zeichen der Novelle der Bioabfallverordnung stand.

Ministerialdirigent Bergs hielt sich in seinem Vortrag am Mittwoch Vormittag noch recht bedeckt mit Erläuterungen zur Novelle und bezog sich stattdessen auf die Änderungen des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) in Bezug auf Bioabfallerfassung und -behandlung. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Paragraphen 11 und 12, die sich mit Anforderungen und Qualitätssicherung von Bioabfällen und Klärschlämmen befassen. Bioabfälle sind ab dem 01.01.2015 grundsätzlich getrennt zu erfassen. Konkrete Vorgaben zur getrennten Erfassung sollen mit der nächsten Novelle der Bioabfallverordnung, die ebenfalls für das Jahr 2015 vorgesehen ist, herausgegeben werden. Erste Forschungsvorhaben und Gesprächskreise in Vorbereitung auf die nächste Novelle sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Laut Aussage von Bergs liegt das noch abschöpfbare Potenzial von Bioabfall bei geschätzten 4 Millionen Tonnen, die zusätzlich zur Verwertung kommen könnten.
Ministerialdirigent Bergs betonte im Hinblick auf die beiden Paragraphen vor allem die Anerkennung des grundsätzlichen Vorrangs der düngerrechtlichen Qualitätsanforderungen vor den abfallrechtlichen Anforderungen. Ein weiteres großes Thema, das momentan nicht nur auf EU-Ebene in aller Munde ist, wird die Abfallvermeidung sein. In diesem Zusammenhang wurde das Bioabfallvermeidungsprogramm der EU-Kommission genannt.
Auch Dr.Kehres von der Bundesgütegemeinschaft Kompost ließ es sich nicht nehmen, Stellung zur Novelle der BioAbfV zu nehmen.
Er erläuterte in seinem Vortrag die Änderungen, die sich durch die Einführung der Novelle ergeben.
Der Anhang 1 wird, anders als in der bisherigen BioAbfV, in zwei Teile geteilt. In Bioabfälle, die keiner Zustimmung zur Bewertung benötigen und Bioabfälle, die nur mit behördlicher Zustimmung verwendet werden dürfen. Unter Letzteres fallen u.a. Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung und Pilzsubstratrückstände.
Anforderungen an die hygienisierende Behandlung sind in Anhang 2 aufgeführt. Die Pasteurisierung wurde hier als neues Verfahren der Hygienisierung aufgenommen. Bei der Prozessüberwachung haben sich ebenfalls Änderungen ergeben. So hat die Temperaturüberwachung fortlaufend zu erfolgen unter ständiger Aufzeichnung der Messergebnisse. Im Verlauf der aeroben hygienisierenden Behandlung muss eine Temperatur von mindestens 55°C über einen möglichst zusammenhängenden Zeitraum von 2 Wochen, von 60°C über 6 Tage oder von 65°C über 3 Tage auf das gesamte Rottematerial einwirken.
Die momentan geltenden Toleranzbereiche bei der Überschreitung von Schwermetallgrenzwerten werden zukünftig nur noch für Kupfer und Zink Anwendung finden. Überdies wird eine Meldepflicht für die Überschreitung von Schwermetallgrenzwerten eingeführt.

 

IFAT ENTSORGA 2012

Die weltweit wichtigste Fachmesse für Innovationen und Dienstleistungen in den Bereichen Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, die IFAT ENTSORGA, findet vom 07.-11.05.2012 in München statt. Bereits drei Monate vor dem Termin war die Messe das erste Mal in ihrer Geschichte komplett ausgebucht. 2730 Aussteller aus 49 Ländern präsentieren auf 215.000 m² Fläche ein vielseitiges Produktangebot.

Vor allem im Bereich Abfallentsorgung und Recycling existiert eine große Bandbreite an Themen, die von der Kompostierung und Vergärung bis zur Energiegewinnung aus Abfallstoffen reicht. Die Messe wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm abgerundet. In Konferenzen, Symposien, Foren und Workshops werden technisch-wissenschaftliche Fachthemen aus dem Gebiet Abfall & Recycling diskutiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der extra eingerichtete GeoBioEnergieKongress, in dem sich alles um Geothermie und Biomasse drehen wird. Weitere Themenspecials stellen das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz und die neue Bioabfallverordnung dar. Auch das Symposium „Nachhaltige Bewirtschaftung kommunaler Bioabfälle“ dürfe auf großes Interesse stoßen. Kurzum, ein Besuch auf der IFAT lohnt sich, sei es, um sich zu informieren, wertvolle Kontakte zu pflegen oder gar, um neue Geschäfte zu initiieren.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ifat.de

Download des Hallenplans

Anfahrt

Grün- und Strauchschnittverwertung – Kompostierung ökonomisch und ökologisch sinnvoller als Verbrennung

In Anlehnung an den sogenannten „Bioabfall-Artikel“ (Artikel 22) der EU-Abfallrahmenrichtlinie ruft die ARGE Kompost & Biogas Österreich zu einer bewussteren und nachhaltigeren Verwertung von Bioabfall auf. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Biomasse zur thermischen Nutzung, wird verstärkt auf organischen Siedlungsabfall wie Grün- und Strauchschnitt zurückgegriffen. Dies hat Konsequenzen für die Kompostproduktion, da Strukturmaterial wie Strauchschnitt der Kompostierung nur noch in reduziertem Umfang zur Verfügung steht.

Gerade im Hinblick auf die anhaltende Verschlechterung der Qualität europäischer Böden, hervorgerufen durch industrialisierte Landwirtschaft, Monokulturen u.v.m., und einem Bodensanierungsbedarf mit Kosten in Höhe von 38 Milliarden Euro,ist ein ökonomisches und ökologisches Umdenken von großer Bedeutung. Den Anfang macht hierbei die Europäische Union, die im erwähnten Artikel 22 die Mitgliedsstaaten zur getrennten Sammlung von Bioabfall und dessen Verarbeitung zu qualitativ hochwertigem Kompost aufruft. Durch die gezielte Zuführung organischer Masse in unsere Böden, kann die Lebensgrundlage aller Lebewesen nachhaltig  gesichert werden. Ein Boden ohne intakte Bodenflora (Humus) kann keine Pflanzen hervorbringen und daher in diesem Sinne nicht genutzt werden.
Abgesehen von den ökologischen Folgen der thermischen Nutzung von Bioabfall ist diese auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht empfehlenswert.
Der hohe Wassergehalt von organischem Abfall reduziert den Heizwert des Rohstoffs auf einen Bruchteil von hochwertigem Waldhackgut. Um eine ähnliche Ausbeute erzielen zu können, sind höhere Biomassemengen zu transportieren, zu lagern und zu verbrennen. Ein weiteres Problem stellt der hohe Aschegehalt dar, der zu einer bis zu 50fachen Menge an Rückständen führen kann, die wiederum hohe Entsorgungskosten verursachen. Abhängig von der chemischen Zusammensetzung (Stichwort: Chlorgehalt) kann es zu Problemen im Kessel führen und letztendlich dessen Nutzungsdauer reduzieren. Auch erhöhte Emissionen, z.B. von Stickstoffoxiden, sind möglich.
Fazit: Das Verfeuern von Grün- und Strauchschnitt ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll, da es eine enorme Ressourcenverschwendung darstellt.