Archiv für den Monat: April 2011

Ambrosia, Indisches Springkraut und Japanischer Knöterich

Aufgrund einer immer weiteren Ausbreitung von unerwünschten eingewanderten Pflanzen weisen wir eindringlich darauf hin, dass AmbrosiaIndisches Springkraut und Japanischer Knöterich nicht in die Eigenkompostierung gegeben werden dürfen. Nur in gewerblichen Anlagen, die bei der Kompostierung Temperaturen über 70 °C erreichen, werden Samen und Pflanzenteile abgetötet und eine Verbreitung verhindert.

Immer häufiger werden Bestände unerwünschter Pflanzen wie Ambrosia in Deutschland gesichtet. Da sie neben ökologischen auch gesundheitliche Probleme verursachen können, müssen sie auf geeignete Weise bekämpft und deren Ausbreitung verhindert werden.

Ambrosia ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. In Deutschland erfolgt die Ausbreitung zumeist durch verunreinigtes Vogelfutter, durch den Transport von Erden und anderen Stoffen, die mit Ambrosia-Samen oder anderen Pflanzenteilen wie Wurzeln verunreinigt sind oder durch Anhaftungen an Fahrzeugen. DieAusbreitung durch den Wind spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da die Samen schwer und ohne Flugvorrichtung sind, wodurch eine Ausbreitung nicht über längere Strecken erfolgen kann. Ambrosia besiedelt eine große Bandbreite an verschiedenen Standorten, zieht aber offene Flächen vor und meidet dichten Bewuchs. Bei Menschen können die Pollen der Ambrosia eine Pollenallergie auslösen. Zu den Symptomen gehören u.a. Fließschnupfen, Bindehautentzündung und Asthma. Durch die späte Blüte, im Vergleich zu den Gräsern, kann die allergische Reaktion bei empfindlichen Personen verlängert werden. Ambrosia sollte daher am besten vor der Blütezeit bis spätesten Mitte Juli bekämpft werden, um eine Pollenbelastung zu verhindern. Bekannte Standorte und Vogelfutterplätze sind regelmäßig auf Ambrosia zu untersuchen. Gefundene Pflanzen sollten möglichst mit der Wurzel herausgerissen werden. Ansonsten können diese wieder austreiben. Da durch einen Hautkontakt oft eine Irritation erfolgt, sind während der Arbeit Handschuhe und Kleidung, die den gesamten Körper bedecken, empfehlenswert. Bei blühenden Pflanzen sind zusätzlich ein Mundschutz sowie eine Schutzbrille zu benutzen, damit der Ambrosia-Pollen nicht eingeatmet wird oder in die Augen gelangt. Das entfernte Pflanzenmaterial sollte umgehend in einen Plastikbeutel gefüllt, gut verschlossen und über den Restmüll entsorgt oder einer Kompostieranlage mit professioneller Gütesicherung zugeführt werden. Eine Verbreitung von Pollen und Samen ist während des Transportes zu vermeiden, d.h. keine offenen Transporte.

Indisches Springkraut ist zwar nicht für Menschen gefährlich, kann aber bei starker Vermehrung während der Blütezeit eine große Konkurrenz für heimische Pflanzenarten bedeuten und ggf. auch dichte und hohe Bestände bilden. Zum Teil wird eine Gehölzverjüngung verhindert. Das Indische Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die als Zierpflanze in Europa eingeführt und später wegen der nektarreichen Blüten von Imkern als späte Bienentracht oder durch Verfrachtung von Gartenabfällen und anderen Materialien verbreitet wurde. Das Springkraut ist besonders auf nährstoffreichen und feuchten Standorten zu finden. Damit die Bestände eingegrenzt werden können, sollten die Pflanzen kurz vor der Blüte und vor allem vor der Samenbildung gemäht oder mit Wurzeln ausgerissen werden. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die bearbeitete Fläche sollte zwei bis drei Wochen später auf nachwachsende Pflanzen kontrolliert werden. Indisches Springkraut ist für die Eigenkompostierung nicht geeignet. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Der Japanische Knöterich wurde in den 1950er Jahren von Jägern als Wildfutter angepflanzt. Seitdem breitet sich der Knöterich aus, wobei eine Gehölzverjüngung verhindert wird. Er ist eine mehrjährige robuste Pflanze, deren Stängel und Blätter im Winter absterben. Pflanzen sollten möglichst ausgerissen und die Wurzeln ausgegraben werden, da diese ansonsten wieder austreiben. Auch Teile des Rhizoms sind in der Lage wieder austreiben. Eine fachgerechte Entsorgung findet über den Restmüll oder eine Kompostieranlage statt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
invasive Pflanzen allgemein
Bayerisches Landesamt für Umwelt: „Neophyten – Pflanzenporträts“ 
Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia)
FBK-Infoblatt „Ambrosia – Vorbeugung und Bekämpfungsempfehlung“
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Julius Kühn-Institut
Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Lebensmittel im Abfall

Aktuelle Schätzungen gehen davon, dass ca. zehn Prozent des alljährlich anfallenden Restmülls aus Lebensmitteln besteht, von denen viele sogar noch originalverpackt und verwendbar sind. Am Beispiel Ludwigsburg wären das rechnerisch 7000 t Lebensmittel. Die Abfallverwertungs-gesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH hat sich aus diesem Grund bei einem EU-Projekt beworben.

Der erste Schritt wird eine Analyse des Restmülls sein, wodurch eine genaue Aussage über den Anteil weggeworfener Lebensmittel im Restmüll möglich wird. Anschließend sollen die Daten mit anderen Gebieten verglichen werden. In Österreich kommen beispielsweise pro Einwohner 15 kg Lebensmittel in den Abfall und in Großbritannien sogar 70 kg. Für Deutschland stehen dagegen noch keine Daten zur Verfügung. Nach den Schätzungen von Experten sind es in Deutschland 8 – 25 %.

Nicht nur, dass Lebensmittel in den Abfall gelangen, für deren Herstellung werden auch Unmengen an Ressourcen gebraucht und die Umwelt belastet. Durchaufwendige Verpackungen werden die Lebensmittel besser geschützt und die Globalisierung sorgt für eine ständige Verfügbarkeit vieler Lebensmittel zu allen Jahreszeiten an vielen Orten. Über den Wasser-, CO2- und Energieverbrauch werden sich nur wenig Gedanken gemacht. Die AVL möchte den Ressourcen- und Umweltschutz daher mit der Vermeidung, Lebensmittel in den Müll zu werfen, verbinden.

Das Ziel des EU-Projektes „GreenCook“ ist es für die EU herauszufinden, wieviel Energie, Emissionen und Verpackungsabfälle weggeworfene Lebensmittel bedeuten und wie hoch die Kosten für den Verbraucher sind. Dafür wird ein lebensnahes und mit Beispielen versehenes Thema in Zusammenarbeit von Forschung, Produktion, Handel, Gastronomie, Beratung und Entsorgung bearbeitet, an dem auch die Einflüsse des Konsumverhaltens untersucht werden können. Als Ergebnis sollen alltagsnahe Antworten gegeben werden, wie Abfälle vermieden werden können.

Aus diesem Grund werden die Haushalte konkret in die Studie mit einbezogen. Primär werden Fragen zu den bestimmenden Faktoren des Einkaufsverhaltens sein. Das gesamte Projekt ist auf dreieinhalb Jahre ausgelegt und wird bis September 2013 laufen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
AVL: Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH

Neues Infoblatt zum Thema Kompost

In dem neuen Infoblatt „Kompost nutzen, Moore schützen“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zum Thema Kompost wird auch das Thema Gütesicherung unter Erwähnung der Qualitätszeichen „Kompost“ und „Kompost flüssig“ behandelt.

Das Infoblatt Kompost ist Teil der UmweltWissen-Publikation. Zu Beginn wird auf die Moore, ihre Geschichte und die Folgen derTorfgewinnung eingegangen. Es wird darauf hingewiesen, dass neben einer sehr geringen Wasserspeicherfähigkeit der verbliebenen Moorböden und der hohen CO2-, Methan- und Lachgas-Bildung auch der Lebensraum vieler spezialisierter Tier- und Pflanzenarten verloren gegangen ist.

Im zweiten Teil der Infoblattes werden die Kompostierung und die Vorteile von Kompost dem Torf gegenübergestellt. Produziert aus Bioabfällen, Gärresten und Grüngut wird der Kompost als ein hervorragender Nährstofflieferant hervorgehoben. Privatleuten, die keinen eigenen Kompost herstellen, wird empfohlen, Kompost bei Kompostwerken zu beziehen, da der Einzelhandel oft keinen Kompost anbietet.

Besonders empfohlen werden dabei die gütegesicherten Komposte. Zu diesem Thema ist ein eigenständiges Kapitel entstanden. Da die Mitglieder der FBK e.V. sich einer ständigen Qualitätskontrolle durch unabhängige Institute unterziehen, wird auf die Gütesicherung der FBK e.V. eingegangen. Die Vorteile eines hygienisch einwandfreien Produktes und dessen sehr geringen Schadstoffbelastung sind dabei einige der herausragenden Qualitätszeichen. Zusätzlich sind unsere beiden Logos „Kompost“ und „Kompost flüssig“ in dem Infoblatt abgebildet.

Zurzeit ist das Infoblatt nur als pdf-Dokument auf der Internetseite des LfU erhältlich. Bei einem Druck des Infoblattes werden alle Mitglieder der FBK e.V. natürlich ein Exemplar erhalten.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Infoblatt Kompost

Neues zum 9. Maschinentechnischer Informationstag

Wir möchten Sie nochmals auf den 9. Maschinen-technischen Informationstag – Kompostiertechnik 2011 unter der Schirmherrschaft der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V. am 15. Juli 2011 hinweisen.

Als Aussteller haben sich bisher folgende Firmen angemeldet:

 

 

Firma vorgestellte Maschinen
Bilder
BACKHUS BACKHUS 16.30
BACKHUS 17.60
Bilder zu den Maschinen
Doppstadt AK 635 profi (Neuvorstellung)
DW 3060 Bio Power Kam / Korb mit Rückführung
SM 620 profi mit Siebtrommel und Sternsiebeinsatz und Bio Screen
Bilder zu den Maschinen
HAMMEL Sieb HZ 52
Vorbrecher 750 DK
Vorbrecher 950 DK
Bilder zu den Maschinen
Jenz BA 725 D
Chippertruck HEM 582 R mit Band
HEM 820 Z
Siebmaschine S6
Bilder zu den Maschinen
Neuson ECO 5003
SD 1430
Trommelhacker
TS 5220
Bilder zu den Maschinen
Strohmeier Green Screener Bild zu der Maschine
Willibald UH 4800 Multi-Cut
EP 5500 Shark
FLEX-Star 2000
Bilder zu den Maschinen

Die Firma Wurzer stellt ihren Kompostplatz in Wörth, 84478 Waldkraiburg, für den Maschinentag zur Verfügung.

Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie bitte unsere Geschäftsstelle unter der Telefonnummer 08171 / 483990 an.

Ökoeffiziente Verwertung von Bioabfällen und Grüngut in Bayern

Das bifa Umweltinstitut hat in Zusammenarbeit mit dem LfU eine Studie erarbeitet, in welcher Berechnungen zur Ökoeffizienz verschiedener Verfahren der Bioabfallverwertung durchgeführt wurden. Ziel der Studie ist es, die Bioabfallverwertung zu optimieren.

In die Studie flossen Daten aus der Kompostierung von Bioabfall, der Vergärung zu Biogas und der Mitverbrennung mit Hausmüll ein. Neben den Kosten war der Einfluss verschiedener Verfahrensvarianten ein Bestandteil. Aus den gewonnenen Informationen wurden Analysen zu Treibhauseffekt, Versauerung, Nährstoffanreicherung, Ozonbildung, Humantoxizität und Ökotoxizität der unterschiedlichen Verwertungsweisen durchgeführt und die Rückführung organischer Substanz und vonPhosphat berücksichtigt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Studie: Ökoeffiziente Verwertung von Bioabfällen und Grüngut in Bayern (kostenpflichtig)

Berliner Energiekonferenz am 4. und 5. Mai

Die Berliner Energiekonferenz befasst sich mit Themen aus dem Gebiet der Erneuerbaren Energien. Schwerpunkte werden sowohl die stoffliche und energetische Verwertung von Biomasse als auch die Vergärung und Biogaserzeugung sein.

Am 4. Mai werden die Themen Stromnetze, Strategien und Konzepte sowie Wirtschaft und Recht behandelt. Am 5. Mai liegt der Schwerpunkt auf der Biomasse mit einer stofflichen und energetischen Nutzung, dem

Biogas, Ersatzbrennstoffen sowie Netze, Speicher und Windenergie. Die Themen am zweiten Tag finden in Parallelsitzungen statt.

Die Konferenz bewegt sich in der aktuellen Diskussion um die Reduzierung von Treibhausgasen, den Ausbau der erneuerbaren Energien und den damit verbundenen strukturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Programm und Anmeldung

Kartoffelkrebs und Kartoffelzystennematoden

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über die neuen Bestimmungen zur Kompostierung von mit Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) bzw. Kartoffelzystennematoden (Globodera ostochiensis und Globodera pallida) befallenem Pflanzenmaterial aufmerksam manchen.

Die Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden, kur zKartoffelschutzverordnung (Ausfertigungsdatum 6. Oktober 2010), setzt die Richtlinie 2007/33/EG vom 1. Juli 2010 zur Bekämpfung von Kartoffelnematoden in deutsches Recht um. In Anlage 2 werden anerkannte Behandlungs- und Beseitigungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung erläutert. Unter Punkt 2 heißt es: „Anerkannte Behandlungs- und Beseitungsverfahren für Resterden aus der Kartoffelverarbeitung sind für Resterden geeignete Kompostierungsvefahren. Eine Ausbringung der kompostierten Resterde auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist zulässig, wenn keine Gefahr der Verbreitung von Kartoffelzystennematoden besteht“.

Das von der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V. in Anlehnung an die BioAbfV geforderte Kompostierungsverfahren ist geeignet, um den Kartoffelkrebs bzw. die Kartoffelzystennematoden unschädlich zu machen und die Erde ohne Gefahr der Verbreitung der genannten Schadorganismen auszubringen.

Ferner sei noch auf die Vorgaben der BioAbfV und der DüMV hingewiesen. Die Temperatur muss während der Kompostierung mindestens 55 °C über einen möglichst zusammen-hängenden Zeitraum von zwei Wochen oder 65 °C über eine Woche im gesamten Mischgut betragen. Rückstände aus der Kartoffelherstellung dürfen nach Anhang 1 Nr. 1 Spalte 3 der BioAbfV auch als Bestandteil eines Gemisches auf Dauergrünlandflächen aufgebracht werden. Die DüMV lässt in Anlage 2 Tabelle 7.3.17 eine Verwendung von Kartoffelwasch- und Kartoffelanhangerde zu, sofern die Anforderungen an phytohygienische Eigenschaften nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 erfüllt werden. Ausgangsstoffe pflanzlicher Herkunft, die von widerstandsfähigen Schadorganismen befallen sind, dürfen nur nach einer geeigneten hygienisierenden Behandlung verwendet werden, sofern diese keine Krankheitserreger, Toxine oder Schaderreger mehr enthalten, von denen Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflanzen ausgehen.

Bei der Kompostierung sollte darauf geachtet werden, dass der Zuschlagstoff „Erde“ nicht mehr als 10 Masseprozent zwecks Rotteprozess-Optimierung ausmacht.

Zurzeit wird ein Hinweisblatt zu dieser Verordnung erarbeitet.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Kartoffelverordnung

Lagerung von Stallmist

Eine Zwischenlagerung von Stallmist wie z.B. Hühnermist ist auf der Feldflur nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Generell sind Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von oberirdischen Gewässern, dem Grundwasser und des Bodens zu treffen.

Wenn Stallmist auf der Feldflur zwischengelagert werden soll, müssen bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Eine Lagerung hat grundsätzlich auf einer befestigten Bodenplatte mit einem ausreichend großen Auffangbehälter für die Jauche zu erfolgen. Hiervon kann nur unter besonderen Umständen abgewichen werden, wenn keine Beeinträchtigung der Ober-flächengewässer, des Grundwassers oder des Bodens zu erwarten ist.

Bei einer Lagerung ohne Bodenplatte müssen die Seiten und der Boden auf eine Weise abgedichtet werden, dass ein Austritt der Jauche nicht möglich ist. Ferner muss die Lagerung auf einer bewirtschafteten Fläche außerhalb von Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten erfolgen und jährlich an einem anderenStandort stattfinden. Die Lagerung als solche ist auf 5 Monate zu beschränken. Gleichzeitig ist ein Mindestabstand von 50 m von oberirdischen Gewässern bzw. 20 m von nicht ständig wasserführenden Straßengräben und Vorflutgräben einzuhalten. Das Abfließen der Jauche ist in oberirdische Gewässer grundsätzlich auszuschließen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Wirtschaftsdünger und Gewässerschutz

Abfallbilanz von Hausmüll in Bayern

Im Jahr 2009 konnten aus den Haushalten und Gewerbebetrieben 1,86 Mio. t Bioabfall und Grüngut erfasst werden. Der Hauptteil (1,6 Mio. t) ging in die Kompostierung und Vergärung. Nur kleine Mengen von 0,07 Mio. t wurden energetisch bzw. 0,19 Mio. t direkt in der Landwirtschaft verwertet.

Das kommunale Grüngut macht 83,8 % an der erfassten Menge von 1.134.813 t (91 kg/Einw.) bei entsorgungspflichtigen Körperschaften aus. Der Rest entfällt auf Grüngut mit 16,2 % (14,6 kg/Einw.) auf Haushalte und die Pflege von kommunalen Grünflächen.

Die Grüngutverwertung aus den Haushalten konnte im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf 950.641 t gesteigert werden. Das entspricht einem Erfassungswert pro Kopf von 76,1 kg und ist der höchste Wert seit 1991 und entspricht etwa 14,6 kg pro Einwohner und Jahr. Die Verwertung von holzigen Abfällen hat dabei im Vergleich zu Vorjahr um 58 % auf 43.776 tzugenommen.

Die getrennte Erfassung von Bioabfällen wurde in 80 kreisfreien Städten und Landkreisen durchgeführt. Dabei wurde eine Menge von 637.430 t (51,0 kg/Einw.) Bioabfall ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 2,9 %. Dieenergetische Verwertung der Bioabfälle ist im Jahr 2009 um 4,1 % auf 26.391 t gestiegen.

Für 2009 konnte eine Kompostierung von 930.147 t Bioabfällen mit Grüngut festgestellt werden. Die in Bayern entstandenen Bioabfälle wurden zum großen Teil auch in Bayern kompostiert. Nur 1,7 % der Abfälle sind nach Baden-Württemberg, Thüringen oder Sachsen in die Verwertung gekommen.

Die Vergärung von Bioabfällen aus Körperschaften hat um 30.000 t zugenommen. Gleichzeitig wurde die verfügbare Kapazität der Biogasanlagen (18 gemeldete Anlagen im Jahr 2009) durch zwei neue Anlagen mit einem Jahresdurchsatz von > 18.000 t erhöht.

Anlagen (Kompostierung und Vergärung) zur Behandlung von Grüngut haben im Jahr 2009 710.070 t (40 % der erfassten Abfälle) Grüngut behandelt. Die Menge hat sich auf 260 Anlagen verteilt. Im Gegensatz zu Bioabfällen wurde das Grüngut ausschließlich in Bayern behandelt.

Eine detaillierte Ausführung der Abfallbilanz erhalten Sie in der Publikation „Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009“.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Publikation: Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2009
Karte Kompostier- und Vergärungsanlagen für Verarbeitung von Bioabfall (auch mit Grüngut)
Bayernkarte zur Bioabfallerfassung
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Grüngut 2009
Kompostier- und Vergärungsanlagen für Bioabfälle 2009
Kompostieranlagen für Bioabfälle in Bayern 2009

Stickstofflimitation in Binnengewässern

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung startet das Verbundforschungsprojekt NITROLIMIT, in dem die Stickstofflimitation in Binnengewässern untersucht wird. Neben Phosphor ist Stickstoff ein weiter Nährstoff, der das Algenwachstum fördern kann.

Durch eine hohe Nährstoffbelastung in vielen Gewässern entsteht starkes Algenwachstum, wodurch die Gewässergüte sinkt. Die schon stattfindende Limitation von Phosphoreinträgen hat viele Gewässer in einen besseren Zustand versetzt. Bei weniger Phosphor stehen den Algen weniger Nährstoffe zur Verfügung und deren Wachstum somit beschränkt. Bei einigen Gewässern trat dagegen keine Verbesserung ein. Neben Phosphor ist Stickstoff ein weiteres algenförderndes Mittel. Daher ist das Forschungsprojekt auf die Untersuchung von Möglichkeiten ausgelegt, das Algenwachstum über eine Stickstofflimitation zu beeinflussen und die Gewässergüte auch in den übrigen Gewässern zu verbessern.

Der erste Schritt wird die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und des ökologischen Nutzens einer Stickstofflimitation sein. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf:

  • Ermittlung des Einflusses von Stickstoff auf die Algenbiomasse und die Gewässergüte,
  • Quantifizierung von Stickstoffeinträgen, ihrer gewässerinternen Umsetzung und Austräge,
  • Abschätzung der zukünftigen Entwicklung der Gewässergüte bei verminderten Stickstoffkonzentrationen für verschiedene Klimaszenarien und
  • Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zur Verringerung der Stickstoffeinträge und Analyse der Kosten der jeweiligen Maßnahmen.

NITROLIMIT steht während der gesamten Forschungsarbeit mit öffentlichen und wirtschaftlichen Maßnahmenträgern in Kontakt. Geleitet wird das Projekt von der BTU Cottbus in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB), dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
NITROLIMIT