Archiv für den Monat: Dezember 2010

Verwertung von Grüngutabfällen

Die holzigen Anteile von Garten-, Park- und Landschaftspfegeabfällen werden neben der Kompostierung und Vergärung, auch als Brennmaterial eingesetzt. Dafür werden ca. 25 % des holzigen Anteils aus dem Gesamtabfall abgesiebt. Der restliche Feinanteil bleibt zurück und muss anderweitig verwertet werden. Dieser wird als Bioabfall eingestuft. Bei einer landwirtschaftlichen Verwertung des Grüngutsabfalls gelten daher weiterhin die Vorgaben der Bioabfallverordnung. Somit ist eine Pflicht zur Behandlung vorgeschrieben, durch die eine hygienische Unbedenklichkeit gewährleistet wird. Ferner müssen auch Untersuchungen bezüglich Inhaltsstoffen und der Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte vorgenommen werden. Wie bei anderen biologischen Abfällen müssen Nachweise erbracht und das Lieferscheinverfahren beachtet werden. Ferner gelten bei einer Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen die Düngemittelverordnung und die Düngeverordnung. Daher ist eine düngemittelrechtliche Kennzeichnung und somit eine Untersuchung unumgänglich. Nach den enthaltenen Nährstoffen, dem Nährstoffgehalt im Boden und den Nährstoffbedarf der Pflanzen ist eine Aufwandmenge zu berechnen und eine Empfehlung auszusprechen.

Durch die Befreiung von Untersuchungs- und Behandlungspflichten für Garten- und Parkabfälle bei einem Verbleib am Ursprungsort, fand eine großzügige Auslegung der Regelung statt, wodurch die Abfälle auch auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wurden. Dabei werden die oben genannten materiellen Anforderungen an die Hygiene und die Grenzwerte der BioAbfV und die Pflichten für u.a. Aufzeichnungen und Mitteilungen öfters vergessen. In der Novelleder Bioabfallverordnung ist eine grundsätzliche Ausnahmeregelung dieser Art nicht mehr vorgesehen. Es wird nur noch mit Zustimmung der jeweiligen Behörde in Einzelfällen über Ausnahmen entschieden.

EU-Klärschlamm-und Bioabfallrichtlinie

Am 21. September 2010 fand in der Vertretung der Europäischen Regionen unter dem Motto „Don´t waste your biowaste“ die dritte Bioabfallkonferenz statt. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Europa brachten ihr Interesse an einer EU-weiten Regelung zum Ausdruck. Dr. Helge Wendeburg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, unterstützte in der Podiumsdiskussion die belgische Initiative und untermauerte erneut die deutsche Position, dass eine einheitliche Europa-weite Regelung für Bioabfall erforderlich ist. Karl Falkenberg bekräftige erneut, dass die EU-Kommission den Stoffstrom Bioabfall durch die Abfallrahmenrichtlinie auf europäischer Ebene ausreichend geregelt sieht und diesbezüglich keine Gesetzeslücken bestehen. „Es liegt nun im Verantwortungsbereich der Mitgliedstaaten“, so der Generaldirektor, „die Anforderungen der Abfallrahmenrichtlinie entsprechend umzusetzen.“ Er versicherte, dass die Kommission die ordnungsmäßige Umsetzung dieser Rahmenregelung überwachen wird und bei Verstoß entsprechende Maßnahmen einleiten wird.

Im Gegensatz zur EU-Kommission hob Stephane Arditi in seiner Rede hervor, dass in den Europäischen Bestimmungen lediglich Ansätze für die Behandlung von Bioabfällen bestehen, jedoch keine konkreten verbindlichen Anforderungen genannt sind. Arditi verwies auf die jüngst von der Kommission veröffentlichten„Mitteilung über die zukünftige Bioabfallbehandlung in Europa“ in der davor gewarnt wird, durch den Ausbau von Verbrennungskapazitäten, falsche Wege bei der Behandlung von Bioabfällen einzuschlagen.

Toon Wassenberg unterstrich die Meinung der Umweltverbände Europas (EEB) und gab die Position des Europaparlaments wider. Das Parlament fordert eine spezifische Richtlinie für die Behandlung von Bioabfällen, da die bestehende Gesetzeslage fragmentiert und nicht ausreichend seien. Durch eine Europa-weite Bioabfallrichtlinie würde eine Vereinfachung, Klarheit und bessere Überwachung ermöglicht. Eine fundierte Gesetzesgrundlage für die Behandlung von Bioabfällen würde sowohl dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor langfristig Vertrauen schenken, um in biologische Behandlungsverfahren zu investieren. Die Beiträge der Konferenz sind auf der Internetseite der Belgischen Umweltbehörde OVAM unter www.ovam.be zum Download bereitgestellt.

Nach dieser Konferenz sieht die Kommission keine Erforderlichkeit einer EU-Bioabfallrichtlinie.
Stattdessen ist eine Verbesserung der bestehenden EU-Richtlinien vorgesehen. Bei einer Revision der Abfallrahmenrichtlinie soll das Recycling auf dieseparate Sammlung von Bioabfällen erweitert werden, wobei eine Definition des Abfall-Endes von Kompost und Gärrückständen in 2011 mitAnforderungen an das Ausgangsmaterial, den Herstellungsprozess, die Produktqualität und deren Deklaration vorgesehen ist.

Die Kommission schlägt ein Drei-Klassen-Modell vor, in das der Abfall eingeteilt werden soll. Die Produktklasse umfasst frei handelbare Kompost- und Gärprodukte aus getrennt gesammelten Bioabfällen. In der Abfallklasse werden alle biologisch abbaubaren Abfälle zusammengefasst, die die Kriterien der Produktklasse nicht erfüllen. Eine Abfallklasse ist für Schlämme und gemischte Bioabfälle, die die Minimalstandards erfüllen und nur in der Landwirtschaft angewandt werden dürfen, und eine weitere Abfallklasse umfasst alle biologisch abbaubaren Abfälle, die den Minimalanforderungen nicht entsprechen und deren stoffliche Verwertung daher einer eingeschränkten Anwendung unterliegt (z.B. Deponieabdeckung).

Für Klärschlamm könnten ebenfalls Qualitätskriterien erlassen werden, womit Klärschlamm, ähnlich wie Kompost, ein qualitativ hochwertiges und zertifiziertes Humusprodukt darstellen könnte und seine Schlammeigenschaften verliert.

Die Kommission möchte mit dieser Regelung nur Minimalstandards für die landwirtschaftliche Verwertung setzten. Mitgliedsstaaten können anschließend die Standards durch nationale Gesetze durch strengere Regelungen verschärfen. Ferner ist dieser Vorschlag zur Diskussion gestellt, an der sich die Mitgliedsstaaten und Interessenvertretern beteiligen sollen.

Es ist jedoch zu überlegen, ob es sinnvoll ist, in die Abfallklasse eingeteilte Biofälle in der Landwirtschaft zu verwerten. Die vorgesehenen Minimalstandards müssten entsprechende Grenzwerte für Schwermetalle und organische Schadstoffe aufweisen, durch die ein vorsorgender Bodenschutz gewährleistet wird. Dadurch würden vermutlich die für diese Verwertung vorgesehenen Bioabfälle

Novelle zur Klärschlammverordnung

Seit 2006 werden Diskussionen über langfristig tragfähige Grundlagen für die stoffliche Verwertung von Klärschlamm unter Vorsorge- und Nutzungsaspekten geführt. Dabei wurden Überlegungen zu Möglichkeiten einer landwirtschaftlichen Verwertung und entsprechende Abgrenzungen zum Dünge- und Abfallrecht mit einbezogen. Die neue AbfKlärV wird auf Grundlage der Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes erlassen, womit die Abfallhierarchie auch für Klärschlamm gilt.

Besonders die geltenden Schadstoffgrenzen der AbfKlärV aus dem Jahr 1992 sind nicht mehr aktuell, wodurch eine Anpassung an die vorliegende Situation notwendig wird. Die Novelle sieht daher eine Verschärfung der Grenzwerte für Schwermetalle und organische Schadstoffe sowie eine regelmäßige Qualitätssicherung vor. In den Anlagen sind außerdem Vorgaben zur hygienisierenden Klärschlammbehandlung, zur Analytik und zum Lieferschein enthalten.

Durch die Verschärfung der Grenzwerte für Schwermetalle werden zukünftig einige Klärschlämme, die momentan auf Äckern verwertet werden, nicht mehr in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Im Hinblick auf organische Schadstoffe sind neben niedrigeren Grenzwerten für bereits zu untersuchende Schadstoffe neue Grenzwerte aufgenommen worden. Damit soll das Ziel, hin zu keiner wesentlichen Schadstoffanreicherung in Böden, ein ganzes Stück näher rücken sowie eine wichtigen Betrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft geleistet werden.

Mit der vorgesehenen verpflichtenden Hygienisierung der Klärschlämme soll eine seuchenhygienische Unbedenklichkeit garantiert werden. Das Produkt muss frei von Salmonellen sein, phytohygienische Bestimmungen wurden dagegen nicht aufgenommen. Bei einer regelmäßigen Gütesicherung können, mit einer Risikobewertung und einhergehenden Maßnahmen zur Herstellung einer vergleichbaren Unbedenklichkeit, Ausnahmen gemacht werden. Damit wird eine freiwillige Qualitätssicherung durch eine Gütegemeinschaft mit bestimmten Erleichterungen, ähnlich wie bei der Qualitätssicherung für Kompost, belohnt.

Zusätzlich wird mit einer Ausweitung des Geltungsbereiches auf die Verwertung von Klärschlamm, Klärschlammkompost und Gemischen im Landschaftsbau die Entsorgung auf Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, ohne Untersuchungen, Anzeigen und Nachweisen unterbunden.

Nun ist ein zweiter Arbeitsentwurf inkl. Anhängen und Begründung erschienen. Der Arbeitsentwurf wurde jedoch noch nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt.

Neufassung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
Grenzwerte für im Klärschlamm enthaltene Schadstoffe
Verfahren für eine weitergehende Klärschlammbehandlung zum Zwecke der Reduzierung von Schadorganismen
Probenahme, Probevorbereitung und Probeuntersuchung
Lieferschein des Klärschlammerzeugers gemäß § 10 Absatz 1 Satz 1 AbfKlärV
Begründung

Langfristige Strategie für Biomasse-Einsatz

Das Umweltbundesamt befürwortet die Bindung des Einsatzes von Biomasse an Nachhaltigkeitskriterien wie z.B. die Mehrfachnutzung, da die Nutzung von Bioenergie nur dann sinnvoll ist, wenn im Vergleich zu fossilen Energieträgern weit weniger Treibhausgase produziert werden. Das UBA-Forschungsprojekt „Bio-global“ zeigt dazu langfristige Strategien auf.

Anstelle des üblichen Anbaus und der direkten Verwendung der Biomasse zur Energieherstellung sollte eine Nutzungskaskade errichtet werden, um nachwachsende Rohstoffe erst stofflich zu verwenden. Nur nach einerMehrfachnutzung, z.B. von Holz oder Pflanzenölen, sollten Abfall- und Reststoffe für die Energiegewinnung eingesetzt werden.

Für den Anbau von Energiepflanzen und industriell genutzten Rohstoffen sollen ebenfalls Standards eingeführt werden. So ist deren Anbau bevorzugt auf den Flächen vorzunehmen, die nicht oder nur in eingeschränkter Weise für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion geeignet sind. Ferner sollte der Anbau von Energiepflanzen keine negativen Folgen für die Biodiversität haben oder indirekte Landnutzungsänderungen verursachen. Dazu zählt auch eine Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Boden sowie den Wasserhaushalt. Ein extensiver Anbau mit standortangepassten Pflanzen und Anbausystemen ist somit vorzuziehen. Ein anderer Ansatzpunkt liegt in der Entwicklung von verbindlichen projektbezogenen Nachhaltigkeitsstandards für internationale und bilaterale Finanzierungsinstitute, vor allem für Boden, Wasser, Biodiversität und soziale Bedingungen.

Ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit liegt in der Zertifizierung und dem Nachweis der nachhaltigen Herstellung der eingesetzten pflanzlichen nachwachsenden Rohstoffe als Bioenergieträger durch die Energieerzeuger ab 2011.

Die momentan einzige Institution, die Nachhaltigkeitsstandards für Bioenergie international abstimmt, ist die G8-Initiative „Global Bioenergy Partnership“ (BGEP). Daher müssen in bestehende globale Konventionen Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse aufgenommen werden. Um für alle Biomassen Nachhaltigkeitsanforderungen im Anbau, in der Verarbeitung und im Einsatz einführen zu können, setzt sich das UBA für weitere Forschungsprojekte ein.

Der entsprechende Forschungsbericht „Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel“ erschien in der Reihe UBA-Texte als Nr. 48/2010 (deutsch) und Nr. 49/2010 (englisch).
Die deutsche Version können Sie sich hier herunterladen.

Erneuerbare Energien: Bände 3 und 4 erschienen

Nachdem die Bände 1 und 2 der Buchreihe „Erneuerbare Energien“ erschienen sind, werden nun die Bände 3 und 4  angeboten.

Band 3 widmet sich den Strategien zur Energieversorgung aus Sicht des Sachverständigenrates, von Verbänden und aus Sicht der Wirtschaft. Dabei werden das Emissionshandelsrecht als auch die Schwierigkeiten bei der Genehmigungdargestellt. Dazu wird über Eigentümerstrukturen referiert sowie eine Prognose zur zukünftigen Verteilung des Marktes und zum Anteil der großen Energieversorgungsunternehmen abgegeben. In Beiträgen erhält der Leser einen Einblick in Forschungsaktivitäten und einen Ausblick auf die Energieversorgung der Zukunft. Erstmals werden dieSchlüsselbereiche Netze und Speicher unter rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beleuchtet.

In Band 4 wird der zweite Band ergänzt und aktualisiert. Im Themenblock Biomasse ist ein fundierter Überblick über dieBiomasse-Versorgungskette entstanden. Die Teilthemen reichen von der Brennstoffversorgung über die Aufbereitungbis zur Verbrennungstechnik. Zusätzlich werden verschiedene Maßnahmen zur Vorbeugung von Korrosion vorgestellt. Neben dem Thema Verbrennung wird ebenso die Vergasung von Biomassen und die Heißgasreinigung der erzeugten Synthesegase behandelt. Um die Verwendungspotentiale durch eine Kaskadennutzung darzustellen, wird Holz als Beispiel behandelt.

In dem Themenbereich Vergärung wird zunächst durch einen Überblick über die vorgeschaltete Aufbereitung des Inputmaterials und die Darstellung verschiedener Konzepte der Bioabfallvergärung eingeführt. Daneben beschäftigen sich weitere Beiträge mit der Effizienzsteigerung von Vergärungsanlagen, den Emissionen aus Biogasanlagen einschließlich Maßnahmen zu deren Vermeidung und Verminderung sowie den Gärresten aus der Bioabfallbehandlung.

Weitere Themen sind die Aufbereitung und Verwertung von Ersatzbrennstoffen mit Schwerpunkt auf den Einsatz in der Zementindustrie, die Solarenergieund die Windenergie.

Die einzelnen Bände oder die komplette Reihe können hier bezogen werden.

Hamburg T.R.E.N.D. – Bioabfall als Wertstoff

Am 1. und 2. Februar 2011 beginnt die Veranstaltungsreihe „Hamburg T.R.E.N.D.“. Die Stadtreinigung Hamburg und die Technische Universität Hamburg-Harburg beabsichtigen, Impulse für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Abfallressourcenwirtschaft zu geben. Dadurch möchten sie die Entwicklung schlüssiger Gesamtkonzepte regional, national und international vorantreiben. Mit dem Themenschwerpunkt „Bioabfall als Wertstoff“ möchten die Veranstalter den gegenwärtigen beachtlichen Stoffströmen im kommunalen Bereich Rechnung tragen. Auf der Fachtagung werden daher die Themen de rVerfügbarmachung der Bioabfälle, die thermische Verwertung sowie die aerobe und anaerobe Nutzung behandelt. Zusätzlich halten namhafte Expertenaus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zahlreiche Vorträge. Während der Veranstaltung können sich Unternehmen mit ihrem Leistungsportfolio in eine rbegleitenden Fachausstellung präsentieren.

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.
Den Flyer zu der Veranstaltung erhalten Sie hier.

Biogasjahrestagung und Fachmesse

Auf der 20. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas e.V. vom 11. bis zum 13.01.2011 in Nürnberg werden zahlreiche Vorträge von Experten zu den unterschiedlichsten Fragestellungen und aktuellen Ergebnissen gehalten. Als Themen sind dabei u.a. vorgesehen: Mikrogasnetze und GaseinspeisungGenehmigungSicherheit und Optimierung von Biogasanlagen sowie Alternativen zum Maisanbau. Hinzu kommen zwölf dreistündige Workshops, die Themen wie Potenziale von ExportmärktenBrandschutz bei der Biogaserzeugung oder Trends bei der Biomasselogistik behandeln. Weiterhin werden halbtägige Parallelveranstaltungen mit den Schwerpunkten „Biogas für Neueinsteiger“ und „Biogas für Kommunen“ angeboten. Im Anschluss an die Tagung besteht die Möglichkeit, am Folgetag an drei großen Lehrfahrten zu ausgewählten Biogasanlagen in der Umgebung teilzunehmen.

Neben der Tagung findet zusätzlich eine BIOGAS-Fachmesse statt. Teilnehmern der Tagung steht ein Besuch der Messe offen.

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