Archiv für den Monat: Februar 2011

UBA-Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“

Stickstoff ist für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Durch dessen Einsatz und Verfügbarkeit können die Erträge erhöht werden. Gleichzeitig stellt Stickstoff auch eine Gefährdung für Mensch und Umwelt dar, da er u.a. in das Wasser und die Luft abgegeben wird. Die Landwirtschaft ist für mehr als die Hälfte der Stickstoffemissionen verantwortlich. Verkehr, Industrie, Energiegewinnung und Abwässer sind ebenfalls Quellen für Stickstoffemissionen.

Stickstoffverbindungen, die in die Umwelt abgegeben werden, sind auf verschiedene Weisen gefährlich, z.B. gefährden Stickstoffoxide die menschliche Gesundheit, Nitrat setzt die Grundwasserqualität herab und Lachgas fördert den Klimawandel. Andere Verbindungen führen durch hohe Konzentrationen zu einer Versauerung und Überdüngung des Bodens oder von Gewässern. Eine übermäßige Düngung von Gewässern führt zu starkem Algenwachstum und einem möglichen Umkippen der Gewässer, zumindest aber zu einer Verschlechterung der Wasserqualität infolge des Abbaus toten organischen Materials der Algen durch Mikroorganismen.

In der Broschüre werden die Quellen und die Wirkung des Stickstoffs und seiner verschiedenen Verbindungen erläutert und es wird auf die globale historische Entwicklung der Stickstofffreisetzung eingegangen. Ebenso werden nationale und internationale Maßnahmen vorgestellt, die den ungewollten Stickstoffeintrag mindern können. Auch jeder Einzelne kann durch sein Verhalten den Stickstoffeintrag reduzieren. Möglichkeiten dazu werden ebenfalls vorgestellt.

UBA-Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“
Weitere informative Links:
Integrierte Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen
UBA-Broschüre: „Gewässerschutz mit der Landwirtschaft“
Informationen zu Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie
Informationen zu reaktivem Stickstoff in der Umwelt

Internat. Kongress: Fortschritte bei Biogas II

Vom 30. März bis zum 1. April 2011 findet in Stuttgart ein internationaler Kongress zum Thema „Biogasproduktion von der landwirtschaftlichen Biomasse zum organischen Rückstand“ statt. Dabei werden die Entwicklungen beim Ausbau der Biogasproduktion weltweit genauer betrachtet. Personen der verschiedensten Bereiche (Praktiker, Ingenieure, Wissenschaftler und Politiker) werden zu den einzelnen Prozessschritten Vorträge halten und Meinungen austauschen.
Begleitet wird der Kongress durch eine Ausstellung und jeweils eine landwirtschaftliche und wissenschaftliche Exkursion.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Programmübersicht
www.progress-in-biogas.com

Neue Mantelverordnung mit Bezug zur GrwV, Ersatzbaustoffverordnung und BBodSchV

Mit der „Verordnung zur Festlegung von Anforderungen für das Einbringen und das Einleiten von Stoffen in das Grundwasser, an den Einbau von Ersatzbaustoffen und für die Verwendung von Boden und bodenähnlichem Material“ werden die Grundwasserverordnung und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung novelliert und die Ersatzbaustoffverordnung neu verfasst. Als Basis der drei Verordnungen dienen die Prüfwerte der Grundwasserverordnung. Für eine genehmigungsfreie Verwertung werden die Materialwerte für Baustoffe und andere Materialien sowie für Boden von den Prüfwerten abgeleitet.

Durch die nach neuestem wissenschaftlichen Kenntnisstand festgelegten Prüfwerte erfolgt eine Konkretisierung des Besorgnisgrundsatzes. Damit wird eine geringfügige unvermeidbare Belastung mit Stoffen durch gewisse Tätigkeiten hingenommen, denn aufgrund der niedrigen Konzentration ist keine toxische Wirkung zu erwarten. Für Bauten im Grundwasser, wie z.B. beim Tunnelbau, müssen die Prüfwerte über einen kurzen Zeitraum und in einem räumlich begrenzten  Grundwasservolumen eingehalten werden. Sobald die Prüfwerte bei irgendeiner Tätigkeit überschritten werden, ist je nach Situation über das Gefährdungspotential zu entscheiden. Auch orientieren sich die Prüfwerte nicht am Trinkwasser, sondern immer an dem jeweils empfindlichsten Schutzgut.

Der Düngemitteleinsatz (wie z.B. von Kompost) benötigt keine wasserrechtliche Erlaubnis, sofern dieser entsprechend dem Dünge- bzw. Abfallrecht und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (Anwendung, Ausbringung) zur Erhaltung bzw. zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Nährstoffversorgung der Pflanzen stattfindet. Es liegt in diesem Fall keine Gewässerbenutzung vor. Bei Missachtung der fachlichen und ökologischen Gesichtspunkte (z.B. Verwendung von Wirtschaftsdünger nicht nach den Vorgaben der Düngeverordnung) ist dagegen eine Erlaubnispflicht notwendig. Es wird davon ausgegangen, dass auf diese Weise ein Stoff über den Boden und das Grundwasser entsorgt werden soll. Damit besteht ein Benutzungstatbestand (Begründung zu Artikel 1 der Mantelverordnung).

Die neue Ersatzbaustoffverordnung (Artikel 2 der Mantelverordnung) regelt mit den Prüfwerten, den Eignungsnachweisen und einer Güteüberwachung den Einbau von Ersatzbaustoffen in Bauwerke ohne den Bedarf einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Das Zentrum für Angewandte Geowissenschaft (ZAG) der Universität Tübingen arbeitet einen begleitenden Fachbericht zu der Ersatzbaustoffverordnung mit den Änderungen zum 1. Arbeitsentwurf (2007) der Ersatzbaustoffverordnung aus.

In der Novelle der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (Artikel 3 der Mantelverordnung) wurden die §§ 12, 12a und 12b aufgenommen. Sie ermöglichen, ähnlich wie bei der Ersatzbaustoffverordnung, Boden und anderes Material im Landschaftsbau einzusetzen sofern die Prüfwerte eingehalten werden. Mit Untersuchungspflichten und einer Qualitätssicherung soll deren Einsatz gesichert werden.

Die Verordnungen können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen:
Arbeitsentwurf der Mantelverordnung
Argumentationspapier zur Mantelverordnung
Lesefassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
Lesefassung der Anhänge der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Überarbeiteter Referentenentwurf für das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz

Das Bundesumweltministerium hat einen neuen Referentenentwurf (Stand 02.11.2010) herausgegeben, in welchem auch die Bestimmungen für die Bioabfallsammlung und -entsorgung angepasst wurden.

Ein Punkt betrifft die Begründung zur Definition der Bioabfälle, die weiter ausgearbeitet wurde. Danach soll die Bioabfallverordnung mit der Definition von Bioabfällen mit einbezogen und gleichzeitig der europäische Bioabfallbegriff präzisiert werden.

Ferner wird die Getrenntsammlung von Bioabfällen ab dem 01.01.2015 nach dem neuen Entwurf eingeführt. Dafür wurden die Pflichten nach dem neuen Referentenentwurf jedoch erweitert. Nach dem alten Referentenentwurf wurden der § 7 Abs. 2 und 3 sowie der § 8 Abs. 1 einbezogen. Im neuen Referentenentwurf ist § 7 Abs. 4 hinzugekommen, der besagt, dass „die Pflicht zur Verwertung von Abfällen zu erfüllen ist, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, insbesondere wenn für einen gewonnenen Stoff oder gewonnene Energie ein Markt vorhanden ist oder geschaffen werden kann. Die Verwertung von Abfällen ist auch dann technisch möglich, wenn hierzu eine Vorbehandlung erforderlich ist. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit ist gegeben, wenn die mit der Verwertung verbundenen Kosten nicht außer Verhältnis zu den Kosten stehen, die für eine Abfallbeseitigung zu tragen wären.“

Entsorgung von Eierschalen

Aus aktuellem Anlass informieren wir über Änderungen bei der Entsorgung von Eierschalen. Ab dem 4. März 2011 gilt die Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates vom 21. Oktober 2009, welche die Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte regelt. Damit dürfen Eierschalen ohne vorherige Hygienisierung in einer Biogas- oder Kompostieranlage verarbeitet werden.

In Kapitel I, Abschnitt 4, Artikel 10 „Material der Kategorie 3“ unter Buchstabe k wird „… Material von Tieren, die keine Anzeichen von durch dieses Material auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten aufwiesen“ aufgeführt. Dazu zählt nach Punkt ii) Material von Landtieren. Aufgeführt werden Brütereinebenprodukte, Eier und Ei-Nebenprodukte, einschließlich Eierschalen.

In Kapitel II, Abschnitt 2, Artikel 14 „Beseitigung und Verwertung von Material der Kategorie 3“ heißt es weiterhin unter Buchstabe d, dass Material der Kategorie 3 so zu verarbeiten und zu verwenden ist, dass es „zur Herstellung organischer Düngemittel oder Bodenverbesserungsmittel, die gemäß Artikel 32 in Verkehr zu bringen sind“, geeignet ist. Eine Ausnahme bildet das Material der Kategorie 3, „das sich durch Zersetzung oder Verderb so verändert hat, dass es durch dieses Produkt eine unannehmbare Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier darstellt“. Verarbeitet oder verwendet werden kann das o.g. Material in der Kompostierung oder in Biogasanlagen.

Bis zum 4. März 2011 ist eine Hygienisierung des o.g. Materials nach der derzeitig gültigen Hygiene-Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 durchzuführen. Das bedeutet, dass das Material eine maximale Kantenlänge von 12 mm aufweisen und mindestens 60 min. auf 70 °C erhitzt werden muss.

O.g Matarial darf derzeit nach der Hygiene-Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 als Ausgangsstoff verwendet werden, sofern der Siebdurchgang zu 97 % bei 3,5 mm und zu 70 % bei 1,0 mm gewährleistet ist.

Der Europäische Biogasverband gründet einen Firmenbeirat

Am 12. Januar, einen Tag nach der Generalversammlung, hat der Europäische Biogasverband (EBA) in Nürnberg einen Firmenbeirat ins Leben gerufen. Mehr als 30 Firmen aus verschiedenen Ländern haben sich an der Gründung beteiligt. Auf diese Weise sollen die Interessen biogasproduzierender Gewerbe und der Industrie vermehrt in die Politik einfließen und das Informationswesen verbessert werden.

Nachdem fast alle nationalen Biogasverbände Mitglieder des EBA sind, ist eine Kooperation mit Firmenvertretern, Anlagenherstellern, Gasaufbereitern, Zulieferfirmen sowie Substratlieferanten nach Ansicht des EBA der nächste stimmige Schritt gewesen.

Hauptthema der Gründungsversammlung war die zukünftige Entwicklung des Biogases in Europa und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Für den Firmenbeirat ist eindeutig klar, dass die Ziele der EU für erneuerbare Energien bis 2020 nicht ohne den Beitrag des Biogases zu erreichen sind. Daher möchte der Beirat die EU-Politik bei den Zielen mit Fachwissen unterstützen. Mit einem neuen Büro im Haus der Energien in Brüssel ist der Beirat den Behörden nah, kann sich somit an aktuellen Diskussionen beteiligen und zu politischen Entscheidungen mit dem Thema Biogas beitragen.

Ferner sollen mit dem Beirat auch die Anliegen der Industrie beim Europäischen Parlament und der Kommission unterstützt werden. Probleme im Informationsfluss zu Themen bei politischen und geschäftlichen Entwicklungen in den Mitgliedsländern sollen so verbessert werden. Die Informationsdefizite und Hindernisse verschiedener Art werden mit dem neuen Projekt BiogasIN zukünftig angegangen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.

Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland erneut gestiegen

Im Jahr 2010 ist die Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland um ca. 1000 Neuanlagen auf insgesamt 6000 gestiegen. Die Anlagenanzahl konnte seit 1992 bisher um das 40fache gesteigert werden. Im letzten Jahr konnten daher schätzungsweise 4,3 Mio. Haushalte mit etwa 15 Mrd. Kilowattstunden Strom versorgt werden. Dabei wurden annähernd 4,7 Mrd. € erwirtschaftet.

Der Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., Josef Pellmeyer, sieht die Gründe für die rasante Entwicklung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Seit April 2000 ist das Gesetz in Kraft und gibt den Betreibern entsprechende Planungssicherheit. Durch die Diskussion um eine vorzeitige Novellierung des Gesetzes, die sowieso schon um ein Jahr vorverlegt wurde, entsteht laut Josef Pellmeyer eine Verunsicherung bei den Anlagenbetreibern.

Hinzu kommt eine Diskussion über den Sinn des NawaRo-Bonus (Zusatzvergütung für Strom aus NawaRo-Produkten). Nach Ansicht des Präsidenten ist der NawaRo-Bonus, so wie er zur Zeit ist, gut. Stattdessen sollte der Gülle-Bonus angepasst werden. Die in den Medien genannten Probleme, Ausweitung des Energiepflanzenanbaus und eine stetig wachsende Zahl Biogasanlagen, tritt laut Josef Pellmeyer nur in Gebieten mit viel Viehhaltung und damit verbundener Gülleproduktion auf. Bisher ist der Gülle-Bonus an den NawaRo-Bonus gekoppelt. Aus diesem Grund werden zur Zeit in Gebieten mit viel Viehhaltung übermäßig viele Energiepflanzen angebaut und Biogasanlagen in Betrieb genommen. Durch eine Entkopplung vom NawaRo-Bonus, so ist Josef Pellmeyer überzeugt, würde den Problemen entgegengewirkt. Hinzu kommt eine Mindestschwelle für den Gülle-Bonus. Erst wenn der Input zu 30 Massenprozent aus Gülle besteht, wird der Bonus gewährt. Mit einer Abschaffung der Mindestschwelle und einer Miteinbeziehung von Abfall-Biogasanlagen würden zusätzliche Ursachen eliminiert werden.

Bei einer Kombination von Gülle, Energiepflanzen und Reststoffen sieht der Verband eine mögliche Leistungssteigerung der jetzigen Anlagen bis zum Jahr 2020 um das Dreifache voraus, besonders da Gülle bislang nur zu einem Fünftel in Biogasanlagen gelangt. Eine Lebensmittelverknappung wäre nach dessen Ansicht nicht gegeben. In Zukunft würde auch der Mais durch andere Energiepflanzen, je nach Standortbedingungen, ergänzt bzw. ersetzt. Zu nennen sind die Zuckerrübe, die Durchwachsene Silphie und in Erprobung befindliche Energiepflanzen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
Fachverband Biogas e.V.
Biogas Branchenkennzahlen 2010
Positionspapier zur EEG Novelle 2011/2012

Verwertung biogener Abfälle: Rückstände und Schadstoffgehalte im bayerischen Kompost

Bei der stofflichen Verwertung biogener Abfälle ist es wichtig, dass bei der Verwendung als Kompost keine Schadstoffanreicherung im Boden stattfindet. Daher führt das Bayerische Landesamt für Umwelt seit 2000 in mehrjährigen Abständen Beprobungen der Produkte auf Schadstoffe durch. In einem Bericht wurden die neuesten Ergebnisse zusammengefasst. Einbezogen wurden Komposte von Bioabfall- und Grüngutkompostieranlagen sowie Gärreste aus Bioabfallvergärungs- und landwirtschaftlichen Biogasablagen.

Insgesamt wurden 36 Anlagen beprobt. Je elf Anlagen kompostieren Bioabfall bzw. Grüngut, sechs Anlagen vergären Bioabfall und vier landwirtschaftliche Biogasanlagen verwenden NawaRo-Produkte bzw. vergären Bioabfall zusammen mit NawRo-Produkten. Im Jahr 2009 wurden 28 Feststoffproben und 10 Flüssigproben entnommen. Von den Feststoffproben entfallen elf Proben auf Bioabfallkompost, elf Proben auf Grüngutkompost und sechs Bioabfallgärreste. Die Flüssigproben setzen sich aus zwei Bioabfallgärresten und acht Biogasanlagengärresten zusammen.
Zur Untersuchung kamen die Schwermetalle BleiCadmiumChromKupferNickelQuecksilber und Zink sowie die organischen Schadstoffe PAK,PCDD/FIndikator-PCBdl-PCBBiphenylHCBPCPortho-PhenylphenolBisphenol ADEHP und DINPiso-Nonylphenolzinnorganische VerbindungenHHCB und AHTNPBDEHBCDThiabendazolPFTTriclosan und Methyl-Triclosan.

Bei einem Vergleich aller Untersuchungen (2000, 2002, 2006 und 2009) ist ein Rückgang der Schwermetallbelastung bei Komposten aus Bioabfällen erkennbar. Anders sieht es bei Grüngutkomposten aus. Die Schwermetallbelastung zeigte eine leicht ansteigende Tendenz. Die Gärrreste sind ähnlich mit Schwermetallen belastet wie die Komposte. Nur die Kupfer- und Zinkkonzentrationen sind höher als bei den Komposten.

Bei den organischen Schadstoffen zeigt sich, dass sich die PAK-Werte in den letzten Jahren im unteren mg/kg-Bereich bewegen. Komposte und Gärreste weisen keine großen Unterschiede auf. Die Werte von PCDD/F sind dagegen im Vergleich zu den Untersuchungen aus dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Je nach Produktart variieren die ermittelten PCDD/F-Werte. Ähnliche Werteverhältnisse wie bei PCDD/F finden sich bei Indikator-PCB und dl-PCB. Auch die Werte von iso-Nonylphenol sind im Vergleich zu 2002 rückläufig. Messungen auf Biphenyl und ortho- Phenylphenol haben meist Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze geliefert. Bei HCB ist eine abnehmende Tenzenz zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Während Bioabfallgärreste leicht höhere Werte im Vergleich zu Komposten aufweisen, sind die Gärreste der Biogasanlagen weniger stark belastet.

Bei Bisphenol A hat sich ein geteiltes Bild ergeben. Während in Bioabfallkomposten und Gärresten hohe Werte festgestellt werden konnten, sind Grüngutkomposte und NawaRo-Gärreste ohne Befund. Auch bei HHCB und Triclosan hängt die Belastung vom Produkt ab. Die Werte reichen vom einstelligen bis zum dreistelligen μg/kg-Bereich. AHTN ist den Werten (ein- bis zweistelliger μg/kg-Bereich) von HHCB ähnlich. Bei fast allen Produkten sind die Werte von Methyl-Triclosan niedriger als von Triclosan. DEHP weist in der aktuellen Untersuchung die höchsten Werte auf. Die Schwankungen sind im ein- bis zweistelligen mg/kg-Bereich. Ähnlich hohe Werte wurden bei DINP gemessen. Auch hier sind teilweise zweistellige Werte erreicht worden.

Zinnorganische Verbindungen sind je nach Produktart unterschiedlich stark vertreten. Teilweise liegen die Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze und teilweise sind sie sehr hoch. Es sind ebenfalls unterschiedlich viele zinnorganische Verbindungen in den Produkten gefunden worden. PBDE und HBCD sind je nach Produktart unterschiedlich stark belastet. Teilweise sind Ausreißer mit sehr hohen Konzentrationen zu finden. Bei Thiabendazol zeigen sich, abhängig vom Produkt, unterschiedliche Werte im zwei- bis dreistelligen μg/kg-Bereich. Wegen der Vielzahl an PFT-Verbindungen ergibt sich bei den Untersuchungen zu diesem Parameter ein sehr differenziertes Bild, je nach Produkt sind unterschiedliche Verbindungen in wechselnder Kombination und mit unterschiedlichen Konzentrationen zu finden.

Insgesamt sind in der neuesten Untersuchung fast alle untersuchten Schadstoffe gefunden worden, meist jedoch nur in geringen Konzentrationen.Die Mengen variieren besonders stark bei den organischen Schadstoffen. Ebenso wurden Komposte aus Bioabfall zumeist mit höheren Schadstoffwerten gemessen. Entsprechend verhält es sich mit Bioabfallgärresten und Mitvergärungsgärresten im Vergleich zu NawaRo-Gärresten. Besonders bei Bioabfallkomposten konnten Verringerungen der Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt werden.

Die ausführliche Studie können Sie sich als pdf-Dokument hier herunterladen.

Förderprogramm für nachwachsende Rohstoffe

Das BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) unterstützt mit dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ ca. 250 Projekte zur stofflichen Nutzung von Biomasse. Dafür stehen insgesamt 65 Millionen Euro zur Verfügung.

Den Schwerpunkt sieht Clemens Neumann (Abteilungsleiter für biobasierte Wirtschaft) besonders auf Werk- und Wertstoffen, Technologien zur Bioraffinerie und pflanzlichen Arzneimitteln liegen, da hier seiner Meinung nach die Wachstums- und Innovationspotenziale für Deutschland seien. Durch die stärkere Nutzung nachwachsender Rohstoffe können nicht nur fossile Ressourcen eingespart werden, sondern dadurch werden auch der Klima- und Umweltschutz gefördert und ländliche Räume gestärkt. Ferner bedingt die verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe die Entwicklung neuer Technologien und Produkte.

Die Förderschwerpunkte liegen auf:

  • Züchtungsforschung und Züchtung im Bereich der Energiepflanzen,
  • Biopolymerwerkstoffe, holz- und naturfaserverstärkte Kunststoffe,
  • alternative pelletierte Biobrennstoffe für Biomassefeuerungsanlagen im Geltungsbereich der 1. BISchV,
  • stoffliche und konstruktive Nutzung von Holz,
  • Synthese und Anwendung von Spezial- und Feinchemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen,
  • technische Kunststoffe und Spezialpolymere aus nachwachsenden Rohstoffen.

Eine Verwendung der Fördermittel ist für folgende Themenbereiche vorgesehen:

  • Aufbau von Produktlinien von der Erzeugung bis zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe,
  • Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben zur Erschließung weiterer Verwendungsmöglichkeiten im Nichtnahrungsmittelsektor,
  • Informationsvermittlung und Beratung, vor allem für Produzenten, Verarbeiter und Anwender nachwachsender Rohstoffe,
  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Förderschwerpunkte sind für das Jahr 2011 geplant:

  • feste Bioenergieträger,
  • nachhaltiger Energiepflanzenanbau,
  • biobasierte Polymere und biobasierte naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK),
  • stoffliche Nutzung von Lignin.

Das Förderprogramm basiert auf dem im Jahr 2009 verabschiedeten „Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe“. Danach soll der Umfang und die Effizienz des Biomasseeinsatzes deutlich und anhaltend gesteigert, Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt sowie die international führende Rolle Deutschlands gesichert werden. Im Aktionsplan sind zwölf Handlungsfelder genannt, die die geeigneten Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des Aktionsplans definieren.

Die produktübergreifenden Handlungsfelder sind:

  • Sicherung der Rohstoffbasis,
  • Sicherung der Nachhaltigkeit,
  • Forschung und Entwicklung,
  • Förderung der Markteinführung,
  • Information,
  • öffentliches Auftragswesen.

Die produktspezifischen Handlungsfelder sind:

  • industrielle Biotechnologie und Raffinerien,
  • biobasierte Werkstoffe einschließlich naturfaserverstärkte Kunststoffe,
  • Bauen und Wohnen,
  • oleochemische Anwendungen,
  • Zellstoffnutzung, Stärkeverarbeitung,
  • Phytopharmaka und Kosmetika.

Die Vorteile der Nutzung nachwachsender Rohstoffe sind vielseitig. Neu entwickelte Produkte können momentan verwendete und weniger ökologische Produkte ersetzen, der CO2-Ausstoß kann verringert und auf fossile Ressourcen basierende Produkte können ersetzt werden, die Wertschöpfung könnte höher sein als bei aktuellen Produkten und die Beschäftigung würde steigen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:
politische Rahmenbedingungen und Produktbeispiele
Übersicht über aktuelle Förderschwerpunkte
Aktionsplan
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V

Europäisches Normungskomitee arbeitet neue Normen aus

Im Hinblick auf die Festlegung des Abfall-Endes des Kompostes und den Aufbau eines europäischen Qualitätszeichens für Kompost, sind europaweit geltende Analysemethoden von Vorteil. Daher wurden von der Arbeitsgruppe Analytik des Europäischen Normungskomitees für Kultursubstrate und Bodenverbesserungsmittel Analysemethoden erarbeitet, die nun zur formalen Abstimmung verabschiedet wurden.
Die neuen Normen sind folgende:
prEN 16086-1:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der Pflanzenverträglichkeit; Teil 1 Wachstumstest mit Chinakohl im Topf
prEN 16086-2:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der Pflanzenverträglichkeit; Teil 2: Petrischalentest mit Kresse
prEN 16087-1:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der aeroben biologischen Aktivität; Teil 1 Sauerstoffaufnahme (OUR)
prEN 16087-2:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der aeroben biologischen Aktivität; Teil 2 Selbsterhitzungstest für Kompost Überarbeitete Normen
prEN 13037:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung des pH-Wertes
prEN 13038:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit
prEN 13039:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung der organische Masse und des Aschegehalts
prEN 13041:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Physikalische Eigenschaften – Rohdichte (trocken), Luftkapazität, Wasserkapazität, Schrumpfungswert und Gesamtporenvolumen.

Ferner wurden zwei technische Spezifikationen zur Stellungnahme verabschiedet:
CEN TC 400 WI CSS99048:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung unerwünschter keimfähiger Unkrautsamen und Pflanzenteile
CEN TC 400 WI CSS99049:
Bodenverbesserungsmittel & Kultursubstrate – Bestimmung von Fremdstoffen und Steinen“.

Da unzureichende statistische Ergebnisse im Laborvergleichsversuch vorliegen, werden die Spezifikationen nicht als Normen veröffentlicht. Eine Verwaltung findet durch das Deutsche Institut für Normung im Rahmen des Projektes HORIZONTAL statt.

Alle Normen und Spezifikationen können kostenpflichtig bei den entsprechenden Anbietern erworben werden.

Nach einem anderen Beschluss wird eine in mehreren Laboren getestete Methode zur Stickstoffmineralisierung und -immobilisierung als vorläufiges Normungsvorhaben aufgenommen.