Archiv für den Monat: August 2011

Den eigenen Kompost aufsetzen

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat seine Schrift „Den eigenen Kompost aufsetzen“ aktualisiert.

Neben der Frage nach dem richtigen Behälter, Schnellkomposter, Lattenkomposter oder Miete, wird detailliert die Art undVorbereitung der Ausgangsmaterialien, die Durchführung der Rotte sowie die Bearbeitung des fertigen Kompostes beschrieben. Ferner werden in der Schrift häufig auftretende Fragen und Probleme behandelt und Lösungen angeboten.

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Schrift: Den eigenen Kompost aufsetzen

Kompostierung – hygienische Aspekte

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat seine Schrift „Kompostierung – hygienische Aspekte“ aktualisiert.

Im Zentrum stehen sowohl die hygienischen Aspekte als auch die richtige Durchführung einer Kompostierung. Damit dies ohne Risiken für die Gesundheit geschieht, werden Ratschläge zum korrekten Aufsetzen und zur richtigen Handhabungder Miete gegeben. Zusätzlich wird auf die biologischen und technischen Eigenheiten der Rotte sowohl bei der privaten auch bei der professionellen Kompostierung eingegangen.

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Schrift: Kompostierung – hygienische Aspekte

Anmeldung FiBL-Betriebsmittelliste

Betriebsmittel, die in der FiBL-Betriebsmittelliste 2012 für den ökologischen Landbau in Deutschland aufgelistet werden sollen, können noch für kurze Zeit angemeldet werden.

Handelsprodukte aus folgenden Bereichen können gemeldet werden:

  • Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel,
  • Düngemittel und Bodenverbesserer,
  • Erden, Substrate, Komposte und abbaubare Töpfe,
  • Futtermittel,
  • Reinigungs-, Desinfektions- und Hygienemittel,
  • Euterhygiene- und Euterpflegemittel,
  • Mittel zur Stallfliegen- und zur Parasitenbekämpfung sowie
  • Imkereihilfsmittel.

Für Produkte, die bereits 2011 in der Betriebsmittelliste aufgeführt werden, wird ein vereinfachtes Meldeverfahren durchgeführt.

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Recycling von Bioabfällen und Grüngut nicht vorrangig bewertet

Wie Euwid berichtet, sehen mehrere Experten im neuen Entwurf zum Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz keine hinreichende Umsetzung der Abfallhierarchie und eine massive Einschränkung der Bioabfallverordnung sowie der Klärschlammverordnung bei der Regelung der Anforderungen an organische Dünger.

Der Vorrang des Recyclings vor anderweitigen Verwertungsmöglichkeiten wird ihrer Ansicht nach nicht genügend hervorgehoben. Ferner sehen sie die Regelungskompetenzen der Bioabfallverordnung und der Klärschlammverordnung für organische Dünger durch den § 11 im bisherigen Entwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes stark eingeschränkt. So können für die gemeinsame Verwertung von Bioabfällen oder Klärschlämmen mit anderen Abfällen, Stoffen oder Materialien keine Anforderungen festgelegt werden „soweit die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung von Bioabfällen und Klärschlämmen durch Regelungen desDüngerechts gewährleistet ist“ (Entwurf). In der Folge würden bestehende abfallrechtliche Kontrollmechanismen aufgegeben oder durch das Bundeslandwirtschaftsministerium übernommen.

Ein weiterer mangelhafter Punkt in dem neuen Entwurf könnte nach Ansicht der Experten im § 7 liegen. In diesem wird die Zumutbarkeit einer Verwertunggegenüber einer Beseitigung erläutert. Danach ist „die wirtschaftliche Zumutbarkeit gegeben, wenn die mit der Verwertung verbundenen Kosten nicht außer Verhältnis zu den Kosten stehen, die für eine Abfallbeseitigung zu tragen wären“ (Entwurf). Es wird befürchtet, dass dieser Paragraph dahingehend ausgelegt werden könnte, dass eine Verwertung, unabhängig von der tatsächlichen Differenz, generell unzumutbar ist, wenn diese mehr Kosten verursacht als eine Beseitigung. Auf den Biomüll bezogen, würde dass eine Erfassung mit dem Restmüll und anschließende Verbrennung bedeuten.

Problematisch könnte es auch werden, wenn mehrere Verwertungsverfahren als gleichrangig eingestuft werden und der Verwerter dadurch ein Wahlrechterhält. Im derzeitigen Entwurf wird die fünfstufige Rangfolge der Abfallhierarchie nicht genügend herausgearbeitet, so dass in der o.g. Situation Widersprüche entstehen könnten.

Mehrere Seiten sind dafür, die genannten Punkte nochmals zu überarbeiten und alle Konflikte in dem Entwurf auszuräumen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Entwurf Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

 

Vorerst keine EU-einheitlichen Ziele für das Recyceln von Bioabfällen

Die EU Kommission hat die Entscheidung über Ziele, die das Recyceln von Bioabfällen in der EU einheitlich regulieren sollen, auf 2014 verschoben. Laut dem Europäischen Kompostnetzwerk ist die laufende Befragung sowie die Bestrebungen zur Entwicklung dieser Ziele ausgesetzt.

Als Begründung wird die bisherige Vermischung der Begriffe Recycling und Rückgewinnung in den vorliegenden Statistiken genannt. Dadurch wird die Erstellung einer Methode zur Überwachung der Recyclingziele und der Einhaltung der Recyclingquote von 50 Gewichts-% nach Art. 11(2) der „Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle“ erschwert. Nach Ansicht der Kommission könnten jetzt erarbeitete Ziele die für 2014 geplante Überarbeitung der Richtlinie beeinträchtigen. Dennoch wurde die Notwendigkeit dieser Ziele in einem kürzlich durchgeführten Workshop auch von bisher wenig überzeugten Teilnehmern bestätigt. ImWorkshop konnten sich die Teilnehmer darauf einigen, dass eine Recyclingquote von 30 – 40 % mit einer schrittweisen Steigerung auf 50 % erreicht werden sollte.

Die Richtlinie 2008/98/EG für Abfälle legt Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit fest, indem die schädlichen Auswirkungen der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen vermieden oder verringert, die Gesamtauswirkungen der Ressourcennutzung reduziert und die Effizienz der Ressourcennutzung verbessert werden. Als Bioabfälle gelten nach der Richtlinie biologisch abbaubare Garten- und Parkabfälle, Nahrungs- und Küchenabfälle aus Haushalten, aus dem Gaststätten- und Cateringgewerbe und aus dem Einzelhandel sowie vergleichbare Abfälle aus Nahrungsmittelverarbeitungsbetrieben.

Bioabfälle sind im Sinne der Richtlinie getrennt zu sammeln, um sie zu kompostieren und vergären zu lassen. Dabei ist u.a. durch die Verwendung von umweltverträglichen Materialien ein hohes Maß an Umweltschutz zu gewährleisten. Indem die Bewirtschaftung von Bioabfällen bewertet wird, wird durch die Kommission festgestellt, ob Mindestanforderungen für die Bewirtschaftung von Bioabfällen und Qualitätskriterien für Kompost und Gärrückstände aus Bioabfällen festgelegt werden sollten. Zum Recyceln der Bioabfälle kann jedes Verwertungsverfahren angewendet werden, durch das Abfallmaterialien aufbereitet werden. Es schließt aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind, ein. Nach dem Recyceln werden Bioabfälle nicht mehr als Abfall definiert (Ende der Abfalleigenschaft). Nach der Richtlinie wird bis 2020 die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von Abfallmaterialien aus Haushalten und gegebenenfalls aus anderen Quellen auf mindestens 50 Gewichtsprozent insgesamt erhöht.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle

Deklarationspflicht auch bei Substraten (Gemische aus Kompost)

Auch Substrate müssen nach den Vorgaben der Düngemittelverordnung entsprechend deklariert werden. Die Düngemittelverordnung nennt folgende Anforderungen an die Kennzeichnung:
§ 6 Anforderungen an die Kennzeichnung:

(1) Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn

1. sie mit Angaben nach Maßgabe der Anlage 2 Tabelle 10.1 bis 10.4 in der dort getroffenen Reihenfolge gekennzeichnet sind,

2. nach Anlage 2 Tabelle 10.3 oder 10.5 im Rahmen von Hinweisen zur sachgerechten Anwendung empfohlene Aufwandmengen einer Düngung nach guter fachlicher Praxis im Sinne des § 1a Absatz 1 und 2 des Düngemittelgesetzes nicht entgegenstehen,

3. Nährstoffe in Worten und in chemischen Symbolen wie folgt angegeben sind:
a) es müssen die nachstehenden chemischen Symbole und Formeln verwendet werden: Stickstoff (N), Phosphat (P2O5), Kaliumoxid (K2O), Calcium (Ca), Calciumoxid (CaO), Calciumcarbonat (CaCO3), Magnesium (Mg), Magnesiumoxid (MgO), Magnesiumcarbonat (MgCO3), Natrium (Na), Schwefel (S), Bor (B), Eisen (Fe), Kobalt (Co), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Molybdän (Mo), Zink (Zn),
b) zur der nach Buchstabe a vorgeschriebenen Oxid- und Carbonatform der Pflanzennährstoffe Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium kann zusätzlich auch deren Elementform angegeben sein, dazu müssen die Gehalte wie folgt umgerechnet sein: P2O5 x 0,436 = P (Phosphor), K2O x 0,83 = K (Kalium), CaO x 0,715 = Ca, CaCO3 x 0,4 = Ca, MgO x 0,6 = Mg, MgCO3 x 0,288 = Mg,

4.  Nebenbestandteile nach Anlage 2 Tabelle 1: wenn diese die Werte nach Anlage 2 Tabelle 1.1 bis 1.4 Spalte 2 erreichen, durch das vorangestellte Wort „Nebenbestandteile:“ und anschließend wie folgt gekennzeichnet sind:
a) die Nährstoffgehalte der für den Düngemitteltyp nicht bestimmenden Nebenbestandteile in Anlage 2 Tabelle 1.1 Spalte 1,
b) Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln nach Anlage 2 Tabelle 1.2 Spalte 1,
c) weitere Nebenbestandteile nach Anlage 2 Tabelle 1.3 Spalte 1,
d) Schwermetalle und andere Schadstoffe nach Anlage 2 Tabelle 1.4 Spalte 1.

In der Anlage 2 Tabelle 10 werden folgende Kennzeichnungen bzw. Hinweise genannt:

1. Tabelle 10.1 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung notwendiger Basisinformationen durch die Inverkehrbringer für Handel und Verbraucher. Für Düngemittel u. a. die Typbezeichnung, die typbestimmenden Nährstoffe, bei organischen Düngern und organisch-mineralischen Düngern in zusammengefasster Form auch Angaben über die diesen Typ prägenden organischen Hauptbestandteile sowie zu den die Anwendung wesentlich beeinflussenden Anwendungshilfsmitteln (Hüllsubstanzen, Hemmstoffe, Komplexbildner). Bei Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln sowie Wirtschaftsdüngern enthält dieser Abschnitt insbesondere die Bezeichnung nach der Zweckbestimmung sowie die Kennzeichnung der diese Zweckbestimmung unterstützenden Hauptbestandteile.

2. Tabelle 10.2 enthält Vorgaben zur erweiterten Kennzeichnung für näher bestimmte Stoffgruppen, insbesondere bestimmte organische Ausgangsstoffe, Nebenbestandteile einschließlich Schadstoffen sowie für bestimmte Aufbereitungsformen.

3. Tabelle 10.3 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung von Hinweisen zur Lagerung und Anwendung.

4. Tabelle 10.4 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung bei schriftlichem Angebot und Lieferung außerhalb des Geltungsbereiches des Düngemittelgesetzes.

5. Tabelle 10.5 enthält Vorgaben zur Kennzeichnung freiwilliger weiterer Angaben.
Die Anlage 2 Tabelle 1 gibt Kennzeichnungsschwellen und Grenzwerte vor:

1. Tabelle 1.1 bezieht sich auf nicht den Düngemitteltyp bestimmende Nährstoffe von Düngemitteln außer Wirtschaftsdüngern.
Kennzeichnungsschwellen: Stickstoff (1,5 %), Phosphat (0,5 %), Kalium (0,75 %), Schwefel (0,3 %), Magnesium (0,3 %), Magnesiumoxid (5 %), Magnesiumcarbonat (5 %), Natrium (0,2 %), wasserlösliches Calcium (5,7%).

2. Tabelle 1.2 bezieht sich auf Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln.
Kennzeichnungsschwellen: Stickstoff (0,1 %)* , Phosphat (0,1 %)*, Kalium (0,1 %)*, Magnesium (0,1 %)*, Schwefel (0,1 %)*, Bor (0,01 %), Kupfer (0,05 %), Zink (0,1 %), Kobalt (0,004 %).
*(für Kultursubstrate mit besonderer Zweckbestimmung gilt die Deklarationspflicht ab 0,005 %)

3. Tabelle 1.3 bezieht sich auf weitere Nebenbestandteile, außer Stoffen nach Tabelle 1.4.
Kennzeichnungsschwellen: basisch wirksame Bestandteile (5 %), organische Substanz (5 %), Salzgehalt (0,5 %), Selen (0,0005 %), Chlorid (jeder Gehalt), pH-Wert (jeder Wert)

4. Tabelle 1.4 gibt Kennzeichnungsschwellen für Schadstoffe vor (die Grenzwerte der BioAbfV sind ggf. zu beachten):
Arsen (20 mg/kg TM), Blei (100 mg/kg TM), Cadmium (1,0 mg/kg TM)*, Chrom ges. (300 mg/kg TM), Chrom VI (1,2 mg/kg TM), Nickel (40 mg/kg TM), Quecksilber (0,5 mg/kg TM), Thallium (0,5 mg/kg TM), Perfluorierte Tenside (0,05 mg/kg TM)
*für Düngemittel ab 5 % P2O5 (FM) 20 mg/kg TM
Wenn Substrate nicht ordnungsgemäß deklariert werden, wird dies als Ordnungswidrigkeit angesehen und entsprechend geahndet.

Nähere Informationen zur Deklaration können Sie der Düngemittelverordnung entnehmen:
Düngemittelverordnung

 

Arbeitsgruppe erarbeitet Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien

Bei einem Workshop, an dem Angehörige der europäischen Kommission, der Mitgliedsstaaten und Interessenvertreter entsprechender Organisationen teilnahmen, wurden Vorschläge für End-of-Waste (Ende der Abfalleigenschaft)-Kriterien für Kompost und Gärreste als Teil der Arbeit einer technischen Arbeitsgruppe erstellt.

Das Europäische Kompostnetzwerk berichtet, dass trotz der vielen positiven Eigenschaften von Kompost und Gärresten die Nachfrage nach diesen Produkten in mehreren EU-Mitgliedsländern aufgrund des fehlenden Vertrauens beim Verbraucher gering ist. Daher sollen in Zukunft Standards für Kompost und Gärreste eingeführt werden, die einen freien Handel und eine Anwendung ohne weitere Kontrollen ermöglichen. Hinzu kommt eine Förderung des Recyclings und der Abbau von administrativen Hürden.

Die Bewertung von Kompost und Gärresten als Abfall soll durch eine Rückgewinnung wie z.B. Recycling und der Einhaltung spezifischer Kriterien für Verfahrensabläufe sowie nachfolgenden Voraussetzungen aufgehoben werden:

  • der Kompost bzw. der Gärrest dient einer bestimmten Anwendung,
  • für Kompost bzw. Gärrest ist ein Markt vorhanden,
  • der Kompost bzw. der Gärrest erfüllt vorgegebene Anforderungen in technischer und gesetzlicher Hinsicht sowie geltende Standards,
  • der Kompost bzw. der Gärrest führt bei der Anwendung nicht zu Umweltschäden und hat keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Alle o.g. Voraussetzungen werden für Kompost und Gärreste erfüllt. Für Kompost wurde kürzlich ein Qualitätssicherungssystem auf EU-Ebene ins Leben gerufen, dass 2012 um Gärreste erweitert werden soll. Ferner weisen Kompost und Gärreste im Vergleich zum Siedlingsabfall viel mehr Vor- als Nachteile auf, wodurch auch das letztgenannte Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.

Nachdem die Voraussetzungen von den Teilnehmern des Workshops als erfüllt angesehen wurden, sind folgende Vorschläge für End-of-Waste Kriterienerarbeitet worden:

Vorschläge für End-of-Waste-Kriterien
Mindestanteil organischer Substanz mind. 20 %
Mindesthaltbarkeit noch in Bearbeitung
Pathogene keine Salmonellen in 50 g Probe
Anteil an lebensfähigen Pflanzenteilen noch in Bearbeitung
Anteil an Verunreinigungen max. 0,5 % der Trockenmasse
Zink max. 400 mg/kg Trockenmasse
Kupfer max. 100 mg/kg Trockenmasse
Nickel max. 50 mg/kg Trockenmasse
Cadmium max. 1,5 mg/kg Trockenmasse
Blei max.120 mg/kg Trockenmasse
Quecksilber max.1 mg/kg Trockenmasse
Chrom max.100 mg/kg Trockenmasse

 

Über die Erstellung einer Positivliste bzw. einer Negativliste für Ausgangsmaterialien wird bisher noch diskutiert. Besonders im Hinblick auf Klärschlamm und gemischte Siedlungsabfälle stellt sich die Frage der Einführung einer derartigen Liste.

Neben den Kriterien für die Produkte schlagen die Teilnehmer auch Mindestanforderungen an die Verfahren vor:

Vorschlag zu Mindesttemperatur und Dauer
65 °C über 5 Tage
60 °C über 7 Tage
55 °C über 14 Tage

 

Ein nächstes Treffen der Arbeitsgruppe wird im Oktober 2011 stattfinden.

Kompostierbare Biomüllbeutel im Test

Die Firma BASF hat den kompostierbaren Kunststoff Ecovio FS Film entwickelt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Bad Dürkheim testet in einem dreimonatigen Versuch Biomülltüten aus diesem Kunststoff auf Kompostierbarkeit.

Euwid berichtet, dass der Kunststoff zu 45 % aus der aus Mais gewonnenen Polymilchsäure (PLA) besteht. Eine zweite Komponente ist der bioabbaubare Kunststoff Ecoflex, welcher auf petrochemischer Basis gewonnen wird. Insgesamt sollen die Tüten aus über 50 % nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Für den Test wurden an jeden Haushalt zehn Tüten verteilt. Weitere Beutel sind an diversen Verteilungsstellen erhältlich. Die Bürger sollen den Biomüll in den Tüten sammeln und samt den Tüten in der Biomülltonne entsorgen. Durch ein Keimling-Symbol soll die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben der europäischen Norm EN 13432 zum biologischen Abbau und zur Kompostierbarkeit von Verpackungen verdeutlicht werden. Ende 2009 hatte BASF die Kompostierbarkeit im Biokompostwerk Grünstadt untersucht. Danach sind, laut Aussage der BASF, die Tüten auch für eine kurze Rotte bei der professionellen Kompostierung geeignet.

Der jetzige Test soll die Alltagstauglichkeit der Tüten untersuchen und dabei zeigen, wie sich größere Mengen dieser Tüten bei der Rotte verhalten. Bei einer positiven Bewertung des Versuches sollen die Biomülltüten dauerhaft im Landkreis zugelassen und eingeführt werden.

Hamburger Stadtreinigung baut Trockenfermentationsanlage

Die Hamburger Stadtreinigung baut laut dem Magazin Entsorga eine Trockenfermentationsanlage, die der bereits bestehenden Kompostierungsanlage vorgeschaltet werden soll. Bei Fertigstellung ist eine jährliche Durchlaufmenge von ca.70.000 Tonnen möglich.

Die Stadtreinigung plant das erzeugte Biogas aufzubereiten und als Biomethan in eine benachbarte Erdgasleitungeinzuspeisen. Durch die neue Fermentationsanlage kann die Stadtreinigung laut ihrem Sprecher Herrn Reinhard Fiedler aus dem Betrieb einer Müllverbrennungsanlage aussteigen. Doch ob die Fermentationsanlage mit dem Erlös der Einspeisung des Biomethans in die Erdgasleitung wirtschaftlich betrieben werden kann, ist nach Einschätzung Fiedlers durch die Kosten der Getrenntsammlung zweifelhaft.

Die Kompostieranlage weist momentan einen jährlichen Input von 30.000 Tonnen Grünschnitt und Bioabfällen auf, die zu 10.000 Tonnen Kompost verarbeitet werden. Es wird jedoch zur Zeit nur ein geringer Teil der möglichen Bioabfälle aus den Haushalten in einer getrennten Sammlung erfasst und der Kompostieranlage zugeführt. Nach Schätzungen der Stadtreinigung wird der Output der Kompostieranlage aber auf 30.000 Tonnen steigen, sofern alle Bioabfälle der Hamburger Haushalte in die Biotonne gegeben und über die Trockenfermentationsanlage in die Kompostierung gelangen.

Die vorgeschaltete Vergärung darf dabei jedoch nicht auf Kosten der stofflichen Verwertung erfolgen. Ähnliches gilt für die thermische Verwertung von Holz. Wenn zu viel Strukturmaterial der Kompostierung entnommen wird, kann keine qualitätsorientierte Kompostierung stattfinden. Dass die Kombination aus Vergärung und Kompostierung funktioniert, zeigen mehrere Betriebe in Norddeutschland, die sich in dem Verband der Humus- und Erdenwirtschaft Region Nord (VHE-Nord) zusammengeschlossen haben.

In einer Studie führte das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg Berechnungen zur Leistungsfähigkeit der Vergärung von Bioabfällen durch. Danach ist bei einem bundesweiten Anstieg der Vergärung von 15 % auf 80 % und gleichzeitiger technischer Optimierung eine Einsparung von 790.000 Tonnen Treibhausgasen möglich.