2. Arbeitsentwurf der Klärschlammverordnung

Das Bundesministerium für Umwelt hat den 2. Entwurf der Klärschlammverordnung mit Vorgaben zur hygienisierenden Klärschlammbehandlung, zur Analytik, zur regelmäßigen Qualitätssicherung, zum Lieferschein sowie die Begründung veröffentlicht. Der 2. Arbeitsentwurf soll interessierten Kreisen Gelegenheit bieten sich zu der Überarbeitung der Klärschlammverordnung zu äußern.

Da dieser Entwurf jedoch im Vorfeld der späteren Erarbeitung des Referentenentwurfs entstanden ist, wurde darüber in der Bundesregierung noch nicht abgestimmt.
In dem Entwurf wird der Schwerpunkt auf die Ausdehnung des Geltungsbereichs auf Maßnahmen des Landschaftsbaus als auch auf eine stärkere Berücksichtigung organischer Schadstoffe, eine Festlegung von Anforderungen an die seuchenhygienische Unbedenklichkeit und eine regelmäßige freiwillige Qualitätssicherung gelegt.

Es wird ein Nachweis für eine ausreichende seuchenhygienische Behandlung gefordert, da Schadorganismen für Mensch, Tier und Pflanze enthalten sein könnten. Dieser Nachweis wird erbracht, indem der Testorganismus Salmonella senftenberg W775 nach der Behandlung nicht mehr nachweisbar ist. Ferner werden weitergehende Behandlungen von Klärschlämmen genannt, die gewisse Anforderungen einhalten müssen. Dazu gehören u.a. eine ständige eingriffsfreie Messung der Prozessbedingungen sowie eine Prozessprüfung bzw. Baumusterprüfung. Für die verschiedenen Verfahren (z.B. Pasteurisierung, Kompostierung oder thermische Konditionierung) werden Beschreibungen mit Art und Notwendigkeit der Überprüfung bereitgestellt.

Grenzwerte für Schadstoffe im Klärschlamm gelten für die Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink. Ferner sind Grenzwerte für AOXB(a)PPCB (jeweils die KongenereNummer 28, 52, 101, 138, 153 und 180), PCDD/PCDF (in Nanogramm TCDD-Toxizitätsäquivalente) und PFT (als Summe von PFOA und PFOS). Für die Schwermetalle wurden die Grenzwerte für eine verringerte Eintragung in Bödenherabgesetzt und werden neuerdings auch auf die Bodenart bezogen. Für PFT gilt bis zum 31.12.2011 ein höherer Grenzwert, welcher zum 1.1.2012 abgesenkt wird. Von Vorteil ist die Tatsache, dass die Novelle mit der Bioabfallverordnung (BioAbfV9 und der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) harmonisiert wird.

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie hier.
Neufassung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
Grenzwerte für im Klärschlamm enthaltene Schadstoffe
Verfahren für eine weitergehende Klärschlammbehandlung zum Zwecke der Reduzierung von Schadorganismen
Probenahme, Probenvorbereitung und Probenuntersuchung
Lieferschein des Klärschlammerzeugers gemäß § 10 Absatz 1 Satz 1 AbfKlärV
Begründung

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